Am Tag der Landung der Space Marines in "Midus"
Der Wind hatte wieder angefangen stärker zu wehen um heulend durch die Stadtruinen zu geistern. Mit dem Wind kam auch wieder Kälte auf, auch wenn Armageddon fast nur aus Steinwüste bestand, konnte es doch in den Wintermonaten empfindlich kalt werden. Schnee war zwar extrem selten, dafür aber Frost umso alltäglicher, es würde aber noch ein paar Monate dauern bis der Boden gefrieren würde, aber man merkte dass der Winter langsam kam. Der Kommissar traf nach einigen Minuten wieder ein und gab Nimbus die Kamera wieder. Er bewegte sich mit Absicht langsam, damit er die Scouts nicht zu einem Angriff provozierte. Während er seine Atemmaske zurecht rückte fragte er unverblühmt:" Und? Was denken Sie jetzt?". Das war nicht so einfach zu beantworten. Die Soldaten hatten durchaus einen Grund andere Mittel anzuwenden, aber heiligte der Zweck die Mittel? Es gab viele die sich böser Mächte bedienten um das Imperium zu schützen, aber sie alle endeten auf die gleiche Art - als Verräter! Der Veteranseargent war sich uneins, ein geschlossener Sakopharg der Necrons musste auf jedenfall verschlossen bleiben, und war darüber hinaus ein unschätzbar wertvolles Artefakt für den Adeptus Mechanicus oder für den Ordo Xeno, aber alles hatte auch seine Grenzen. Wenn er diese Leute jetzt hinrichten würde, was natürlich in seiner Macht stand und was sich auch durchaus im Rahmen des Rechts bewegen würde, hätte er aber dennoch sein Missionsziel verfehlt. Denn es war ihre Aufgabe sich mit den Verteidigungsstreitkräften zusammen zu schließen und soviele Informationen wie möglich zu holen, wenn diese tot waren ... gab es keine Möglichkeit mehr Informationen aus ihnen heraus zu holen.
Andererseits würden sie zu dritt den Sakopharg niemals beschützen können, und die Funkstille würde erst in 2 Tagen aufgehoben werden, bevor er einen Thunderhawk anfordern konnte um ihn abholen zu lassen. Wer wusste schon was in dieser Zeit alles passieren konnte? Die Imperialen Soldaten benahmen sich zwar nicht wie Kultisten, aber vieles deutete auf eine schon bereits vorhandene, oder zumindest aufkommende Ketzerei hin. Das führte zu dem Schluss dass er seinen Trupp und sich selbst, einer großen Gefahr aussetze wenn er diese Leute nicht sofort exekutierte. "Ich denke dass wir hier ein ernstes Problem haben", war die diplomatisch und ungelogene Antwort von Nimbus, "dieser Inquisitor von dem Sie sprachen ... wo ist sein Leichnahm?". Der Kommissar machte anstallten zu antworten, dachte er sich etwa gerade eine Lüge aus? "Ich kann es Ihnen nicht sagen", wich er aus. Langsam wurde Bakkara wieder misstrauisch:" Warum? Weil sie nicht wissen wo?". Entschieden schüttelte der Kommissar den Kopf, und dem Veteranseargent viel auf dass die anderen Imperialen Soldaten dieses Gespräch nun sehr aufmerksam verfolgten:" Nein es liegt daran, dass dieser Mann mehr als nur ein Held für uns ist. Wir werden nicht zulassen dass sein Frieden gestört wird. Ich kann Ihnen nur sagen dass er vor den Stadtmauern begraben wurde, Erhabener. Ich bitte um Verzeihung, aber wenn Sie wüssten was er für uns getan hat ... dann könnten sie es vielleicht verstehen.". Das konnte Nimbus NICHT verstehen! Wenn es wirklich ein Inquisitor gegeben haben mochte, dann würde jeder Gottes-Fürchtige Mensch seinen Leichnahm dem Ordo übergeben, damit er in allen Ehren bestattet werden konnte und nicht hier auf Armageddon in irgendeinem Loch vor sich hin gammeln lassen. Das war in Nimbus Augen eindeutig Ketzerei. Nun packte er seine Schrotflinte etwas fester an und befahl im authoritärem Ton:" Ich BEFEHLE Ihnen mir sein Grab zu zeigen!". Langsam kam Unruhe in die Soldaten, einige Griffen langsam zu ihren Waffen und die Luft wurde von dem leisen Aufheulen der vorgewärmten Lasergewehre durchzogen. Bakkara überschlug die Anzahl der Soldaten, vielleicht ein Dutzend, vielleicht noch ein paar mehr in den Ruinen plus dem Kommissar der im Nahkampf furchterregend war. Die einzige Chance zu gewinnen war, dem Ketzer vor ihm auf den er seine Schrotflinte richtete, mit dem 1. Schuss umzupusten und dann schnell in Deckung zu gehen.
Der in Rot gekleidetete machte einen halben Schritt nach hinten:" Nur über meine Leiche! Die Ruhe des Helden von Midus wird nicht gestört! Sollange wir leben!". Der laute Knall der Schrotflinte übertönte die Worte von Bakkara Nimbus, die er dem Kommissar entgegen warf. Die Unmengen an Schrot die den Ketzer eigentlich hätte durchlöchern mussten, flogen durch die Luft und landeten irgendwo weit hinten in den Häuserruinen. Ohne den winzigsten Moment zu zögern ließ sich der Kommissar einfach in den Dreck fallen und entging so der tödlichen Ladung. In der Straße brach von einer Sekunde auf die nächste ein wildes Feuergefecht aus. Die mit Orkblut beschmierten Soldaten rannten sofort in Deckung oder warfen sich in den mit blutgetränkten Granatentrichter. Der Bolter knatterte Dumpf durch die Straßen als Jason Olga wahllos auf die Soldaten schoss die versuchten in die Ruinen zu rennen, 5 von 7 konnten sich in Deckung flüchten. Die anderen beiden wurden von den faustgroßen Boltergeschossen regelrecht zerfetzt. Damien Beebop's Scharfschützengewehr konnte man in dem ganzen Krach nicht hören, dafür aber umso mehr die Ergebnisse sehen. Diejenigen die sich in den Trichter flüchteten wagten es nicht ihn zu verlassen, nachdem einem ihrer Kameraden der Kopf durch das Präzionsgewehr regelrecht weg gesprengt wurde. Der Kommissar wurde, nachdem er sich auf den Boden fallen lassen hatte, von Steven und seinem Bolter aufs Korn genommen. Der in Rot gekleidete rollte sich einfach auf dem Boden in Richtung Bakkara, während eine Kugel nach dem anderen sich an ihm vorbei in den Boden bohrte. Noch bevor der Veteranseargent zum 2. Schuss ansetzen konnte, prallte der Eisenstab des Kommissar gegen sein Schienenbein, dass sich laut nass-knackend durch bog und brach. Nimbus hatte sich schon öfters einen Knochen gebrochen, aber dieses mal fühlte es sich anders an. Eine der ersten schmerzhaften Lektionen eines Rekruten war es Schmerz zu ignorieren. Es dauerte Jahre bis man es schaffte seinen Geist soweit zu kontrollieren, um den Schmerz der einen nur vom Kämpfen abhielt auszublenden.
Es fühlte sich nicht einfach so an als ob der Knochen gebrochen worden wäre, es war eher wie als ob eine ätzende Flüssigkeit ihn innerhalb von Millisekunden aufgefressen hätte. Es war ein grässlicher Schmerz, der ihm fast die Sinne raubte. Nicht imstande sein Gleichgewicht, durch den plötzlichen Verlust seines Beines zu halten, schlug Bakkara hart auf dem rissigen Beton von "Midus" auf. Er wünschte sich nichts sehnlichster als diesem Ketzer mit der Schrotflinte den Schädel in tausend Stücke zu zerschießen, aber er war nicht in der Lage etwas anderes zu tun als sich sein verletztes Bein wie ein jämmerlicher Imperialer Soldat zu halten und zu schreien. Der Ketzer-Kommissar rollte sich auf Bakkara um Beebop davon abzuhalten weiter auf ihn zu schießen, da er sonst Gefahr laufen würde seinen Vorgesetzten zu treffen. Genau das machte er sich zum Vorteil ! Ohne auch nur aufzustehen schleuderte er seinen Eisenstab einfach in Richtung Beebops Kopf. Hätte man Nimbus vor einem Tag gefragt ob es möglich sei mit einer geworfenen Eisenstange den Schädel eines Space Marines in einen blutigen Brei zu verwandeln, hätte er diese Person einfach nur ausgelacht. Doch jetzt musste er diese Frage mit einem "Ja" beantworten. Die sich in der Luft drehende Stange zerschmetterte den rechten Teil von Beebops Kopf derart, dass die Blutspritzer einen halben Meter in alle Richtungen reichte. Am Boden liegend musste sich der Veteranseargent sich eingestehen dass er einen Fehler begangen hatte. Er hätte einfach das Spiel der Ketzer mitspielen müssen und auf Verstärkung warten müssen. Jetzt wurde ihm klar dass er diesen Kampf verloren hatte, er war viel zu Kampferfahrung um es nicht zu sehen. Dieses ... Tier war ihnen haus hoch überlegen, und sie konnten absolut nichts dagegen unternehmen. Er konnte nur hilflos am Boden liegen und zusehen wie der Ketzer-Kommissar sich aufrappelte zu Jason Olga rannte um ihm einfach das Genick brach und Hopkins von den Schüssen aus den Lasergewehren durchlöchert wurde. "Du verdammter Hurensohn! Der Warp soll dich holen!", presste der verletzte Seargent zwischen seine Zähne hervor. Vollkommen gelassen schritt der in Rot gekleidete über die Leiche von Beebop hinüber um seine Waffe aus dem Dreck wieder aufzusammeln. Danach ging er in langsamen Schritten auf den Verletzten zu, er beeilte sich nicht - nein er kostete sogar jeden Moment aus. Er wollte sein Leiden einfach nur hinauszögern. "Ich habe einen anderen Vorschlag", säuselte er leise als er nur einen Schritt von ihm entfernt stand, "wie wäre es wenn du ... !", dabei stieß er ihm das Ende seiner Eisenstange in die Rippen, die sofort unter der Wucht des Schlages brachen. Die Schmerzen waren höllisch, jeder Atemzug wurde zu brennendem Feuer in seinem ganzen Oberkörper, während wieder die Pein von gefühlter ätzender Säure seinen Körper weiter maltretierte. "... auf deinem Weg in den Warp, dem Imperator sagst, dass wir die Wahrheit kennen!". Schon fast halb tot am Boden liegend schaute er den Ketzer voller Hass an. Er konnte nicht mehr sprechen, aber seine Blicke sagten ganz klar aus was sein Mund nicht mehr formen konnte "Und welche soll das sein Ketzer?". Während er zum Schlag ausholte der auf seinen Hals gerichtet war schrie er voller Überzeugung:" DAS NIEMAND ÜBER DEM INQUISITOR STEHT!". Das letzte was der Veteranseargent Bakkara Nimbus in seinem Leben hören konnte, war das fleischige Knacken seines Genicks.
(to be cotinued)