• off.topic:,, Immer mit der Ruhe ;)

    Kriegst ja Nachschub, hier bitte sehr. Korrigieren tu ich nachher ;) "


    Stunden später im majestätischen Anwesen von Camui Vincent Ramon


    Es war helllichter Tag, doch in den dunklen, unterirdischen Gewölbe war dies nicht zu erkennen. Im Keller seines Anwesens saß Camui Vincent Ramon auf einer barocken Konstruktion. Eine Mischung aus Stuhl und Sessel. Am anderen Ende der Tafel stand ein Mitglied des Codex, ein Vampir, allerdings weigerte sich beharrlich an die reich gedeckte Tafel und den bereitgestellten Stuhl zu setzen.

    ,, Habt ihr Angst etwas kaputt zu machen, mein Freund.“ sagte Camui und blickte seinen Gesprächspartner an. Der über zwei Meter große Mann hatte nur noch sehr wenig Ähnlichkeit mit einem Vampir. Sein Kopf war eine einzige Metalloberfläche, keine Kratzer waren auf den bläulichen Metall zu erkennen. Zwei bionische, grell leuchtende Augen stachen wie Schwerter durch die beinah vollkommene Finsternis des feuchten Gewölbes.
    Auch die Ober und Unterarme des Codex-Getreuen bestanden aus bläulichem Metall, der Brustpanzer war in einem matten Gelb gestrichen. Allerdings war nur geringe Teile davon zu erkennen, viel verbarg die zeremonielle Kutte des Codex-Vampires.

    Der braune lange Stoff lag auf den Boden und wurde durch die leichte Nässe in diesem Keller noch dunkler.

    ,,Einen kleinen Vermittler...beispielsweise!“ grunzte die wütende, blechern klingende Stimme des kybernetischen Vampir.

    Diese Aggression überraschte ihn wenig. Ein Großteil des Codex war durch seine übernatürlichen Kräfte und dessen mechanische Komponenten, wie starke Nerven-Stimulanz-Drogen leicht erregbar.

    ,,Vielleicht wäre es an der Zeit, wenn ihr mir das verratet.“ zog er einen paar Fotos aus seinem Jackett und warf sie über den Tisch.
    Es war eigentlich unnötig, da der Codex-Jünger bessere Augen hatten, als er selbst, vielleicht war er ihm auch körperlich überlegen, aber das ließ er erstmal im Raum stehen.

    ,,Ein kleines Dorf über Nacht zerstört und die Bundeswehrsoldaten spurlos verschwunden. Riecht das nicht gewaltig nach der Handschrift es Codex? Ich meine Entführungen sind doch bei euch an der Tagesordnung.“ wagte er eine erneute Spitze, sehr zum Unbehagen seines Gastes.
    ,,Ebenso die Vernichtung von niederen Vampiren......“ fauchte sein Gegenüber zurück und besah sich blitzschnell die Bilder. Ein irres Tempo, wie Camui Vincent Ramon neidlos anerkennen musste.

    ,,Nein, wir hinterlassen keine Spuren oder ziehen die Medien auf uns. Das ist nicht unser Werk.“ erklärte der Codex-Vampir und suggerierte seinen Gastgeber.

    Camui hasste dieses Spiel. Dieses ewige Katz-und-Maus-Spiel. Statt das die beiden Parteien andern mit offenen Armen begrüßten, bekämpften sie sich gegenseitig, ohne Vernunft, ohne Gnade.

    Es gibt Aufzeichnungen von einigen Urvampiren, die die Menschheit vor Jahrhunderten beherrscht hatten, doch ihre internen Streitigkeiten führten zu ihrem Untergang und damit auch zum Ende der berüchtigten Vampir-Ära. Nun waren die Menschen die alleinigen Herrscher dieser Welt und sie waren nur kleine Geschwüre im Gefüge der Macht.

    Präsidenten, Minister, Kanzler und welche Namen sie noch ihren Oberhäuptern gaben, ließ ihn öfters erschauern. Das Prinzip hatte sich seit Jahrhunderten nicht verändert, nur die Technologie hatte sich verbessert.
    Statt von Königen, Kaisern und Tyrannen geführt und versklavt zu werden, trugen sie nun die Ketten der Demokratie. Freies Recht auf Meinung, etwas worüber er nur lachen konnte.

    ,,Und wer war es dann, mein stählerner Freund?“ wollte der Graf wissen und schlug die Beine über einander, was sich in seiner Kleidung als nicht einfach erwies.

    ,, Eure Fragen missfallen mir und eurer Leben schwebt über einem Abgrund. Noch ein falscher Schritt und ihr fallt ungeheuerlich tief.“ spottet der Codex-Anhänger und drohte erneut.

    ,,Nur mit den Unterschied, daß ich fliegen kann und ihr es nicht mehr könnt.“erwiderte Camui eine bissige Antwort.

    Er konnte deutlich das Schnaufen seines nicht gerade willkommenen Gastes hören. Ein deutliches Anzeichen für seinen Zorn.

    Die meisten Vampire haben ihre Fähigkeit aufgegeben zu fliegen und stattdessen auf den Bodenkampf spezialisiert. Sie sind unglaublich schnell, widerstandsfähig und äußerst gefährlich. Für die Menschen waren solche Vampire tödlich und nur kaum aufzuhalten. Es gab einige Organisationen, die bereits über konventionelle Mittel verfügten, um auch einen Codex-Getreuen zur Strecke zu bringen, allerdings waren sie oft zu klein und zu weit verstreut, als das sie eine wirkliche Bedrohung darstellten.
    ,,Dann erklärt mir, was dieses sinnlose Treffen zu bedeuten hat. Ich muss die Entwicklung weiter voranzutreiben. Der Codex und die Eminenzen erwarten es. Jetzt redet!“ brach die gesamte Frustration seines Gastes vor und schoss durch den Raum, wie der Bolzen aus einer Armbrust.
    ,,Beruhigt euch. Ich habe in letzter Zeit einige Unterlagen prüfen müssen und das mehrmals. Dadurch konnte ich heraus finden, das Herr Patrick Stiller nicht mehr existiert und eigentlich nur noch auf den Formular existiert. Da man den Codex verdächtige, ihn ausgelöscht zu haben, wollte ich das ihr selbst dazu Stellung nehmt, bevor ich gezwungen bin eine Untersuchung einzuleiten.“ erklärte Camui Vincent Ramon sachlich und verlor dabei keinesfalls seine neutrale Haltung.

    ,,Pha, eine Untersuchung. Was würde sie euch bringen.“ zischte der kybernetische Vampir vom Codex zurück und stützte sich mit beiden Armen auf der Tischplatte ab. Dabei knarrte das Holz und war den zerbrechen nahe.

    ,, Persönlich nichts, aber möglicherweise könnte er in euren Fabriken und Laboratorien untergebracht sein und wir müssten möglicherweise eine große Menge an technischen Güter konfiszieren und vielleicht auch die genannten Laboratorien vorrübergehend schließen. Ihr wisst bestimmt, daß so eine Untersuchung sich über Jahre hinweg erstrecken kann.“ Eine geschickt getarnte Drohung, ohne einen feindlichen Unterton. Das war die Spezialität von Camui Vincent Ramon. Sich möglichst gestelzt auszudrücken.
    Das war zuviel für den Codexvampir. Mit seinen beiden eisernen Armen zertrümmerte er den Tisch und fuhr blitzschnell nach vorne, allerdings rührte sich dabei sein Gastgeber nicht. Er blieb ruhig sitzen und wartete darauf, daß er ihn anrührte.

    ,,Das wagt ihr nicht!“ spuckte der bionische Vampir ihm ins Gesicht.
    ,,Warum nicht? Ihr gebt mir allen Grund dazu. Wenn ihr nicht sofort meine Kleidung loslasst, werde ich diese Untersuchung durchführen. Ein Angriff auf einen neutralen Vermittler hat sicherlich Konsequenzen, besonders für euch!“ sprach der Graf weise Wort und der maschinenartige Vampir wankte zurück, durch die Reste des zerschmetterten Holztisches.
    ,,Also ich erwarte eine Erklärung und zwar jetzt.“ fügte er seinen Satz hinzu und vernahm die brachial vorgetragene Antwort des Codexjüngers.,, Tot. Dieser Patrick Stiller war ein Saboteur und hat eines unserer Lager, mittels einer Brandbombe zerstört, dabei ging uns ein erheblicher Teil unseres Wissen verloren. Seine Strafe war die Denoralisierung.“ Dieses Wort gab es im menschlichen Wortschatz nicht, auch nicht in dem der Zunft, aber die Codexvampire umschrieben damit einen höchst qualvollen und langsamen Tötungsprozess.

    Dabei werden die Glieder mittels eines Sägeblattes abgetrennt und danach glühende Stäbe aus Titan in die Wunden getrieben und zwar tief, bis in den Oberkörper. Dabei ist der Schmerz schon kaum noch zum umschreiben, doch jetzt werden die hohlen Titanstäbe mit flüssigen, kochenden Silber gefüllt. Das zähflüssige Silber ergießt sich in den Körper des Opfers und sorgt dort zu seinem langsamen Tode. Alle Vampire haben eine Abneigung gegen Silber, da es ihren Köper versengt.

    ,,Das ist grauenvoll....“ stöhnte Camui Vincent Ramon entsetzt und spürte eine nahe Übelkeit, die sich in seinem Magen breit machte.
    ,,Ein verdientes Schicksal für Mörder. Drei von uns starben in den Explosionen. Hat ein Mörder nicht in euren Rechtssystem den Tod verdient und die Qual seiner Opfer zu spüren?“ fragte der Codexjünger verwundert, scheinbar kannte er keine andere Gerechtigkeit.

    Verwunderlich war dies nicht. Der Codex drillte seine Mitglieder und nicht selten wurde der Verstand durch eine komplexe Form der Gehirnwäsche verdreht.

    ,,Das hat keinen Stellenwert. Ich muss euer Geständnis melden oder ihr helft mir bei einer dringenden Angelegenheit.“ dabei spielte Camui Vincent Ramon einen seinen ältesten Tricks aus. Ein Verbündeter nutzte ihn mehr, als ein sinnloses Gefecht zwischen Codex und Zunft, daß ohnehin keinerlei Relevanz hatte.

    ,,Und das wäre.“ fragte der Codexvampir skeptisch nach.
    ,,Ich bin auf der Suche nach einem Vampir, eher eine Vampirin, hier ist ein Bild von ihr.“ zog er ein Foto unter seinen Ärmel hervor und ließ es über den Tisch gleiten.

    ,,Dieses Mädchen heißt Jessica Niemann und ist seit zwei Monaten ein Jungvampir der Zunft. Ihr sollt sie finden und zu mir bringen. Ich weiß nicht wo sie sich aufhält und vor allem, ob sie noch am Leben ist.....“plötzliche wurde er von seinem Gast.,, Und was geht mich das an?“doch Camui blieb gelassen, er grinste nur und antwortete.,, Ganz einfach, sonst müsste ich wegen Verdachts eines Mordes an einem Zunftmitglied die Fabriken und sonstige Institutionen des Codex vorübergehend schließen, allerdings werde ich sämtliche Anklagepunkte fallen lassen, wenn ihr sie mir bringt. Lebend und in einem Stück, falls sie nicht schon vernichtet wurde.“ unterbreitete der Graf seinen ungestümen und seinem momentanen Werkzeug einen Vorschlag, der zu brisant war, um ihn einfach abzulehnen.
    ,,Und wann?“ wollte er wissen und Camui Vincent Ramon erwiderte.,, Am besten ihr beginnt jetzt mit der Suche. Schließlich seit ihr fast unverwundbar gegenüber den Sonnenlicht.“

    Der Graf wusste gut Bescheid über seinen Gast. Er war ein Jäger-Killer, ein spezieller Attentäter des Codex, auch wenn er dies unter seiner Kutte verbergen wollte. Camui hatte es gesehen, auch den gekreuzten Totenkopf auf seiner goldenen Brustplatte.
    Am Tage könnte er sich schnell finden und aufspüren, nicht umsonst galten der Codex für gefährlich.

    ,,Und ihr haltet euer Wort?“ fragte der Mörder nach, um sicher zu gehen.
    ,,Habe ich jeweils einen Zweifel auf meine Ehrbarkeit kommen lassen?“ stellte der Graf eine Gegenfrage.

    ,,Nun gut, ich werde sie finden.....“ knurrte der Riese und bewegte sich mit schweren Schritten auf die steinerne Treppe zu.
    Camui Vincent Ramon blieb noch eine Weile im Kellergewölbe und besah sich die Bilder. Wenn man der Aussage des Titanen schenken durfte, musste hier etwas grauenvolles geschehen sein. Viel Schlimmer, als er sich vorstellen könnte.

    Möglicherweise hatte doch andere Mächte ihre Finger mit im Spiel. Jetzt galt es erstmal diesen Jungvampir zu finden und darauf zu vertrauen, daß sie Licht in die Dunkel brachte.......


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

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