Personen:
Uraz – Ork, kampferprobter Veteran, ihm ist nur der Boss überstellt
Ergitz – Ork, gleiche Stellung wie Uraz, Uraz´ Konkurrent beim Kampf um die Stellung als rechte Hand des Bosses
Norstuz, der Boss – Ork, Oberhaupt des Clans
Captain Uriel – Space Marine, Feldoffizier der Space Marines auf der Planetenoberfläche
Obermarschall Seraph – Space Marine, Oberkommandeur der Flotte „Semper Nox“
Mänschenz sin´ pink un´ weich, nich´ grün un´ hart wie da Boyz
Gerade hatte Uraz den Schädel eines Chaos Marines ins Tor gepfeffert und lieferte sich die obligatorische Schlägerei mit dem Keeper als ein Technika angelaufen kam und den beiden mit einem Rohr über den Schädel hieb. Das einzige, was sein Leben rettete war das, was er jetzt sagte.
"Bloodballnachschub, Boyz."
"Wat? Wo? Wennde wat falsches sachst gibz auffe Birne."
"Näää, lass ma Uraz. Guggma auf dieses Gerät. Siehste die roten Punkte zwischen däm blau ?"
"Jaaa, ich bin ja nich bähämmert."
"Das sin da Mänschenz. N ganzes Lager voll damit."
"Waaat? Wieson dat ?"
"Tja, dat isn Geheimniss."
"Geheimnisse sind doch in deinem Kopf ?"
"Jaaaa."
"Dann erzähls mir oda ich schau selbst nach."
ähhhh...Dieser meisterhaft geführte verbale Streich schien den Technika aus der Fassung zu bringen. Es dauerte eine Weile bis er begriffen hatte was Uraz ihm androhte.
Als er verstanden hatte, fing er sehr schnell an zu erklären.
"Also, Uraz. Da Mänschenz´ Körper sin ja warm. Und da Räst is maistäns kalt. Und diesäs Gerät zeicht wos warm ist, nämlich beim Rot. Und das Blau is kalt."
"Ahhh", Uraz Gesicht hellte sich auf. Also wo rot is, sin Mänschenz.
"Genau."
"Na dann lasse uns ma zusammenmoschn."
"Dat wolltä ich ja grad vorschlagen. Ich sach dat jez däm Boss."
"Näää, ich denke nicht.", mit diesen Worten drückte er den Technika in den Schlamm und zertrümmerte seinen Schädel mit dem Fuß.
"Där Boss wird mich belohnän, und dann kann Ich da Mobs befehligen un nich da Ergitz.", dachte sich Urgaz und marschierte zum Zelt des Bosses.
Ergitz war ein Rivale Uraz´, der beim letzten Angriff auf die Menschen die Infanteriemobs befehligt hatte, während der Boss die Panzer, Trukks, Bots und Bikes zum Angriff führte.
Der Boss hatte Ergitz für den fähigeren von den beiden gehalten, da dieser den Feind, den sie damals „moschten“ zuerst ausfindig gemacht hatte.
Beim nächsten Mal sollte dies anders werden, hatte sich Uraz´ geschworen.
Im Vorzelt des Bosses war niemand, doch durch den Vorhang konnte uraz gedämpfte Stimmen hören.
"Sääähr gut, Ergitz, ich wusste du bist da Bestä.", hörte man die Stimme des Bosses. "Da Waffn wärdän supa knallen.
Aber nur wenn wa auch Gegna finden."
Das war Uraz Stichwort, er schritt ins Zelt des Bosses und rief: "Boss, ich habn paar Mänschenz erschnüffelt. Wennde annem großen kaputten Eldarding vorbeibist, vor dän komischen Häusärn."
"Dat is gut Uraz, dat is gut. Dafür kriegste die Hälfte des Mobs beim Moschn.", sagte der Boss.
"ahhhh", Uraz überlegte, "und wär kriechtn Räst ?"
"Der is für Ergitz. Där hatn paar Supawaffn vonn Supapinkies im Wald gefunden, dat wird nä hübsche Knallarei."
Ergitz war höchst verärgert. Als sie beide aus dem Zelt des Bosses raus waren, murmelte er Uraz zu: "weißte, Uraz, so ne Schlacht isja n ziemliches Getümmel...da rutscht ma vielleicht mal da Spalta aus."
"Vielleicht is dir davor schon der Mut rausgerutscht und de verkrichst dich wien Grot.", antwortete Uraz, ebenfalls wütend.
Nun musste die Horde schnell zusammengerufen werden.
Uraz, Ergitz und der Boss, der Norstuz hieß, besorgten das in atemberaubendem Tempo.
Schnell hatten sich die Orks aufgestellt, mehr oder weniger diszipliniert, und Uraz verteilte gerade die Boltergewehre an die Kämpfer.
Als Norstuz alle zur Ruhe gerufen hatte, marschierten sie los.
Uraz und Ergitz mit dem Mob vorneweg, Norstutz mit den Maschinen hintendrein.
Etwa 200 Meter vor dem Lager kamen zwei Entdecka auf Uraz und Ergitz zugelaufen.
„S´ sin nur kleine Mänschenz. Keine Bükzn oda sowat. Zwei Panzaz nur, aba dafür sinse ziemlich groß. Uraz antwortete ihm freudig erregt: „Supa Job Nubuz, jez kannste abhaun.“
Captain Uriel schaltete sein Wärmebildgerät ein. Selbst von so weiter Entfernung konnte er die Wärmespuren der Orks gut erkennen.
Er drehte sich um, um seinen Brüdern zu funken.
Das Funkgerät stand in einer Ecke des dunklen Raumes, der früher mal in eine imperiale Fabrik integriert gewesen war.
Beim ersten Angriff der Orks vor etwa einer Dekade hatten Kampfbombaz jedoch den Hauptteil der Stadt weggesprengt. Nur wenige Gebäude, darunter dieser Raum im Erdgeschoss, waren ganz geblieben.
Uriel drehte an einem der Knöpfe und versuchte seine Brüder zu erreichen: „Schlachtkreuzer Filius Imperialis, hört ihr mich?
Hier spricht Captain Uriel. Orkoide Lebensformen gesichtet, erbitte Anweisungen.“
Erst nachdem er dies 3mal wiederholt hatte, meldete sich das Schiff aus dem Orbit:„Schlachtkreuzer Filius Imperialis hier. Obermarschall Seraph. Folgender Schlachtplan: Ihr wartet mit dem Signal, bis die falschen Bolter explodieren. Bis dahin muss die Imperiale Armee die Stellung halten.“
„Möge der Imperator ihnen beistehen. Falls sie die Panzer zuerst schicken, werden wir große Verluste erleiden.“
„Dieses Risiko müssen wir eingehen, Captain.“
„Das ist korrekt. Trotzdem, fürchte ich, wird heute vielen Seelen die Gnade des Imperators zu Teil werden.“
„Wir werden sehen. Auf dass wir uns in der Schlacht begegnen mit blutigem Schwert und frohem Sinn.“
„Für den Imperator.“
„Für den Imperator.“
Uriel ging wieder zum Fenster des Gebäudes und schaute hinaus.
Der Radar der Imperialen Armee hatte die Orks inzwischen erfasst, und die 2 Leman Russ Panzer feuerten bereits.
Doch bald waren es für die Orks nur noch wenige Meter bis zur Stellung der Imperialen und schon hatten sie den Stacheldraht übersprungen, wobei sich Einige diverse Glieder abrissen.
Das Wohlwollen des Imperators schien über ihnen zu schweben. Durch das Feuer der Imperialen Panzer „Gerechtigkeit“ und „Paladin des Himmels“ war die orkoide Infanterie von ihren Panzern getrennt worden und die Ballaboyz waren gezwungen ihre Feuerkraft allein gegen die der Diener des Imperators zu stellen.
Jetzt tat die List der Marines das Ihrige.
Den meisten der größeren Orks explodierten die Waffen in den Händen und rissen die ihre grünen Träger und die Umstehenden in den Tod. Mehrere Dutzend Orks starben so. „Jetzt“, sprach Uriel ins Funkgerät und gleichzeitig lösten sich im Orbit mehrere Landungskapseln aus ihren Fassungen in den Schlachtkreuzern und rasten gen Planetenoberfläche.
Doch sie würden fast fünf Minuten brauchen, und so lange würde die imperiale Verteidigung noch halten müssen.
Grüne Gestalten klammerten sich an "Gerechtigkeit" und "Paladin des Himmels", deren Führer jedoch weiterfeuern ließen. Ein ithorischer Gardist mit Flammenwerfer hüllte die Panzer in Flammen und obwohl den Besatzungen wohl etwas heißer wurde, rettete er ihnen so das Leben.
Überall befanden sich Gardisten und Orks im Nahkampf miteinander, und für die Verteidiger der Menschheit sah es nicht allzu gut aus. Ein Ogryn-Trupp von Ithor hielt sich gut und auch das XXV. cadianische Regiment bewies größtes Können, doch das III. und VII. Ithor sowie das X. Rahl und das XXX. Thracian waren schwer in Bedrängnis geraten.
Immer wieder spielten sich ähnliche Szenen ab. Ein Imperialer stach das Bajonett einem Ork in den Bauch. Dieser riss es heraus und biss dem Soldaten den Kopf ab.
Laserbeschuss aus einem imperialen Gewehr riss einem der grünen Monster einen Arm weg und durchbohrte seinen Brustkorb, doch bevor der Ork starb, versenkte er noch seinen Spalta im Rücken des Gardisten. Das Gros der ersten Orkwelle war vom imperialen Geschützfeuer hinweggefegt worden, doch die nachrückenden Orks waren größer und widerstandsfähiger als ihre Vorgänger. Sie konnten zwar sterben, doch kaum einer tat dies ohne zumindest zwei bis drei Diener des Imperators mit sich in den Tod gerissen zu haben. Der zahlenmäßigen Überlegenheit der Orks wegen würde diese Quote mehr als ausreichend sein.
Fast als letzter starb der Kommissar der ersten Linie und sofort war diese im Rückzug begriffen. Als die zweite Reihe der Verteidiger das Feuer eröffnete, unter ihnen auch einige cadianische Kasrkin-Elitesoldaten, ertönte ein ohrenbetäubendes Motorengeräusch irgendwo in der grünen Flut.
Uriel erkannte das Geräusch und war milde überrascht. So viel strategisches Geschick hatte der Space Marine den grünen Ungeheuern nicht zugetraut.
"Hab´ ich et nich´ jesacht dat dä pinkän Feiglinge sich uff ne Maua ställän wärdän?", frohlockte Norstuz. Er hatte grade beobachtet wie die erste imperiale Linie, die hinter Panzersperren und Sandsäcken in Deckung gegangen waren, geflohen waren und seine Jungs von der zweiten, auf einer Festungsmauer stationierten Verteidigungslinie unter Feuer genommen wurde.
"Schickt die Stürma!", brüllte er.
Ergitz lief los, zu seinen Stürmaz und gab den Befehl zum Angriff. Die Raketen auf den Rücken der Orks knatterten und röhrten, dann hoben etwa sechzig tatsächlich ab. Bei zweien drückte der Schub sie nach vorne, nicht nach oben. Sie warfen zahlreiche ihrer Mitkämpfer um und zerschellten schließlich an der Verteidigungsmauer.
Dann rückte er weiter vor, zusammen mit seiner Leibgarde. Er und sein Gefolge überragten die umstehenden Orks um beinahe einen halben Meter, obwohl diese bereits fast zwei Meter maßen. So viel Leibesfülle war im Nahkampf äußerst nützlich, konnte jedoch auch gefährlich sein, weil es die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich zog.
Ein klatschendes Geräusch ertönte, als der Kopf von Ulstuz, dem kräftigsten Leibwächter Ergitz´ zerplatzte.
"Imperator me protegat ut possum administrare voluntatem suus." Ertönte es links von Uriel. Er wandte seinen Kopf nach links, um einen Blick auf den Vindicator-Assassinen zu werfen, den das Officio Assassinorum an seinen Orden ausgeliehen hatte. Offensichtlich warum. Dieser Assassine hatte einen Auftrag vermasselt, ohne jedoch dabei zu sterben. Dass dieser Fall überhaupt eintrat, war äußerst selten, schließlich waren die Meuchelmörder des Officio die Besten in ihrem Geschäft. Ob Vindicator, Callidus, Eversor oder Culexus - im verdeckten Töten waren sie fähiger als alles andere, was die Galaxis aufbieten konnte, vielleicht mit Ausnahme der Assassinen-Elite der Eldar. Die Strafe, der Ausschluss aus dem Officio, war jedoch unterblieben, weil die Auftragsstellung selbst den Ermittlern der Interna so wahnwitzig erschien, dass sich niemand vorstellen konnte, warum er jemals gestellt worden war.
Nichtsdestotrotz war dieser Assassine, der hier neben ihm die Latinei des Schutzes rezitierte, ein in Ungnade gefallener Todesengel, und deshalb war er an eine außenstehende Institution ausgeliehen worden; eine schlimme Strafe für die so an Unabhängigkeit gewöhnten Assassinen.
Dieser wandte seine Aufmerksamkeit nun auf den anderen großen Ork. Die Dynamik, in der die Gruppe grüner Hünen sich um ihn herum bewegte, wies darauf hin, dass er der Anführer dieser distinguierten Gruppe war. Der Assassine atmete noch einmal ein, dann pendelte er sein Fadenkreuz auf den Kopf des Riesen ein. Hätte der Ork sich lediglich auf Eigeninitiative hin bewegt, wäre es ein Leichtes gewesen, seine Bewegung vorherzusehen und die tödliche Ladung loszusenden. Doch dauernd wurde er von der Masse hin und her gestoßen, und Milvus stellte sich auf eine etwas längere Atemzeit ein. Irgendwann würde er seine Chance bekommen, und er würde sie nicht ungenutzt wieder ziehen lassen.
Uriel wusste, dass der Assassine jetzt völlig in seine Aufgabe vertieft und nicht ansprechbar war. Noch eine Minute bis zum Eintreffen seiner Brüder.
Es würde reichen. Die Kasrkin hatten beinah die Hälfte der Ork-Sturmtruppen im Flug abgeschossen und setzten sich auch im Nahkampf tapfer zur Wehr.
Doch was war das?
Der wohlige Gestank von Fäkalien und Tierkadavern umgab Uraz. Hier in den dunklen Känalen der Kanalisation fühlte er sich richtig wohl. Sollte sich Ergitz doch als Teil der Hauptwelle umbringen lassen. Mumm hatte er ja, musste Uraz widerstrebend anerkennen. Doch ein toter Ergitz würde ihm keine Konkurrenz mehr machen, egal wie mutig. Auch Uraz dürstete nach Kampf. Die Wachen am Kanalisationseingang waren keine Herausforderung gewesen. Da! Da war der Ausgang. Uraz rückte den Deckel zur Seite, stürmte ins Licht, drückte sich an eine Wand, winkte seinem Gefolge.
Die Kanalisation. Dieser unfähige Trottel von einem Sergeant hatte es nicht geschafft, einen Notruf abzuschicken. Der Imperator verdamme seine Seele!
Die Orks waren in der Festung, und noch waren seine Brüder nicht da. Uriel fragte sich, ob er den Sonnenuntergang erleben würde.
