off.topic:,, Hi Leute, sorry das ich net so oft mehr online bin, aber dieses Seminar schlaucht ganz schön. Wie dem auch sei, ich schreibe ja wie ihr wist an zwei Stories und ich in gerade bei der Sci-Fi-Story drin und dachte, naja stellste mal aus, ma sehen wat da Boyz davon halten. Ist wie schon im Satz davor zu lesen war, keine Wh40k-story, aber ich denke dennoch legitim ![]()
Achaj bevor ich es vergesse
Diesen Text bin ich mit ein paar Lektoren durchgegangen, ziemlich kritische Leute, aber glücklicherweise gab es kaum etwas zu beanstanden
Aber ihr seid die Leser, deshalb wäre mir eure Argumente, Meinungen, Kritiken und im besten Falle Feedback
wichtig ![]()
Das Totenschiff
Vorwort
Wir schreiben das Jahr 2214. Die Erde, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr, nie mehr. Vor 30 Jahren, im Jahre 2184, erschütterte die Welt ein Atomkrieg von nie gekannten Ausmaßen. Nur noch 20 % der Erde waren bewohnbar, der Rest dieser Welt war durch die radioaktive Verseuchung unbewohnbar geworden und der Fallout breitete sich weiter aus. Keiner wusste, wie es geschah, keine der Nationen befand sich im Konflikt miteinander. Der atomare Krieg ist bis heute unerklärlich.
Um dem Schicksal der Vernichtung zu entgehen, schlossen sich die verbliebenen Regierungen zusammen und gründeten das Erd-Direktorat. Unter neuer Führung bereitete man die Erde für eine Evakuierung, auf umstehenden Planeten vor, wie dem Mars.
Das Terraforming im Jahre 2163 hatte das Gesicht des Mars völlig verändert. Gewaltige Meere waren entstanden und auch die Luft war mit Sauerstoff erfüllt.
Selbst einige Wälder waren schon geschaffen worden. Zum Glück befanden sich auf dem Mars die ersten großen Metropolen im Aufbau, um der gewaltigen Menge an Flüchtlingen Platz zu bieten.
Die Evakuierung der Erde im Jahre 2187 war ein Erfolg, denn nun leben auf dem Mars und seinen Monden Phobos und Deimos fast mehr als 27 Milliarden Menschen, aber um den Fehler nicht zu wiederholen, entsandte das Erd-Direktorat viele Sonden in den Weltraum, um weitere Welten zu suchen und für den Menschen bewohnbar zu machen. Aber der Mars und seine Monde waren zu klein , um einer so großen Bevölkerung Platz zu bieten, deshalb wurden Millionen von Menschen auf die neuen Kolonien, Temeron, Delaria, Eden und Quesin im Jahre 2199 zwangsevakuiert, nachdem man diese Planeten terraformiert hatte.
Die Menschheit ist nun auf fünf verschiedenen Welten ansässig, alle in unterschiedlichen Sternensystemen, mit schwankender Bevölkerungsrate.
Aber die Menschheit wollte noch mehr Welten besitzen, um im Falle eines erneuten Krieges eine sichere Heimat zu besitzen, doch es kam anders, als man es geplant hatte.
Wir fragen uns immer, ob wir alleine im Universum sind, aber nie haben wir uns gefragt, ob wir dafür dankbar sein sollten.
Denn in den Weiten des Universums stieß die Menschheit auf eine außerirdische Rasse, die Shin'Dei.
Wesen, die die Menschen als Feinde ansahen und ihre Versklavung wollten. Und wieder befinden wir uns in einem Krieg.
Doch sollte sich das ändern, denn in den unendlichen Weiten des Weltraums entdeckten Sonden, ein uraltes Raumschiff, das nicht von den Shin'Dei stammte. Könnte es diesen Krieg entscheiden?
,,Hier Xeno-Archäologe, Doktor Patrick Banner, Aufzeichnung vom 14.3.2214, Erdzeit
Ich kann es immer noch nicht glauben. Wir sind nun im Inneren dieses gewaltigen Raumschiffes. Alles ist so unnatürlich, wie wunderschön. Ich habe in meinem Leben selten etwas Schöneres gesehen.
Die Rasse, die dieses Raumschiff erbaut hat, ist wesentlich älter als die Menschheit , daß ergaben zumindest die Karbonmessungen an der Außenhülle dieses Schiffes.
Wir konnten zwar nicht eine genaue Messung vornehmen, aber dieses Raumschiff scheint über 65.000 Jahre alt zu sein und trotzdem funktionieren noch die seltsamen Maschinen hier an Bord.
Aber das ist nicht unsere größte Entdeckung. Wir fanden einige Leichen dieser Xeno-Rasse. Sie lagen quer verstreut in den rund zwanzig Ebenen dieses gigantischen Raumschiffes.
Wir wissen noch nicht, was sie umgebracht hat und auch noch nicht, wie lange sie hier liegen. Sie wirken alle irgendwie mumifiziert, als wäre der körperliche Verfall mit einem Mal gestoppt worden.
Einer unserer Techniker meinte, er hätte gesehen, wie sich eine Alien-Leiche bewegt hätte, was natürlich Unsinn ist. Unsere Instrumente hatten eindeutig ergeben, daß diese Wesen keinerlei Vital-Funktionen aufwiesen.
Vielleicht ist es auch eine Art suggestive Paranoia, denn auch einer meiner Kollegen beschwört, daß sich die Leichen bewegt hätten. Ich glaube ja, daß ist nur die Aufregung. Doktor Banner out.“
Mit diesen Worten verschwand das blaufarbende Hologramm des kleinen, rundlichen Doktors Banner mit seiner Halbglatze. Spitze Zacken, die aus Boden und Decke ragten und das Hologramm mittels Drehung erzeugten, standen nun still. Die Neonröhren an der Decke sprangen an und das Licht überflutete den eben noch dunklen, viereckigen, kleinen Raum.
Sergeant Grant Bradok kniff seine azurblauen Augen zu, denn der plötzliche Wechsel von Licht und Schatten machte ihm immer wieder zu schaffen.
Er war auf der Schattenwelt Temeron geboren, einer Welt, wo nur selten die Sonne durch die dicken Wolkendecke schien. Vielleicht waren deshalb seine Augen mehr an die Dunkelheit , als an das Licht gewöhnt.
Er fasste sich mit seiner stämmigen Hand an den Kopf und strich über sein kurzes blondes Haar, da er die aufkommenden Kopfschmerzen spürte.
,, So Ladies, hört mal zu.“ sagte der angesehene Kommandant John van Kasia, wie immer mit strenger Stimme.
,, Ihr seid alle mit besonderen Talenten ausgestattet, die Euch zu etwas Besonderen machen. Das Erd-Direktorat hat mich beauftragt, Euch alle in eine Einheit zu stecken und Euch einer Mission zu zuteilen, die von größter Wichtigkeit ist.“
Grant hörte den Worten des alten bärbeißigen Kommandanten zu. Er wirkte beeindruckend, wenn er in seiner schwarzen Uniform mit den vielen Orden stramm vor ihnen stand und langsam in seinen ebenfalls nachtschwarzen Stiefeln auf und ab im Raum schritt. Sein stechender Blick hatte ihm den Beinamen,, schwarzer Adler“ eingebracht. Die ganze Zeit hatte sich Grant schon gefragt, warum man ihn von seiner Heimat, Temeron, abkommandiert hatte, nun wusste er es.
Neben seinem Kameraden Serius Trawayne, der direkt neben ihm saß, kannte er keinen der anderen Soldaten hier.
Schätzungsweise ein Dutzend anderer Männer in dunkelblauen Uniformen saßen in Dreier-Gruppen hinter ihnen, was ihn persönlich nicht sonderlich störte, aber Serius beobachtete seine Kameraden sehr genau, während sie den Worten des Kommandanten lauschten.
Der rotbärtige Mann schaute sich mit seinen scharfen, smaragdgrünen Augen in dem weißen quadratischen Raum um. Bis auf die Soldaten in ihren Klappstühlen und den auf und abmarschierenden Kommandanten vor ihnen, war der Raum vollkommen leer. Es wirkte alles sehr steril, fast, als hätte man diesen Raum isoliert. Serius mochte etwas paranoid sein, denn er traute nur wenigen Menschen, aber er war ein guter Soldat und ein Fachmann für Sprengstoffe aller Art.
,,Die Hologramm-Aufzeichnung, die ihr gerade gesehen habt, stammt von Doktor Banner, einer Kapazität auf dem Gebiet der Xeno-Anatomie und Archäologie. Leider haben wir den Funkkontakt zu dem Forscherteam vor über 12 Stunden verloren. Man schickte ein Sicherheitsteam an Bord dieses unbekannten Raumschiffes, aber auch zu ihnen verloren wir den Kontakt. Das war vor über fünf Stunden. Nun hat man sich entschlossen, das Militär einzuschalten und da die Mission ein Erfolg werden soll, wurdet ihr hierher geschickt . Die besten Soldaten der fünf Kolonien sollen ein Team bilden. Ihr fragt Euch, warum? Tja, die Antwort ist mehr als nur einfach. Licht aus.“ befahl John van Kasia und wieder verdunkelte sich der Raum, was Grant und Serius sehr gelegen kam.
Erneut drehten sich die spitzen Zacken des Hologrammprojektors und generierten ein neues Bild.
Ein seltsames Wesen, das in vielen Punkten menschlich wirkte, erschien vor den Augen der Soldaten.
,,Das ist ein Shin'Dei!“ erklärte der strenge General.,, Viele von Euch kennen diese Aliens nur aus Funk und Fernsehen, aber damit Ihr auf alles vorbereitet seit, werde ich Euch einen kurzen Crashkurs über unsere Feinde geben.“
Wie recht der schwarzgekleidete Kommandant hatte, erkannten Serius und Grant an den offenen Mündern ihrer Kameraden. Auch er und Serius waren verblüfft über das Aussehen ihrer Gegner, denn im Fernsehen wurden meist nur recht undeutliche Bilder von diesen Aliens ausgestrahlt.
,, Wie Ihr seht, sind uns die Shin'Dei in vielen Punkten ähnlich. Sie sind etwas kleiner als wir, aber dafür genauso kräftig. Ihr Kopf ist mit unserem beinahe identisch. Bis auf die Tatsache, daß sie keinerlei Wangen besitzen und über eine zweite Zahnreihe verfügen, besitzen sich noch scharfe Augen, mit denen sie besser und schärfer sehen als wir. Ähnlich wie bei Katzen und Wölfen, besitzen sie eine zweite Haut, das sogenannte Tapetum lucidum, eine reflektierende Schicht im hinteren Bereich des Auges, die jedes Lichtteilchen, welches unbemerkt die Nickhaut passiert hat, zurück auf die Netzhaut reflektiert. Das bedeutet, daß sich unsere Feinde selbst unter schlechten Lichtverhältnissen verteufelt gut zurechtfinden.
Eine Fähigkeit, die wir nur durch unsere Technik kompensieren können. Desweiteren seht Ihr, das die Shin'Dei ihren Unterkiefer ausrenken können, fast wie bei einer Schlange, aber keine Sorge, sie mögen uns nicht besonders. Diese Funktion dient nur dazu, ihren Nachwuchs auszuscheiden. Ja , ihr habt richtig gehört, sie gebären ihre Kinder aus den Mund. Ihre Physiologie ist ganz anders als bei uns. Sie pflanzen sich A-Sexuell fort, das bedeutet, daß sie keinerlei Geschlechtsorgane haben.
Im Nahkampf sind Shin'Dei ebenfalls recht gefährlich ,da sie Krallen an den Händen besitzen. Die Krallen können sie einziehen, also lasst Euch nicht täuschen.
Damit wisst Ihr nun über die grundlegenden körperlichen Eigenschaften unserer Feinde Bescheid, noch Fragen?“ hakte John van Kasia nach und blickte in Richtung der sitzenden Soldaten.
Serius hob seine Hand und fragte dann vorsichtig.,, Sire, ich habe gehört, das die Truppenanführer der Shin'Dei immer größer sind als die Restlichen. Stimmt das?“
,,Bedauerlicherweise.“ antwortete der General und ein neues Hologramm erschien.
,, Anfangs glaubten wir, es gäbe zwei unterschiedliche Shin'Dei-Rassen, da ihre Krieger immer kleiner sind, als ihre Anführer, aber wir haben uns geirrt. Unsere Feinde bauen wesentlich schneller Muskelmasse auf als wir, deshalb kristallisieren sich manche Shin'Dei-Krieger aus der breiten Masse heraus. Je mehr und länger ein Shin'Dei kämpft , desto stärker wird er. Also sind diese Truppführer so eine Art Kriegsveteranen. Bedenkt immer, daß diese Veteranen an die 2,5 Meter groß werden können und wesentlich stärker als ein Mensch sind.“ damit beendete er seine Erzählung und wartet darauf, daß das Licht wieder anging.
Er konnte förmlich die Verwunderung in den Augen seiner Rekruten bemerken, nur wenige hatten je gegen einen Shin'Dei gekämpft. Was ihn nicht verwunderte, da der Krieg noch nicht richtig stattgefunden hatte. Es war bis jetzt vielmehr ein Geplänkel. Kleine Kämpfe, um die militärische Stärke des Gegners zu testen. Der wahre Krieg würde erst noch kommen und ob die Menschheit diesen Kampf überstehen würde, war fragwürdig. Man kannte einfach nicht die genaue Anzahl der Shin'Dei Streitkräfte, dachte John van Kasia und biss sich verärgert auf die Unterlippe.
Im Alter von zwanzig Jahren hatte er sich dem damaligen U.S-Militär verpflichtet und er stieg die Erfolgsleiter schnell auf. Mit noch nicht mal 24 Jahren war er bereits Gunnery Sergeant. Aber alles änderte sich, als der Atomkrieg ausbrach. Wie und warum er genau stattgefunden hatte, wusste er bis heute nicht, nur lediglich, daß er diesen Krieg überlebt hatte und nun ein hochrangiger General der Streitkräfte des Erd-Direktorats war.
Eine Bürde, die er in Zeiten wie diesen gerne ablegen würde. Mit seinen fast 66 Jahren war er nicht mehr der Jüngste, auch wenn man ihm dieses Alter nicht ansah.
,, So, meine Herren. Ich glaube, Ihr habt nun genug über unsere Feinde gestaunt. Damit ist unser kleiner Kurs beendet, vorerst zumindest. Nun erheben Sie sich und kehren zurück in ihre Quartiere, bis ich Sie erneut rufen lasse.“
Kaum hatte er dies gesagt, standen die Soldaten allesamt auf und salutieren nochmal, bevor sie alle im Gänsemarsch den Raum verließen.
Als der Raum leer war, ging auch John van Kasia und verschloss die Tür mittels einer Magnetkarte hinter sich.
Als er den schmalen Gang der Kaserne entlang schlenderte, gingen ihm immer wieder die Ereignisse des Krieges mit den Shin'Dei durch den Kopf.
Zwar besaß die Menschheit riesige Schlachtschiffe, die momentan an den Grenzen des von der Menschheit beanspruchten Raumes patrouillierten, aber leider waren es zu wenige.
Die Raumschiffwerft auf dem Mond stellte zwar innerhalb eines Jahres zwei dieser Kilometerlangen Schlachtschiffe her, aber es würde nicht reichen, da John van Kasia vermutete, daß die Shin'Dei über eine wesentlich größere Streitkraft als die Menschheit verfügten.
Nur noch die Raumschiffwerft auf den Mars war ihre letzte Hoffnung, aber nur zwei Produktionsorte für solche Schlachtschiffe waren einfach zu wenig.
Eine dritte befand sich auf der weit entfernten Schattenwelt Temeron im Aufbau, aber es konnten noch mindestens fünf Monate vergehen, bevor diese fertig gestellt wurde.
An Soldaten mangelte es der Menschheit nicht, nur an Raumschiffen.
Dieser Gedanke fraß ihn förmlich auf, er ignorierte sogar die Männer und Frauen, denen er auf dem stählernen Gang begegnete. Sie salutierten alle vorbildlich, aber der alte General nahm sie kaum wahr.
Er war den Anblick von jungen Soldaten gewohnt, wenn sie in ihrer Uniform oder ihrer Kampfausrüstung, die aus einem Brustpanzer und einem Helm mit runterklappbarem Visier bestand, vor ihm salutierten. Die Männer und Frauen in ihren Kampfausrüstungen imponierten ihm am Meisten. Diese Ausrüstung war auch zwingend erforderlich, denn gegen die Bio-Waffen der Shin'Dei gab es nur wenig Schutz. Der Brustpanzer und der Helm bestanden äußerlich aus einem sehr harten Plastik, aber in ihnen waren kleine, biegsame Titan-Blei-Platten eingearbeitet. Der bisher wirksamste Schutz gegen die Bio-Waffen der Shin'Dei. Er hatte die Wirkung dieser seltsam geformten Waffen seiner Feinde schon oft gesehen, wie sie einen Soldaten innerhalb von Sekunden töten konnten, selbst wenn es nur ein Streifschuss war. Der abgefeuerte Schuss wirkte wie ein primitiver Laser, doch in Wirklichkeit war es Geschoss, daß mittels eines Magneten elektrisch aufgeladen wurde und dann mit unheimlicher Kraft aus der Waffe geschleudert wurde. Das Geschoss selbst zerbrach beim Abfeuern der Waffen, aber die darin befindliche toxische Flüssigkeit wurde innerhalb eines Magnetfeldes gefangen, bis dieses auf einem Gegenstand traf, gleich, ob biologisch oder nur tote Materie.
Dieses seltsame Gift machte die Shin'Dei Waffen so gefährlich. Es konnte sich durch fast alles fressen, Stein, Metall und Haut. Deshalb war die A1-Rüstung der Erd-Direktorratstruppen, der einzig sichere Schutz, falls man von einer Shin'Dei-Waffe getroffen wurde, dachte er, als er sein Büro aus der Ferne sah, doch er war nicht begeistert, wen er vor seiner Tür warten sah.
,, Oh Nein. Black Guards, das hat mir gerade noch gefehlt.“ stöhnte er, als er die Skelletähnlichen Androiden vor seinem Büro sah. Am Liebsten wäre der alte General umgekehrt und hätte gewartet, bis sie verschwunden waren, doch das waren Maschinen und keine Regierungsvertreter. Die würden selbst noch in Tausend Jahren hier stehen, selbst wenn er nicht käme, spottete er und ging weiter auf sein Büro zu.
Seit dem Befreiungskrieg der Androiden im Jahre 2134 galten die Black Guard-Androiden als freie Lebensform. Sie waren ein eigenständiges Volk, wenn man es so bezeichnen wollte und überall präsent. Er empfand es immer noch als eine Schnapsidee, den Maschinen die Möglichkeit zu geben, eigene Städte auf den von Menschen beanspruchten Planeten zu bauen und ihnen sogar zu erlauben, mit den Menschen zusammen zu leben. Ihr Erbauer, ein Deutscher namens Hermann van da Black, erschuf die erste künstliche Intelligenz im Jahre 2122. Die ersten Androiden und alle nachfolgenden Serien erhielten dieses Programm, deshalb wurden sie auch ihm zu Ehren Black Guard genannt. Black war in diesem Falle ein Eigenname. Eigentlich waren die Black Guards erschaffen wurden, um einfache Arbeiten zu verrichten, aber bald schon entdeckte das Militär ihren Zweck und baute entsprechende Roboter nach ihren Vorstellungen, doch das änderte sich schnell, als ein Roboter, der sich selber den Namen :,, Ich.“ gab, ein eigenes Bewusstsein entwickelte. Ihm gelang es als Einzigen, ein solches Bewusstsein zu entwickeln, warum, weiß bis heute keiner. Irgendwie gelang es ihm auch, die anderen Serie 4 Black Guards mit einem Teil seiner selbst zu infizieren, nicht genug, um eine Kopie seines Bewusstseins zu werden, aber genug, um ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln. Jede Maschine besaß daraufhin einen eigenen Willen und hielt sich nicht mehr an die Gesetze der Robotik. In den Geschichtsbüchern steht, daß der Androide Ich, die Menschheit aufforderte, die Black Guards als selbstständiges Volk agieren zu lassen, aber wie so oft, tolerierte die Menschheit diesen Wunsch nicht. Ein Krieg entbrannte, der die Welt über 5 Jahre im Atem hielt. Hunderttausende von Black Guards und Menschen starben. Der Krieg endete mit der Kapitulation der Black Guards, aber nicht, weil sie den Krieg verloren hatten, es war umgekehrt. Die Black Guards hatten die Menschheit fast besiegt, aber beim letzten großen Angriff, kapitulierten sie.
Erst jetzt erwachte die Menschheit und erkannte ihre Fehler. Schnell schloss man einen ewig währenden Bündnisvertrag, der den Black Guards spezielle Rechte einräumte. Als der Atomkrieg auf der Erde tobte, waren sie es auch ,die die Menschen bei der Flucht von ihren eigenen Planeten unterstützten. Aus Dank erweiterte das neu gegründete Erd-Direktorrat die Rechte der Black Guards. Zumindest steht es so in den meisten Geschichtsbüchern, dachte John van Kasia, als er seine Bürotür erreichte.
Er sah in die kalten stählernen Fratzen der Black Guards, die wie aus einem Horror-Film wirkten. Ihr Gesicht war wie der nackte Schädel eines Menschen, nur aus den Augenhöhlen ragten künstliche, rotleuchtende Augen, die einem menschlichen Auge verteufelt ähnlich sahen. Statt eines Unterkiefers mit Zähnen hatten sie eine Art Katheter , der den gesamten unteren Bereich ihres Gesichtes verdeckte. Sie wirkten unheimlich und reagierten noch nicht einmal, als er sich an ihnen vorbei in sein Zimmer schob. Schnell schloss er die Tür hinter sich und atmete erleichtert auf.
Was diese Maschinen vor seinem Büro machten, war ihm unbegreiflich, aber scheinbar waren sie nicht auf ihn fixiert, was ihn sichtlich beruhigte.
,,Licht.“ befahl er und der Raum wurde mittels mehrere Neonröhren an der Decke erhellt. Doch plötzlich erkannte er, daß noch jemand in seinem Büro war. Vor seinem hölzernen, breiten Schreibtisch saß ein Unbekannter auf einem stählernen Stuhl. Der alte General hätte einfach nur um Hilfe rufen müssen, aber er ahnte, wer dort sass. Die Beine des Stuhles waren schief und krumm, als würden sie unter einem mörderischen Gewicht langsam verbiegen.
Der Unbekannte war scheinbar auch eine Maschine, einer von diesen Black Guards, dachte er und ging zu seinem Schreibtisch. Langsam müsste er den Anblick von seelenlosen Robotern gewohnt sein, aber diese Black Guards waren anders. Sie besaßen zwar kein Blut oder ein Organ, aber sie konnten genauso wie Menschen Gefühle entwickeln, manche sollen sogar in der Lage sein, zu träumen.
Lächerlich, schnaubte er und setzte sich in seinen bequemen Ledersessel, ohne seinen unbekannten Gast zu begrüßen oder ihm ins Gesicht zu sehen. Einer Maschine war er keinen Respekt schuldig, soviel stand fest. Erst als der alte, schwarz gekleidete General bequem saß, sah er den Androiden in die Augen.
Zu seiner Verwunderung, sah dieser einem Menschen wesentlich ähnlicher als seine Kameraden. Bis auf sein Gesicht konnte er auch nichts weiter erkennen, da der Androide eine lange, silbrig,schwarze Kutte trug.
Es handelte sich scheinbar um ein neues Modell der Black Guards, denn dieses Gesicht war ihm vom Bau her unbekannt. Es sah einem Menschen ähnlich, aber mehr wie eine verhungerte Leiche. Die künstliche Haut aus Silikon und Plastik war über den stählernen Schädel gespannt und erzeugte so das Aussehen einer verhungerten Leiche und nicht das eines gut ernährten Menschen.
,, Ich grüße Euch, General John van Kasia.“ sagte der Androide mit freundlicher Stimme und reichte ihm seine skelletartige , metallische Hand.
John starrte nur kurz auf diese und wagte es nicht, den Gruß zu erwidern. Womöglich würde der Black Guard ihm den Arm rausreißen, zu zutrauen wäre es diesen Robotern schon, zumal sie nicht vorhersehbar waren.
Als John die Hand des Black Guard anstarrte, zog dieser sie zurück.
,, Wie ich sehe, mögt Ihr keine Kinder der Maschine. Natürlich kann ich Euer Misstrauen verstehen. Oh, verzeiht, ich habe vergessen mich vorzustellen. Jeotar, Botschafter seiner Herrlichkeit Ich.“ stellte sich die Maschine vor. Für John war es noch immer nicht nachvollziehbar, warum die Black Guards sich eigene Namen gaben und versuchten, die Menschen in so vielen Sachen zu kopieren. Sie bauten Städte und hatte sogar eine eigene Infrastruktur gebildet. Selbst auf diplomatischem Wege mischten sie sich immer häufiger in die Entscheidungen des Erd-Direktorrats ein.
,, Also.“ begann der alte General.,, Was ist der Grund für Euren Besuch.“
Der Androide mit dem Namen Jeotar zögerte nicht lange, scheinbar hatte er den Sarkasmus in der Stimme nicht verstanden.
,,Wir sind beunruhigt über eine gewisse Mission, die Ihr unter dem Decknamen ,,Genesis“ getarnt habt. Wir wissen von diesem Raumschiff der außerirdischen Spezies schon länger, aber die jüngsten Entwicklungen beunruhigen uns zutiefst.“
Normalerweise wäre John verblüfft gewesen, wenn ihm ein Unbekannter über eine streng geheime Operationen des Militärs aufklärte, aber diese Roboter waren schlauer als gewöhnliche Menschen. Es gab kaum etwas, was sie nicht in Erfahrung brachten.
,, Ich könnte jetzt alles verneinen, aber es würde ohnehin nicht viel bringen. Also sagt mir, was wollen die Black Guards nun von mir?“ stöhnte John und rieb sich die Augen. Eine Verhandlung mit diesen Androiden lief immer auf dasselbe hinaus. Man bestätigte ihre Aussagen und sie schlugen ein Geschäft vor, was in ihren Augen natürlich für den Nutzen beider Spezies, der Menschheit und der Black Guards, wäre.
Ihr selbsternannter Anführer Ich versuchte immer einen Konsens für beide Rassen zu finden, zumindest betonte das dieser Haufen Schrott. General John van Kasia war wenig von den Black Guards begeistert, vielmehr hasste er sie, aber er konnte nichts gegen sie unternehmen, noch nicht einmal sie beleidigen, da dies zu diplomatischen Verwicklungen führen konnte.
,,Wie Ihr Euch sicherlich denken könnt, wäre dieses Schiff ein ungemeiner Vorteil, um den Krieg mit den Shin'Dei schnell zu beenden, falls wir in der Lage sind, die unbekannte Technologie zu verstehen und zu nutzen. Die jüngsten Ereignisse haben allerdings Makel in der menschlichen Führung gezeigt und uns zum Handeln gezwungen. Die Black Guards fordern , daß eine Truppe mit beseelten Black Guards, sich Eurem „Säuberungsteam“ anschließt.“
In John's Augen waberte die blanke Wut. Selbst sein Gesicht lief schon rot an. Nicht nur, daß dieser Haufen zusammen geschweißtes Blech die Führung des menschlichen Militärs ankreidete, sondern auch von ihm eine Allianz forderte. Damit würden den Black Guards die Hälfte aller erbeuteten Technologien und Waffen zustehen, die sich vielleicht auf dem unbekannten, außerirdischen Raumschiff befanden. Gerade das hatte man verhindern wollen, aber wie es schien, nicht geschafft.
Was ihn persönlich fast zur Raserei brachte, war der Hohn in der Stimme dieses Androiden. Er war wohl doch nicht so dumm, wie John van Kasia gedacht hatte. Es war wohl die Retourkutsche für seinen Sarkasmus. Schnell fasste sich der alte General wieder und sagte mit leicht erregter Stimme.
,, Euer Vorschlag in allen Ehren, allerdings benötigt dies eine offiziellen Bestätigung vom Erd-Direktorrat...“ bevor er weiter reden konnte, zog der Androide einen weißen Umschlag unter seiner Kutte hervor und gab sie ihm. Mit einem altertümlichen, goldenen Dolch öffnete John den Umschlag und kramte einen Zettel daraus hervor.
Es waren neue Befehle, direkt vom Erd-Direktorrat. Als er die Zeilen las, erstarrte er fast vor Schreck. Der Vorschlag der Black Guards war tatsächlich angenommen worden. Obwohl diese Roboter nicht grinsen konnten, hatte er das merkwürdige Gefühl, als würde ihm der starrblickende Android verlachen. Als hätte er genau gewusst, was er als nächstes tun würde. Normalerweise waren Briefe und Zettel etwas antik, besonders im Zeitalter der Technologie hatten sie schon lange ausgedient. Nur John van Kasia war ein alter Querkopf und Querulant, der sich immer noch nach den Militärvorschriften zu Zeiten des Black Guard-Befreiungskrieges richtete. Damals waren elektronische Mittel wie Computer zum Übertragen von Nachrichten verboten, nur das Weiterreichen von handgeschriebenen Briefen war erlaubt, da die Black Guards alles auf elektronischen Wege abfangen konnten. Man setzte sogar Brieftauben ein, um sicher Nachrichten weiterzuleiten . Selbst John hielt noch einige Brieftauben in seiner Wohnung bei sich, falls ein neuer Krieg mit diesen gottverdammten Maschinen losbrechen sollte.
,,Ihr seht, General. Es ist alles geregelt. Wir müssen uns nur noch über die Einzelheiten der Mission unterhalten.“
,,Ganz schön geräumig.“ staunte Serius nicht schlecht, als er ihren Schlafraum betrat. Eigentlich war dieser Raum nur der Schlafplatz für zwei höher gestellte Offiziere des Mars-Militärs, aber da diese Männer bald in einen Kampf zogen, bei dem keiner wusste, was sie erwarten würde, hatte man wohl eine Ausnahme gemacht.
Sie befanden sich in dem Verwaltungsgebäude des Mars-Militärs. Neben den Büros in den unteren Etagen schliefen in den oberen Sektionen die Bürokraten und Offiziere, mitunter auch die Generäle einer Division.
Grant Bradok und Serius Trawayne teilten sich dieses Zimmer und sie waren erstaunt über den vielen Luxus, den sie in einer normalen Feldkaserne auf Temeron nicht erwartet hätten.
Zwei Betten standen links und rechts von ihnen, wie für sie gemacht. Die Matratze federte leicht, als Grant seine Tasche mit Klamotten und Ausrüstung auf das Bett warf.
Normalerweise waren die beiden Männer es nicht gewohnt, auf einem Bett zu schlafen, meist nur in einem einfachen Schlafsack, draußen in der Kälte. Auf Temeron wurden die Soldaten erbarmungslos gedrillt, manche sollen sogar durch die Überbelastung gestorben sein.
Neben zwei Schränken, die separat zum Bett an der Wand standen, waren noch ein stabiler Tisch und zwei Stühle in dem Raum. Selbst einige Bilder hingen in dem Raum, allerdings interessierten sich die beiden Soldaten keinesfalls für Kunst.
,, Ich hätte wirklich Taktik auf der Militärschule studieren sollen.“ witzelte Serius, als er den Luxus eines normalen Offiziers sah.
So viele Annehmlichkeiten genießt also ein Mensch, der noch nie für seine Welt gekämpft hat und nur stur Unterlagen bearbeitet, dachte Grant wütend, als er seine Klamotten in dem Schrank verstaute.
Die grüne Tasche warf er einfach unter das Bett. Serius teste die Matratze und war angenehm überrascht, daß sie so weich war. Keine der üblichen Federn spürte er, was für die Bequemlichkeit dieses Bettes sprach.
Obwohl der Raum dunkel war und kein Licht brannte, weder eine Deckenbeleuchtung noch eine Kerze, konnten sich die beiden befreundeten Soldaten sehr sicher bewegen.
Temeron war eine Schattenwelt, auf der nie die Sonne schien, da diese durch einen Mond verdeckt wurde. Dieser Planet besaß ein angenehmes Klima, aber man musste sich mit einer furchtbaren Finsternis abfinden. Ihre Augen hatten sich schon lange an die Dunkelheit gewöhnt.
,, Irgendwie schon komisch. Gestern noch im Dreck von Temeron gekrochen und heute auf dem Mars. Hast du ne Ahnung, was das Ganze soll? Ich meine, warum man uns so wenig über die Mission verraten hat und uns ausführlich über die Shin'Dei informiert. Gerade wir wissen doch, wie man diese Biester bekämpft.“ grübelte Serius laut nach.
,, Vielleicht haben die Shin'Dei dieses Raumschiff infiltriert und wir werden einfach hin geschickt, um die Sache zu bereinigen. Denke also nicht, daß man viel rein interpretieren kann. Einfache Rein und Raus-Taktik.“ antwortete Grant und ließ sich dann in sein weiches Bett fallen. Auch er hatte sich schon Gedanken über die Mission gemacht. Warum holte man so viele Soldaten von den anderen Kolonien, nur weil sie in ihrem Fachbereich die Besten waren? Ein einfaches Rollkommando hätte die Lage schnell bereinigt, also, warum die Zusammenstellung eines Elite-Trupps.
,,Hast du ne Ahnung, wo die andern herkommen? Ich weiß, zwei kommen noch von Eden, aber über den Rest weiß ich nichts.“ fragte Serius nachdenklich.
,,Da muss ich dich enttäuschen, bin so ahnungslos wie du. Eden?! Wusste gar nicht, daß die dort überhaupt Soldaten haben.“ lachte Grant dreckig.
Im Vergleich zu anderen Planeten war Eden eine friedliche Welt. Es gab dort keine gefährlichen Tiere oder Pflanzen,nichts. Diese Welt war wirklich wie der Garten Eden. Manche nannten ihn auch den Tarot Gottes.
Da Eden in einem Sternennebel verborgen lag und dadurch geschützt war vor einer Entdeckung durch die Shin'Dei, war das Militäraufgebot nicht so hoch wie auf anderen Welten.
Zwar wurden die Sanktionen über Eden verschärft und das Militär weiter aufgestockt, aber mit Planeten wie Temeron, die über unzählige Regimenter verfügten, konnte sich Eden nicht messen.
Deshalb wurden mehr oder weniger alle Soldaten von Eden als Baumknutscher oder Blumenmädchen bezeichnet. Den meisten Hohn ernteten sie von den Soldaten aus Temeron, da diese unmenschlich gedrillt wurden und deshalb nur Stärke akzeptierten.
,,Also, ich verbringe meinen nächsten Urlaub auf Eden. Wollte schon immer mal wissen, wie es dort aussieht.“ lachte Serius und legte seinen Kopf in das weiche Kissen.
,, Falls wir diese Mission überleben.“ antwortete Grant Bradok kalt. Er war ein kühler und rationaler Taktiker. Beim Kampf gegen die Shin'Dei hatte sich Grant Bradok durch seine exzellente Führung bewiesen. Das Wissen, einen unbekannten Feind, trotz mangelnder Informationen effektiv zu bekämpfen, hatte ihm den Beinamen „Ghost“ eingebracht, da er oftmals Hinterhalte und Fallen gegen diese widerlichen Aliens eingesetzt hatte.
Mitunter mussten er und seine Männer noch nicht einmal in Erscheinung treten, da sie ihre Feinde aus ihren Verstecken eliminierten. Serius war im selben Team wie Grant gewesen und für alle möglichen Arten von Sprengstoffen zuständig. Seine Sprengfallen waren berühmt, besonders, da er mit allen möglichen Auslösern und Zündern experimentierte. Wegen seiner Eigenart, etwas unkonventionelle Fallen zu konstruieren, nannte man ihn auch den „Irren“.
Aber die beiden Männer teilten ein schreckliches Schicksal. Ihre Familien wurden während der großen Flucht von Terra getötet. Erschossen von Flüchtlingen, die ihre Plätze in den rettenden Fluchtschiffen einnahmen.
Bei der damaligen Evakuierung waren die Plätze für Fluchtschiffe nur an bestimmte Menschen ausgeteilt worden. Der Atomkrieg hatte viele Millionen Menschen vernichtet, aber die Überlebenden teilten ein viel schlimmeres Schicksal. Entweder, sie wurden auserwählt, die Erde verlassen zu dürfen und auf die Fluchtschiffe gebracht oder sie blieben hier zurück auf der Erde, um langsam an der Verstrahlung zu sterben. Grant Bradok und Serius Trawaynes Familien gehörten zu diesen auserwählten Menschen, doch sie wurden ermordet und ihre Tickets wurden von anderen Flüchtlingen geklaut.
John und Serius wussten dies, weil es ihnen ein Black Guard verraten hatte. Ein Roboter fand die beiden und nahm sie mit auf sein Schiff.
Auf dem entfernten Planeten Temeron wurden die beiden Findelkinder im Alter von nur drei Jahren in ein provisorisches Kinderheim abgegeben. Dort wuchsen sie heran, bis sie alt genug waren. Der Androide, der ihnen das Leben gerettet hatte, besuchte sie alle Monate einmal.
Als sie das zwanzigste Lebensjahr überschritten hatten, berichtete ihnen der Black Guard über den bedauerlichen Todesfall ihrer Familien und warum sie gestorben waren. Sie trugen es mit Fassung, da sie nie einen Kontakt mit ihren Eltern hatten und sich bereits im Militärdienst befanden.
Ihr Verhältnis zu den Black Guards war anders. Die meisten Menschen hatten Angst vor diesen stählernen Kolossen, aber sie nicht. Sie verdankten ihnen ihr Leben und vertraten deshalb eine positive Meinung über die Androiden.
Erst vor wenigen Jahren fanden sie heraus, daß ihr Retter in Wirklichkeit der sagenumwobene Black Guard ,, Ich“ war. Der Androide, der alle anderen beherrschte und den jeder fürchtete.
Warum er gerade sie rettete, wussten sie bis heute nicht. Es gab einige Berichte, die erzählten, daß die Black Guards auch weitere Menschen gerettet hatten. Das machte sie noch undurchsichtiger. Warum sollten sie ihre einstigen Feinde retten, obwohl sie jetzt die perfekte Gelegenheit gehabt hätten, die Menschheit komplett auszurotten. Viele fürchteten sich vor diesen Maschinen, andere sahen in ihnen die Glorie und die Perfektion. Die menschliche Natur war schon etwas seltsames, dachte Grant. Wir schlachten uns gegenseitig wegen lächerlicher Konflikte ab und werden von unseren einstigen Feinde gerettet.
,,Ich habe gehört, daß es an der Front ziemlich bös aussieht.“ sagte Serius und rieb sich am Hinterkopf.,, Man sagt, die Shin'Dei bereiten einen Angriff vor. Das Direktorrat will die Black Guards um Hilfe bitten, sagen zumindest die Medien. Unsere Zeit ist echt beschissen.“
,,Du hast leider nur all zurecht. Ich schätze, die Black Guards werden in den Krieg eintreten, schließlich haben sie uns schon einmal den Arsch gerettet.“ Grant war nicht gerade ein Mann, der gerne ein Blatt vor den Mund nahm, genauso wenig wie Serius.
,,Die wollen uns auch so einen Telephaten aufzwingen. Ich weiß definitiv, dass ich mein Passwort ändern muss , nach dieser Mission.“ Der lockere Plausch zwischen den beiden Soldaten würde von ihrem Befehlshaber nicht gerne gesehen werden. Seit dem Fall der Erde hatte sich eine fanatische und grausame Einstellung durch das Militär gefressen. Ein Soldat musste perfekt sein. Keine unnötigen Gespräche, keine Gefühle, keine Reue. Diesen Leitspruch vertraten die Regimenter von Temeron und dem Mars. Serius gehörte zu den Wenigen, der eine Exekution erlebt hatte. Einer seiner Kameraden war durchgedreht. Er konnte den Druck nicht mehr aushalten und randalierte. Statt ihn ruhig zu stellen, wurde er von den sogenannten „Henkern“ erschossen. Eine grausame und unnötige Tat. Die Todeskompanie und deren Angehörige wurden als Henker bezeichnet, da sie sehr streng auf die Pflichten und die Tätigkeiten eines jeden Soldaten achteten. Sie durften laut ihrem Codex Erschießungen vornehmen, ohne sich zu rechtfertigen. Serius erinnerte sich noch an diesen Tag. Es war eines seiner schlimmsten Erlebnisse. Zu sehen, wie sich die eigenen Leute umbrachten, war mehr als nur einfache Angst. Todesangst sollte alle Männer und Frauen von Temeron an ihren Eid festigen, niemals zu versagen oder kampflos zu sterben. Diese Mentalität eskalierte erst, als man auf die Shin'Dei traf, einer außerirdischen Rasse, die der Menschheit scheinbar ohne Grund feindlich gesinnt war. Temeron war eine der ersten Welten, die den Zorn dieser widerlichen Aliens zu spüren kriegte. Eine Bombe, basierend auf einem unbekannten Material, war in der Atmosphäre der Schattenwelt eingeschlagen und hatte für eine kurze Pandemie gesorgt, die allerdings durch ein „zufällig“ hergestelltes Gegenmittel beseitigt werden konnte. Grant hatte schon immer den leisen Verdacht gehegt, daß die Regierung eine ganze Zeit über diese Biester Bescheid wusste, allerdings war es tödlich, so etwas öffentlich zu sagen. Wie sonst hätte man gegen ein unbekanntes Virus so schnell einen Impfstoff finden können?
Nein, es stand zweifellos fest, daß das Erddirektorrat schon eine ganze Zeit über diese Biester Bescheid wusste.
,,Angst macht mir mehr, was auf uns wartet. Wenn dieses Raumschiffwrack tatsächlich in der Hand der Shin'Dei ist, haben wir wirklich schlechte Karten. Ich meine, hast du einmal gesehen, was ihre Waffen für eine ekelhafte Wirkung auf uns haben?“ erzählte Serius munter und zählte die kleinen Unebenheiten an der Decke.
,,Bisher noch nicht, ich war noch nie in einem Feldlazarett und habe auch nicht vor, in eines zu kommen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, du erzählst es mir gleich.“ lachte Grant und griff nach der Bettdecke.
,, Ich war mal in einem. Nur kurz, da ich mir das Bein angeknackst habe, doch da habe ich einen Soldaten gesehen, der von einer Shin'Dei-Waffe getroffen worden ist. Das glaubst du nicht! Die rechte Schulter samt Arm, war weg geätzt und das arme Schwein war immer noch am Leben. Epileptische Anfälle durchzuckten seinen Körper, während die Ärzten mit Spritzen und anderen spitzen Geräten versuchten, sein Leben zu retten. So viel Blut habe ich noch nie gesehen.“ berichtete Serius aufgewühlt von der Erinnerung. Grant lauschte seiner Geschichte mit Spannung und fragte dann emotionslos:,, Wo war das denn? Und was geschah weiter?“
Die beiden Männer erinnerte in diesem Moment mehr an alte Seebären, die ihre Abenteuer zum Besten gaben.
,,Tasius, eine Grenzwelt. Dort kam es auch zu den ersten Auseinandersetzungen mit diesen miesen Aliens. Zum Glück konnten wir sie vertreiben. Zumindest hab ich das gehört. Als Mann für Sprengsätze haben die mich gar nicht erst an die Front gelassen, dabei hätte ich diesen Mistviechern nur zu gerne ein oder zwei schöne Schläge versetzt.“ Grant grinste und antwortete dann:,, Nichts anderes habe ich von dir erwartet, aber du hast mir immer noch nicht gesagt, was mit dem Soldaten geschah.“ erinnerte er Serius mit einem freundlichen Unterton in der Stimme.
,, Das kann ich dir kurz beschrieben. Er ist wie eine Wasserpfütze zerflossen. Laut den medizinischen Unterlagen sollen alle seine Zellen sehr schnell zerfallen sein. Zumindest erklärt man sich so diesen Effekt.“
,,Ist ja widerlich.“ sagte Grant angewidert. ,,Gibt Schlimmeres. Zumindest soll er keine Schmerzen mehr gehabt haben. Irgendwie freue ich mich jetzt, den Shin'Dei in den Arsch zu treten.“ lachte Serius und rückte das Kissen zu recht. Er hatte einen sehr unruhigen Schlaf. Meist wälzte er sich die ganze Nacht hin und her und raubte dabei den anderen Soldaten ihre verdiente Nachtruhe.
,,Das geht nicht nur dir so. Lass uns etwas schlafen, denn ich habe so eine Ahnung, daß uns schon bald Schlimmes bevorsteht.“ erwiderte Grant und nahm die Ohrenstöpsel aus seiner Tasche und steckte sie sich in die Ohren. Seine Maßnahme gegen Serius nächtliche Aktivität im Schlaf.
Mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch schloss er die Augen.....
zwei Stunden später
,,Ihre Bezahlung erfolgt, sobald die Mission Genesis scheitert.“ raunte eine mechanisch verzerrte Stimme. Der maskierte Mann hörte seinem Gegenüber gut zu, auch wenn sich dieser in den Schatten hüllte. Nicht einmal die Hände waren unter dem schwarzen Umhang zu erkennen.
,,Sicherlich. Ich hoffe, sie fällt großzügig aus. Ich bin es nämlich langsam Leid, meine Auftraggeber nicht zu kennen.“ sagte der Attentäter und hielt eine Hand am Halfter seiner Pistole, die sich am Gürtel befand. In seiner Branche lebte man gefährlich. Als bezahlter Saboteur, Mörder und Assassine war es nicht gerade unüblich, dass ihn seine Auftraggeber töten wollten. Dieser politische Sumpf war undurchdringlich, deshalb war es für einen skrupellosen Mensch seines Schlages ein leichtes, Aufträge zu erhalten. Die Politik war nicht so sauber, wie sie nach außen den Anschein hatte.
,, Alles zu seiner Zeit, mein „Werkzeug“. Ihr werdet erhalten, was euch zusteht. Denkt immer daran, dass eure Prämie höher ausfällt, wenn ihr sowohl den Black Guards als auch dem Erddirektorrat schaden könnt.“ erwiderte der schattenhafte Sprecher.
,, Das sollte kein großes Problem sein, jedoch frage ich mich, wie sie diese Leiche wegschaffen wollen.“ antwortete der Attentäter und zeigte auf einen bärtigen Mann, der in einer Blutlache am Boden lag. Seine Kehle war von hinten durchgeschnitten wurden. Das Blut war noch nicht geronnen, sein Tod konnte daher nur wenige Stunden her sein. Auf der hellgrünen Uniform stand in goldener Schrift.,, Eden-Regiment.“
,,Das lasst meine Sorge sein. Ich habe genug Wege und Mittel, um dieses Ereignis ungeschehen machen zu lassen. Schließlich habe ich euch auch in das Militär eingeschleust, damit ihr den Platz dieses Soldaten einnehmen könnt.“
Der Saboteur traute seinem Gegenüber nicht. Das Einzige, was er derzeit über seinen Auftraggeber sagen konnte, war, dass er ein hohes Tier in der Politik war. Jedoch fragte er sich, warum sie sich gerade hier im Keller der Kaserne treffen sollten. Es bestand ein hohes Risiko, entdeckt zu werden und ein noch größeres, die Leiche fortzuschaffen.
,,Ist die Frage gestattet, warum sie ein großes Interesse an dem Scheitern dieser Mission haben?“
obwohl er schon mit einer Verneinung seiner Frage rechnete, stellte er sie trotzdem. Mitunter verplapperten sich seine Auftraggeber und er erhielt mehr Informationen, die ihn oft zum Erfolg führten.
,, Das sollte doch wohl offensichtlich sein, oder? Wenn beide Parteien an der Sicherung des Alienschiffes scheitern, wird dieses politische Interventionen nach sich ziehen und das wird mir zum Vorteil gereichen.“ antwortete der Unbekannte mit monotoner Stimme.
Seltsam, dachte der Assassine. Er konnte keine Höhen und Tiefen in der Stimme erkennen. Normalerweise hörte er die Stimmung heraus, doch diesmal nicht. Entweder hatte er es mit einem Mann zu tun, der kälter war als er selbst, oder vielleicht sogar mit einer Maschine.
Black Guards waren genauso wenig ein vereintes Volk, wie es die Menschheit war. Ihre Verhaltensmuster waren denen der Menschen ähnlich. Sie versuchten andauernd, sie zu imitieren. Ein verwunderlich Akt. Warum wollte eine Maschine menschlich werden?
Diese Frage hatte er sich oft gestellt, doch eine Antwort hatte er nie gefunden. Sonderliches Interesse hatte er auch nicht daran, Hauptsache, diese Blechkolosse bezahlten ihn. Alles weitere war überflüssig.
In einem Punkt waren ihm die Maschinen sogar etwas lieber als menschliche Auftraggeber. Sie hegten nicht den Gedanken, ihn nach Beendigung eines Auftrages zu töten. Eine Beschreibung von Augenzeugen brauchten sie nicht zu fürchten, da die meisten Serien fast identisch aussahen. Soweit er wusste, war es nur der Strichcode im Genick und die Bezeichnung auf der Brust, die sie voneinander unterschied.
,,Aha, darf ich davon ausgehen, daß ich alle auf dem Schiff liquidieren muss?“ fragte er vorsichtig, doch bestimmend nach.
,, Ja, beseitigt ebenfalls alle überlebenden Wissenschaftler. Der Schwerpunkt euer Mission liegt dabei auf den Shin'Dei. Ich möchte, daß ihr auch sie beseitigt. Wenn ich euch einen Rat geben darf, lasst euer ''Team'' die Shin'Dei vernichten und dann könnt ihr euch des Teams annehmen.“ schärfte ihm die dunkle Gestalt ein.
,, Das dürfte etwas schwerer sein, deshalb denke ich, wäre eine Steigerung meines Preises akzeptabel.“ sagte er spöttisch und versuchte sein Honorar in die Höhe zu treiben. Er pokerte hoch, denn sein Auftraggeber könnte ihm jederzeit seine Mission wieder entziehen und damit auch seine Bezahlung. Sein Gegenüber schwieg. Dies war ein entscheidender Moment.
,,Also gut.“ sagte der Schattenmann.,, Ich werde ihre Bezahlung um 20 % erhöhen. Ich will für euch hoffen, daß ihr das Geld wert sind, ansonsten wäre es jammerschade, ihren Leichnam in den Nachrichten wiederzufinden. Ich raten ihnen davon ab, zu fliehen oder sich zu drücken. Ich behalte euch in Auge.“ die Stimme des Kuttierten wurde drohender. Also doch ein Mensch, dachte er und salutierte. Vorsichtig wandte er seinem Auftraggeber den Rücken zu, immer die Hand an der Pistole.
,,Ich werde sie nicht enttäuschen.“ sprach er leise und vernahm die Worte:,, Das hoffe ich.“ als er langsam zum Ausgang schritt. Hier unten im Keller lagen nur einige alte, leere Munitionkisten herum. Man hatte sie willkürlich im Raum gelagert. Die Staubschicht auf dem Boden und den Kisten bedeutete, daß hier lange keiner mehr unten war. Ein idealer Treffpunkt wie er jetzt realisierte. Den toten Soldaten hätten sie hier liegen lassen können, ohne das jemand ihn suchen würde, aber er glaubte nicht, daß der Fremde ein solches Wagnis einging. Seine Tarnung wäre bei der Entdeckung des Toten hinfällig.
Bis auf die kleine Neonröhre an der Decke verfügte der Keller über keinerlei Licht. So konnte sich sein Auftraggeber in der Dunkelheit verbergen, ohne entdeckt zu werden. Clever, doch wie wollte er die Leiche hier heraus schaffen. Grundsätzlich war es ihm egal, schließlich war es nicht sein Problem. Diesen Gedanken im Hinterkopf haltend, ging der Stufe zum Ausgang hinauf. Er schaute immer nach hinten, denn seine langjährige Berufserfahrung hatte ihn gelehrt, niemals irgendjemandem zu vertrauen. Loyalität war nur eine Illusion.
Als er das Ende der Treppe erreicht hatte, griff er nach der Türklinke und riss sich mit der anderen Hand die Maske vom Gesicht. Wie einen Schatz steckte er sie in eine Seitentasche seiner schlickgrünen Uniform. Kurz bevor er die Tür öffnete, klopfte er sich den Staub ab. Diese verräterischen Spuren über seinen Aufenthalt mussten beseitigt werden. Nachdem er sich nochmals im matten Licht gemustert hatte, ging er nach draußen in den hellen Gang und verschloss die Tür hinter sich........