off.topic:,, So nun wieder was Neues. Ich hoffe es gefällt euch."
Der Puppenspieler
Der warme Wind zog über die Wüste von Tremtar und wirbelte den feinkörnigen Sand in die Luft. Die Sonne brannte auf alles nieder, auf Gedeih und Verderb. So etwas wie grüne Pflanzen gab es hier schon lange nicht mehr, auch hatte eine Palme hier keine Überlebenschance, nur selten konnte man einen riesigen Kaktus in der Ferne erkennen, die einzigen Gewächse, die unter diesen schweren Bedingungen überleben konnten.
Wie heiß mochte es wohl sein? 30 Grad im Schatten? Ein Thermometer gab es hier nicht. Den einzigen Ausblick gewährte ihm ein Fenster aus reinem Panzerglas.
Khalis bezweifelte so langsam, ob sein Verrat richtig war. Er hatte alles und jeden geopfert, nur um selbst den Weg des Ruhmes zu beschreiten. Sein Körper war entstellt und barg nur noch wenig von seinem alten Glanz. Viele seiner Muskeln waren unnatürlich aufgebläht und spitze Reißzähne hatte sich in seinem Mund gebildet. Seine Augen waren von einem dunklen, unheimlichen Leuchten erfüllt. Eine Nase hatte er nicht mehr, sie war irgendwie abgefault und er musste sie mittels eines Messers entfernen. In der dunkelblauen, polierten Rüstung sah er sein groteskes Spiegelbild. Der Segen des Chaos hatte ihm zu einem Monster gemacht. Nicht nur das Aussehen war abstoßend, auch seine Gefühlswelt hatte sich verändert. Er sah nur noch Schwärze, Hass und Verbitterung.
Es roch auch alles so anders. Er konnte in vielen Dingen, nur noch den Feind ausmachen. Eine Blume fabrizierte für ihn keinen lieblichen Duft, sondern stank grauenhaft. Er hatte dieses Gewächs samt Vase gepackt und in die Ecke seines kleinen, stählernen Raumes geworfen. Mit einer schier endlosen Wut hatte er auf den Resten der Vase und der Blume eingetreten. Längst hatte er den stinkenden, nassen Scherbenhaufen vergessen und sich auf seine neue Umgebung konzentriert.
Zerrissene, blaue Banner mit dem goldenen Auge von Tzeentch hingen an den Wänden, meist neben einigen uralten Waffe noch aus Zeiten des großen Bruderkrieges. Besonders der Morgenstern mit dem verhältnismäßig langen, stählernen Griff hatte es ihm angetan. Dies würde seine Waffe sein, die Domäne seiner Herrschaft.
Gierig griff er nach dem beeindruckenden Morgenstern und löste ihn anschließend aus der Verankerung. Neue ungeahnten Energien durchströmten seinen Körper. Der Warpraum überkam ihn. Für einen Moment schien es so, als würde er schweben, doch schnell war dieser Effekt wieder vorbei. In seinen beiden Händen ruhte nun ein Werkzeug der Zerstörung. Er würde sie gegen seine eigenen Brüder einsetzen, soviel stand fest.
Plötzlich ging die Panzertür auf und der Hexer betrat sein Zimmer. Dieser hatte sich kaum verändert. Aus dem dunkelblauen Helm ragten mehrere spitze,goldene Stacheln, die in völliger Symmetrie zu den Hörnern standen. Statt eines Stabes trug er nun ein langes Schwert, auf dessen Griff seltsame Runen eingraviert waren.
,,Was wollt ihr.“ knurrte Khalis, da er sich noch immer nicht im Klarem über seine Gefühle war. Alles war für ihn immer noch so undeutlich. Zum Einen hatte er das fanatische Verlangen Blut zu vergießen, zum Anderen wollte er jedoch Gutes tun.
,,Wie ich sehe habt ihr bereits eure Waffe gewählt. Gut, sehr gut, der nächste Schritt ist getan und ich musste euch noch nicht einmal darauf hinweisen. Ihr macht Fortschritte.“ sagte der Hexer stolz auf seine Kreation.
,,Seid ihr nur deshalb gekommen? Um mich zu belächeln?“ fragte Khalis scharf nach.
,, Im Gegenteil, mein Freund. Es wird Zeit für den nächsten Schritt. Die Eliminierung des amtierenden Chaos-Generals in diesem Stützpunkt. Er hat in den letzten Monaten mehrmals bewiesen, wie unwert seine Führung für uns ist und nun wird es Zeit, daß er den Weg allen Lebens geht. In den Tod.“ unterbreitete der listige Hexer seinen tollkühnen Plan.
,,Ach und ihr glaubt ich könnte ihn töten? Ich glaube nicht, daß er ohne Grund ein Chaos-General ist. Und was ist mit dem Truppen, würden sie mir Gefolgschaft leisten?“ Khalis Lektum war neugierig geworden. Ein schneller Aufstieg in den Reihen der Thousand Sons würde seine Machtstellungen festigen und ihm den Segen der Chaos-Götter einbringen.
,,Vergesst nicht, wem ihr dient.“ ermahnte ihm der Hexer, als er seine Gedanken las.,, Tzeentch ist der einzig wahre Gott, die Anderen sind nur kleine Kinder im Vorgarten seines Ruhmes. Doch vergessen wir das. Eure Fragen sind wohl gestellt, nichts anderes hatte ich von einem ehemaligen Ordenspriester erwartet. Taktisch bis in den Tod.....“
,,SPRECHT! VERDAMMT NOCHMAL!“ unterbrach ihm die wütende Stimme von Khalis.
,,Nur Geduld, mein starrsinniger Freund.“ sagte der Hexer, ohne im geringsten gekränkt zu sein von Khalis Ungeduld.
,,Ihr müsst wissen, daß euer Rivale neuerdings etwas schwächelt. Das Gift, daß ich ihm heimlich eingeflößt habe, dürfte wohl nicht ganz unschuldig dabei sein. Er kann sich kaum auf den Beinen halten und verbringt einen Großteil seiner Zeit in seinen Räumlichkeiten. Daher dürfte es recht einfach werden, ihn auszulöschen. Und um eure zweite Frage zu beantworten, Ja! Die Truppen sind bereit einen neuen Befehlshaber zu folgen, einen der nicht so schwach und gebrechlich ist wie Sepheus. Ich habe bereits alle Vorbereitungen für euren Amtsantritt getroffen, nun liegt es an euch den General zu töten.“ Khalis Lektum war beeindruckt. Der Hexer hatte alles bis ins kleinste Detail geplant, seine Rekrutierung, den Mord an den Chaos-General und seinen Aufstieg. Doch stiegen Zweifel in ihm auf. Niemand tat dies nur aus Großmut, am allerwenigsten ein verschlagender wie tückischer Zauberer.
,,Und warum tut ihr das? Es wäre doch die perfekte Gelegenheit, euch selbst zum General zu küren.“
,,Wie wahr.“ erwiderte der Hexer.,, Doch ich bin nicht davon begeistert, mehr Verantwortung mit mir zu tragen, als ich benötige. Diese Stellung gebührt einen Krieger, einen Anführer. Ich ersuche nur um eine beratende Funktion in eurer neuen Ordnung, schließlich braucht ihr einen fähigen Berater und ich denke meine Erfahrung könnten euch nützlich sein.“ fügte er seinem Satz noch hinzu und drehte sich dann wieder zum einzigen Ausgang in diesem Quartier.
,,Wartet! Ich weiß noch immer nicht euren Namen.“ hielt Khalis ihn auf.
,,Ich habe viele Namen, doch einer davon dürfte am Bekanntesten sein. Ich bin Nucture Eiskralle.“ erwiderte der Hexer.
Der Erzverräter, schoss es Khalis durch den Kopf. Einer der wenigen Verräter auf den ein sechsstelliges Kopfgeld ausgesetzt war und nachdem die Inquisition verzweifelt fahndete.
,,Exakt, mein Freund. Ich erinnere mich noch genau an den Gesichtsausdruck des Inquisitor's, kurz bevor ich ihm die Kehle durchschnitt. Es war schon fast lächerlich, wie er mich um Gnade angefleht hatte. Zu schade, daß ich noch auf den Rest seiner Kameraden umbringen musste. Es waren schön Schmerze, herrliche Schreie.“ berichtete Nucture über ein Ereignis in der Geschichte des Imperiums, welches streng unter Verschluss gehalten wurde und nur den Scriptoren, Ordenspriestern oder Mitgliedern der Inquisition zugänglich waren.
,, Die Nacht des eisigen Massakers.“Unter diesem Namen war dieses unbeschreibliche Ereignis bekannt geworden, aber dies waren nicht die einzigen Gräueltaten von Nucture Eiskralle. Sie allesamt aufzuzählen wäre zwecklos gewesen, es waren einfach zu viele.
,,Mein Angebot steht immer noch als Berater euer neuen Ordnung, wärt ihr damit einverstanden?“ fragte der Hexer nach und strich über den Griff seines Schwertes.
,,Sicherlich!“ antwortete Khalis vorschnell und unüberlegt, da er von den Gedanken überzeugt war, daß es seiner Position noch weiter zuträglich war, einen starken Verbündete an seiner Seite zu haben.
,,Ich werde euch nun verlassen. Es warten noch andere Dinge auf mich, die keinen Aufschub dulden. Übt derweil den Umgang mit eurer Waffe und dann bringt Sepheus um. Sein Gemach befindet sich am Ende des Ganges. Ihr könnt es nicht verfehlen.“ Mit diesen Worten verließ Nucture das Zimmer und schloss die stählerne Tür hinter sich.
Der Gang vor ihm verzweigte sich zwei weitere Gänge, die genauso trist und unwirklich waren, wie der Vorangegangene. Kabel von unterschiedlicher Dicke und Breite lagen entweder auf den Boden oder klebten auf eine unheimliche Art und Weise an der stählernen Wand.
Getrocknetes Blut säumte fast den gesamten Boden, Ergebnisse von schier unaussprechlichen Taten, die jeder Beschreibung spotteten.
,,Meister.“ sprach ihm ein Kultist an. Arrogant schaute Nucture auf den kleinen, halbnackten Mann nieder. Bis auf einen Lendenschurz und einer darunter befindlichen Hose, war er vollkommen nackt.
Die vielen Geschwüre und Abszesse an seinem Körper deuten auf viele Jahre unterschiedlicher Segnungen des Chaos.
,, Eure Vorbereitungen sind abgeschlossen, aber dürfte ich ich wissen, warum wir diesen Speichellecker an den Stelle des Versagers setzen?“
Die Anspielung auf Sepheus, der durch Khalis Lektum ersetzt werden sollte war offensichtlich.
,,Nein. Dies bleibt vorerst mein Geheimnis und nun geh!“ befahl er und stieß den Kultisten zur Seite. Dieser strauchelte und fiel zu Boden, doch dies kümmerte Nucture nicht mehr. Dieser Wicht war seiner Aufmerksamkeit unwürdig. Vielmehr hatte er sich nun auf den Aufstieg von Khalis Lektum versteift.
,, Narr.“ dachte er.,, Glaubt ihr wirklich „Ordenspriester“, daß ich euch die Macht einfach so überlasse.“
Die Gedanken des eiskalten Hexers waren finster. Kaum einer konnte seinen nächsten Schritt vorhersehen und die es konnten, übten sich lieber in Schweigen, denn es war zu gefährlich gegen die Eiskralle zu intrigieren.
,,Dann lassen wir das Puppentheater beginnen.“ lachte er leise und verschwand wie vom Geisterhand im Nichts......