Tag der Ankunft der Ultramarines
Mehrer male grollte es dumpf auf Armageddon. Wie Paukenschläge der den Auftakt zur Be-freiung von Armageddon ankündigten. Wie große rote-gelbe Feuerbälle glühten die Landungskapseln in der Atmospähre als sie unaufhaltsam auf den Boden zurasten. Jeder der wusste was dieses Schauspiel aus Feuer zu bedeuten hatte, wusste „Die Space Marines kommen“.
Nimbus und sein Trupp wurden fest in den Sitz gepresst. Es fühlte sich wie ein permanentes Ab auf einer Achterbahn an. Die Kräfte der Physik drückten sie so immens in ihre Sitz-halterungen dass es schon an den Schultern weh tat. Das Brausen und Jaulen des Windes der sich mit ungeheurer Geschwindigkeit an der Kapsel brach war so laut dass man nicht die Chance hatte sich während des Falls zu unterhalten. Jeder wartete darauf dass die Kapsel ihre Gegenschubdüsen aktivierte um den Fall etwas abzubremsen. Danach musste alles schnell gehen, sofort nachdem die Kapsel gelandet war, würden sich die Sicherheitshalterungen um ihre Körper lösen und die Luken würden aufgehen. Laut Codex Astartes musste man die Landungskapsel sofort verlassen und nach allen Seiten absichern, denn es war nie 100% garantiert dass man nicht doch mittem beim Feind auf den Boden schlug. Man hatte dem Codex Astartes nach, nur 1,5 Sekunden Zeit um die Kapsel zu verlassen und sich kampfbereit zu machen. Das war auch der Grund warum jeder von ihnen seine Waffen schon geladen und entsichert über seinem Schoß liegen hatte.
Veteranseargent Nimbus schielte kurz auf seine Schrotflinte und schaute sich dann in der be-engten Kapsel um, die nur von einer kleinen roten Lampe an der Decke erhellt wurde. Ihm gegenüber saß Jason Olga, der ziemlich blass um die Nase wirkte. Was auch nicht wirklich verwunderlich war, denn er hatte noch einen langen weg vor sich ein Space Marine zu werden, dabei bemerkte Nimbus dass er sich krampfhaft an seinem Bolter fest hielt. Zu seiner linken saß Damien Beebop, der mit geschlossenen Augen zum Imperator betete. Er wirkte etwas ruhiger als die anderen da es für ihn nicht das erste mal war dass er mit der Landungs-kapsel abgesetzt wurde, ihm hatte Bakara das Scharfschützengewehr anvertraut. Zu guter letzte warf er noch einen Blick auf Steven Hobkins zu seiner Rechten, der ebenfalls nur einen Bolter bei sich trug, ihm traute Nimbus am ehesten zu bald ein vollwertiger Space Marine zu werden auch wenn das noch einige Jahre dauern würde.
Das rote Lämpchen an der Decke erlosch, und gab so das Zeichen dass die Schubdüsen aktiviert wurden und sie noch 5 Sekunden Zeit hatten bis sie raus mussten. Sofort spürte man dass der Druck der auf ihren Körpern lastete nachlies. Mit einem heftigen rumpeln und einem aprupten Stopp, der sie nochmals in die Halterungen presste, kam die Kapsel auf dem Boden an. Sofort schnappten die Halterungen nach oben, und die Luken fielen auf. Jeder wusste was er zutun hatte. Ohne zu zögern sprangen der 33. Scouttrupp auf, und sprang auf den ihnen zugewiesenen Positionen aus der Kapsel heraus und machten sich bereit zum Kämpfen.
Niemand war zu sehen, bis auf die endlose Ödniss von Armageddon die sich im Mondschein badete. Ihre zerklüfteten Steinwüsten, mit den immensen Vulkanbergen, waren durch die Dunkelheit kaum zu sehen. Der Wind heulte leise über sie hinweg, wie das Wehklagen einer Witwe. „Alles klar, keine Feinde in Sicht“, meinte Nimbus und entspannte sich etwas. Er griff in seine Seitentasche und holte sein Datapad mit der Karte heraus. Das sinnvollste würde sein wenn sie sich gleich auf den Weg nach „Midus“ machten. Wenn Orks in der Nähe waren, würden sie ohne Zweifel versuchen die Siedlung einzunehmen und wenn dort keine Orks waren, mussten sich dort Menschen aufhalten. Es würde einen ganzen Tag brauchen bis sie dort ankommen würden. „Ok macht euch marschbereit wir gehen Richtung Nord-West nach „Midus“ … haltet die Augen offen. Ihr kennt die Anweisungen es wird nicht geballert, egal wie sehr es euch in den Fingern juckt“, instruierte er seine Scouts während er schon los marschierte.
In geordneter Kolonne marschierten sie über den halb toten Planeten. Es war weit und breit noch keine Anzeichen für Zerstörung zu sehen, und die ganze Gruppe fragte sich wer oder was Armageddon nun schlussendlich angegriffen haben mochte. Auch wirkte der Planet an sich vollkommen normal. Wäre das Chaos anwesend, hätten sie schon längst irgendwelche Ungewöhnlichkeiten in der Landschaft bemerken müssen. Keiner konnte sich einen Reim darauf machen, deshalb gab es für sie nur zwei Dinge: Schnell marschieren und die Augen offen zu halten. Für einen normalen Menschen war das Tempo dass der Scouttrupp anschlug schier unmöglich zu halten, aber für trainierte Space Marines war dies kein Problem. Sie marschierten so schnell wie ein Mensch normalerweise joggen würde, und das kontinuierlich und mit dem Gewaltmarsch hatten sie noch garnicht begonnen. Im Gegensatz zu den Imperialen Truppen brauchten sie keine Pause zu machen, es wurde im Laufen gegessen, ge-trunken und notfalls auch geschlafen. Geschwindigkeit war schon immer ein wichtiger Faktor in der Kriegsführung gewesen, viele Kapitel des Codex Astartes beschäftigten sich aus-schließlich mit der Mobilität von Truppenverbänden, und den Codex musste jeder Space Marines auswendig kennen.
Sie gingen nun ganze 15 Stunden durch die Wüste, und langsam schälte sich die Silhouette der Stadt „Midus“ aus der Nacht heraus. Durch ihre bionisch modifizierten Augen konnten sie sofort erkennen dass die Stadt nur noch ein Trümmerhaufen war. Sogut wie alles wurde dem Erdboden gleich gemacht. Aber die Bewohner waren anscheinend nicht ganz unvorbereitet getroffen worden, denn vor der Stadt befand sich ein „kaltes Schlachtfeld“. Überall lagen Ge-rippe von Menschen herum und vollkommen ausgebrannt Leman Russ Panzer. Aber nach der Verteilung der Leichen und Wracks, mutmaßte Nimbus dass die Verteidiger ziemlich des-organisiert gehandelt haben mussten. Es schien als ob es keine klare Schlachtordnung ge-geben haben musste, also musste der Feind einen blitzartigen Angriff gestartet haben. „Es hätte mich auch gewundert, wenn die Imperialen es geschafft hätten“, murmelte Hopkins vor sich hin. „Nicht nur dich …“, pflichtete Nimbus ihm bei. Noch bevor jemand etwas anderes sagen konnte, gab es einen kleinen orangfarbenen Lichtblitz am Anfang der Stadt, gefolgt von noch zwei kurz hintereinander folgenden. Es dauerte eine Zeit bis der Schall sie erreichte, und vom Ton her zu Urteilen war es kein Bolter gewesen der dort geschossen hatte. „Runter!“, befahl Veteranseargent Bakara sofort. War es möglich dass man sie auf diese Entfernung er-kennen konnte? Hatten sie sich so unvorsichtig verhalten? Bakara ärgerte sich darüber, solch einen Anfängerfehler gemacht zu haben. Sofort nahm er sein Fernglas zur Hand um heraus-zubekommen wer da auf sie schoss. Auch wenn sie eine weitaus bessere Sichtweite hatten als normale Menschen, war diese Entfernung doch viel zu groß um etwas erkennen zu können. „Und was sehen Sie Sir?“, fragte Beebop nach einigen Sekunden. „Unglaublich …“, brachte der kriegserprobte Veteranseargent nur heraus. Was er da sah, konnte er kaum glauben. Nie in seinem Leben hatte er jemanden so kämpfen sehen die Reflexe, die Geschwindigkeit mit der sich bewegt wurde und die präzisen Schläge waren phänomenal. „Sir?“, fragte Beebop noch einmal nachdrücklich. Nimbus schaute kurz über seine Schulter in die fragenden Gesichter seines Trupps, und schüttelte den Kopf. Selbst wenn er es ihnen erklären würde, würden sie es wahrscheinlich nicht glauben. Er reichte einfach nur sein Fernglas weiter damit jeder einen kurzen Blick auf die Szene werfen konnte. Jeder der das Fernglas ansetzte, machte nach nur wenigen Sekunden einen erstaunten Gesichtsausdruck. „Wer zum Teufel ist das?“, fragte Hopkins – „Das wüsste ich auch gerne mal“, meinte Nimbus als er sich wieder sein Fernglas angelte um dem Imperialen Kommissar, in seiner zerissenen Kleidung, beim Kämpfen zuzu-schauen.
Dieser Teufelskerl wurde von mindestens 20 Orks im Nahkampf angegriffen, er tauchte mit einer unglaublichen Geschwindigkeit unter den Schlägen hindurch, sprang zur Seite oder wehrte die Schläge ab. Mit jeder Umdrehung oder Ausweichmanöver schaffte er es immer einen geschickt platzierten Schlag zu treffen. Gerade als ein Ork nach ihm trat, machte er einen Ausweichschritt zur Seite und schlug mit voller Wucht auf das noch in der Luft be-findliche Bein des Orks, um es zu zerschmettern. Was Nimbus noch mehr verwunderte, normalerweise würde so ein Hieb das Bein ohne Probleme abtrennen.
Nimbus betätigte das kleine Rädchen an der rechten Seite des Fernglases um weiter heran zu zoomen. „Ich glaubs ja nicht! Der Hurensohn kämpft nur mit einer Eisenstange“, stieß er hervor, als der Kommissar damit einem Ork den Kopf zermalmte.
(to be continued)