Kapitel 24
Die Stadt war ein dunkler Ort. Sie war heruntergekommen und zerfiel immer mehr. Eine weitere Welt des Imperiums die am zerfallen war. Es schien als würde die Menschheit ohne ihren Gottimperator zerfallen. Alle Herrlichkeit war vergangen. Remar wusste nicht was die Menschen noch dazu veranlasste weiter zu leben. Ein bedeutungsloses Leben inmitten eines gewaltigen Universums in dem nur der Tod auf einen wartete. Das Leben überraschte ihn immer wieder in seiner Sinnlosigkeit, wozu kämpfen wenn man am Ende stirbt, wozu lieben, wozu fühlen. Der Sinn des Lebens, es hatte keinen. Was war schon ewig, das Leben und der Tod, nur dass der Tod auf alles Leben wartete. Auf ihn, auf alles was er war. Er konnte sich von der Brüstung stürzen oder in einer Schlacht fallen, wo war der Unterschied? Am Ende würde er tot sein. Seine Gedanken führten ihn immer weiter weg vom Glauben an das Leben, vom Glauben an sich selbst und dass wofür er lebte. „Lord, was sollen wir jetzt tun?“ „Wir werden auf eine Nachricht der Infiltratoren warten, dann werden wir sie vernichte, ich denke in der Zwischenzeit werden wir uns eine Unterkunft suchen. Bringt uns irgendwo hin.“ „Wie ihr wünscht.“
Es war eine recht angenehme Bleibe. Alles war sauber und glänzte. Als würde man in lange vergessene gute Zeiten reisen. Alle Menschen hier waren gut gekleidet und scheinbar lebensfroh. Remar fixierte eine Frau die alleine an der Bar stand. Natürlich hatten alle Angst vor der Inquisition. Er starrte sie eine lange Zeit an, nicht einmal wandte sie den Blick zu ihm, als würde sie es spüren. Als würde sie spüren wie sich seine Augen in sie hinein brannten. Er hatte Träume, sein ganzes Leben hatte er geglaubt er würde sie immer erfüllen, doch jetzt merkte er dass alles was er je getan hatte nicht im entferntesten dem entsprach was er wollte. Er wollte frei sein. Er wollte sich nicht mehr verstellen müssen, er wollte leben.
Die Stadt war bereits in greifbarer Nähe. Die Armee kam immer näher an sie heran, er konnte noch keine Reaktionen sehen, er konnte nichts spüren. Seit Tagen spürte er nichts mehr, nur noch endlose leere. Er wollte endlich wieder leben. Er blickte in den Himmel. Es war Nacht, nur ein einzelner Stern war zu sehen, wie verloren und allein gelassen stand er am Himmel. Bei diesem Anblick fühlte er sich noch leerer. Er war alleine, niemand stand bei ihm, niemandem konnte er sich offenbaren. Ob ihn dass wohl Freude bereitete, wie sich sein Diener verzehrte, in dem Wunsch endlich nicht mehr alleine zu sein. Wahrscheinlich war er deshalb wohl noch am Leben. A'zurha war ihm so nah und doch war sie ihm fremder als alle anderen um ihn. Er wollte mit ihr sprechen und doch fürchtete er sich davor. Er konnte mit niemandem reden, er war allein. Jeder war alleine. Jeder der dachte er wäre es nicht spielte sich etwas vor. Jeder lebt alleine und jeder stirbt alleine. Man konnte sich annähern, doch sobald man sich verband wurde einer von beiden ausgelöscht. Niemand konnte wirklich eins mit einem werden. Jeder der sich wünschte er wäre nicht allein, sehnte sich nach dem Tod. Nur ein Dämon konnte eins mit einem werden und wurde er dass so starb die eigene Seele. Es gab kein Entrinnen aus diesem Dilemma. Man konnte sich nur damit abfinden. Arthan wollte alleine sein, er brauchte niemanden.
Die Stadt hatte nicht gerade viel Verteidigung. Ein paar hundert Soldaten vielleicht. Arthan gab ihnen was sie wollten. Er führte einen Schlachtzug durch die Straßen. Alles Leben dieser Stadt begann zu erlöschen, sein Schwert sang, verschlang hunderte von Seelen. Arthan fühlte nichts, es bereite ihm keine Freude mehr. Wie eine Krankheit fraß sich seine Armee durch die Stadt, immer weiter, immer schneller. Sie wurde immer schwächer und schließlich erstarb sie. Er war vollständig mit Blut bedeckt, seine Flügel waren Nass und schwer vor Blut, von seiner Rüstung tropfte es hinunter, wie Tautropfen von einem Blatt. Er schloss die Augen, Dunkelheit. Hatte er wirklich erreicht was er wollte, ja. „Ist es hier?“ „Ja, Meister. Wir haben es gefunden.“ „Gut, schafft es zur Festung. Ich bleibe noch hier, alleine.“ „Wie ihr wünscht, Meister.“
Am Horizont verschwand der letzte Panzer. Er war alleine, nur die Toten leisteten ihm Gesellschaft.
Er setzte sich auf einen Stuhl und wartete, auf was er wartete wusste er nicht und doch tat er es. Er schloss seine Augen, verschloss seinen Geist, als er sie wieder öffnete ging die Sonne wieder auf. Er stand auf. Das erste mal konnte er sie richtig spüren, er bewegte sie. Sie waren ein Teil von ihm. Er war nie anders gewesen. Ein Geschöpf seines Gottes. Arthan erhob sich in die Luft. Die tote Stadt erstreckte sich unter ihm. Er machte sich auf den Weg zu Festung.
Er schreckte aus seinem Tagtraum auf. „Mein Lord, wir haben sie gefunden.“