• So, hier mal eine kleine Anleitung für eine Naßpalette und eine Einführung in den Gebrauch sowie die Vorteile eines solchen Teils.

    Auf dem Bild sieht man die 3 Schritte. Also echt eine ziemlich simple und schnell zu machende Sache.
    Man gehe in den nächsten Supermarkt und kaufe sich Backpapier, kosmetische Wattepads zum Abschminken und eine Familienpackung Fererro Küßchen.
    Man nimmt seine Schale und legt sie auf das Backpapier, um die Umrisse aufs Papier zu zeichnen. Geht am Besten mit einem Bleistift. Dann wird ausgeschnitten und voila, man hat den Untergrund, um die Farbe später anzumischen.
    Anschließend legt man den Boden der Schale (da kann man alles nehmen, was wasserdicht ist und man grad zur Hand hat) mit 2-3 Lagen Wattepads aus. Hierbei ist möglichst zu beachten, dass man eine relativ gleichmäßge Verteilung hat, damit sich später keine Pfützen bilden.
    So, nun noch Wasser einfüllen und zwar ruhig so viel, dass das Wasser deutlich in der Schale steht. Also mehr Wasser rein, als die Pads aufsaugen können. Dies macht man, damit die Pads richtig schön getränkt werden. Nun wird das überschüssige Wasser abgekippt und man legt das ausgeschnittene Backpapier oben drauf. Fertig ist die Naßpalette.
    Wenn man wie ich auch noch den Deckel für die Schale hat, kann man nach der Malsession einfach den Deckel drauf machen und den ganzen Kram in den Kühlschrank tun. So hält sich die Farbe länger frisch. Die Spezies mopsen Mama direkt ne Tuppaschale und nehmen die. Darin bleibt die Farbe über viele Tage frisch.

    Warum eine Naßpalette?

    Mit einer Naßpalette kann man wesentlich bequemer arbeiten, da die Farbe nicht eintrocknet. Doch die anderen Vorteile sind im Grunde noch gewichtiger.
    Die Konsistenz einer Farbe ist meistens nicht direkt geeignet, um sie aus dem Farbtopf auf die Mini zu bringen, also muss man im Grunde mit Wasser oder Verdünner arbeiten. Auf einer Naßpalette hat man schnell das ideale Verhältnis von Wasser zu Farbe raus und kann darüber hinaus die Farbe richtig weit auseinanderziehen.
    Als Beispiel: Ich nehme 2 Farben. Sagen wir mal dunkelblau und hellblau. Vo jeder Farbe kommt ein Klecks auf die Palette, wird mit ein wenig Wasser gemischt und dann kann man dunkelblau auftragen. Wenn man das gemacht hat, kann man einen Teil der hellblauen Farbe in das Dunkelblau ziehen und so die dunkle Farbe aufhellen, um eine Zwischenstufe zu erhalten. Mit dieser wird dann der Verlauf von dunkelblau zu hellblau angefangen, bis man irgendwann bei hellblau ist. Wenn man zu den beiden Farben noch schwarz und weiß nimmt, geht es gleich noch viel besser. Einen Klecks schwarz neben das Dunkelblau und einen Klecks weiß neben das Hellblau und schon haben wir die Farbpalette drastisch erhöht.
    Ich hab hier mal ein kleines Bild, was den Text ein wenig verdeutlicht.
    Die Pfeile zeigen im Grunde an, wie man die Farbkleckse untereinander mischt, bzw mischen kann. Das kann man natürlich noch weiter ausreizen und durch Hinzugabe von Wasser noch weiter aufsplitten. Wichtig ist nur, ab einer gewissen Menge Wasser hat man im Grunde nur noch Lasuren.
    Da ist es dann wichtig, dass man ein Stück Küchen-/Klopapier zur Hand hat und da den Pinsel drauf abstreift, bis er nur noch ein klein wenig feucht ist.
    So kann man dann die Lasuren auftragen. Diese Technik macht wundervolle Farbverläufe möglich, aber es dauert und zwar richtig lange. Also wenn man die Lasuren nimmt, dann sollte man sich darauf einstellen, dass man sehr, sehr lange an der Mini sitzen wird. Trocknungszeiten sind dabei nicht eingerechnet. Nach maximal 2x auftragen der Lasur muss man die Farbe durchtrocknen lassen, was schon mal ein paar Stunden dauern kann. Wenn man überhastet weitermalt, dann löst sich die untere Farbschicht wieder und alles wird uneben und faltig.
    Man kann natürlich auch Inks nehmen und diese mit Wasser ein wenig ausdünnen und so Lasuren machen. Aber Inks haben die Eigentschaft ziemlich trickreich zu sein. Zu viel Wasser und alles sammelt sich in den Ecken, zu wenig Wasser und die Ink deckt zu sehr. Aber das sind Sachen, die man einfach mal ausprobieren sollte.
    So, nun noch mal kurz auf rot eingehen.
    Die Farbe rot ist ein wenig gemein, da man sie im Grunde kaum aufhellen kann. Mit weiß kriegt man orange oder pink und so muss man ein wenig tricksen und die Mini von anfang an richtig angehen/vorbereiten.
    Wenn ich eine Mini habe, die überwiegend rote Farbe erhalten soll, dann grundiere ich immer schwarz und arbeite mit Lasuren. So ist es möglich einen Übergang von schwarz zu hellem rot hinzubekommen.
    Von der tiefsten/dunkelsten Stelle ausgehend werden die Lasuren aufgetragen. So scheint das schwarz am Anfang noch gut durch und wird zu den hellen Stellen hin immer mehr vom rot überdeckt. So hat man einen natürlichen Farbverlauf, der dem Auge vorgaukelt, dass das rot immer heller wird. Das stimmt ja auch im Grunde, aber man nimmt nur einen Rotton und zwar einen möglichst kräftigen und trägt den halt nur immer deckender auf.
    Dann kann man abschließend noch ein paar kleine Lichtreflexe mit weiß setzen und es sieht richtig klasse aus.
    Hört sich nach viel Arbeit an? Ja, doch, ist es auch.
    Hört sich schwierig an? Nein, es ist gar net so schwierig, einfach mal mit Naßpalette probieren. ;)


    Sneaky, pretty and' weak. Jus' like all dem Eldar.

  • Man muß probieren, das ist richtig. Das schwierigste ist meistens einfach die Überwindung, hat man mal was ausprobiert weiß man sofort, ob das zusagt oder nicht.

    Danke für deine ausführliche Anleitung!

  • Kein Problem, immer gerne.

    Mit dem Probieren ist es echt so. Einfach einmal anfangen/probieren.
    Beim Miniaturenmalen ist es im Grunde mehr die Erfahrung und die richtige Technik als das Können. Können kann jeder, der die richtige Technik und das richtige Material nutzt. Ok, ab einem gewissen Level muss man noch ein wenig mehr Hintergrundwissen haben, aber im Grunde ist fast alles relativ simpel, wenn man herausgefunden hat, wie man es machen kann. Das ist dann aber auch das große Problem bei Tutorials.
    Wenn ich ein Tut schreibe, muss ich mich immer gut zusammenreißen, um nicht viele Sachen auszulassen, die mir einfach schon ins Blut übergegangen sind. So Sachen wie die richtige Pinselführung sind beim Malen entscheidender als das WIE.
    Wenn ich schreibe: Ziehe einen Verlauf von dunkel zu hell und du führst den Pinsel falsch, dann wird es garantiert nichts und du fragst dich, warum es einfach nicht klappen will. Dann kommen noch so Sachen wie Farbkonsitenz und Pinselqualität hinzu und schon hat man viele, mögliche Fehlerquellen.
    Wenn dann noch so Sachen wie unterschiedliche Farbenhersteller und synthetik oder Echthaar Pinsel dazukommen wird es noch wieder komplexer usw und so fort. Daher ist es wichtig, dass man ein Tut nicht 1:1 kopiert, bzw es versucht. Als Anhaltspunkt nehmen, ja! Als Vorlage nehmen, nein!
    Schlußendlich führen viele Wege zur fertigen Miniatur und die Herangehensweisen sind echt vielfältig. So werden dir verschiedene Maler verschiedene Techniken anpreisen. Daher ist es am Besten, wenn man einfach mal verschiedene Wege ausprobiert und so den für sich Besten herausfindet.
    Ah so, es gibt auch Slayer Sword Gewinner, die mit den normalen GW Farben malen, also möglich ist fast alles. ;) Es kommt halt auf Technik und Erfahrung an.
    Dann sollte man vielleicht noch wissen, dass viele der Profi Minis im Netz ein wenig nachbearbeitet sind, um den maximalen "WoW-Effekt" herauszuholen. Wenn man die dann mal "in der Hand" hat, sehen sie schon wieder ganz anders aus. Damit will ich nicht sagen, dass sie schlechter aussehen, aber eben mehr wie etwas Bemaltes.


    Sneaky, pretty and' weak. Jus' like all dem Eldar.

  • Amen.

    Das mit den bemalten Minis im Netz hast du vollkommen recht, ich hab schon über die eine oder andere gestaunt und als ich sie dann RL sah war es doch "nur" eine Miniatur wie jede andere. Da sieht man zumindest wie sich das Bild zusammenstellt.

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