Wie der ein oder andere bereits weis verbringe ich am liebsten meine Zeit nach der Uni im örtlichen Fitnessstudio. Hab auch eins gefunden wo ich meine Ruhe hab, dass schön modern und luftig ist und ungefähr nix mit meinem muffigen Fitnesskeller im elterlichen Haus gemeinsam hat ![]()
Das Klientel schwangt so zwischen Opa, der es von der Krankenkasse bezahlt bekommt, und dem Bürohengst, der nach Arbeitsende um 17 Uhr direkt dahin gurkt.
Aber das beste sind wahrlich die Trainer!
Alle ca mein Alter, Sportstudenten oder gerade diplomiert, und dünn.
Sehr dünn.
Muskeln sind vorhanden aber die größte Maxime für die ist "Kein Fett!". Da wird sich an der Körperfettwage unterboten und ausgetauscht, welche Sojawurst nun fettärmer und welcher Tee entwässernder ist.
Aber deren Aufgabe ist es ja, nicht nur dünn zu sein, sondern sich auch um die Mitglieder zu kümmern und denen bei den Übungen behilflich zu sein.
Allerdings kümmern die sich anscheinend nur um bestimmte Mitglieder. Vornehmlich die weiblichen mit großen "Augen", knackigen Hintern und engen Klamotten. Diese Sorte Mitglieder bekommen dann jedes mal, wenn sie diesen heiligen Tempel des Schweisses betreten, eine 30 minütige Sonderberatungen wie man die Stepper, Laufbänder und Fahrräder am besten benutzen soll.
Wohingegen die älteren Mitglieder sich den Rücken noch krummer trainieren können, es interessiert keine Trainersau.
Auftritt von Robbes, dem furchtlosen Rächer der Enterbten!
Ich weise dann gerne mal so einem 60 Jährigen Rehakandidaten darauf hin, dass man den Latzug nicht umbedingt in den Nacken ausführen und sich dabei den Oberkörper wie eine Zieharmonika zusammenquetschen braucht.
Die Damen und Herren sind dann auch recht dankbar über diese Tipps aber es gibt auch andere Kandidaten:
Letztens ein Typ in der Beinpresse, offensichtlicher Anfänger, ca 2-3 Jahre jünger als ich und hat die Füsse ca auf Arschhöhe aufgestellt. Die Knie ragten weeeit über die Fussspitzen und ich sah ihn schon einen Orthopäden wegen seiner Knieschmerzen volljammern.
"Okay," dachte ich mir "da kommt garantiert gleich einer der fünf Trainer die hier rumwuseln und sagt dem mal ein paar Tackte dazu."
Nach meinem dritten Satz am Beinstrecker daneben war der Kommander aber immer noch zugange. Ich also rüber: "Entschuldige, darf ich dir mal kurz einen Tipp geben?"
"Klar."
"An deiner Stelle würde ich die Füsse mal was höher Stellen, dass du einen bestimmten Winkel im Kniegelenk hast. So machst dir nur die Knie kaputt."
"Aber ich will ja hier den Muskel trainieren!" sagt der Typ und zeigt hecktisch auf seine Kniescheibe.
"Ahja, aber genau das da" ich zeig auch hektisch auf die Kniescheibe "machst du dir kaputt."
"Ne ne, genau den Muskel will ich ja erreichen! Aber danke für den Tipp!"
Ich seh ja selber net aus wie Arnold Schwarzenegger, aber ich kann sagen, ich hab mich, seit ich wieder richtig trainiere, mit der Materie beschäftigt und den ein oder anderen Fachidioten in meinem Freundeskreis.
Was sagt ihr dazu?
Den Leuten keine Tipps mehr aufdrängen bis ich breiter bin als die Trainer in meinem Studio (was ca noch ein halbes Jahr dauern wird)?
Oder weiterhin Batman, den dunklen Ritter in Spandex spielen?
