off.topic:,, Ist heute nicht gerade viel, aber ich hoffe es reicht. Trotzdem viel Spaß beim Lesen."
Die Glorie des Wortes
Zur selben Zeit, an der Claymorekette
Es ist lange her gewesen, als das Braxisregiment gegen die Mächte des Chaos stritt, doch die grünen Flammen des Warp, die jetzt wie eine Welle auf sie zu hielt, hatte man nicht vergessen.
Eine Entscheidung musste gefällt werden. Gab man die Deckung des Urwaldes auf und ging das Risiko ein, das Feuer noch aufhalten zu können oder wählte man einen direkteren Weg. Lilien Claymore war sich ihrer Entscheidung bewusst, als sie den Befehl gab ein Gegenfeuer zu legen. Es war nicht ihre Absicht gewesen, den Flammen des Warp entgegen zu wirken, sondern um ihnen den Nährboden zu entziehen. Zwar würde der gesamte Wald dabei sein Ende finden und den Chaos ein offenes Gebiet eröffnen, doch auch dies war für sie nachteilig. Die vorderste Festung konnte sie daher auch unter Beschuss nehmen, ohne durch die dichten Baumkronen irritiert zu werden. Noch stand die Fragen offen, welchen Vorteil der verabscheuungswürdige Chaos-General Setrius Schattenherz davon hätte, aber wie alles im Leben gibt es nicht auf jede Frage eine Antwort.......
,,Soldaten, Brüder und Schwestern, Menschen von Braxis...“ begann Lilien Claymore ihre Ansprache vom höchsten Turm der Festung. Eine große Armee hatte sich vor ihr versammelt. Alles Männer und Frauen des Braxis-Regiments. Jeder war gekommen, um den weisen Worten der Generälin zu lauschen und mit neuer Einsatzfreude ihre Befehle auszuführen. Sie selbst schwitzte am ganzen Leibe. Es war die Aufregung. Noch nie hatte sie so etwas getan. Eine Rede vor so vielen Menschen fiel ihr wirklich schwer. Trotz allem hielt sie tapfer ihr Megaphon in der Hand und setzte ihre Rede fort. In gewisserweise versuchte sie ihren verstorbenen Vater zu kopieren. Oft hatte sie ihn erlebt, wie er hier stand und die Herzen eines jeden imperialen Soldaten mit neuen Mut und Hoffnung füllen konnte. Er war ein Poet, ein Meister des Wortes. Sie wünschte sich wirklich, daß sie etwas von ihm geerbt hatte, vor allem jetzt.
,,Der alte Feind hat uns vieles genommen. Unsere Freunde und Verwandten, unsere Hoffnungen und unseren Lebensmut, doch eines hat er uns nie nehmen können. Unseren Stolz! Das ist es, was sie uns nehmen wollen. Sie fürchten uns und deshalb wenden sie schamlose Intrigen an, nur damit wir an uns selbst zweifeln. Aber wie mein Vater schon einmal feierlich sagte, kurz bevor er den schwarzen Stern zerstörte und dabei sein Leben verlor:,,Wir werden uns von diesem Abschaum nicht unterkriegen lassen!“....“
Für einen Moment holte sie Luft und vernahm die freudige Begeisterung ihrer Zuhörer. Sie jubelten, manche schwenkten Fahnen oder sie winkten ihr zu. Sie war überrascht und geschmeichelt zugleich.
Wer hätte auch gedacht, daß sie die Massen so sehr begeistern konnte. Vielleicht war das Erbe ihres Vaters doch stärker, als das ihrer schwachen Mutter.
Entschlossen weiter zu machen, setze sie das Megaphon an ihre Lippen. Dies war leider zwingend erforderlich ,da dieses einen Wackelkontakt hatte.
,,Seht zum Horizont. Das Chaos hat sich zu einem letzten Schritt entschlossen. Das Inferno, daß sich auf uns zu bewegt, sind die Flammen des Chaos, gespeist von Hass, Wut und Verbitterung.
Wir werden diesen Sturm trotzen. Viele von euch werden in der Schlacht fallen, aber gibt es nichts glorreicheres als für den Imperator zu sterben? JA! Ihr sterbt und kämpft nicht nur für ihn allein, nein, ihr kämpft für eure Familien, für eure Freunde und für euren Nähsten. Das ist der einzig wahre Grund, warum wir mit Mut in die Schlacht ziehen und es wird auch der einzige Grund sein, sollten wir scheitern. Aber fürchtet nicht den Tod, meine Lieben, ist euer Herz rein und habt ihr in Ehre gekämpft, wird der heilige Gott-Imperator euch in seinen liebevollen Armen empfangen. Das Chaos kann uns nur unseren Stolz nehmen. Unsere Seelen und unser Glaube werden ewig sein. Deshalb verlange ich von euch nur eines. KÄMPFT! Bietet diesen Verrätern die Stirn und erweist euch seines Segens für würdig und wisset, daß Feiglinge nie das Paradies erblicken werden, sondern nur die endlose Finsternis. Auf meine Freunde, wappnet euch zum Gefecht.“ brüllte sie von ihrer eigenen Ansprache mitgerissen und fügte ihren letzten Satz noch hinzu:,, Wir werden uns von diesem Abschaum nicht unterkriegen lassen!“
Damit setzte sie das Megaphon ab und wurde von den klatschenden und jubelnden Soldaten gefeiert. Sie hatte es geschafft. Jeder Mann und jede Frau würde nun eine Armee sein. Niemand würde kampflos weichen und keiner würde den Horror des Warp weichen.
Setrius Schattenherz, du Mörder, ballte sie eine Faust als sie sich langsam von ihrem immer noch jubelnden Anhänger zurückzog, du wirst scheitern, biss sie sich knurrend auf die Unterlippe, welche auch sofort zu bluten begann.
Glücklicherweise befanden sich ihre Leibwächter im Erdgeschoss der Festung, ansonsten hätte man sie wie ein rohes Ei behandelt und dies wollte sie nicht. Lilien war eine Rose des Krieges, kein Mauerblümchen und fähig eine gute Ehefrau zu sein. Dazu fehlte ihr die Zeit und auch eine devote Haltung. Sie würde sich nie einem Mann unterwerfen oder die brave Hausfrau spielen, oh nein, sie bestimmt nicht. Ihr einziger Wunsch war es, den Mörder ihres Vater zur Strecke zu bringen und dieses Ziel würde sie erreichen, schwor sie sich, als sie die Wendeltreppe der Turmes hinab stieg und nicht auf die bedrohliche Dunkelheit achtete.
Es gab noch viel zu tun. Sie mussten eine Verteidigung errichten. Mächtige Gräben mussten gezogen und jede erdenkliche Barrikade errichtet werden, um den Vormarsch der Alpha-Legion zu stoppen.
Sicherlich waren die Festungen stark und ihre Feuerkraft war extrem stark, aber ihr Bauchgefühl riet ihr zur Vorsicht.
Es konnte immer unvorhersehbare Dinge geschehen, selten lag es an den Generälen, sondern mehr am Zufall. Schlechte oder ermüdete Ausrüstung, die plötzlich ihren Geist aufgab. Das waren die größten Laster mit denen die imperialen Soldaten zu kämpfen hatten. Aber auch mit der Angst. Nicht jeder Mensch war ein Held. Selbst die Doktrin des Imperiums konnte nicht jeden berühren. Manche handelten aus Angst und dienten so den Chaos, andere wiederum aus purer Machtgier.
Lange würde es nicht mehr dauern, bis die Samen des Verrates auch in ihren Reihen aufkeimten. Sie musste gewappnet sein, jetzt war die Stunde der Dämmerung angebrochen.......