• off.topic:,, Tja da meine Schwester ein Vampirfan ist und ich ihr eine kleine Freude bereiten wollte, habe ich einen Text über sie geschrieben. Natürlich will ich ihn euch nicht vorenthalten. Also viel Spaß."


    Yessy, die Ewige


    ,,Welch schöner Mond.“ schmachtete Yessy die prachtvolle, glänzende Scheibe am Sternenfirmament an. Die junge Vampirin liebte diese Nächte, so herrlich klar, kein Nebel trübte Dunkelheit, kein grässlicher Gestank von Abgasen und Industrie wehte ihr in die Nase. Das Leben in den Outlands hatte seine Vorzüge.

    Keine ekelhaft laute Stadt, sondern nur das einfache Leben auf dem Lande, fern von Zivilisation und Fortschritt. Eine entzückende Gegend, auch wenn die meisten ihrer weltlichen Besitztümer, hier nicht käuflich erwerben konnte. Wer brauchte auch Kosmetik, wenn man ewig schön ist, dachte sie und betrachtete sich in ihrem kleinen Handspiegel, bis sie wieder daran erinnert wurde, daß sie kein Spiegelbild besaß. Eine der wenigen Dinge, die sie nicht mehr sehen konnte. Ihr wunderschönes Gesicht. Keine einzige Falte besaß sie. Ihre Haut blass und weich wie Seide. Die roten, vollen Lippen standen in völligen Kontrast zu ihren grünen Augen und ihren schwarzen, kurzem Haar.

    Einen Umhang trug sie nicht, der würde auch ihre makellose Figur versteckten, ebenso wie die hautenge Lederkluft, die auf das Vortrefflichste ihre weiblichen Konturen betonte. Ja, sie war von nahtloser Schönheit gesegnet, ein Geschenk der Finsternis, daß jedem Vampir bei seiner Transformation gewährt wurde. Jedes Kind der Nacht konnte sein Aussehen bestimmen und nicht selten, siegte die weibliche Arroganz, wie auch bei Yessy. Bis zum heutigen Tag konnte sie sich nicht erinnern, wer sie gebissen hatte. Es geschah im Schlaf. Nur Bilder waren übrig geblieben. Ihre Familie die weinend an ihrem Grab trauerte, unfähig von ihren Aufstieg zu wissen.

    Zerstört hatte sie ihr hölzernes Gefängnis, der Drang nach Blut trieb sie. Wie ein Wurm musste sie sich aus der kalten, modrigen Erde graben. Und dennoch hegte sie keinen Gram gegen ihre Familie. Sie war froh, der Teil einer normalen christlichen Bestattung gewesen und nicht verbrannt worden zu sein, denn dies war der Tod von vielen Kindern der Nacht.
    Eines Tieres gleich war sie durch ihren Heimatort geschlichen auf der Suche nach Beute. Der Trieb bestimmte ihr Ziel, gleich welchen Alters oder Geschlecht. Kein Vampir konnte sein erstes Opfer selbst wählen, daß tat der Dämon im Inneren und er fand es. Einen Verbrecher, einen Mörder durch dessen Hände viele umgekommen waren. Er war das perfekte Ziel. Seine Aura der Finsternis und des Schmerzes war wie ein Katalysator für sie gewesen. Sie packte ihn von hinten, riss ihn an sich heran und rammte ihre langen, spitzen Eckzähne in seinen Hals, dabei wurde die Halsarterie verletzt und das Blut spritzte ihr förmlich entgegen. Den süßlichen, metallischen Geschmackes von menschlichen Blut war ein wahrer Hochgenuss für sie gewesen. Sie konnte zwar nur wenig trinken, da ihre Transformation noch nicht vollkommen abgeschlossen war, aber genug um sich zu sättigen und ihren ersten, willenlosen Diener zu erschaffen. Einen Guhl. Ein Instrument, daß nach alter Sitte seinen Mörder bedingungslos dient. Nur Insekten und Müll waren der Lohn dieser Untoten.

    Sie hatte schon oft versucht, dieses...dieses Ding abzuschütteln, aber es folgte ihr, egal wohin sie sich auf wandte.
    Töten konnte sie ihren Diener auch nicht mehr, daß verbat die Etikette der Vampire.

    Schon wieder hörte sie es kommen. Das klapprige Geräusch, wenn die losen Knochen gegeneinander klackten und das schaurige Stöhnen, als er aus der Hecke hinter ihr in das Mondlicht trat.

    ,,Nicht du schon wieder. Sag mal, wie kannst du mich eigentlich finden? Dein Gehirn funktioniert nicht besser als eine Socke voll Sand und trotzdem kannst du mich verstehen und findest mich...WARUM!“ brüllte sie den stinkenden Guhl an, der allerdings nichts verstand. Seiner leerer, glasiger Blick und die ausdruckslose, schwammige Miene sprachen Bände. Der Guhl trug immer noch die zerrissene Jeans und sein blaues Hemd, mit der gelben Jacke, nur Schuhe hatte er keine mehr. Wahrscheinlich bei seinen langen Wanderschaften verloren.

    Yessy fasste sich an die Stirn, sie überlegte.
    ,,Ok, hör zu. Du bleibst hier stehen und wartest bist verfault bist ok?“ sagte sie spöttisch und ging ein paar Schritte, aber der Guhl folgte ihr. Scheinbar wollte er diesen Befehl nicht annehmen.
    ,,Schlag dich!“ meinte sie eher sarkastisch und musste lachen, als sich der verwesende Untote einen Hieb in das Gesicht versetzte.
    ,,Tat das nicht weh?“ fragte sie ihm und grinste noch immer. Mit einer Antwort rechnete sie nicht, aber sie bekam trotzdem eine. Ein Kopfschütteln. Klare Verneinung. Vielleicht war das Ding, doch schlauer, als sie gedacht hätte.

    ,,Hmmmmm...“ überlegte sie. Ein Spielzeug könnte sie gebrauchen, um die niederen Tätigkeiten zu verrichten, wie tagsüber ihre Zuflucht zu bewachen oder um den Boden zu wischen, schließlich war sie ein sehr reinlicher Vampir.

    ,,Ok, du heißt ab jetzt Nym. Ist kürzer als Ding oder Zombie, hast du verstanden?“ fragte sie nach und der Untote nickte. ,, Na wenigsten etwas. Kehr zu meiner Zuflucht zurück, ich möchte ein wenig im Dorf umsehen, da wäre dein malträtierter Anblick eher von hinderlicher Natur.“
    Diesmal nickte der Guhl und sagte:,,Jaaaaaaa.....“allerdings hörte es sich an wie ein fleischiges Stöhnen.

    Yessy drehte sich um, da sie nicht glauben konnte, daß Nym wirklich gesprochen hatte. Schnell trottete der Untote von dannen und verschwand wieder in der grünen, dornigen Hecke hinter ihr.
    ,,Endlich. Nun wollen wir mal für ein kleines, bisschen Verwirrung sorgen.“ lachte sie und aus ihren Rücken brachen zwei gewaltige Schwingen hervor. Ihre Reißzähne wuchsen runter bis zur Unterlippe und ihre Augen leuchteten wie glühende Kohlen.

    Das Tier in ihr erwachte und der Blutdurst flammte in ihr auf, aber dieses Mal konnte sie ihn kontrollieren. Eine Fähigkeiten die nicht alle Vampire beherrschten. Manche wollten es auch nicht, sie lebten ihren Rausch aus, egal wen sie dabei schadeten.

    Widerliches Geschmeiß, wie empfand, als sie sich in die Lüfte schwang und ihre langen Schwingen sich vom Auftrieb abstießen.
    Ein herrliches Gefühl, wie ein Adler durch die Nacht zu schweben und dabei alles zu überblicken. Sie überflog gerade das kleine Dorf mit seinen kleinen Strohdächer und den angrenzenden Pinienwald, doch hatte es nicht auf die dunklen Hütten abgesehen. Nein, es waren die weiten Weiden. Das dort grasende Vieh, konnte ihren Hunger stillen. Nicht gerade ehrenhaft für einen Vampir. Kühe, Schafe, so etwas war unter dem Niveau eines Kind der Nacht. Aber aus diesen Statuten machte sich Yessy nichts. Schließlich hatte die Zunft hier keine Gültigkeit in den Outlands, hier war ALLES erlaubt.
    Auch die Jagd auf andere Vampire. Nur in den Städten waren die Zunft und der Codex von Gültigkeit.

    Glücklicherweise gehörte sie der Zunft an und nicht diesen irren Vampiren vom Codex, bei denen jedes Vergehen mit der Auslöschung bestraft wurde. Nur waren die beiden Parteien verfeindet und lebten im ständigen Zwist. Sollte sie auf einen Codexanhänger stoßen, musste sie vorsichtig sein. Diese Vampire waren gefährlich und in den seltensten Fällen, kooperativ.

    Natürlich gab es noch haufenweise, andere Gruppierungen und Vampir-Familien, aber die Zunft und der Codex gehörten zu den Größten.
    Während sie so darüber nachdachte, überflog sie die Wiese und hatte beinahe ihren Durst vergessen.
    ,,Gottverdammt.“ schnaubte sie und landete elegant auf einen Zaunpfahl. Die weiß-schwarz gefleckten Kühe hatten sie bemerkt, ängstlich wichen sie zurück und bildeten einen Kreis um ihre Kälber.
    Die Angst schmeckte honigsüß. Sie musste grinsen, obwohl sie dies nicht wollte. Das Tier in ihr lachte. Ein krankes Kreischen, daß immer mehr von ihr Besitz ergriff. Nur mit aller Kraft stemmte sie sich gegen das unheimliche Wesen in ihr.

    ,,TÖTE!“ befahl es.,,MORDE!“ verlangte es.,,VERNICHTE! ZERSTÖRE!“ forderte es, doch Yessy gelang es, sich dem Dämon zu entziehen.
    ,,NEIN!“ unterdrückte sie ihn und wendete sich wieder den Kühen zu.
    ,, Keine Sorge, es wird nicht wehtun, zumindest wird keiner sterben.“ sprang sie von Zaunpfahl und ging auf die Rinder zu............


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

  • Na normalerweise muss doch immer Die angesprochene als erstes posten :D Na ich nehms dir mal vorweg Yessi und spreche Deinem Burder mein Lob zu der Geschichte aus. Echt gut mein Freund nur weiter so ;)

    Chaos ist solange Chaos, bis man begreift, daß es eine höhere Ordnung ist

  • nicht schlecht =)

    Die Wahrheit wird oft in einer Sprache gesprochen, die wir nicht verstehen können. Daran zu scheitern sie zu verstehen ist noch lang keine Entschuldigung sie als falsch anzusehen.

  • off.topic:,, Danke und nach vielfachen Wunsch die Fortsetzung, also viel Spaß beim Lesen."


    Der Schatten

    ,, Ein Vampir. Ein Weiblicher. Ich rieche sie.“ knurrte Cadrex, eine grauenhafte, dämonische Bestien, die von einem stählernen Halsband und Ketten gehalten wurde. Sein Körper glich dem eines Gorillas, nur besaß er kein Fell und sein Fleisch war pulsierend rot. Die langen,dolchartigen Zähne brachen aus seinem Unterkiefer und blitzten im Licht des Mondes.
    In seinen roten Augen spiegelte sich die Silhouette eines riesigen Vogels, nein, eines Vampires.

    ,,Sei STILL!“ zischte ihn sein Herr an, der die Ketten in seinen gewaltigen Pranken hielt. Der Grubenlord Vio'Dermal war ein erschreckender Anblick. Sein gesamter Körper war gepanzert, selbst der Kopf war unter einem gehörnten, schwarzen Helm verborgen, nur zwei grüne Augen stachen aus der Finsternis hervor, genau wie sein gewaltiges Flammenschwert, daß er auf den Rücken seiner Rüstung trug. Und obwohl die Klinge zu brennen schien, fügte sie ihm kein Leid zu.

    ,,Ja, Meister.“ winselte der niedere Dämonen und ging in die Knie. Gegen einen 3 Meter großen Riesen hatte Cadrex keine Chance. Er konnte nur überleben, wenn er sich an stärkere Herren verkaufte.
    Eine beliebte Taktik bei vielen seiner Art. Nicht selten wurde sie auch für ihre Treue belohnt.

    ,,Hier ist nur ein Vampir, Herr. Warum sollte dieses Ding unsere Zeit verschwenden. In den Städten der Menschen tummeln sie sich zuhauf.“ warf er ein und wurde sofort von einem harten Tritt in die Rippen in die Knie gezwungen.

    ,,Du sprichst nur, wenn du gefragt wirst, Wurm. Ich bestimme, was meiner Aufmerksamkeit wert ist und nicht so eine lächerliche Made wie DU!“ brüllte Vio'Dermal seinen Sklaven an und zog an der Kette, dabei wurde das Halsband enger und Cadrex rang nach Luft.
    ,,Ja.....Ge....Gebieter....“stöhnte dieser und versuchte mit seinen übergroßen Händen, daß Halsband in seiner Funktion aufzuhalten, wobei er allerdings kläglich scheiterte, da es aus reiner Magie bestand.
    ,,Gut!“ lockerte der Grubenlord seinen Griff und damit auch die tödliche Schlinge um Cadrex Hals.

    Gierig schnappte dieser nach Luft und war erleichtert, daß sich seine Lungen füllten.

    ,,Merke dir: Du bist ein Nichts. Eine wertlose Perversion des Seins und du gehörst mir. Du tust was immer ich dir sage oder du wirst VERNICHTET! Und glaube mir, es ist weitaus schmerzhafter, als es sich anhört.“ belehrte Vio'Dermal seinen nichtsnutzigen Sklaven.

    ,,Ich bin nicht umsonst den Weg des Feuers gegangen und aus der Hölle entkommen. Rache will Ich. Und das will ich seit so vielen Jahrhunderten. Ein Vampir hat mich verbannt und jetzt wird ihre ganze erbärmliche Rasse dafür bezahlen. Aber ich brauche eine Armee. Die Menschen werden gute Wirte sein, um meine Armee in diese Welt zu manifestieren.“ lachte er und trat Cadrex erneut, damit er vorwärts ging. Wie ein Herrchen mit seinem Hund.

    ,,Dieses Geschmeiß. Nie wieder werden sie meine Pläne durchkreuzen. Ich werde dieses Untote Pack ausrotten, bis auf das letzte Kind und die Menschen werden mir eine große Hilfe dabei sein.“ sein finsteres Lachen wirbelte Staub auf und ließ kleinere Pflanzen und Blumen auf der Stelle verbrennen.

    ,,Und wo schlagen wir zu, edler Meister.“ wimmerte Cadrex einschmeichelnd. Erneut lachte der Grubenlord und sagte:,, Ich weiß nicht, wie sie dieses Kaff nennen, aber wir werden dort hingehen, wo die rote Flagge mit den weißen Schloss abgebildet ist. Dort werden wir sie jagen.“
    Dieser Ort war Hamburg, die zweitgrößte Stadt in Deutschland, aber was waren Namen? Nur Schall und Rauch und für einen Grubenlord von Vio'Dermales Schlages nichts, als ein winziges Staubkorn in der Ewigkeit.
    ,,Und der Vampir? Wäre sie nicht eine Gefahr?“ wollte Cadrex wissen, sah seinen Meister dabei aber nicht an. Das wäre auch sein wahrscheinliches Ende gewesen. Grubenlords verachteten niedere Dämonen wie ihm. Ihnen in die Augen blicken zu müssen, wäre eine Beleidigung für sie gewesen, besonders für seinen Gebieter.

    ,, Dieses Insekt? Sie spüre in ihr keine Kräfte. Ein junger Vampir und daher meiner Beachtung unwürdig. Was sollte dieses armselige Wesen gegen mich ausrichten können? SPRICH!“ zischte Vio'Dermal sein Haustier an und zog erneut an der Kette, da er sich durch die Frage beleidigt fühlte.
    ,,Andere......war.....warnen......“ hustete Cadrex und sank zu Boden.,,Ach.“ tat der Grubenlord die Sache ab.,, Soll sie doch ihre Brut warnen. Ich freue mich darauf ihnen die kleinen Flügelchen raus zu reißen.“ sprach er mit euphorischer Stimme und einer unzerstörbaren Selbstsicherheit.

    ,,Und die Engel? Was ist wenn sie die Engel rufen.“ erwiderte Cadrex mit panischer Stimme.

    ,,Engel?! Diese Wichte vergehen im Licht des Himmels, damit würden sie sich selbst schaden, aber aus purer Verzweiflung wären sie dazu in der Lage. Die Krieger Gottes fürchte ich nicht. Ich habe viele von ihnen niedergestreckt und dieser ''Leidenschaft“ werde ich auch weiter frönen.“ verkündete er und blickte auf sein Spielzeug.
    ,,Ein guter Einwand. Ich bin gewillt, dich vielleicht länger am Leben zu lassen, als ich es vorgehabt habe.“
    Mit diesen Worten ließ er Cadrex von der Kette, nur das dämonische rote Halsband blieb.

    ,,Du wirst diese Vampirin ein bisschen aus ihrem Konzept bringen. Jage sie ein wenig. Ich kann mir ihre Einmischung bei der jetzigen Prozedur nicht leiten!“ sagte Vio'Dermal und ging schweren Schrittes auf das kleine Dorf zu. Dabei klirrte seine Rüstung lautstark und der Boden erzitterte unter seinen Füßen. Mit einer einzigen Handbewegung zog er sein Flammenschwert und präsentierte die entsetzliche Klinge. Der Griff der Klinge war golden und ähnelte den geöffneten Maul eines Drachen. Die ewig Feurige hatte der Grubenlord seine Waffe getauft und daß nicht ohne Grund. Man sagte, nichts könnte ihr Feuer löschen, man würde brennen, bis die Flammen selbst von einem abließen. Selbst unter Wasser würde man verbrennen, nichts konnte dieser Waffe gleichkommen, noch nicht einmal die Schmiede des Himmels.

    Sein Herr entfernte sich schnell, nicht weiter verwunderlich, bei seiner immensen Größe. Nur er blieb zurück und zwar mit einem Auftrag, den er ausführen würde........


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

  • ey deggel. liebe? haha, die ratte+grinzt*
    er waagt es, nicht mal mehr zu schreiben, und meine eideen hat er nicht mal mit eingebracht, obwohl die gut waren.
    ätsch. aber gut geschrieben, du weißt ja brüderchen, ich habs net so mit komplimenten. aber schreib gefälligst weiter!!

    Plz Delet my acc!!

  • mhhh... vom konzept nicht übel, aber du solltest deinen schreibstil leicht veränder, weniger dialoge, mehr erzählung. so wie wolfgang holbein vllt oder soll das ein drama sein, sprich theaterstück oder sowas wie ein konzept-drehbuch? dann würds natürlich wieder passen

  • Guter Einwand el_marco, nur msus ich dir sagen, schreibe immer Prolog und erste Geschichte recht sprachintensiv, dann kann man Rückschlüsse auf die Charaktäre ziehen und sie besser einordenen bzw. "einfühlen"
    Natürlich wird noch sehr viel erklärt, aber das war ja ALLES noch Prolog und Beginn, die richtige Geschichte folgt ja jetzt erst ;)


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

  • achso... na dann bin ich mal gespannt wie es komplett fertig ist! ich denke wenn du dran bleibst hast du gute chancen, mal beruflich schriftsteller im fantasy-horro genre zu werden!

  • off.topic:,, Danke dir ;) Ich arbeite schon länger auf dieses Ziel hin ;)
    Ok dann mal weiter im Text, hier ein erneutes Schriftstück, dieses Mal etwas anspuchsvoller, als die beiden Werke. Ich sagte ja...JETZT geht es erst los ;)
    Also dann, viel Spaß beim Lesen."


    Erste Begegnung


    Yessy fuhr mit ihrer Zunge über ihre Blut gesprenkelten Lippen und schluckte auch noch den letzten Tropfen des erquickenden Lebenssaftes. Ihr Beute, in diesem Falle eine braun-weiß gefleckte Kuh, lag am Boden, offensichtlich tot, aber in Wirklichkeit nur Bewusstlos, durch den leichten Blutmangel, denn ihr die Vampirin beigebracht hatte.

    ,,Danke.“ sagte sie und klopfte den liegenden Rind auf den Bauch. Noch immer hatten sich die restlichen Kühe an den Rand der grünen Wiese gedrängt und einen Kreis geschlossen, um ihre Kälber zu schützen. Ein höchst befremdliches Verhalten und bisweilen unbekannt, aber die Anwesenheit eines Untoten hatte schon manche, versteckte Angst wieder erweckt und auch ihre Gegenmaßnahmen.

    Glücklicherweise war die Herde ruhig geblieben und hatte nicht genug Verstand gehabt, den hölzernen, lockeren Zaun einfach umzurennen.
    Ein Hindernis wäre dieser nämlich für sie nicht gewesen. Die Menschen hatten schon Recht. Es waren halt nur Tiere. Keine Form von Intelligenz oder logischen Denkens vorhanden.

    ,,Ihr könnt euch wieder abregen. Ich bin satt, zumindest für heute.“ sagte sie in einem leicht spöttischen Tonfall. Und um den Ganzen die Krone aufzusetzen, fügte sie ihrem Satz noch hinzu.
    ,,Aber ich komme wieder.“ Mit diesen Worten brachen die Fledermausschwingen aus ihrem Rücken hervor und sie schwang sich in die Luft. Ihr gesamter Körper pulsierte vor freudiger Erregung.
    Das Blut peitschte durch ihre Arterie und riss Glückshormone mit sich. Ein wirklich, unbeschreibliches Gefühl. Es brannte schöner, als Liebe und war intensiver als Hass.

    In einer Schraube bewegend, zog sie einen Kreis über die Weide und lachte. Ein fröhliches Kichern, wie bei einem kleinen Schulmädchen, daß sich über seinen ersten Kuss freute.

    Plötzlich blieb sie abrupt stehen und verursachte beinahe einen Absturz, nur in letzter Sekunde konnte sie sich wieder fangen.
    ,,Gottverdammt. Was war das.“ stöhnte sie, als sie Not gezwungen in der Krone eines nahen Baumes landete, einer Eiche.
    Auf den dicken Ästen konnte sie problemlos landen, auch wenn das Blattwerk ihr die Sicht nahm.

    Ab hier war es eine reine Gefühlssache, zwar konnten manche Vampire durch Wände hindurchsehen, aber sie leider nicht, von daher musste sie ihre Landung immer etwas antasten. Sie erinnerte sich nur ungern an ihre ersten Flug- und Landeversuche. Wie oft sie gegen einen Baum, ein Haus oder gegen einen Berg geflogen war, konnte sie nur schwer sagen. Mindestens ebenso oft war sie abgestürzt. Doch hatte sie nie ernsthafte Wunden davongetragen, da sich ihr Körper sehr schnell regenerierte. Knochenbrüche konnten innerhalb weniger Minuten heilen und selbst Schrammen wie Schnittverletzungen vergingen in wenigen Sekunden. Vielleicht eine ihrer passiven Vampirkräfte, sie wusste es nicht. Man entwickelt sich langsam, hatten ihr die Ausbilder in der Zunft gesagt. Die meisten Fähigkeiten würden sich erst im Laufe der Jahre herauskristallisieren.
    Ein Grund, warum sie auch auf den Land lebte. Hier konnte sie sich in Ruhe entwickeln, ohne auf feindlichen Widerstand zu stoßen.

    Nicht gerade die beste Wahl, aber immer noch besser, als sich an die Zunft zu verkaufen und dort sich für tödliche Missionen anzubiedern.
    ,,Was war das? Es war wie ein Kreischen im Kopf.“ sprach sie mit sich selbst und blickte mit geweiteten Pupillen in die Dunkelheit. Hier musste irgendetwas sein oder irgendwer, der sie bedrohte oder gefährlich werden konnte. Dieser schmerzhafte Selbstschutz war in jedem Vampir verankert, daher konnte man sie nur schwer überraschen.
    Aber so intensiv war dieser Warnschrei noch nie gewesen. Sie fror, obwohl dies unmöglich war. Kälte konnte ihr nichts anhaben und Hitze auch nur bedingt.

    ,,Komm raus, komm raus, wo immer du bist.“ flüsterte sie leise und suchte weiter. Sie versuchte sich wieder Mut zu machen, schließlich konnte sie zu niemanden mehr fliehen, nicht nach ihrer Familie rufen oder auf sonstigen Beistand hoffen.

    Ein entsetztes Kreischen zerschnitt die Nacht, wie er Dolch eines Mörders die Kehle seines Opfers. So etwas hatte sei noch nie gehört. Es war ein Schrei ausgestoßen aus höchster Angst.
    ,,Es kommt von den Weiden.“ hörte sie genau hin und stieß sich von der knorrigen Eiche ab. Im selben Augenblick brachen die Schwingen wieder aus ihrem Rücken und sie nutzte den Auftrieb, um zusätzliche Höhe und Geschwindigkeit zu erreichen.

    Sie konnte nicht glauben, was sie sah. Überall auf den Boden waren Abdrücke zu sehen, aber sie wirkten wie ausgebrannt.
    ,,Was zum Geier....“ fragte sie sich, als eine völlig verängstige Herde von Rindern und Kälbern ihr entgegen stürmte. Die Panik dieser Tiere war enorm, die meisten der kleinen Kälbchen wurden tot getrampelt. Irgendetwas musste sie in völlige, blinde Raserei getrieben haben, aber was? Ein Vampir? Nein, das schloss sie aus, sie war selbst noch vor wenigen Augenblicken dort.

    Schnell erreichte sie die Weide und sah überall auf den Boden blutige und zerfetzte Kadaver von Kühen. Blut war überall, das dichte Gras kaum noch erkennbar. ,,Waren das Wölfe?“ stellte sie sich erneut eine Frage, die sie sofort wieder verwarf. Kein Wolf konnte ein einfaches Rind, dermaßen verstümmeln oder würde mit einen solch blindwütigen Massaker über seine Beute herfallen.

    Es konnte kein Tier sein, nein, irgendetwas anderes, etwas viel stärkeres, schloss sie, als sie den herrenlosen Kopf einer Kuh entdeckte. Das arme Tier war überfallen worden und seine Pupillen waren nur noch Stecknadelkopfgroß. Ein Zeichen für die Mutter aller Ängste.
    Der Schädel war an manchen stellen eingedrückt, beinahe wie von einer riesigen Hand.

    ,,Ein Mensch?“ vermutete sie, jedoch war dies auch unmöglich. Niemand hatte Hände größer als ein Kinderoberkörper.
    Sie folgten den eingebrannten Fußspuren und stand sehr oft kurz vor dem Erbrechen. Selbst ihr Magen hatte Grenzen.
    ,,Heilige Scheiße. Was ist hier passiert.“ murmelte sie unhörbar und vernahm urplötzlich laute schmatzende Geräusche. Yessy konnte eine riesige, tierartige Gestalt erkennen. Sie war über den Körper eines geschlagenen Rindes gebeugt und riss mit seinen scharfen Zähne Fleischstücke aus seiner Beute und verschluckte sie im selben Augenblick.

    Das war kein Mensch und kein Tier. Dieses Wesen konnte es nicht geben. Es war unmöglich. In den Filmen ,als sie noch lebte, gab es viele groteske Monster und ihr Bruder hatte diese Filme immer mit höchster Begeisterung geguckt. Sie empfand dies oft als Zeitverschwendung, aber vielleicht wüsste er, was das war. Sie hatte auch nie an Vampire geglaubt, doch war sie nun einer. Ihr Bruder hätte möglicherweise gewusst, was das war. Schließlich war er ein Fan von Mythologie aller Art und in solchen Dingen recht belesen, auch wenn sie so etwas nie zugeben würde.
    ,,Ich rieche dich. Du riechst nach tot. Nach Fäulnis.“ grunzte das Untier und ließ von seinem Mahl ab, bevor es sich dann ihr zuwendete.
    ,,Du...Du...Kannst...sprechen?“ versuchte Yessy ihren Schock zu überwinden. Vorsichtig tastete sie nach den Zunftmesser, daß sie immer in einer ledernen Scheide am Gürtel, um ihre Hüfte trug.
    Die Klinge konnte nur ein Vampir berühren und führen. Angereichert mit schwarzer Magie sollte es sein, zumindest hatten das ihre Ausbilder gesagt. Nur im Notfall sollte sie es ziehen, da diese Waffe einen Vampir, Menschen oder Tier mit einem Hieb töten konnte, wenn die Wunde tief genug war.
    ,,Oh Ja. Und kann noch viel mehr, leider habe ich den lächerlichen Auftrag dich zu jagen, aber ich denke, dich zu töten wäre amüsanter.“ knurrte das Monster und Speichel, vermischt mit den Blut seiner Beute tropften zu Boden. Wo dieser aufkam, brannte er sich in die Erde.
    Säure, schoss es ihr durch den Kopf. Ein Biss wäre dementsprechend schmerzhaft.

    ,,Verrate mir erstmal; was bist du? Wieder eine Bestie des Codex oder was?“ stellte sie ihre Frage und wartete auf ihre Antwort. Sie wusste, daß der Codex oftmals genetische Versuche vornahm, um den perfekten Soldaten zu erschaffen. Oft nutzten sie Menschen für ihre wahnsinnigen und verachtenswerten Experimente.

    ,,Nichts von alledem. Ich bin ein Diener einer ganz anderen Macht. Einer Macht, die euch alle bald vernichten wird! Vio'Dermals Wille wird diese Welt neu erschaffen.“ erzählte die Kreatur und bleckte seine Zähne. Sie erkannte, wie es die Muskeln anspannte, gleich würde es angreifen.
    ,,Wer ist Vio'Dermal?“ Sie versuchte noch an Informationen zu kommen, denn das schwerfällige Monster schien nicht fliegen zu können. Yessy könnte jederzeit entkommen.

    ,, Er ist der Herr des Feuers. Der Meister der Vernichtung und schon bald wirst du seinen Namen kennen, kurz bevor du dein wertlosen Leben aushaucht!Bereite dich auf den Tod vor!“ schrie das Monster und rannte auf sie zu. Es war schneller, als sie dachte. Ähnlich wie ein Gorilla bewegte es sich fort, nur schneller. Sie konnte nicht mehr wegfliegen, er würde sie noch erwischen.

    Blitzschnell sprang sie zur Seite und entkam einen mörderischen Hieb. Der Boden wurde von den brachialen Schlag aufgerissen und Steine wirbelten, nebst Erde umher.

    ,,Das war knapp, aber ich kriege dich noch!“ drohte die Bestie und holte erneut mit seinen Pranken aus. Yessy sprang elegant mit einem Salto zurück und entkam der tödlichen Attacke. Dieser Hieb hätte ihr sämtliche Knochen gebrochen, da war sie sich sicher.

    Schnell sprang sie nach vorne und zog im selben Augenblick ihren Dolch. Mit voller Wucht stieß sie die schwarze, rauchende Klinge in das rote Fleisch der Bestie. Diese kreischte auf und schlug wild um sich. Von seinem Hinterbein wurde sie getroffen und wurde wie eine leblose Puppe durch die Luft geschleudert. Sie hörte ein Knacken und fühlte den Schmerz. Ihr Kiefer war gebrochen.

    ,,MISTSTÜCK! Ich bin Cadrex. Niemand verletzt mich, am Wenigsten eine bedauerliche Erscheinung wie DU!“ brüllte es und öffnete sein Maul. Ein großer Brocken Speichel flog auf sie zu. Sie schmieß sich auf den Blut besudelten Boden und hörte ein Zischen hinter sich. Der Zaunpfahl hinter ihr, löste sich auf.

    Yessy versuchte seine Schwäche zu erkennen. Er war stark, zweifellos, doch auch langsam. Seinen Bewegungen konnte sie ausweichen und das solange, bis er all seine Kraft verpulvert hatte. Anhand der Stärke ihres Gegners konnte das lange Dauern, sehr lange.
    ,,Och, habe ich dir den Kiefer gebrochen? Tut es weh? Spürt so ein untotes Drecksstück wie du Schmerz? Keine Sorge, ich werde dir noch mehr brechen und sämtliches Leben aus den Leib prügeln.“ zischte Cadrex und sprang auf Yessy zu. Diese rannten ebenfalls, auf ihren völlig verwirrten Gegner zu.

    ,,Ja, renn in den TOD!“ lachte Cadrex sie aus und holte mit seinen beiden Pranken aus, als er direkt vor ihr stand. Dabei stellte er sich auf seine beiden kleinen Hinterbeine. Das war der Moment auf den Yessy gewartet hatte.
    Wie der Blitz schnellte sie nach vorne und rammte ihren perplexen Feind, daß Messer tief in den Oberschenkel seines linken Beines. Jetzt rollte sie sich zur Seite ab und entkam einen Inferno aus Schlägen.
    ,,Was ist das? Was ist das für eine Waffe?“ stöhnte Cadrex und zog den Dolch aus seinen Fleisch, daß sich an den Rändern der Wunde schwarz verfärbt hatte.

    ,,Äin Zhattänmäzaa! *Ein Schattenmesser*“ versuchte Yessy ihren heilenden Kiefer zu bewegen, was ihr auch ganz gut gelang, nur ihre Worte waren sehr undeutlich. Kaum als solche zu verstehen.
    ,,Schwarze Magie. Ein guter Zug. Das gestehe ich dir ein. Ich liebe die Herausforderung. Schon lange nicht mehr einen solchen Spaß gehabt. Es wird mir Vergnügen bereiten ,dir das Genick zu brechen.“ verkündete und gratulierte das entsetzliche Ding vor ihr seine Absichten.
    Yessy breitete ihre Flügel aus, jetzt war das Monster bestimmt langsamer und sie konnte ihn aus der Luft angreifen.

    ,,Ah, du spekulierst mit einem Luftangriff, sehr schön, aber ich muss dich fairerweise warnen. Deine Waffe hat keine Wirkung auf mich!“ lachte Cadrex und die junge Vampirin musste mit ansehen, wie eine schwarz, leicht eitrige Flüssigkeit regelrecht aus der Wunde an Bein der Kreatur gepresst wurde. Es heilt sich, analysierte sie es. Ein Augenzwinkern später, war die Wunde verschlossen und das Bein von Cadrex vollkommen geheilt. Keine Wunde war mehr zu erkennen, nicht einmal ein Kratzer.
    ,,Warum ergibst du dich nicht. Dann reiß ich dir schnell den Kopf ab, dann spürst du nichts mehr. Ich mache selten jemanden ein solch „großzügiges“ Angebot. Verweigere dich mir und dein Tod wird sehr langsam und schmerzhaft sein.“ verlachte das Monster sie und ballte die Fäuste für eine erneute Gebärde.

    ,,Wazzz bizt Duo!*Was bist Du*“ zischte Yessy und hielt sich noch immer mit der rechten Hand die Wange.
    ,,Ich bin Cadrex. Teufel aus den Säuremeeren der Hölle und zu guter Letzt, dein Untergang! Und nun meine Liebe....STIRBT ENDLICH!“ trampelte Cadrex auf sie zu, diesmal war er schneller, viel schneller.
    Yessy konnte sich nur in allerletzter Sekunde mit einem gekonnten Rückwärtssprung retten. Ein Dämon, dachte sie. Und wie sollte sie gegen sowas ankommen. Sie war ein Jungvampir und dieses Wesen schien keine Verletzung wahrzunehmen.

    ,,Du bist geschickt und agil, aber gegen meine Kraft bist du machtlos. Ich werde mit jeder Sekunde stärker, schneller und wendiger. Bald habe ich dich und dann werde ich dich fressen.“ lachte Cadrex und schleuderte wieder einen Säureklumpen nach ihr. Auch dieses Mal konnte sie ausweichen. Der Leichnam einer Kuh wurde getroffen und von der Säure bis auf die Knochen verzerrt.

    ,,CADREX! BEENDE DEIN SPIEL!“ befahl die Stimme von Vio'Dermal. Sie war wie ein Donnergrollen in seinem Kopf.
    ,,Aber ich bin noch nicht....“ stammelte der Dämon und blickte wütend zu Yessy, die gespannt auf seine nächste Attacke wartete.
    ,,SOFORT! DU WERTLOSE MADE! BEWEG DICH!“ Die Stimme wurde eindringlicher.
    ,,Aber.....“ versuchte Cadrex seinen Herren zu beschwichtigen, aber ohne Erfolg.

    ,,SOFORT!“ Mit diesen Worten zog eine unsichtbare Hand an Cadrex. Er wurde buchstäblich über den Boden geschleift. Yessy sah den Dämon verwundert hinterher. War das ein Trick und mit wem hatte er gerade gesprochen?

    Sie wusste, was zu tun war, aber ihre Neugier war zu groß. Sie musste es wissen. Von Wissensgier angetrieben, breitete sie ihre Flügel aus und schoss wie ein Torpedo durch die Luft, stetig der Schneise des Dämonen hinterher. Doch selbst von hier erkannte sie es. Das Dorf in der Ferne, stand in Flammen........


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

  • off.topic:,, und weiter gehts."


    Der Wahnsinn regt sich


    Wahnsinnig lachend und von der Zerstörung in tiefste Euphorie versunken, genoss Vio'Dermal das Massaker. Menschen lagen überall auf den Boden verstreut, ihre Arme und Beine gebrochen, aber sie lebten noch.
    Er brauchte sie schließlich, sie waren der Umstand und sein Sieg. Ihre Schmerzensschreie waren ein Hochgenuss für ihn, kaum in Worte war dieses Gefühl zu fassen.

    Ihre Häuser brannten und nicht selten nicht selten, lagen verbrannte Leiche neben seinen baldigen Opfern. Die Luft war erfüllt von Asche und verkohltem Fleisch. Es war, als wäre die Hölle ausgebrochen.
    ,,Genießt diesen Augenblick noch, denn ihr werdet bald an einem Ort kommen, der wesentlich feuriger ist.“ hatte er die Dorfbewohner verspottet. Sie wollten fliehen, aber das unsichtbare Kraftfeld, daß Vio'Dermal um ihre kleine Ortschaft gelegt hatte, hinderte sie daran. Nur magisch begabte Wesen konnten den Bannkreis erkennen, aber nicht durchbrechen, dafür war der Grubenlord zu mächtig.
    ,,Wie fühlt es sich an, wenn man wehrlos ist? Wie fühlt es sich an, wenn man keine Hoffnung mehr hat.“ hob er eine junge Frau mit seinen riesigen Händen hoch. Die kleine, blonde Frau mit der hautengen Bluse und der Jeans war vor Angst wie gelähmt. Sie schluckte nur und hyperventilierte, was auch nicht wenig verwunderlich war. In Vio'Dermals eisernen Griff und der Tatsache, daß er über 3 Meter groß war, konnte er beinahe jeden einschüchtern.

    ,,SPRICH!“ forderte er den jämmerlichen Affen in seiner Hand auf, aber die verängstigte Dame war außerstande zu reden. ,,Nun gut.“ grinste er sie an und warf sie mit brachialer Gewalt zu Boden. Dabei brachen sie sich sämtliche Knochen und war auf der Stelle tot, aber Vio'Dermal war nicht umsonst als für seinen Ruf bekannt. Er hob seinen schweren Fuß und trat auf den leblosen Leichnam. Durch das enorme Gewicht explodierte der zierliche Körper, beinahe wie eine reife Melone. Blut und Eingeweide schossen über den Boden und klatschten gegen die nahen Häuserecken oder auch gegen seine am Boden liegenden Opfer.
    Der Entsetzensschrei unter der Bevölkerung ließ keine Sekunde später auf sich warten. Er war verzückt. Menschen waren wirklich willige Opfer. Durch ihre schiere Dummheit und den mangelnde Zusammenhalt degradierten sie sich selbst auf eine Stufe mit den Tieren. Wobei er glaubte, daß man sie nicht einmal mit einen Tier vergleichen konnte. Tiere tötete sich nicht untereinander. Besonders nicht für so unwichtige Dinge, wie Geld, Liebe und Macht. Nein, die Menschen waren eine Klasse für sich. Sie besangen ihre Intelligenz, aber waren sie doch nur Gewürm. Ihr sogenannter Intellekt tendierte nur in zwei Richtungen. Macht und Reichtum oder zur Vernichtung von anderen.

    Nicht einmal die Dämonen waren so bösartig und bekämpften sich untereinander. Sicherlich gab es Machtkämpfe, aber diese waren meist nur zwischen sehr hohen Dämonenfürsten, zu denen er nicht gehörte, noch nicht. Jeder Dämon wusste wo sein Platz war, es gab keine Missverständnisse in der Hierarchie. Und wer trotz aller Dummheit doch die Konfrontation suchte, wurde vernichtet.

    ,,Seid ohne Sorge, bald endet diese Hölle für euch, allerdings beginnt dann eine andere für euch.“
    Ungeduldig stapfte er auf und ab. Diese Warterei auf seinen unzuverlässigen Sklaven war nicht tragbar.
    ,,Ich bin des Wartens überdrüssig.“ zischte er mehrfach und fand keine andere Beschäftigung, als einige Gebäude mit seinem Schwert in Brand zu stecken. Der Kraftaufwand war minimal, schließlich war seine Waffe in das Feuer der Hölle getaucht worden und heißer, als das Innere eines Atomreaktors.

    Daher konnte auch niemand, außer ihm die ewig Feurige führen, nicht einmal am Griff berühren, weil die Klinge ein Eigenleben zu besitzen schien. Kleine, feine Zacken befanden sich am Griff, kaum als solche zu erkennen, nur bei der Berührung eines Fremden brachen die Spitzen hervor. Aber dies war nicht das Schlimmste. Die Klinge fraß die Seelen eines jeden Wesens, egal welcher Art und Rasse, nur seinen Schmiedemeister Vio'Dermal war sie freundlich gesinnt. In manchen Kreisen hieß es die Klinge würde flüstern und den Verstand verwirren.

    Eine zusätzliche Sicherheit, die Vio'Dermal seinem Schwert hinzugefügt hatte. Vielleicht war er in dieser Beziehung paranoid, doch durfte ihn niemand zuvorkommen, deshalb war seine Planung wahrhaftig meisterlich und Grund für sein langes Leben.
    Plötzlich schoss eine riesige Wesenheit durch sein Kraftfeld und wurde mit unglaublicher Wucht in eine der niedergebrannten Häuserruinen geschleudert. Es war Cadrex.

    Langsam und immer noch von seinen Sturz geschwächt, torkelte der vierbeinige Dämon auf seinen Herren zu und gab acht, daß er keinen der Menschen unter sich zertrat.

    Ein morsches Stück Holz hatte sich in seine Rippen gebohrt und verursachte entsetzliche Schmerzen. Tragischerweise war er nicht in der Lage es zu entfernen, seine Arme waren zu klobig dafür.
    ,,Wo warst du!“ wollte Vio'Dermal mit erzürnter Stimme wissen.
    Cadrex antwortete nicht, er sah beschämt zu Boden.,,Du solltest den Vampir ablenken, nicht töten und selbst dabei hast du versagt. Ich sollte dich töten.....wobei mir eine bessere Idee kommt!“ lachte der Grubenlord und packte seinen Hunderte von Kilo schweren Diener, als würde er nichts wiegen. Er warf ihn zu Boden und holte mit seiner Faust aus. Dabei zertrümmerte die eiserne Hand des Grubenlordes, Cadrex Ober- und Unterkiefer, nebst seiner spitzen Zähne.

    Der schwächliche Dämon jammerte und stöhnte vor Schmerzen, wagte aber nicht sich zu wehren. Zu guter Letzt trat Vio'Dermal seinen Untergebenen mehrmals auf die Brust. Dabei zerbrachen die Rippen des Dämonen und bohrten sich in seine schleimigen Organe.
    Jede dieser Verletzungen war tödlich, nur nicht für einen Dämonen, da erforderte es mehr, um sie zu vernichten. Besonders da sie in dieser Welt existieren, aber nicht vernichtet worden konnten. Sollte ihre Hülle allerdings zerstört werden, würden sie zurück in ihre Dimension verbannt werden.
    ,,Ich denke, der Bestrafung ist genug getan, außer du sehnst dich nach weiteren Disziplinarmaßnahmen.“ sagte der Grubenlord leicht sarkastisch.
    Cadrex konnte sich kaum rühren, ein Wunder das er noch lebte. Jedes andere Lebewesen wäre aufgrund der grausamen Behandlung sicherlich gestorben.

    ,,Nein, Gebieter. Ich verspreche, mich euch nie wieder zu widersetzen.“ flehte Cadrex um die Gunst seines Meisters.
    ,,Das hoffe ich für dich, denn es wird kein nächstes Mal geben.“ kniete er sich zu seinem Untertan und riss ihn das schartige Holzstück aus der Seite. Dabei verzog Cadrex krampfhaft seine widerliche Fratze.
    ,,Beginnen wir nun mit den Ritual.“ verkündete er stolz und ging in die Hocke.

    ,,Est an Diabelii...“ begann er die Beschwörung und rammte seine Schwert in die Erde, dabei riss der Asphalt auf und ein grüner Schimmer trat zu Tage.

    ,,Öffnet das Portal der Hölle, stoßt auf die Pforten des Unterganges.....“ sprach er nun in der Sprache der Menschen, da dies der Zauber wahrscheinlich so vorsah.

    ,,Ich rufe dich, Prinz der Vernichtung, Reiter Finsternis......“
    Plötzlich erschienen überall auf den Stirnen der Menschen ein rotes Pentagramm, daß rötlich glühte.

    ,,Höre mich, der du zu Unrecht verdammt wurdest.....Höre mich, denn deine Rache komme.....“ führte er die Beschwörung fort. Cadrex war sichtlich verwirrt, er hatte jenes noch nie erlebt. Die Menschen wanden sich nun am Boden und schlugen oftmals ihren Kopf auf den Boden auf. Dies taten sie sicherlich nicht freiwillig, dachte Cadrex und nahm wahr, wie ihre Schreie nun den Zenit erreichten. Aber es war kein menschlicher Schrei, nein, es war, als würden tausend Stimmen vor Schmerzen aufkreischen.
    ,,Erhebt euch, finsterer Fürst und ihr die Scharen der Hölle. Der Seelenpeinschrei hat begonnen und ruft euch zum Gefecht.....erhebt euch. Erhebt Euch. ERHEBT EUCH!“endete Vio'Dermals Zauberspruch und die Schreie der Dorfbewohner verstummten. Ihre Körper schienen leblos zu sein, doch änderte sich das schlagartig. Plötzlich zuckten sie und manche begannen sich zu erheben. Ihre Augen waren glasig und leer. In freudiger Verzückung erhob sich der Grubenlord und zog auch seine Klinge aus dem Erdreich.

    ,,Was sind das für Wesen.....“ fragte Cadrex und versteckte sich ängstlich hinter seinem Meister.

    ,,Das sind jene Dämonen, die von der Kirche bestraft wurden. Verdammt zwischen allen drei Dimensionen, zur ewigen Unruhe verflucht. Kann man sich perfektere Diener vorstellen. Ihr Hass wird mir ein Banner sein und ihr Zorn mein Hammer.“ erklärte Vio'Dermal und hob sie seine gepanzerte Faust. Er triumphierte.

    ,,Für mich sehen sie wie Menschen aus.“erwiderte Cadrex und duckte sich, wegen seiner vorlauten Äußerung. Doch war der Grubenlord zu erfreut.
    ,,Narr. Noch sehen sie menschlich aus. Die Verfluchten müssen sich erst in dieser Welt manifestieren und solange diente die sterbliche Hülle der Menschen als Brutkasten.“ antwortete Vio'Dermal und fügte seinen Worten noch hinzu.,, Und dann sind wir bereit für unseren Angriff....Sieh dort.“ zeigte er nach oben. Eine zierliche Person mit Schwingen kreiste über das Dorf.,, Die Vampirin!“ kreischte Cadrex wütend.

    ,,Sie hat alles gesehen, sehr schön. Flieg zu deinen Herrn und klammert euch zitternd in der Dunkelheit, denn ich werde bald kommen und euch vernichten!“ rief Vio'Dermal laut. Laut genug, daß es Yessy verstehen konnte. Völlig aufgelöst und in ihren Weltbild erschüttert, flog die junge Vampirin in die Nacht hinaus, um die Ankunft der Dämonen zu verbreiten......


    Zwischen den Fronten


    Camui Vincent Ramon sass in seinem Sessel auf seinen prunktvollen Anwesen, an der Stadtgrenze zu Hamburg.
    In seinen blassen Finger hielt er ein Weinglas, gefüllt mit Rotwein. Vorsichtig nippte er daran und ließ das Aroma ziehen. Schließlich war er ein Adeliger und kein Mann aus dem Mittelstand, der nicht einen guten Jahrgang zu schätzen wüsste.

    Als ein Vermittler zwischen der Zunft und dem Codex gehörten er beiden Parteien gleichermaßen an, dies brachte Vor- und Nachteile mit sich. Am betrüblichsten war jedoch die Kleidungsetikette.
    Der lange, schwarze Umhang mit den übergroßen Kragen war noch zu verkraften, doch das darunter befindliche grüne Jackett mit den goldenen Stick an den Ärmel war störend. Genau wie die perlweiße Rüschenkrawatte, die Teil eines Hemdes war, welches sich unter dem Jackett befand.
    Ein ziemlich umständlicher Kleidungsstil, doch gegen die Etikette war er machtlos. Nur seine jahrhundertelange Erfahrung hatte ihm dieses Amt von zweifelhaften Würden eingebracht, ebenso wie sein Schloss.
    Trotz allem streckte er die Regeln. Er hatte schon immer diese Vorschriften für belanglos gehalten, für unsinnig, allerdings durfte er sein Unbehagen nicht äußern.

    Sein kurzgeschnittenes Haar war blond gefärbt und wirkte leicht verwildert, was jedoch integraler Bestandteil seines Modeempfindens war. Ebenso seine schwarzen Lippen und die pechschwarze Umrandung seiner Augen, die perfekt mit den blassen Ton seiner faltenlosen Haut harmonierten.
    Er wirkte wie ein Gentlemen aus den 17. Jahrhundert, allerdings mit einem frischen Wind der Neuzeit.

    ,,Wie lange bin ich schon diesen tristen Leben Gram.“ stöhnte er leicht bedrückt und erhob sich aus seine ledernen, schwarzen Sessel. Gelangweilt schritt er auf und ab in seinem Arbeitszimmer. Die Bücher in den Regalen kannte er alle, schließlich hatte er Jahrhunderte Zeit gehabt sie zu lesen, manche sogar zweimal.

    Auf seinen stämmigen Eichenholztisch am Ende des großen, hallenähnlichen Raumes brannte noch das Licht der Tischlampe, neben vielen Unterlagen, die er sich durchgesehen hatte.

    Dahinter befand sich ein riesiges Fenster. Die Aussicht war nicht gerade üppig, aber hatte er den Mond vor Augen. In solch klaren Nächsten stand er wie eine gelbe Scheibe am Himmel und tauchte die ganze Stadt in ein magisches Meer aus wunderbaren Träumen.
    Wenn man ewig lebt, kann man sich an allem erfreuen, selbst an der geringsten Nichtigkeit des Seins.

    Ja, was hatte er alles erlebt. Er war durch die Dunkelheit geflogen und war Zeuge ganzer Realitäten, doch seine Erfahrung sagte ihm, daß irgendetwas nicht stimmen konnte. Eine Nacht ohne Probleme, war wie ein Stier ohne Hörner.

    ,,Hmmmm...“ murmelnd ging er zu seinem Schreibtisch. Er glaubte etwas in seinen Unterlagen übersehen zu haben. Der Codex und die Zunft waren durch den Pakt der Nacht gezwungen, genaue Angaben über den Verbleib ihrer Mitglieder zu erstatten, jedoch war das nur eine Farce. Keine der beiden Parteien gab den Verbleib oder die jeweilige Aufgabe 100% an, manche Vampire wurden verschwiegen, da sie auf den Papier nicht existierten. Nur durch seine Erfahrung und penible Buchführung konnte er genau erkennen, ob diese Unterlagen richtig waren oder dort der Wurm drin war.

    ,,Nein...nichts.“ überflog er schnell die Unterlagen und legte sich zurück auf den Tisch. Sein Ablagesystem mochte chaotisch wirken, trotzdem war seine Buchführung exzellent.
    ,,Warum nur....“ fragte er sich und biss sich mit seinen spitzen Eckzähnen auf die Unterlippe. Das er Selbstgespräche führte, bemerkte er nicht und wenn war es ihm egal. Da er nicht über großen, sozialen Umgang verfügte und lange Zeit nur für sich selbst war, hatte er sich diese Eigenart angewöhnt.

    Wie ein unruhiger Tiger ging er nun im Kreis und vernahm die erstaunliche Resonanz des Echo seiner Lederstiefel bei jeden weiteren Schritt.
    Alles war in Ordnung, jedoch sagte sein Bauch etwas anderes.
    Erneut ging zu seinem Schreibtisch und forstete die Unterlagen durch, dieses Mal schenkte er auch unwichtigen Details mehr Beachtung.
    ,,Aufenthalt der Zunftmitglieder in den Outlands....“ lies er laut vor und ignorierte das resultierende Echo. Glücklicherweise waren nur zwei Mitglieder dort aufgeführt.

    ,,Patrick Stiller, 3jähriges Mitglied, Vollvampir. ''Erkundungsmission''.......“ murmelte und grinste. Erkundungsmission konnte für alles stehen. Sabotage, Mord..einfach alles. Darauf würde er keine Antwort kriegen. Eifrig las er den nächsten Satz:

    ,,Jessica „Yessy“ Niemann, zweimonatiges Mitglied, Jungvampir, keine Mission.“

    Endlich ein Hoffnungsschimmer, mal keine endlose Recherche nach eventuellen Vorkommnissen oder was die Zunft oder Codex unter den Wort „Erkundungsmission“ genau verstand.
    ,,Jessica......hmmm...Yessy. Irgendwo kenne ich diesen Namen, ah ein Foto....“ sagte er und besah sich das bunte Bild. Ja, an diesen Jungvampir erinnerte er sich.

    Eine junge Frau, kess, leicht arrogant und um keine bissige Antwort verlegen. Er erinnerte sich noch genau an sie, wie sie von der Zunft angeworben und von den Ausbildern eingeführt wurde.
    Wie eine junge Göttin stand sie da und war von ihrer Schönheit besessen, ein Laster, daß viele Vampire hatten.

    Schönheit, Macht und der Blutrausch waren die Verfehlungen der Meisten. Er hatte schon vieles gesehen und erlebt. Besonders die Wandlungen und Ambitionen ,die sich innerhalb weniger Wochen bei den Jungvampiren entwickelten, waren für ihn erfreulich. Oft war die Veränderung von positiver Natur und eher selten tendierte sie zum Negativen.
    ,,Wieso befindet sich ein Jungvampir in den Outlands. Das ist untragbar.“ schnaubte er wütend über die Verantwortungslosigkeit der Zunft. Er nahm den Hörer seines dunkelblauen Telefons und wählte schnell eine Nummer. Er gehörte zu den Vampiren, die auf Bestehendes bauten, daher hatte sein Telefon noch eine Wählscheibe.

    ,,Hier Camui Vincent Ramon am Apparat. Ich wünsche sofort mit den Betreuer von Jessica Niemann zu sprechen.“ er trug seine Bitte sehr eifrig vor, beinahe etwas zu ungestüm.,,Sofort.“ sagte jemand am anderen Ende der Leitung und vernahm eine monotone Musik, mit dem klassischen Spruch:,, Bitte legen sie nicht auf ,wir sind sofort für sie verfügbar.“
    Ungeduldig tippte er mit den Fuß auf den grau-weißen Marmorboden, bis sich endlich jemand meldete.

    ,,Hören sie zu.....“ begann Camui Vincent Ramon.,, Ich bin eben die Akten durchgegangen und bin auf die Mitglieder gestoßen, die sich in den Outlands befinden, darunter ein Jungvampir. Ich wünsche, daß Fräulein Jessica Niemann sofort aus diesen Gefahrengebiet abgezogen wird und wir müssen uns auch dringend über die Mission von Herrn Patrick Stiller unterhalten. Das wäre dann alles. Ich erwarte sie in einer halben Stunde in meinem Anwesen.“ damit legte er auf, ohne seinem gegenüber die Möglichkeit zu geben, sich darüber zu äußern. Durch seinen Rang als Vermittler war er befugt so zu agieren, ohne das es irgendwelche Konsequenzen nach sich zog.

    Mit feuerrotem Kopf sah er zur goldenen Standuhr am Ende des Raumes. Für einen Menschen wäre das Zifferblatt und die Zeiger nicht zu erkennen, doch für ihn war dies eine Kleinigkeit.

    Wenn er eines nicht leiden konnte, dann war es diese selbstgefällige Art mit Jungvampiren umzugehen, schließlich waren sie ersetzbar und ihre Leben von keinerlei Bedeutung. Das hatte zumindest ein amtierender Verwalter des Codex zu ihm gesagt.

    Er war glücklich keinen der beiden verfeindeten Parteien direkt zu unterstehen, er wüsste nicht ,welche er gewählt hätte. Dem Codex, der mit seiner lockeren Art und fanatischen Begeisterung an der Wissenschaft und den Traum eines Supersoldaten fasziniert war oder die Zunft, die zwar die alten Werte predigte und die Magie lehrte, aber keinerlei empfinden für seine Mitglieder besaß.

    Beides keine sehr guten Alternativen. Die kleineren Vampir-Clans wären vielleicht eine Möglichkeit, obwohl sich die meisten mit Mord und Totschlag ihren Reichtum finanzierten.

    ,,Wie man es macht, man macht es verkehrt.“ stöhnte er und ließ sich in seinen Sessel sinken und klappte dabei das Buch über die Nekromantie auf. Es würde noch etwas dauern, bis jemand von Orden erschien, Zeit genug sich seinen Hobby zu widmen. In dem Bewusstsein richtig zu handeln, versank er in den endlosen Zeilen seines Lektüre........


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

  • Finds ja mal echt cool, dass du Yessy ne freude machen wolltest und sooo nen langen text geschrieben hast.

    Coole sache :)

    Ich spiel kein DOW damit das ein für alle mal klar ist.
    Bin hier nur aus just for fun

  • off.topic:,, Danke, Doesn't Matter. Naja eigentlich war es als Geburtstagsgeschenk gedacht, aber durch die provokanten Worte in der jüngsten Zeit gegen meine Schwester, hat dies mich motiviert, ihr hier, mit dieser Geschichte einen Tarot zu errichten, einen ewigen Thron auf dow.de. :D"


    Tränen der Verlorenen


    Yessy flog durch die kalte Nacht, ziellos umher, blind durch ihre Tränen überlaufenden Augen.
    Sie hatte in die Hölle gesehen, anders war dieses Szenario nicht zu umschreiben.

    ,,Wie kann das sein...wie kann das alles nur sein...“ jammerte sie und vor ihren inneren Auge liefen die entsetzlichen Bilder der letzten Stunde ab. Ermordetes Vieh, daß man willkürlich massakriert hatte, brennende Häuser und Schreie die jenseits allem Menschlichen lagen.
    Als „Dämon“ hatte sich ihr Gegner bezeichnet, aber das konnte nicht sein. Wie auch, es gab weder Himmel noch Hölle, es konnte so etwas nicht geben, nein, es DURFTE sowas nicht geben.
    Gerade überflog sie die Straße nach Ahrensburg, der größten Stadt im Kreis Stormarn und ihre alte Heimat.

    Wie es ihrer Familie wohl ging? Ob sie alle wohlauf waren? Sicher waren sie das oder trauerten sie ihren tragischen Dahinscheiden noch hinterher?
    So viele Fragen und keine Zeit sie zu beantworten.,, Nein, ich muss stark sein. Nicht für mich, für ALLE.“ entschloss sie sich und beschleunigte ihr Tempo, dabei spürte sie direkt die tierische Anspannung ihrer Flügel. Die Muskeln pumpten immer mehr Blut in ihre Schwingen und sorgten für eine leichte Erschöpfung, aber sie durfte nicht anhalten. Sie musste weiter, um jeden Preis. Versagen bedeutete den Tod, ein selten dämlicher Spruch, den ihr Bruder oft benutzt hatte, bei jeden Gelegenheit die sich ihm bot.
    Das sie dann nicht widerstehen konnte und ihm ein spitzes „Ja, dann hör auf damit, sonst gehst du drauf.“ reindrücken musste, war obligatorisch und hatte oft für Streitigkeiten gesorgt, die aber allesamt mit einer Versöhnung endete.

    Wie gerne hätte sie sich mit ihrem Bruder jetzt gestritten, denn ihre jetzigen Probleme überstiegen alles. Kein sterblich Wesen konnte die Gefahr verneinen, in der sich alle befanden. Wenn diese Dämonen noch eine Stadt erreichen würden, könnten sie ihre grauenhaften Rituale auch dort ausleben und noch mehr von ihren Monstern beschwören. Sie hatte gehört, wie dieser schwarze Dämonenritter etwas von ''verfluchten Dämonen“ gesagt hatte und auch über ihr Schicksal. Wie stark diese Wesen waren konnte sie schlecht schätzen. Zumindest waren sie nicht ungefährlich, daß hatte sie an den ängstlichen Verhalten dieses Cadrex gesehen.

    ,,Schon seltsam....“ dachte sie. ,, Man vermisst erst Dinge, wenn man sie nicht mehr hat.“ mit diesem Gedanken sah sie nach unten. Sie überflog gerade das weiße Schloss, eine Attraktion von Ahrensburg, erbaut von Peter Ranzau, ebenso die Kirche, die nur 100 Meter in nördlicher Richtung entfernt war. Zwei sehr beeindruckende Bauten, was ihr allerdings erst jetzt auffiel. Im Leben hatte sie sich nie für so etwas interessiert. Dort hatten andere Beschäftigungen Vorrang.

    Besonders in der Nacht war das Wasserschloss von atemberaubender Schönheit, seine weißen Mauern und die kleine Holzbrücke, die zu seinen Eingang führte. Darunter lag ein Teich, der das ganze Schloss umrundete. Enten schliefen an den nahen Ufern und große Hechte zogen in den trüben Wasser ihre Bahnen.

    Im Sommer war die Wiese ideal, um sich zu bräunen, nur die vielen Maulwurfshügel störten ein wenig.
    Ja, die Sonne.....sie würde diese Kugel aus Feuer nie wieder sehen oder sie würde zu Asche zerfallen.
    Ein Vampir zu sein, brachte viele Vorteile, aber auch so manches Leid und Weh mit sich.

    Ewig an die Finsternis gebunden zu sein und niemals mehr träumen zu können. Schlafen konnte sie noch, nur waren ihre Träume leer und schwarz, wie in einem Sarg.

    Gerade überflog sie die Kreuzzug, raus aus der Stadt, von hier war es nicht mehr bis zur A1 und dann in Richtung Hamburg. Nur die Zeit machte ihr Sorgen. Sie hatte kein Zuhause mehr und musste irgendwo unterkommen, vielleicht fand sie ja eine stillgelegte Fabrik oder ein Lagerhaus, die gab es in Hamburg haufenweise.

    Die schlechte Wirtschaftslage brachte auch Annehmlichkeiten, besonderes für ihresgleichen. Die A1 war dicht befahren, trotz der späten Stunde. LKW's und nur wenige PKW's fuhren unter hier hinweg.
    Auf sie achtete keiner, wie auch. Die Augen von Menschen waren schwach und bei Dunkelheit besonders beeinträchtigt, nicht wie bei einem Vampir, der selbst in völliger Finsternis noch exzellent sehen konnte.
    Plötzlich hörte sie das laute Brummen von Motoren und das Quietschen von Ketten. ,,Was zum Geier.....“ dachte sie und blickte nach vorne. Dort kamen Fahrzeuge, Kettenfahrzeuge und leichte Panzerfahrzeuge, auf deren Dach ein Maschinengewehr montiert war. Das schwarze Kreuz mit der weißen Umrandung, sprach klar für Bundeswehr.

    ,,Wohin wollen die, besonders jetzt?“ fragte sich Yessy und spitzte die Ohren. Sie hoffte, daß sie vielleicht den Funkverkehr hören konnte. Manche Vampire waren in der Lage die Radiowellen in einem bestimmten Umkreis aufzufangen und deren Botschaft zu hören. Eine seltsame Fähigkeit, die sich allerdings erst Mitte des 19. Jahrhunderts bemerkbar machte. Früher hielt man diese Vampire für verrückt, da sie Stimmen hörten, die für andere nicht zu hören waren.

    Es war Schicksal, daß sich diese Gabe nun zum Gewinn für ihre Spezies erwies.

    ,, Gottverdammt....“knurrte sie und ärgerte sich über ihre Unfähigkeit. Sie konnte nichts hören und den Fahrzeugen zu folgen, war zu gefährlich, weil in wenigen Stunden die Sonne aufging. Sie musste weiter.......


    Eine halbe Stunde später


    ,,Endlich. Es ist vollbracht!“ triumphierte Vio'Dermal und schwenkte seine flammende Klinge durch die Luft. Vor ihm knieten Dutzende von Menschen, alle in der Hocke und mit dem Gesicht zum Boden gerichtet. Ein Gebet zu ihrer erlösenden Gottheit, den Grubenlord Vio'Dermal, der sie aus der Endlosigkeit riss.

    ,,Bald schon werde ich mehr meiner Jünger beschwören, doch nun erwarte ich des Königstruppen.“

    Begierig sah sich Vio'Dermal um und erkannte plötzlich zwei Kampfhubschrauber, die sich ihnen näherten. Allesamt mit Raketen bewaffnet und zerstörerischen Railguns.
    ,,Was?! Was ist das!“ schnaubte er verwundert über diese stählernen Vögeln.

    ,,Seit wann können des Königs Truppen durch die Luft segeln, wie die Traumschiffe von Irdoth.“

    Er war zum einen erstaunt, wie es diese Affen geschafft haben sich in die Luft zu erheben und zum anderem erzürnt. Wie konnte sie es wagen, den Himmel zu beanspruchen.

    ,,Hier spricht die Bundeswehr. Lassen sie ihre Waffen fallen und ergeben sie sich!“ dröhnte eine laute Stimme aus den linken der zwei Helikopter. Die Lautsprecher an den schweren Maschinen sorgten für eine saubere Audio-Übertragung, nicht wie bei einem Megaphon, daß die Stimme zusätzlich verzerrte.

    ,,Bundeswehr? So nennen sie sich nun also, doch ihr Blut wird noch die selbe Farbe haben.“ zischte Vio'Dermal, der sich durch die Störenfriede belästigt fühlte.

    ,,Ich wiederhole: Legen sie ihre Waffen nieder und ergeben sie sich, sonst werden wir das Feuer eröffnen.“ wiederholte sich die monotone Stimme.
    ,,HAH!“ brüllte er ihnen zu.,, WAS WISST IHR VOM FEUER! AUF MEINE GETREUEN! ZEIGEN WIR DEN MENSCHEN, WO IHR PLATZ IST!“ kreischte Vio'Dermal erzürnt und in seiner gepanzerten Hand materialisierte sich plötzlich ein Feuerball, den er sogleich auf einen der Hubschrauber warf. Ohne das die Piloten eine Chance gehabt hätten, auszuweichen, explodierte der Helikopter und das brennende Wrack stürzte mit einem lauten Krachen zu Boden. Der andere Hubschrauber drehte ab, aber schon hatte Vio'Dermal die nächste Kugel aus Feuer auf seinen Feind geworfen. Dem Schicksal des anderen Helikopter folgend, stürzte auch dieser ab, bis zur Unerkenntlichkeit ausgebrannt, in ein nahes Gebäude. Staub und Trümmer schossen durch die Luft und trafen nicht wenige von Vio'Dermals hirnlosen Dienern.

    ,,Dort kommen noch mehr, mein Lord. Stinkende Streitwagen aus purem Eisen!“ gestikulierte Cadrex auf eine Kolone von gepanzerten Transporter, die aus nordöstlicher Richtung, auf sie zu kamen.
    ,,Lasst sie kommen. Heute werden wir in ihrem Blut baden. Möge unsere Botschaft den König dieses Landes erreichen!“ verkündete er stolz und senkte sein Schwert zum Angriff.,, Auf meine Krieger!“
    An den großen Dämonen schoben sich nun die Verfluchten, noch immer in ihre sterblichen Hüllen gekleidet und scheinbar kaum in der Lage sie zu bewegen. Wie wankende Guhle schlenderte sie auf ihre Gegner zu, ohne die Gefahr zu kennen.

    Plötzlich öffneten sich die Landeklappen der Panzerfahrzeuge und mehrere Männer in grünen Uniformen stürmten heraus. Jeder von ihnen trug eine Gasmaske und einem Helm, sowie ein Schussbereites G36 Gewehr, die Standardwaffe der Bundeswehr. Die dunkelblauen Kevlarwesten war offen zu erkennen, auch wenn sie auf Vio'Dermal wie ein nutzloses Stück Stoff wirken mochte.

    ,,Sie sind unbewaffnet. TÖTET SIE!“ peitschte der Grubenlord seine willigen Diener an, bis plötzlich diese klobigen Stöcke in den Händen der Menschen aufblitzen und ein gutes Dutzend seiner Anhänger zu Boden warf.
    ,,WAS!? SEIT WANN BESITZEN DIE MENSCHEN, WAFFEN DIE FEUER UND STAHL SPUCKEN!“

    Er konnte es einfach nicht fassen, was er gesehen hatte. Diese neuen Soldaten des Königs besaßen unheilvolle Waffen. Stahlspuckende Stöcke, wie einst die Zauberer und Magier.

    ,,Macht diese Biester platt. Feuer, Jungs!“ hörte er die hohle, blecherne Stimme einer dieser maskierten Männer.

    Ohne noch weiter zu zögern, trampelte sich Vio'Dermal an seinen Jüngern vorbei und stellte sich den Fremden.

    Mit einem lauten Kreischen versenke er sein Flammenschwert im Boden.
    ,,Ich bin Vio'Dermal, Letzter der Grubenlords der Feuerlande. Eure Waffen beeindrucken mich. Dann habt ihr wertloses Geschmeiß, also während meiner langen Abwesenheit dazugelernt. Das schmeichelt mir und trotzdem wird es euch nichts bringen!“ zog er seine Waffe aus den gespaltenen Asphalt und marschierte auf die Männer zu.

    ,,Was auch immer das ist. Macht es fertig. LOS!“ brüllte ein Mann mit einer blauen Schärpe um den Arm, scheinbar war er ihr Anführer.
    Klirrend schlugen die Geschosse gegen Vio'Dermal schwarzen Panzer, aber vergebens. Keines vermochte seine Rüstung zu durchschlagen. Das war Gift für die Moral der Soldaten. Sie wichen vor der monströsen Gestalt des Grubenlordes und gaben vereinzelt Schüsse ab. Auf die unterschiedlichen Granaten an ihren Gürteln achtete sie nicht, scheinbar war die Angst vor dem Unfassbaren zu groß.

    Kalt lachend holte er mit seiner tödlichen Klinge aus und schlug zu, aber nur der feurige Odem, den er entfachte, verbrannte die hilflosen Soldaten. Im selben Atemzug explodierten die Benzinstanks der gepanzerten Fahrzeuge und gingen in Rauch auf. Ein einziger Schwerthieb hatte unendliche Verwüstung angerichtet und Vio'Dermal in seinem Glauben, daß Menschen nur minderwertige Wesen waren, bestärkt.

    Sein frommer Diener Cadrex hatte sich versteckt, wie ein ängstlicher Hund vor dem Unbekannten.

    Lächerlich, dachte er und grinste im selben Moment. Diese menschlichen Krieger würden seine Heerscharen ergänzen. Was nützten ihm Bauerntrampel, wenn er mit ausgebildeten Kämpfern in die Schlacht zog. Dann würde seine Rache, um so köstlicher sein. Seine Feinde konnten dann nicht mehr fliehen, Pfeil und Bolzen konnten sie ausweichen, aber wie wollten einer kleinen, Eisen-Kugel ausweichen, die nicht größer war als ein Daumennagel.

    Ja, er war entschlossen seinen Krieg fortzusetzen, mehr denn je, doch irgendetwas störte seine Konzentration.

    ,,ENGEL!“ rief ihm Cadrex panisch zu, als der Nachthimmel hell erleuchtet wurde und eine in Licht gehüllte Wesenheit auf sie niederschwebte.
    ,,Wird auch Zeit......“ flüsterte der Grubenlord.

    Fauchend und Kreischend wichen die noch menschlichen Diener von Vio'Dermal. Das Licht bereitete ihnen Schmerzen. Der Engel besaß keine Flügel, seine Schwingen wirkten wie einzelne, helle Fäden, die sich konstant ausbreiteten und wieder zerfielen.

    Eine goldene Rüstung zierte den himmlischen Gesandten, in seinen Händen einen Langschwert, dessen Klinge wirkte, als hätte es das Licht der Sonne eingefangen. Sein Gesicht verbarg er unter einer ebenfalls goldenen Kapuze.

    ,,Ihr dürft nicht hier sein....“ sagte er und wendete sich zu Vio'Dermal, der mit gezückter Waffe einen Angriff herbeisehnte.
    ,,Was kümmern mich eure Gebote, Speichellecker!“ spuckte er nach den Engel, dieser wich aber nicht aus. Die säurehaltige Flüssigkeit verdampfte, ehe sie ihn erreichte.

    ,, Dann seid ihr Vio'Dermal. Trotzdem gilt der Pakt auch für euch!“ mahnte ihn der Engel mit sanfter Stimme.

    ,,Eure Verträgen wurden nicht mit mir geschlossen, daher bin ich von euren kleinlichen Spielchen befreit. Und desweiteren, verletzt ihr den Pakt durch eure pure Anwesenheit.“ spottete der Grubenlord und verlachte seinem Gegenüber, aber der Engel schien nicht im Geringsten betroffen zu sein.
    ,,Da irrt ihr euch, Schlächter. Ich bin kein Engel, sondern ein Seraphim.“ gab er zurück und schwebte auf der Stelle.

    ,,Ein aufgestiegener Mensch?! Jämmerlich, wie viel musstest du Opfern, um deinen Gott zu gefallen, du Wicht!“ erwiderte Vio'Dermal und provozierte einen Kampf. Einen Seraphim zu besiegen war für ihn einfach. Ein Engel wäre doch wesentlich anspruchsvoller gewesen.

    ,,Ich, Detaras Hell, habe geschworen diese Welt vor den dämonischen Mächten der Hölle zu schützen, auch wenn dies den Verrat beinhaltet. Ihr solltet euch nicht, um mich Sorgen, Grubenlord. Doch frage ich mich, wie eure Herren mit euch umgehen werden, wenn sie erfahren, wie wenig ihr Wort für euch zählt. Lasst von eurem wahnsinnigen Plan ab und wir werden möglicherweise Gnade vor Recht ergehen lassen.“

    Vio'Dermal war amüsiert über die Drohung des kleinen Seraphim. Schmerz, damit wollte er ihn drohen? Wirklich jämmerlich.

    ,,Ich bin durch die Hölle gegangen. Ich bin den Feuerweg gegangen. Glaubt ihr allen Ernstes, eure tristen Worte hätten eine Wirkung auf mich. Vergebung wollt ihr mir schenken für mein heutiges Werk. Scheinbar hat die Gerechtigkeit des Himmels nachgelassen......“ versuchte er den wunden Punkten der himmlischen Made vor sich, zu finden. Allerdings ohne Erfolg.
    ,, Ihr maßt euch viel an, doch das liebe ich an euch Dämonen. Ihr kennt nie eure Grenzen und deshalb werdet ewig vor seiner Herrlichkeit vergehen. Ich kann für eure jüngsten Opfer nichts mehr tun, nur noch beten, aber ich werde nicht zulassen, daß ihr diese Männer mit euren Ritual verderbt!“
    Mit diesen Worten spreizte der Seraphim die Arme von sich und eine Säule aus reinem Licht schoss vom Mond und traf auf die Erde. Die brennenden Wracks und verkohlten Körper der Bundeswehr-Soldaten lösten sich auf, jede Spur von diesem Massaker war ausgelöscht worden.

    ,, Wie heroisch. Ihr gewährt ein paar Menschen die Erlösung, nur um sie vor mir zu schützen. Nur werdet ihr das auch tun, wenn ich noch eine Stadt überfalle und die Bevölkerung erschlage? Werdet ihr das, Dummkopf!“
    Darauf wusste Detaras Hell keine Antwort, aber die brauchte er auch nicht.
    ,, Keine Sorge, Schlächter. Heute Nacht ist genug Blut geflossen. Ich versichere euch, daß ich euch aufhalten werde. Leider habe ich jetzt keine Zeit mich mit euch zu befassen...“

    Vio'Dermal grunzte vor Wut, als der Seraphim sich vor ihm auflöste. Wie gerne hätte er diesem Nichts den Schädel abgerissen und sich an seinen Schreien vergnügt.

    ,,Und was nun, mein Gebieter.“ schlich sich Cadrex von hinten an.
    ,, Wir werden warten. Die Nacht endet bald und damit auch meine Existenz, zumindest bis die Sonne wieder untergeht. So lange sind wir nichts als Schatten........“


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

  • und du meinst mit dem bisschen gebe ich mich zu meinen 20igsten zufrieden? also bitte.^^
    *grinzt*
    ein bisschen mehr, so ca. 20 seiten=)^^
    und dann noch mal 20 und dann nochmal 20 und dann darfst du zum schluß kommen=9+grinzt*
    bin ich nicht gütig.


    doesnt matter: ^^ er ist halt ein kleiner lieber=)*grinzt*^^

    Plz Delet my acc!!

  • off.topic:,, Und es geht heiter weiter."


    In letzter Sekunde


    ,,Verdammt...die Sonne.“ spürte Yessy den sengender Schmerz auf ihrer Haut, wie ein glühendes Hufeisen, brannte sich die Sonne durch ihren Körper. Sie hatte sich verrechnet. Sommerzeit, sie hatte vergessen die Uhr vorzustellen.

    ,,Nein.......Ich will nicht.“ fauchte sie und landete in eine dunkle Gasse. Hier war die Sonnen noch nicht vorgedrungen, aber das würde sie bald. Schnell suchte sie nach einem sicheren Versteck.
    Der stählerne Müllcontainer bot Schutz, noch, jedoch wäre es bald damit vorbei.

    ,,Verflucht...wo.“ zitterte sie aus Angst vor ihrem Ableben.
    Ihre Augen waren trocken durch die plötzliche Lichteinwirkung, sie sah kaum etwas. Nicht mehr als ein kurzsichtiger Mensch. In diesem Moment hätte sie wirklich jeder vernichten können, selbst der schlechteste Vampirjäger. Es wurde schlimmer. In ihren Kopf drehte sich alles. Alle ihre Sinne tanzten im Kreis, wie eine Alkoholikerin kroch sie über die schmutzige Gasse, zwischen Ratten und leeren Bierdosen.

    Plötzlich gab der Boden unter ihr nach und sie stürzte eine harte Betontreppe hinunter und krachte mit ihrem zierlichen Kopf direkt gegen eine gusseiserne, rostige Tür.

    ,,Rettung.“ schnaufte sie und drückte die Klinke runter, aber nichts geschah. Abgeschlossen.

    ,,Jetzt habe ich die Faxen dicke.“ kreischte sie und warf sich mit voller Wucht gegen das Eisentor.

    Es quietschte und knarrte, wollte aber nicht nachgeben. Immer wieder warf sich die verzweifelnde Vampirin gegen das Tor. Immer wieder blickte sie zum Schatten, der ihr Schutz bot und ständig kleiner wurde. Er wich den Licht.

    ,,BITTE!“ richtete sie ein Stoßgebet zum Himmel und nahm das Quietschen der Scharniere. Sie gaben nach.

    ,,Ja...weiter.“ warf sie sich immer wieder gegen die Tür, egal wie sehr ihr Körper schmerzte. Ihre Schulter war schon ausgerenkt, doch das Adrenalin, daß durch ihre Adern peitschte, unterdrückte jeden Schmerz.
    Mit einem knirschenden ''Klack'' brachen die Scharniere unter Yessy hoffenden Kraftaufwand und die Tür schmetterte mit ihr in den Raum. Wie ein Geschoss traf sie auf den Boden auf und wurde durch die leichte Federung, ein paar Meter weiter geschleudert. Ein Katapulteffekt.
    Sie schlitterte über den matschigen, braunen Boden und traf gegen einen blechernen Behälter. Ein Fass mit einem weißen Totenkopf.
    ,,Hm....“ murmelnd stand sie auf und las die Aufschrift. „Rattengift“
    Sie hatte sagenhaftes Glück. Direkt vor einem stillgelegten Lager gelandet. Die Spinnenweben, um die vielen Kisten und Fässer sprachen eine deutliche Sprache.

    Hier war seit Jahren niemand gewesen, bis auf die vielen Ratten, die in den dunklen Raum ihr Unwesen trieben.

    Das schrille Quietschen dieser Nager war für sie beinahe unerträglich. Diese kleinen Tiere hatten keine Angst vor Vampiren, nicht einmal eine gesunde Ehrfurcht.

    Naja, dachte Yessy und setzte sich auf eine Kiste. Hier war sie erstmal sicher und im Notfall musste sie das Blut einer Ratte trinken. Bei dem Gedanken wurde ihr schlecht.

    Ihr Magen drehte sich und sie übergab sich. Es war eine durchsichtige Flüssigkeit. Magensäure, da sie keine feste Nahrung mehr zu sich, obwohl sie es konnte.

    Nur hatte ein Stück Schokolade oder ein belegtes Brötchen keinen Nährwert mehr für sie. Nur noch Blut konnte sie am Leben erhalten. Manche ihrer Gattung aßen nur aus Lust an die alten Zeiten etwas. Seltsamerweise war Milch das Einzige, was Jungvampire noch ernähren konnte.

    Auf ältere Vampire von über einem Jahr hatte Milch keine Wirkung mehr.
    Das wenige Licht, daß durch die kleinen, verschmutzen Fenster fiel, war ihr genug. Sie hätte auch ohne genug gesehen, doch ihr Körper war durch den Einfall der Sonne in Mitleidenschaft gezogen. Und das nicht zu knapp. Vorsichtig zog sie sich die verbrannte Haut von den Knochen und biss tapfer die Zähne zusammen.

    ,,Argh..wie das zieht.“ zischte sie oft etwas verärgert. Nicht über ihren malträtierten Körpern, sondern mehr über ihre wehleidige Art. Die anderen Vampire von Codex würden auch nicht jammern, auch nicht, wenn man ihnen bei lebendigen Leibe ein Auge entfernte. Bei dem Gedanken lief ihr das kalte Schaudern über den Rücken. Wie konnte man sich nur mit eine Mischung aus Zange und Nadel, die Augen entfernen lassen und sie durch kybernetische Implantate ersetzen?

    Eine ziemlich widerliche Vorstellung. Das erinnerte sie schon etwas an die aus Star Trek bekannten Borg, eine kybernetische Rasse, die nach der absoluten Perfektion strebte und dabei jede Form von Individualität aufgab. Eigentlich mochte sie die Serie nicht, aber wieder einmal hatte ihr Bruder damit ihr in den Ohren gelegen. Seine kläglichen Versuche, sie für das Sci-Fi oder Fantasy-Genre zu begeistern waren recht Kraft aufwendig gewesen, aber erfolglos.

    Je mehr er sich angestrengt hatte, desto verbissener hatte sie ihren Standpunkt verteidigt.
    ,, Jetzt fange ich schon bald Selbstgespräche an.“ munkelte sie still und leise, kaum hörbar durch das ständige Quietschen der Ratten.
    ,,SCHNAUZE!“ brüllte sie zurück und bemerkte erstaunt, wie eine leere Coladose, durch die Schallwellen ihrer Stimme durch den Raum geschossen wurde. Mit einem blechernen Knacken knallte die Dose an die steinerne Wand am Ende des langen Raumes.

    ,,Ok, das ist neu.“ sagte sie leicht perplex und grinste dann. Eine neue Fähigkeit. Zu schön, dachte sie und machte einen Freudensprung.
    Dann hatte dieser Tag doch noch etwas Gutes und war nicht völlig verloren. Damit könnte sie bei der Zunft Eindruck schinden. Sie hatte zwar keine Ahnung, wie hoch der Stellenwert ihrer neuen Kraft war, aber sicherlich war er nicht uninteressant. Vielleicht konnte sie sogar Stahl verbiegen, wenn sie sauer genug war.

    Das wollte sie aber nicht testen, noch nicht. Ihre derzeitige Behausung wirkte ohnehin schon instabil genug, eine Erschütterung durch Schallwellen würde es bestimmt nicht überstehen, aber vielleicht wären dann die Ratten ebenfalls Geschichte.

    Obwohl eigentlich nicht. Diese Biester konnten scheinbar alles überleben. Selbst Rattengift schadete ihnen nicht immer.
    ,,Wie lange muss ich denn noch hier rumhängen.“ ging sie ungeduldig im Kreis. Die Tatsache über ihre neuen, noch nicht erforschten Fähigkeiten und das sie hier eingesperrt war bis es dämmerte, ließ ihr keine Ruhe. Zum Einen hasste sie diese dreckige, versiffte Umgebung und zum Anderen war sie der einzige Schutz vor der Sonne.

    Plötzlich nahm sie einen fauligen Geruch war. Verwesendes Fleisch und ein Schatten fiel zur Tür herein.
    ,,Nym?!“ fragte Yessy, obwohl sie die Antwort schon kannte.
    ,,Ich habe euch gefunden, Herrin.“ stöhnte der widerliche Untote und trat zu Tür herein. Sein Gestank war entsetzlich. Der Verwesungsprozess war wohl erneut fortgeschritten. Auch das hatte mit den Tage zu tun. Ein Guhl war bei Nacht unsterblich, genau wie sein Erschaffer. Nur erbte er auch die selbe Empfindlichkeit gegen helles Tageslicht.

    Jetzt da ihre Augen sich langsam regeneriert hatten, konnte sie sehen ,daß Nym kaum noch Fleisch besaß. Fast sein gesamtes Gesichtsfleisch war abgefault und nur noch der gelbe Schädelknochen war zurückgeblieben.
    Auch an seinen Gliedmaßen und am Körper war das Gleiche passiert. Er wirkte dürr, ähnlich einer wandelnden Vogelscheuche, nur roch er entsetzlich. An seinen Kleidung klebte noch etwas von den madigen Fleisch.
    ,,Entschuldige mich kurz.....“ hob Yessy den kleinen Finger und übergab sich erneut. Ihr war wirklich schon schlecht gewesen, aber die Mischung aus verfaulenden Fleisch und den ekelhaften Anblick ihres Dieners, konnte selbst der stärkste Magen nicht verkraften.

    ,,Wie hast du mich gefunden?“ wollte sie wissen und wischte sich mit den Ärmel den letzten Rest der durchsichtigen Magensäure vom Gesicht. Den beißenden Geschmack und das Brennen in der Speiseröhre würde sie noch lange spüren.

    ,, Ich bin durch das Land des Lichtes gewandelt und war Zeuge des Aufstieges.....“ klapperte der Unterkiefer bei jeden Wort des unheimlichen Guhls.

    ,,Was? Sprich mal Klartext, verdammt nochmal.“ fluchte Yessy und war mehr oder weniger über die angeberische Art ihres Untergebenen gekränkt.

    ,,Ich bin kein Guhl mehr, ich bin nicht mehr an die beschränkte Lebensweise gebunden. Ich kann frei denken und stelle mich erneut in eure Dienste.“ kniete sich Nym hin und blickte sie an. Er jetzt fielen ihr die glühenden, grünen Augen des Untoten auf, die in dessen Schädel wie Glühwürmchen tanzten.

    ,, Aha....“ sagte Yessy matt und überlegte. Was hatten die Ausbilder der Zunft ihr erzählt. Auch Guhle können aufsteigen, nur ist ihr Weg nicht von ihrer Gnade abhängig. Nur durch unerbitterliche Treue und den Willen zu dienen, erlangen diese willenlosen Diener die Gnade der Finsternis und steigen zu den sogenannten Königs-Guhlen auf, die durch erstaunliche Fähigkeiten und einen eigenen Willen verfügen.

    ,,Ohne euch wäre ich nie in diesen Zustand gelangt und mein Ehrgefühl verlangt das Sklaventum.“ erklärte Nym seine Beweggründe, doch Yessy war nicht bereit ihm zu glauben. Er war in seinem Leben ein Mörder gewesen, warum sollte er dankbar für seinen Tod sein?
    ,,Und warum?“ blickte sie auf den klapprigen Königs-Guhl und erwartete eine Antwort. Sie konnte eine Lüge förmlich wittern, besser als jeder Lügendetektor.

    ,,Ganz einfach. Ich lebe ewig und ihr auch. Warum sollte ich nicht die Ewigkeit mit jemanden verbringen, der meine Ansichten teilt?“ lachte Nym in vollster Überzeugung seiner Worte.

    Yessy war geneigt ihm zuzustimmen, sie hatte keine Lüge gespürt, aber auch keinen Funken Wahrheit. Wie es schien, musste sie sich auf ihren Instinkt verlassen und dieser sagte ihr:,, Glaube ihm!“
    ,,Na schön...überredet.“ stöhnte sie und setzte sich auf ihre bewährte Kiste, neben den Erbrochenen, daß man durch seine Transparenz auf den schmieren, verdrecktem Boden nicht erkennen konnte.
    ,,Es geht euch schlecht. Ich erkenne sowas. Deshalb habe ich euch etwas mitgebracht.“

    mit diesen Worten zog er eine leere Mineralwasserflasche aus blauen Plastik hervor. Das Etikett war abgerissen, aber sie konnte deutlich eines erhaschen.....BLUT! Dieser metallische, süßliche Geruch war so wunderbar, daß sie mit glasigen Blick auf Nym zu schlenderte.
    Jetzt war sie die willenlose Marionette und er hatte sie ganz in der Hand, auch wenn der diese Macht nicht ausspielte.
    ,,Gib es mir......“ sagte sie gierig und griff nach der Flasche. Nym reichte sie ihr, ohne sie in ihren Zustand zu überraschen. Jetzt wäre sie wirklich einfach zu töten gewesen. Eine schöne Trophäe und die einfachste Form der Rache.

    Wie jemand der die brennende Sahara durchquert hatte, kippte Yessy sich das inzwischen kalte, leicht zähflüssige Blut hinunter. Es glitt ihr die Kehle hinab und sie erfreute sich an den frischen Leben, daß ihren Körper durchströmte.

    ,,Ja......“ lachte sie und ihre Wunden verheilten in einem unbeschreiblichen Tempo. Die immer noch verbrannte Haut wurde abgestoßen und fiel klatschend zu Boden.

    ,,Danke......“ lächelte sie ihren Diener an und hörte eine Stimme in ihrem Kopf.

    ,,Die Zunft erwartet dich.“........


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

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