Dawn of War IV: Was wir im Oktober wirklich neu erfahren haben
-
EugenusMaximus -
1. November 2026 um 18:39 -
32 Mal gelesen -
0 Kommentare
- Die Preview war fast schon ein halbes Spiel
- Die Kampagnen verzweigen sich stärker als bisher sichtbar
- Entscheidungen wirken auch auf spätere Kampagnen, aber wohl weniger dramatisch als gedacht
- Keine Lust auf eine Mission? Dann überspringt sie einfach
- Nicht jede der über 70 Missionen erfindet das RTS neu
- Der Army Painter ist wesentlich umfangreicher als bisher sichtbar
- Skirmish bekommt deutlich mehr Freiheiten
- 30 Multiplayer-Karten zum Release
- The Last Stand bekommt eigene Strikeforces
- Crusade könnte wesentlich größer werden als bisher angenommen
- Wie viele Cutscenes gibt es denn nun eigentlich?
- Bei der Technik gibt es noch Arbeit
- Fazit: Langsam sehen wir das tatsächliche Dawn of War IV
Viele grundlegende Informationen zu Dawn of War IV kennen wir allerdings schon länger. Über Themen wie Retreat, Koop, Replays, Observer Mode oder die grundsätzliche Größe der Kampagne haben wir deshalb bereits berichtet.
Zeit also für einen Blick auf die Dinge, die wir im Oktober tatsächlich neu über Dawn of War IV gelernt haben.
Die Preview war fast schon ein halbes Spiel
Normalerweise bestehen solche Preview-Versionen aus zwei oder drei ausgesuchten Missionen. KING Art ist bei Dawn of War IV einen deutlich anderen Weg gegangen.
Die Presseversion enthielt beide Prolog-Missionen sowie die vollständigen Kampagnen der Orks und des Adeptus Mechanicus. Über alle möglichen Storypfade hinweg waren damit bereits mehr als 30 Missionen enthalten.
Content Creator und Presse hatten drei Wochen Zeit, diesen Build zu spielen.
GameStar konnte dadurch beispielsweise beide Kampagnen vollständig abschließen, während PC Games nach rund 20 Stunden Spielzeit 14 Missionen absolviert hatte.
Das ist insofern bemerkenswert, weil viele der Aussagen über den Umfang von Dawn of War IV inzwischen nicht mehr nur aus Entwicklerinterviews stammen. Ein beträchtlicher Teil des Spiels wurde tatsächlich bereits von externen Testern gespielt.
Video-Empfehlung: GameStar, Dawn of War 4 Vorschau, wir haben 2 Kampagnen und alle Fraktionen gespielt
Die Kampagnen verzweigen sich stärker als bisher sichtbar
Die Zahl von mehr als 70 Missionen ist schon länger bekannt. Erst die neuen Previews zeigen aber genauer, wie diese Zahl zustande kommt.
Sowohl die Ork-Kampagne als auch die Kampagne des Adeptus Mechanicus enthalten Entscheidungen, durch die sich Missionspfade gegenseitig ausschließen können.
Bei den Orks gerät man beispielsweise in einen internen Machtkampf und muss sich für eine Seite entscheiden. Auch beim Adeptus Mechanicus gibt es unterschiedliche Charaktere und Perspektiven, denen man folgen kann.
Dadurch existieren mehrere Wege in Richtung Finale und ein einzelner Durchlauf zeigt nicht sämtliche verfügbaren Missionen.
AngryJoe nennt in seiner aktuellen Preview 21 Missionen für die vollständige Ork-Kampagne und 23 für das Adeptus Mechanicus, wenn sämtliche alternativen Pfade zusammengerechnet werden.
Diese Zahlen stammen allerdings aus seiner Preview und wurden von KING Art bislang nicht separat als offizielle Missionszahlen bestätigt.
Entscheidungen wirken auch auf spätere Kampagnen, aber wohl weniger dramatisch als gedacht
Besonders interessant ist die Verbindung zwischen den vier Kampagnen.
IGN berichtet beispielsweise, dass eine Entscheidung aus der Ork-Kampagne beeinflussen kann, welchen Orks man später mit dem Adeptus Mechanicus begegnet.
Das klingt zunächst nach einem sehr umfangreichen kampagnenübergreifenden Entscheidungssystem.
Die GameStar-Preview relativiert diese Erwartung allerdings etwas. Dort wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorherige Entscheidung zwar Details verändert, für den grundlegenden Verlauf der folgenden Kampagne aber keine massive Rolle spielt.
Das System scheint also eher kleinere Konsequenzen und Veränderungen innerhalb einer zusammenhängenden Geschichte zu erzeugen als vollkommen neue Handlungsstränge freizuschalten.
Ich finde das ehrlich gesagt sogar sinnvoller. Vier ohnehin schon große Kampagnen mit vollständig voneinander abhängigen Storyverzweigungen wären vermutlich kaum noch vernünftig produzierbar gewesen.
Video-Empfehlung: IGN Preview zu Necrons und Adeptus Mechanicus
Keine Lust auf eine Mission? Dann überspringt sie einfach
Eine der ungewöhnlichsten neuen Informationen der vergangenen Wochen ist erstaunlich unspektakulär:
Dawn of War IV besitzt einen Skip-Mission-Button.
Wer an einer Mission festhängt, eine bestimmte Mission nicht spielen möchte oder einfach wissen will, wie die Geschichte weitergeht, kann sie überspringen.
Gerade für ein klassisches RTS ist das eine interessante Designentscheidung.
Normalerweise gehört das erfolgreiche Abschließen einer Mission zwangsläufig zum Fortschritt einer Kampagne. KING Art scheint hier bewusst davon abzurücken.
Dabei verliert man offenbar auch nicht dauerhaft den Zugriff auf verpasste Inhalte. Über die Kampagnenübersicht können bereits freigeschaltete beziehungsweise alternative Missionen später erneut ausgewählt werden.
Gerade bei vier großen Kampagnen und mehr als 70 Missionen ist das wahrscheinlich keine schlechte Entscheidung.
Nicht jede der über 70 Missionen erfindet das RTS neu
Die Preview-Berichte erlauben inzwischen auch eine bessere Einschätzung der Missionsvielfalt.
Und hier gibt es sowohl gute als auch weniger gute Nachrichten.
Einige Missionen besitzen ziemlich ungewöhnliche Aufgaben.
Bei den Orks jagt man beispielsweise einen gigantischen Squig, verfolgt fliehende imperiale Soldaten oder konkurriert mit einem rivalisierenden Warboss darum, wer seine Aufgabe schneller erledigt.
Beim Adeptus Mechanicus gibt es unter anderem Bosskämpfe und Missionen, bei denen die Verteidigung der eigenen Position mit zusätzlichen Aufgaben außerhalb der Basis kombiniert wird.
Gleichzeitig warnen sowohl GameStar als auch PC Games davor, bei den mehr als 70 Missionen 70 vollkommen individuelle Szenarien auf dem Niveau einer StarCraft-2-Kampagne zu erwarten.
Einige Missionen folgen klassischen RTS-Strukturen und wirken teilweise eher wie Skirmish-Gefechte mit zusätzlichen Storyelementen.
Das dürfte am Ende einer der entscheidenden Punkte bei der Bewertung der Kampagne werden.
Mehr als 70 Missionen sind beeindruckend. Interessanter ist aber, wie viele davon sich wirklich voneinander unterscheiden.
Video-Empfehlung: PC Games Preview, insbesondere der Abschnitt zum Missionsdesign
Der Army Painter ist wesentlich umfangreicher als bisher sichtbar
Dass Dawn of War IV einen Army Painter besitzt, wissen wir schon länger.
Im Oktober wurde allerdings erstmals wirklich sichtbar, was KING Art mit dem erweiterten Painter meint.
Statt lediglich einige Hauptfarben für die komplette Armee auszuwählen, können einzelne Bereiche der Modelle separat angepasst werden.
Rüstungsteile, Ausrüstung und andere Elemente lassen sich individuell einfärben. Dazu kommen Decals, Wargear, vorbereitete Designs und weitere Anpassungsmöglichkeiten.
Das System orientiert sich damit deutlich stärker am eigentlichen Tabletop-Hobby.
Besonders spannend ist, dass diese Anpassungen offenbar nicht zwangsläufig für jede Einheit eines Typs identisch sein müssen. In aktuellen Preview-Videos sind wesentlich individuellere Kombinationen zu sehen als in den Army Paintern der bisherigen Dawn-of-War-Spiele.
Eigene Designs können außerdem mit anderen Spielern geteilt werden.
Lediglich innerhalb der Storykampagnen bleiben die vorgesehenen Fraktionen und Designs erhalten.
Video-Empfehlung: Dawn of War Central - Army Painter Showcase
Skirmish bekommt deutlich mehr Freiheiten
Der Game-Overview-Trailer hat erstmals konkrete Zahlen zum Umfang des Skirmish-Modus geliefert.
Zum Launch stehen vier unterschiedliche Spieltypen zur Verfügung. Gleichzeitig können zahlreiche Parameter einer Partie angepasst werden und es sind Gefechte mit bis zu fünf KI-Gegnern möglich.
Die Einstellungen gehen dabei offenbar deutlich über die üblichen Optionen wie Kartengröße oder Startressourcen hinaus.
Unter anderem können wirtschaftliche und spielmechanische Parameter verändert werden.
Damit positioniert KING Art den Skirmish-Modus stärker als Sandbox für eigene Schlachten und weniger nur als Offline-Version des Multiplayer.
Gerade für Community-Abende könnte das interessant werden.
30 Multiplayer-Karten zum Release
Auch die genaue Anzahl der Multiplayer-Karten war bis vor wenigen Wochen noch unbekannt.
Inzwischen wissen wir:
Dawn of War IV startet mit 30 Multiplayer-Karten.
Zusammen mit den unterschiedlichen Modi und Teamgrößen ist das für ein modernes RTS ein ziemlich beachtlicher Umfang.
Gerade nach meinen eigenen Erfahrungen aus der Closed Beta wird allerdings interessant sein, wie stark sich diese Karten spielerisch voneinander unterscheiden.
Schon in der Beta war der Unterschied zwischen kleineren Maps und sehr großen Karten deutlich spürbar. Gerade Mobilität und die Fähigkeit, mehrere Positionen gleichzeitig zu verteidigen, können dadurch komplett unterschiedliche Bedeutung bekommen.
Die reine Zahl von 30 Maps ist deshalb weniger spannend als die Frage, wie unterschiedlich diese Karten tatsächlich gespielt werden.
The Last Stand bekommt eigene Strikeforces
Auch zu The Last Stand gibt es inzwischen konkretere Informationen.
Wie bereits aus Dawn of War II bekannt, treten drei Spieler gemeinsam gegen immer stärker werdende Gegnerwellen an.
Dawn of War IV erweitert dieses Konzept allerdings.
Jeder Spieler kontrolliert nicht mehr ausschließlich seinen einzelnen Helden, sondern stellt zusätzlich eine kleine Strikeforce aus Begleiteinheiten zusammen.
Damit dürfte der eigene Build stärker an eine kleine Armee erinnern und weniger ausschließlich von der Ausrüstung eines einzelnen Helden abhängen.
Zum Start sollen fünf unterschiedliche Helden verfügbar sein.
Aktuelle Preview-Berichte sprechen außerdem von 20 immer schwierigeren Wellen sowie eigener Progression und Unlocks.
KING Art hat bereits angekündigt, The Last Stand vor dem Release noch einmal ausführlicher vorzustellen. Hier dürften also noch weitere Informationen folgen.
Video-Empfehlung: offizieller Game Overview Trailer
Crusade könnte wesentlich größer werden als bisher angenommen
Besonders spannend finde ich neue Aussagen zum geplanten Crusade-Modus.
Dass Crusade nach Release als kostenloses Update erscheinen soll, war bereits bekannt.
Wie dieser Modus tatsächlich funktioniert, wurde bisher allerdings kaum beschrieben.
AngryJoe spricht in seiner aktuellen Preview von einer strategischen Kampagne auf einer Karte von Kronus.
Dabei werden Armeen über die Karte bewegt, Gebiete kontrolliert und Verteidigungen aufgebaut. Die eigentlichen Konflikte werden anschließend als normale RTS-Gefechte ausgetragen.
Besonders interessant klingt die Persistenz der eigenen Armee. Überlebende beziehungsweise erfahrene Einheiten sollen als Veteranen in spätere Schlachten übernommen werden können.
Ein kompletter Crusade-Durchlauf soll nach seinen Informationen ungefähr acht bis zehn Stunden dauern.
Damit würde Crusade deutlich über eine einfache Aneinanderreihung zufälliger Skirmish-Matches hinausgehen.
Es erinnert natürlich sofort an Dark Crusade, allerdings sollten wir mit diesem Vergleich noch vorsichtig sein. KING Art hat den Modus bislang noch nicht ausführlich offiziell vorgestellt.
Die Angaben zu Spielzeit und genauen Mechaniken stammen aktuell aus der Preview und sollten deshalb noch nicht als endgültige Feature-Liste verstanden werden.
Sollte sich das so bestätigen, könnte Crusade langfristig allerdings einer der interessantesten Modi von Dawn of War IV werden.
Video-Empfehlung: AngryJoe Preview
Wie viele Cutscenes gibt es denn nun eigentlich?
Auch beim Umfang der Zwischensequenzen gibt es eine interessante neue Entwicklung.
Früher wurde von ungefähr 40 Minuten aufwendig produzierten 3D-Cutscenes gesprochen, zusätzlich zu den großen CGI-Intros der einzelnen Fraktionen.
AngryJoe nennt in seiner aktuellen Preview dagegen mehr als zwei Stunden und 40 Minuten Cutscenes über alle vier Kampagnen hinweg.
Das wäre ein massiver Unterschied.
Es ist allerdings derzeit nicht eindeutig, ob beide Angaben überhaupt dieselben Arten von Zwischensequenzen zählen.
Möglicherweise bezog sich die frühere Zahl ausschließlich auf bestimmte vorgerenderte Sequenzen, während die neue Angabe sämtliche Storyszenen innerhalb der Kampagne einschließt.
Eine aktualisierte offizielle Gesamtlaufzeit von KING Art gibt es bisher nicht.
Die neue Zahl würde ich deshalb noch mit etwas Vorsicht behandeln.
Klar ist aber bereits nach den aktuellen Previews, dass Dawn of War IV wesentlich stärker auf Story und Inszenierung setzt, als man es bei einem primär auf große RTS-Schlachten ausgelegten Spiel vielleicht erwarten würde.
Bei der Technik gibt es noch Arbeit
Die aktuelle Preview-Version zeigt allerdings auch, warum KING Art die verbleibende Zeit bis zum Release noch brauchen dürfte.
IGN berichtet beispielsweise von teilweise sehr langen Ladezeiten. Einzelne Missionen benötigten trotz SSD mehr als zwei Minuten zum Laden.
Auch beim Übergang zu Zwischensequenzen innerhalb laufender Missionen konnte das Spiel teilweise für mehrere Sekunden hängen bleiben.
Andere Preview-Berichte erwähnen ebenfalls kleinere Bugs und technische Unsauberkeiten.
Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass die getestete Version noch nicht dem finalen Release-Build entspricht.
Dawn of War IV erscheint am 3. Dezember 2026, Käufer der Commander Edition können bereits am 30. November beginnen.
KING Art hat also noch etwas Zeit für Optimierungen.
Fazit: Langsam sehen wir das tatsächliche Dawn of War IV
Die vergangenen Wochen waren interessanter als viele der vorherigen Feature-Ankündigungen.
Wir wissen inzwischen nicht mehr nur, dass Dawn of War IV vier Kampagnen und mehr als 70 Missionen besitzt. Wir bekommen langsam ein Gefühl dafür, wie diese Kampagnen tatsächlich aufgebaut sind.
Es gibt verzweigte Missionspfade, kleinere Konsequenzen zwischen den Kampagnen und einige ungewöhnliche Missionsideen. Gleichzeitig zeigen die Previews auch, dass nicht jede Mission ein komplett neues Konzept bietet.
Der Army Painter ist wesentlich mächtiger als bisher sichtbar, Skirmish erhält umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten und The Last Stand wird durch Strikeforces erweitert.
Besonders gespannt bin ich inzwischen aber auf Crusade. Sollte sich das in den aktuellen Previews beschriebene System mit strategischer Karte, persistenten Veteranen und acht bis zehn Stunden langen Durchläufen bestätigen, könnte der Modus genau das liefern, was sich viele Fans seit Dark Crusade wünschen.
Meine Einschätzung nach der Closed Beta hat sich dadurch grundsätzlich nicht verändert. Im Multiplayer hat mir Dawn of War IV bereits sehr viel Spaß gemacht. Dort werden für mich vor allem Balancing, Karten und die Frage entscheidend, wie gut große Armeen langfristig gekontert werden können.
Die neuen Informationen zeigen jetzt vor allem, dass KING Art auch außerhalb des klassischen Multiplayer erstaunlich viel Spiel einbaut.
Und genau das dürfte wichtig werden.
Denn wenn Dawn of War IV langfristig erfolgreich sein möchte, reicht es nicht, nur ein gutes RTS für die bereits vorhandene Competitive-Community zu bauen. Das Spiel muss auch die Spieler abholen, die Dawn of War wegen Kampagne, Koop, Skirmish, Army Painter oder einfach wegen großer Warhammer-Schlachten spielen.
Der Oktober hat zumindest gezeigt, dass KING Art genau das versucht.
PS: Bitte entschuldigt die furchtbaren KI-Bilder. Wir bräuchten unser alten Grafiker-Team. ![]()
Kommentare