Kapitel 19
Ihre Gegner waren von den Jubelschreien und den Schüssen geweckt worden. Sie verschanzten sich hinter ihren Verteidigungslinien, machten ihr Waffen bereit und warteten auf die eigentlich unterlegene Streitmacht ihrer Gegner.
Arthan ging auf eine Einheit seiner Feinde zu, überall um ihn herum entwickelten sich erste Feuergefechte, Männer starben durch herum fliegende Splitter, durch Granaten, wurden von den Kettenschwertern ihrer Gegner zerfetzt. Die Einheit die er angreifen wollte wurde auf ihn aufmerksam, Schüsse lösten sich und flogen auf ihn zu, prallten an seiner Rüstung ab ohne Spuren zu hinterlassen oder schlugen neben ihm auf dem Boden ein. Arthan begann auf sie zu zu stürmen. Geschosse bewegten sich wie durch Wasser an ihm vorbei, die Zeit blieb praktisch stehen, alles um ihn herum fror ein und doch konnte er sich weiterbewegen. Er erreichte seinen ersten Feind der gerade noch einen Schuss in die Richtung abgab aus der er gekommen war, bevor er sich bewusst wurde dass Arthan direkt neben ihm stand und in in zwei Teile spaltete. Das Blut bespritzte alle umstehenden und Arthan selbst. Er wirbelte herum, bekam einen Schlag von einem Gewehrkolben ab, schwankte leicht und fing an sein Schwert singen zu lassen, es Bewegte sich durch die Körper der Männer wie durch Luft, zeichnete feine Linien aus Blut in die Luft, der Widerstand der sich ihm entgegen warf wurde hinweggefegt. Es war ein Gemetzel, nach einer Minute war ein Trupp aus zehn Männern nur noch ein blutiger Haufen Körperteile, die in weitem Umkreis um Arthan herum verteilt lagen. Er schritt durch das Blut hindurch, wandte sich seinem nächsten Feind zu. Neben ihm sangen die Klingen der Dämonetten durch das Fleisch ihrer Feinde, sie tanzten mit ihnen. Arthan nahm nichts von dem wahr. Es war als bewegte er sich durch einen Raum in dem nur er existierte. Sein Schwert und das Amulett glühten wie Sonnen.
Seine nächsten Gegner waren weitaus stärker als die zuvor gegangenen. Die Raptoren kreisten ihn ein und ließen ihre Ketteschwerter auf ihn herunter stoßen, sie prallten wirkungslos an seiner Rüstung ab oder wurden von seinem Schwert zerteil. Er zerschlug die Raptoren in einem Ozean aus Blut, er zerhackte sie, teilte ihre Körper in viele Teile auf, ließ ihr Blut auf den Boden fließen, sog ihre Lebenskraft in sich auf. Sein Schwert vibrierte in seiner Hand, in der Vorfreude auf noch mehr Seelen die es verschlingen konnte, auf Körper die es zerteilen konnte, auf Männer die es töten konnte. Arthan wollte seine Wünsche erfüllen, denn es war sein Wunsch.
Er flog durch die Reihen seiner Feinde, er zog eine Spur aus Blut und Körperteilen hinter sich her, seine Armee war bereits weit hinter ihm zurückgefallen. Nur die Dämonetten waren noch in seiner Nähe und sorgten dafür dass er sich seinem Meister hingeben konnte.
Die Truppenkontingente auf die er traf waren keine Gegner für ihn, er vernichtete einen Trupp nach dem anderen, es schien als könnte ihm nichts widerstehen.
Arthan war im Herzen des feindlichen Lagers angekommen, hier würde ihn ein würdiger Gegner erwarten und wie er gehofft hatte sah er im Zentrum des Lager den Anführer des Ordens stehen, er war in eine nicht weniger Prachtvolle Rüstung gehüllt als Arthan und auch sein Schwert war dem seinen sehr ähnlich. Arthan kämpfte sich seinen Weg zu ihm frei und endlich stand er vor ihm.
Der General lachte. „Was glaubt ihr wer ihr seid? Glaubt ihr wirklich ihr würdet hier siegen?“ „Glaubt ihr es nicht?“ Der Ausdruck von Wahnsinn verschwand vom Gesicht des Generals. „Ihr hättet nie herkommen dürfen. Unser Meister wird meinen Tod nicht verzeihen.“ „Ihr werdet sehen wie viel ihr ihm wert seid, mein Freund.“ Arthan stütze auf ihn zu. Ihre Schwerter trafen aufeinander und erzeugten ein ohrenbetäubendes Kreischen. Dann fintierte er zu seinem Kopf um kurz vor dem erneuten aufeinander treffen der Schwerter seinen Schlag nach unten abzulenken. Aus irgendeinem Grund verfehlte der Schlag seinen Gegner, der seinerseits mit einem Schlag auf seinen Arm konterte, Arthan konnte sein Schwert nicht mehr rechtzeitig hoch reißen und das Schwert fand sein Ziel. Bevor das Schwert auf der Rüstung aufschlagen konnte wurde es von einer unsichtbaren Energie aufgehalten. Arthan verzog vor Schmerzen das Gesicht und plötzlich entlud sich die Energie die sich aufgebaut hatte. Er wurde von seinem Feind fort geschleudert und schlug hart auf dem Boden auf. Das leuchten seines Amulettes hatte nachgelassen und wurde immer schwächer. Noch solch einen Fehler konnte er sich nicht erlauben, er richtete sich wieder auf und konnte gerade noch sein Schwert zur Parade herumreißen. Wieder stießen die Schwerter aufeinander und sangen ein Lied des Wahnsinns. Arthan stieß seinen Gegner von sich weg, nahm wieder eine Kampfhaltung an und griff selbst wieder an. Er schlug mit aller Kraft zu die er aufwenden bringen konnte, ließ jedes Gefühl in den Schlag fließen, jeden Schmerz, jede Freude die er je empfunden hatte. Als die Schwerter aufeinander trafen sang keines von ihnen. Die Klinge seines Feindes zerbrach einfach unter der schier unvorstellbaren Kraft mit der der Schlag geführt worden war. Das Gesicht des Generals erstarrte vor Angst, bis der Schwung das Schwert tief in seinen Brustkorb getrieben hatte. Sein Gesicht wurde leer, alles Leben das je in ihm gewesen war verschwand jetzt und wich einem Ausdruck der Verzweiflung, des bereuens. Es war vollbracht. Arthan hatte es geschafft, sein Teil der Schlacht war geschlagen. Die restlichen Feinde würden nicht mehr lange Leben. Er sah zum Horizont hinüber, gerade krochen die ersten Sonnenstrahlen über die Krümmung des Planeten. Doch noch war sein Schicksal nicht erfüllt, ein Reich musste Geschmiedet werden, im Feuer des Krieges.