• Kapitel 21

    Das Leben wich aus seinem Körper. Als er erwachte war nicht mehr viel davon in ihm. Er fühlte sich als wäre sein Körper der eines Krüppels, nicht der eines Space Marines der vom Chaos gesegnet war, nicht der seine. Er versuchte sich aufzurichten und brach bei dem Versuch unter Schmerzen wieder zusammen. Wie konnte das möglich sein, was war mit ihm geschehen? Eine Dämonette kam auf ihn zu und gab ihm etwas zu trinken. Danach fühlte er sich nicht wirklich besser. Er nahm sich etwas von dem Essen das neben ihm stand. Es war eine Art gebratenes Fleisch, mit etwas Gemüse, was für Fleisch es war wollte Arthan überhaupt nicht wissen. Es befriedigte seinen Hunger und dass war alles worauf es jetzt ankam. Ihr solltet euch noch ausruhen, Meister. Wenn ihr so vor eure Soldaten tretet werdet ihr nur Respekt verlieren. „Seit wann bist du in der Position mir einen Befehl zu erteilen?“ Das war kein Befehl, Meister. Nur ein Hinweis auf euren...Zustand. Arthan befolgte ihn. Er trank den Rest Wasser aus der Karaffe, aß den Rest des Fleisches und ließ sich wieder zurück in sein Kissen fallen. Wie lange es wohl dauern würde bis er sich wieder gut auf den Beinen halten könnte... Nein, er musste es gar nicht, er konnte einfach ihre Kraft nehmen. „A'zurha, gib mir deine Kraft, mit ihr werde ich nicht schwach erscheinen.“ Wie ihr wünscht mein Meister.
    Ein Feuer durchflutete seine Adern, es fühlte sich an als würde sein ganzer Körper in Flammen stehen, seine Seele verbrannte in der Dämonischen Energie. Doch er fühlte sich deshalb nicht schlecht, er fühlte sich gut. Eine Kraft durchflutete seinen Körper die er noch nie gespürt hatte. Er stand auf und ließ befahl den Dämonetten ihm die Rüstung anzulegen, er nahm sein Schwert und schritt nach draußen.
    Es war erstaunlich. Er wusste nicht wie lange er geschlafen hatte, aber die Festung war bereits wieder fast vollkommen wiederhergestellt. Die Tore waren wieder in ihren Angeln befestigt, der groß teil der Gebäude wieder aufgebaut. „Schafft mir Vorgan her.“ Eine seiner Dämonetten ging um seinen Befehl auszuführen. Er sah zufrieden auf die Festung hinab. Wie weit die neuen Soldaten wohl schon ausgebildet waren? Seine Neugierde würde bald befriedigt werden. Doch irgendetwas war anders als sonst, sein Körper fühlte sich immer noch seltsam an. Es war als wäre er gewachsen oder als hätte er einen anderen Körper in sich aufgenommen, er konnte das Gefühl nicht wirklich beschreiben, aber etwas hatte sich verändert, er war sich sicher bald herauszufinden was. Arthan schritt langsam los. Er wollte auf die Festungsmauer hinauf um sich einen Überblick über seine Festung zu machen. Bald würde der Feldzug gegen den Rest des Planeten beginnen.
    Vom Wall aus hatte man eine Atemberaubende Aussicht auf das umliegende Gelände, weite Wälder zogen sich um die Festung herum, vor der Festung selbst war ca. ein Kilometer weite Grasfläche, hier hatte lange kein Krieg mehr stattgefunden. Im Moment fand eine Gefechtsübung der Rekruten statt. Sie waren bereits mit leichten Rüstungen und veralteten Lasergewehren ausgestattet, ihr Anblick erfüllte Arthan mit einer Art Stolz, sie waren für ihn fast so etwas wie Kinder.
    „Mein Meister, was wünscht ihr von mir?“ „Wie machen sich die Rekruten?“ „Gut...Meister, sie wären im Grunde bereits Gefechtbereit, allerdings finde ich sollte wir sie noch etwas weiter auf den Kampf vorbereiten...“ „Ja, es ist im Moment kein Grund zur Eile vorhanden. Gib ihnen noch eine Woche Zeit, oder zwei wenn du meinst.“ „Ja, Meister.“ Arthan drehte sich zu Vorgan um. „Warum starrst du mich so an?“ „Weil...“ „Ja?“ „Weil ihr Flügel habt, Meister.“ Arthan erstarrte, er drehte seinen Kopf zur Seite und sah sie. Ein Paar Schwarzer Flügel lag an seinem Rücken an. Wie konnte das sein, wie konnte er seine Rüstung damit tragen? Wozu hatte ihm sein Gott Flügel geschenkt? Damit ihr tiefer fallen könnt, mein Meister...

  • Kapitel 22

    Es kam ihm fast wie ein schlechter Scherz vor. Welchen Sinn hatten die Flügel, war es wirklich nur ein Symbol für seinen Aufstieg, oder war es mehr? Was sollte sie bewirken. Er konnte sich nur vorstellen dass sie als Kugelfang auf dem Schlachtfeld dienen konnten, allerdings machte es natürlich einigen Eindruck auf seine Umwelt. Wie ein gefallener Engel. Vielleicht war es auch dass er sein ganzes Leben dem Imperium dienen wollte, nur dass er eben nicht dafür bestimmt gewesen war. Sein ganzes Leben war er vor sich selbst davon gelaufen und jetzt hatte er sein selbst ihn eingeholt. Er war das geworden was er im Grunde seines Herzens schon immer gewesen ist. Was alle Menschen im Grunde ihres Herzens wohl waren, es aber nicht schafften ihre eigene Schwäche zu akzeptieren und in Stärke zu verwandeln. Er hatte es geschafft, er hatte eine Armee und einen Körper der die Stärke eines jeden Mannes verblassen lässt. Er war ein Gott unter den Sterblichen, es war seine Stärke die einen ganzen Orden Chaos Space Marines erschüttert hatte. Seine Stärke die einen ganzen Planeten unterwerfen würde.
    Arthan beschloss seinen Körper bis zum Abmarsch seiner Truppen weiter auszuruhen. „Zieht mehr Truppen von den umliegenden Städten ein und füllt die Reihen des Ordens mit den Besten unter ihnen wieder auf, Vorgan.“ „Ja, Meister.“ Sagte er und ging.
    Als Arthan wieder in seinem Gemach war verließ ihn wieder alle Stärke die ihm A'zurha geschenkt hatte. Die Dämonetten nahmen ihm ohne einen weiteres Wort die Rüstung ab und betteten ihn wieder in sein Schlafkissen. Diesmal sollte er einen erholsamen Schlaf haben, einen langen, ruhigen, Schlaf.


    Remar sah durch dass Panorama-Fenster seines Schiffes. Er blickte auf einen großen Planeten hinab. Tausende Lichter strahlten ein weiches Licht vom Planeten ab, wie Fliegen um schwirrten Raumschiffe den Planeten. Ultima Macharia war eine gewaltige Makropolwelt im Ausläufer des Segmentum Pacificus, nahe des Halo. Remar war groß gewachsen, hatte dunkelblondes Haar und ein Paar dunkelgrüner Augen. Sein Körper war in die Robe eines Inquisitors gekleidet. Sein ganzes Leben baute auf den Taten anderer auf. Sein Vater hatte dafür gesorgt dass er schnell in den Rang eines Inquisitors gekommen war. Eine ganze Kompanie Grey Knights stand unter seinem Kommando, sowie einen Schlachtkreuzer, der das Zeichen der Inquisition trug. Er war ein Nichts. Doch dieses eine Mal, dieses eine Mal konnte er beweisen dass er etwas Wert war. Er konnte das Geschwür des Chaos aus diesem Planeten herausreißen bevor es sich ausbreiten würde, er würde der Held sein zu dem er immer gemacht wurde. „Inquisitor, wie lauten eure Befehle?“ „Landet die Männer die nötig sind um Nachforschungen anzustellen.“ „Mein Lord, ich würde...“ „Schweigt, tut was ich euch sage.“ „Wie ihr wünscht.“
    Es war frustrierend. Er ließ so gut wie jeden töten der sich ihm in den Weg stellte, dass wurde als Stärke ausgelegt, doch in Wirklichkeit fürchtete er sich davor was passieren würde wenn man sein wahres Selbst entdecken würde. Einen Psychisch labilen Psioniker der Klasse Theta würde man nicht lange leben lassen. Seit er erkannt hatte dass nichts von dem was er war sein Verdienst gewesen ist war es bereits viel zu spät gewesen um noch einen Rückzieher zu machen, er musste einfach immer weitermachen und vielleicht würde ihm diese Mission endlich sein Selbstvertrauen zurückgeben.
    Remar wusste nicht so recht was er mit dieser Situation anfangen sollte, bis jetzt hatte ihm immer jemand geholfen, doch jetzt war er alleine. Er würde es alleine schaffen müssen. Er würde selbst auf den Planeten reisen. Er griff sein Kommgerät. „Macht eine Fähre für mich bereit, ich will den Planeten selbst besichtigen.“ „Sofort.“ Remar machte sich auf den Weg zum Deck. Einmal mehr bewahrheiteten sich die Redearten. „Sieg oder Tod, für den Imperator!“ Ein Versagen würde nicht akzeptiert werden.

  • Kapitel 23

    Der Transporter bewegte sich langsam auf den Planeten zu. Remar war beim Anblick des Planeten von einer seltsamen Traurigkeit ergriffen worden. Er wusste nicht genau warum, aber irgendwie verbarg er seine innersten Wünsche. Er wollte sie erfüllen, doch wusste er dass es unmöglich war ohne Verrat am Imperium zu begehen. Er streckte seinen Geist aus und fühlte die Emotionen der vielen Milliarden Bürger des Planeten. Das Gefühl ließ ihn vor sich selbst unvorstellbar mächtig erscheinen, als könnte er jedes dieser Lichter, die er sah, vernichten. Er wollte es können. Sicher konnte er einen Exterminatus befehlen, doch er wollte es aus eigener Kraft können. Er versank immer mehr in seinen Gedanken und wartete auf das eintreffen auf dem Planeten.

    Der Transporter setzte hart auf einer Landeplattform auf. Remar schreckte aus seinen Gedanken hoch und machte sich auf den Weg das Schiff zu verlassen, seine Leibwache folgte ihm. Er blieb auf der Landeplattform stehen und sah die Makropole. Es war eine mächtige Stadt mit vielen Fabriken, Wohnblöcken. Wie viele Ebenen sie wohl hatte? Wie viele Menschen in ihr Wohnten? Er wandte sich von dem Anblick ab, er musste seine Aufgabe erfüllen.

    Arthan erwachte. Er fühlte sich so stark wie schon lange nicht mehr und doch war ihm seltsam kalt, als würde ein Teil von ihm selbst fehlen. Er wollte wieder die Wärme verspüren die ihm A'zurha gegeben hatte. Er wollte die Kraft durch seine Venen fließen spüren und doch wusste er dass er es nicht durfte, er musste selbst die Kraft aufbringen sein Schicksal zu erfüllen. Er stand auf. Wie zuvor legten ihm seine Dämonetten die Rüstung an, ohne dass er ihnen einen Befehl erteilen müsste. Ihre vollkommenen Körper umschwärmten ihn und erfüllten seinen Geist mit Begehren, er wollte ihr Fleisch berühren, ihr Blut kosten und sicher würden sie ihm diesen Wunsch nur zu gerne erfüllen, doch er durfte sich nicht hingeben, nicht jetzt. Er musste stark sein. Schwäche wurde von niemandem geduldet, nicht in diesem Universum.
    Arthan trat vor das Gebäude und aus irgendwelchen Gründen wartete Vorgan bereits auf ihn. „Mein Meister, die Truppen sind bereit eure Befehle auszuführen.“ „Wie schwer wird es sein diesen Planeten unter unsere vollständige Kontrolle zu bringen?“ „Nicht sehr schwer, mein Meister. Die Bevölkerung hier ist nicht besonders kampflustig.“ „Dann befriedet so viele Städte wie möglich ohne Gewalt, hebt überall Truppen aus, wo es möglich ist. Modernisiert sie. Es wird mindestens eine Stadt geben in der uns Widerstand erwarten wird. Ich werde den Orden dort hinführen und sie vernichten. Erledigt in dieser Zeit den Rest, den ich euch aufgetragen habe, enttäuscht mich nicht Vorgan.“ „Habe ich das jemals, mein Meister?“ Arthan wendete sich ab und gab die nötigen Befehle. Der Orden sollte sich sammeln, die Gepanzerten Fahrzeuge bereit gemacht werden, Rationen aufgeladen werden und Munition.
    Arthan selbst ging vor die Tore der Festung. Er sah zum Himmel hinauf. Die Sonne strahlte ihm direkt in die Augen, doch er verspürte keinen Schmerz. Es würde ein langer Tag werden und die darauf folgenden würden noch länger dauern. Die Stadt würde das Raumschiff nicht freiwillig herausgeben, sie mussten ausgelöscht werden. Er versuchte seine Flügel auszustrecken, doch irgendwie konnte er sie noch nicht richtig fühlen, er wusste nur dass dort etwas war, doch er konnte sie nicht kontrollieren. „Meister, wir werden in 10 Stunden abmarschbereit sein.“ Sagte einer seiner Champions. Arthan reagierte nicht weiter auf die Aussage des Mannes. Nach einiger Zeit wandte sich dieser ab und ging.
    Die Sonne ging bereits unter, da setzte sich eine lange Schlange aus gepanzerten Fahrzeugen in Bewegung, sie ließ die Erde beben, den Staub den sie aufwirbelte konnte man weit sehen, es war beeindruckend. Hunderte Fahrzeuge fuhren hintereinander her. Die Ketten donnerten über die Erde. Die Motoren beschworen ein unheimliches Brummen, dass über viele Kilometer Entfernung zu hören war. Nichts konnte ihn aufhalten, sie würden die Verteidigung der Stadt hinweg fegen und das Raumschiff sichern. Es konnte überhaupt nichts schief gehen. Es musste einfach klappen, ohne das Raumschiff waren sie verloren. Arthan setzte sich auf einen Sitz in seinem Kommando Panzer und sank in einen unruhigen Dämmerschlaf. Er träumte von ihr, von unendlichen Schmerzen, von Triumphen die in endloser Ferne lagen, vom Versagen und vom Siegen. Vom versiegen seiner Seele,
    wie sie in den Warp hinein floss, wie sich sein Körper auflöste. Doch er träumte nicht von sich. Er träumte von einem Mann der weit weg von ihm war...

  • Kapitel 24

    Die Stadt war ein dunkler Ort. Sie war heruntergekommen und zerfiel immer mehr. Eine weitere Welt des Imperiums die am zerfallen war. Es schien als würde die Menschheit ohne ihren Gottimperator zerfallen. Alle Herrlichkeit war vergangen. Remar wusste nicht was die Menschen noch dazu veranlasste weiter zu leben. Ein bedeutungsloses Leben inmitten eines gewaltigen Universums in dem nur der Tod auf einen wartete. Das Leben überraschte ihn immer wieder in seiner Sinnlosigkeit, wozu kämpfen wenn man am Ende stirbt, wozu lieben, wozu fühlen. Der Sinn des Lebens, es hatte keinen. Was war schon ewig, das Leben und der Tod, nur dass der Tod auf alles Leben wartete. Auf ihn, auf alles was er war. Er konnte sich von der Brüstung stürzen oder in einer Schlacht fallen, wo war der Unterschied? Am Ende würde er tot sein. Seine Gedanken führten ihn immer weiter weg vom Glauben an das Leben, vom Glauben an sich selbst und dass wofür er lebte. „Lord, was sollen wir jetzt tun?“ „Wir werden auf eine Nachricht der Infiltratoren warten, dann werden wir sie vernichte, ich denke in der Zwischenzeit werden wir uns eine Unterkunft suchen. Bringt uns irgendwo hin.“ „Wie ihr wünscht.“
    Es war eine recht angenehme Bleibe. Alles war sauber und glänzte. Als würde man in lange vergessene gute Zeiten reisen. Alle Menschen hier waren gut gekleidet und scheinbar lebensfroh. Remar fixierte eine Frau die alleine an der Bar stand. Natürlich hatten alle Angst vor der Inquisition. Er starrte sie eine lange Zeit an, nicht einmal wandte sie den Blick zu ihm, als würde sie es spüren. Als würde sie spüren wie sich seine Augen in sie hinein brannten. Er hatte Träume, sein ganzes Leben hatte er geglaubt er würde sie immer erfüllen, doch jetzt merkte er dass alles was er je getan hatte nicht im entferntesten dem entsprach was er wollte. Er wollte frei sein. Er wollte sich nicht mehr verstellen müssen, er wollte leben.

    Die Stadt war bereits in greifbarer Nähe. Die Armee kam immer näher an sie heran, er konnte noch keine Reaktionen sehen, er konnte nichts spüren. Seit Tagen spürte er nichts mehr, nur noch endlose leere. Er wollte endlich wieder leben. Er blickte in den Himmel. Es war Nacht, nur ein einzelner Stern war zu sehen, wie verloren und allein gelassen stand er am Himmel. Bei diesem Anblick fühlte er sich noch leerer. Er war alleine, niemand stand bei ihm, niemandem konnte er sich offenbaren. Ob ihn dass wohl Freude bereitete, wie sich sein Diener verzehrte, in dem Wunsch endlich nicht mehr alleine zu sein. Wahrscheinlich war er deshalb wohl noch am Leben. A'zurha war ihm so nah und doch war sie ihm fremder als alle anderen um ihn. Er wollte mit ihr sprechen und doch fürchtete er sich davor. Er konnte mit niemandem reden, er war allein. Jeder war alleine. Jeder der dachte er wäre es nicht spielte sich etwas vor. Jeder lebt alleine und jeder stirbt alleine. Man konnte sich annähern, doch sobald man sich verband wurde einer von beiden ausgelöscht. Niemand konnte wirklich eins mit einem werden. Jeder der sich wünschte er wäre nicht allein, sehnte sich nach dem Tod. Nur ein Dämon konnte eins mit einem werden und wurde er dass so starb die eigene Seele. Es gab kein Entrinnen aus diesem Dilemma. Man konnte sich nur damit abfinden. Arthan wollte alleine sein, er brauchte niemanden.

    Die Stadt hatte nicht gerade viel Verteidigung. Ein paar hundert Soldaten vielleicht. Arthan gab ihnen was sie wollten. Er führte einen Schlachtzug durch die Straßen. Alles Leben dieser Stadt begann zu erlöschen, sein Schwert sang, verschlang hunderte von Seelen. Arthan fühlte nichts, es bereite ihm keine Freude mehr. Wie eine Krankheit fraß sich seine Armee durch die Stadt, immer weiter, immer schneller. Sie wurde immer schwächer und schließlich erstarb sie. Er war vollständig mit Blut bedeckt, seine Flügel waren Nass und schwer vor Blut, von seiner Rüstung tropfte es hinunter, wie Tautropfen von einem Blatt. Er schloss die Augen, Dunkelheit. Hatte er wirklich erreicht was er wollte, ja. „Ist es hier?“ „Ja, Meister. Wir haben es gefunden.“ „Gut, schafft es zur Festung. Ich bleibe noch hier, alleine.“ „Wie ihr wünscht, Meister.“
    Am Horizont verschwand der letzte Panzer. Er war alleine, nur die Toten leisteten ihm Gesellschaft.
    Er setzte sich auf einen Stuhl und wartete, auf was er wartete wusste er nicht und doch tat er es. Er schloss seine Augen, verschloss seinen Geist, als er sie wieder öffnete ging die Sonne wieder auf. Er stand auf. Das erste mal konnte er sie richtig spüren, er bewegte sie. Sie waren ein Teil von ihm. Er war nie anders gewesen. Ein Geschöpf seines Gottes. Arthan erhob sich in die Luft. Die tote Stadt erstreckte sich unter ihm. Er machte sich auf den Weg zu Festung.

    Er schreckte aus seinem Tagtraum auf. „Mein Lord, wir haben sie gefunden.“

  • Kapitel 25

    „Wen habt ihr gefunden? Die Ketzer?“ „Ja, mein Lord. Sollen wir sie töten?“ „Noch nicht, wie müssen uns sicher sein dass wir alle erwischen, untergrabt sie noch mehr, findet mehr über ihre Interessen heraus, wenn wir sie jetzt angreifen werden wir sie nicht auslöschen können.“ „Ja, mein Lord.“ Je länger sie auf dem Planeten blieben, desto eher würden die Ketzer ihr Anwesenheit bemerken, aber am Ende würde ihm ja immer noch der Exterminatus bleiben. Er konnte nicht versagen. Remar beruhigte sich wieder. Es würde alles gut gehen.

    Als die Festung wieder in seinem Blickfeld auftauchte ließ er sich wieder zu Boden sinken. Er war erschöpft. Der Flug hatte ihn viel seiner Kraft gekostet. Der Kalte Himmel hatte seinem Körper bereits nach wenigen Stunden alle Wärme entzogen und es war immer anstrengender geworden weiter zufliegen. Die Flügel waren schwer geworden und sein Geist schwach. Doch seine Kraft war noch lange nicht versiegt. Er schritt durch das Tor hindurch, jetzt kam es ihm weniger gewaltig vor als am ersten Tag, an dem er es gesehen hatte.
    In ihrem inneren wuselten Menschen wie Ameisen hin und her. Seine Streitmacht war gewachsen. Die Menschen die ihm dienten hatten ihn wohl noch nie gesehen, alle folgten ihm in die Schlacht, weil die Chaos Space Marines es ihnen befahlen. Keiner von ihnen hatte seine Herrlichkeit gesehen, keiner welche Kämpfe er ausgetragen hatte und auch die Space Marines wussten im Grunde nichts über ihn, sie wussten nur dass er ein Auserwählter Champion ihres Meisters war, das er Perfekte Mutationen hatte, das er scheinbar perfekt war. Keiner von ihnen wusste von seiner Vergangenheit, niemand kannte ihn wirklich, außer A'zurha und ihr konnte er sich nicht anvertrauen, immer wenn er es versucht hatte reagierte sie verwundert. Sie fand es interessant, hatte sie einmal erwähnt, dass ein so mächtiger Mensch wie er so viel Blöße vor seiner Dienerin zeigte, soviel Schwäche. Was war eigentlich das Ziel eines Auserwählten der Chaosgötter? Ein Dämon zu werden? Ihnen für immer zu dienen? Ihre abstrusen Pläne in die Tat umzusetzen? Sollte er ein Dämon werden? Die Vorstellung kam ihm seltsam vor. In dem Körper eines anderen Menschen zu leben.
    Er sah Vorgan und ein paar seiner Untergebenen auf ihn zu eilen. Langsam kamen sie näher. Seine Dienerinnen waren bereits bei ihm, ohne dass er ihr Kommen bemerkt hatte.
    „Mein Meister, ihr seid wieder da.“ „Oh, gut dass ihr es mir sagt, ich wäre selbst nicht darauf gekommen.“ „Verzeiht...Eure Armee ist gewachsen wir können jederzeit mit der Unterwerfung des Planten beginnen, Meister.“ „Dann tut es, aber lasst mich in Ruhe. Ihr könnte mich ja wieder stören sobald ihr es geschafft habt.“ „Meister...?“ Arthan seufzte innerlich. „Ich werde dir rechtzeitig Bescheid sagen, darauf kannst du dich verlassen.“ Arthan ging davon. Er wollte einfach nur Ruhe.

    Er wusste einfach nicht was danach kommen sollte, was wenn er all das erreichte? Wenn er eine Flotte aufbauen konnte, selbst wenn er seine Position sichern konnte, was hatte all dies für einen Sinn...

  • Kapitel 26

    Die Sonne versank hinter den Hügeln. Die Nacht breitete sich wie ein dunkles Tuch über der Landschaft aus. Arthan saß in einer Art Thron und sah seinen Männern dabei zu wie sie feierten. Arthan saß nur mit leerem Blick in seinem Thron. Er war gelangweilt, er wollte keine Drogen nehmen, nicht mit Frauen schlafen, er wollte sein innerstes Bedürfnis befriedigen, sicher konnte er es tun, doch gab es hier niemanden der ihn erregen würde. Es langweilte ihn den Narren zu zusehen wie sich ihre Seelen immer mehr dem Prinzen hingaben, natürlich hatte auch er dies getan, nur dass er wusste was er tat. Zumindest glaubte er dies.
    Er hob sich langsam aus dem Thron, seine müden Muskeln schmerzten bei der Anstrengung. Als er Stand wurde ihm schwindlig, ein Schleier breitete sich in seinem Gesichtsfeld aus, innerlich schwankte er und fiel zu Boden, in der Wirklichkeit jedoch blieb er stehen und ging sicheren Schrittes zu seinem Schlafgemach. Seine Zweifel waren noch immer nicht aus dem Weggeräumt, obwohl am Morgen diesen Tages Abgesandte der größten Städte des Planeten gekommen waren und ihm die Treue geschworen hatten, das Schiff wurde Repariert und bald würde es eine erste Kaperfahrt geben und doch wusste er nicht welcher Sinn darin verborgen lag, dachte man näher darüber nach wartete natürlich auf jeden der Tod, eines jeden Mannes Taten verblassen im Angesicht des Todes und doch wollte er dass es mehr gab, er wollte mehr, er wollte den Tod besiegen, er wollte das sein Leben einen Sinn hatte.
    Er versank im Schlaf, nichts konnte ihm Frieden bringen, immer waren seine Gedanken auf der Suche nach etwas, er wusste nicht wonach. Er träumte nichts, sein Geist leer.
    Er erwachte. Die Strahlen der Sonne tauchten die Festung in ein goldenes Licht. Fast niemand war wach, nur die Wachen patrouillierten auf den Zinnen. Die Dämonetten die ihm immer folgten bemerkte er gar nicht mehr. Sie waren einfach immer dort wo er war. Arthan schritt zu seinem Raumschiff das vor der Festung instand gesetzt wurde. Im Grunde war es bereits wieder funktionstüchtig. Arthan wollte wieder aufbrechen. Den Orden hinter sich lassen, er war ihr Anführer, er hatte das Gefühl dass er sie erst später brauchen würde. Er wendete sich einer Dämonette zu. „Bringt die zweihundert besten meiner gewöhnlichen Soldaten hier her und Vorgan.“ Kaum hatte er zu ende gesprochen war sie bereits verschwunden und zehn Minuten später sah er die ersten Soldaten anrücken. Sie schleppten sich, noch von der Feier müde, zu ihm. Sie taten ihr bestes um wach und kampfbereit zu wirken, doch Arthan ignorierte sie einfach, er wartete auf Vorgan.

    „Meister, was wünscht ihr?“ „Ich werde in der nächsten Stunde aufbrechen, du musst den Orden zusammenhalten, ihr werdet bald neue Befehle erhalten.“ „Meister...?“ Arthan wandte sich ab und stieg in das Raumschiff. Hinter ihm Brüllte Vorgan die Soldaten an ihm zu folgen, was diese dann auch so schnell sie konnten taten. Das Schiff war bereits mit Vorräten beladen. Eine Crew war bereits in den Grundlegenden Funktionen ausgebildet worden, was sie immer noch vor das Problem stellte aus der Halo Zone ohne einen Navigator herauszukommen, doch Arthan vertraute in seinen Gott, er würde ihn nicht im Stich lassen, noch nicht.
    Die Triebwerke wurden gezündet und das Schiff hob sich langsam in die Luft. Es kam ihm so vor als würde es zittern, was natürlich Einbildung sein musste. Er fragte sich wie die Einheimischen es wohl geschafft hatten es zu reparieren, sie hatten ja keine Erfahrung mit Raumschiffen, entweder war der Schaden sehr offensichtlich gewesen oder er war nicht repariert worden, wobei er letzteres natürlich nicht hoffte. Das Raumschiff hob sich immer weiter, sie stießen durch die äußere Atmosphäre und wiedereinmal spiegelte sich das kalte Licht der Sterne in seinen Augen. Eine der Dämonetten hatte wohl einen Kurs eingegeben. Es war natürlich zu erwarten gewesen. Die Reise würde lange dauern, er wusste nicht wohin sie flogen, doch er wusste das es seine Zukunft war. „Was suchen wir?“ Was wir suchen? Wir suchen nichts, wir folgen nur einem Weg. Du suchst etwas , Arthan, das es nicht gibt. Genau wie der Rest deiner Spezies. Was glaubst du macht es für uns so interessant euch zu beobachten? Hast du jemals einem Wesen zugesehen das solange gegen eine Wand rennt bis sein Kopf zerplatzt? Genau das macht ihr Menschen und ihr merkt es nicht einmal. Aber suche nur, Arthan, suche dein Schicksal und verzweifel.

  • Epilog

    Arthan sah auf die Sterne hinab. Als er sich umdrehte und die Brücke durchschritt spritzte bei jedem Schritt den er tat Blut. Die Besatzungsmitglieder des Schiffes lagen zerstückelt im ganzen Raum verteilt, Arthan war sich nicht sicher warum er es getan hatte, warum er die ganze Besatzung seines eigenen Flaggschiffes ausgelöscht hatte.
    Der Schlachtkreuzer trieb ziellos im All umher. Jedes bestreben das einmal gehabt hatte war verschwunden, er war nur noch ein Schatten seiner selbst, ein Wrack. Alles was er je hatte sein wollen hatte er verloren. Seine Armeen, seine Diener, seine Gefühle. Selbst das letzte bisschen seiner selbst hatte er mit dem Tag, an dem er seine Rache erfüllt hatte, verloren.
    Arthan war wie ein Juwel, ein Juwel das einen Gott fasziniert hatte, der Gott konnte es betrachten, die verschiedenen Facetten des Juwels und doch konnte dieser Gott das Juwel nicht erreichen, er sandte Diener aus es ihm zu beschaffen und als er es hatte betrachtete er es eine Weile, schmiedete es in ein Schwert, dann als das Schwert zerbrach ließ er es in den Schatten fallen.
    Arthan war kein Mensch mehr, er wusste er konnte seinem Leben kein Ende mehr bereiten, keinen Frieden mehr finden. Hätte er den Versuchungen widerstanden könnte er heute für immer seinen Frieden finden. Er wusste das er es nicht konnte, er musste für immer seinem Gott dienen. Es gab kein entrinnen für ihn. Er hatte einen Teil der Galaxis mit seinem Licht erfüllt, doch wie jedes Licht war es wieder erloschen.
    Er wusste nicht was er noch tun sollte. Eine neue Armee aufbauen? Sich selbst ein Spielzeug suchen?
    Ewiges Leben. Viele wünschten es sich und doch wollte es niemand. Der Imperator an seinen Thron gefesselt, er an seinen Gott. Er würde das Ende vieler Welten sehen, vieler Imperien. Doch er wollte nur Frieden, er war müde, er war es müde zu morden, sich dem Willen seines Gottes zu unterwerfen.
    Natürlich hatte er sich all dies selbst zuzuschreiben und doch konnte er es einfach nicht akzeptieren. Er wusste, früher oder später würde er so werden wie jeder der ewigen Diener der dunklen Götter. Er würde sich aus langweile in die Gewalt von irgendwelchen Menschen geben, Intrigen schmieden, in den Jahrtausenden schwimmen. Es war sein Ende. Er starb und das was aus seiner toten Seele wieder geboren werden würde hatte nicht mehr viel mit ihm zu tun.
    Er hatte sich sein Leben nicht ausgesucht, er war einfach im Strom geschwommen, gegen den Strom, doch auch wenn man gegen den Strom schwimmt sucht man sich den leichtesten Pfad heraus. Er wollte nie so sein wie die anderen. Er wusste immer das er mehr sein konnte als ein normaler Mensch, jetzt war er mehr und doch war er nichts mehr im Vergleich zu einem Menschen. Er verstand jetzt warum manche sagten das die Götter die sterblichen beneiden würden, weil sie niemals Frieden finden würden, niemals einen Augenblick erleben konnten.
    Er hob eine Pistole vom Boden auf und schenkte seinem Körper Frieden.
    Er war allein. Allein mit sich selbst, würde es für immer sein.

  • Eigentlich wollte ich deine story schon lange mal gelesen habe :/ Aber immer wenn ich den thread öffne erschlagen mich 2 seiten posts.

    Soll heissen: ich glaube du hast dir selbst keinen gefallen getan das alles auf einmal rauszuhauen :D

    liberate vosmet

  • Ich mach mir doch net die Arbeit eine Geschichte die schon lange fertig ist in Einzelposts rauszuhauen^^, du kannst dir ja die Teile einzeln ausdrucken ;D. Ich hätte rein theoretisch ja auch noch mehr von der, aber noch mehr wollte ich dann wirklich nicht posten XD.

    Edit: Außerdem hab ich das in diesem Forum ja nur wegen der Auszeichnung gepostet :omg: .

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