off.topic:,, Tja da meine Schwester ein Vampirfan ist und ich ihr eine kleine Freude bereiten wollte, habe ich einen Text über sie geschrieben. Natürlich will ich ihn euch nicht vorenthalten. Also viel Spaß."
Yessy, die Ewige
,,Welch schöner Mond.“ schmachtete Yessy die prachtvolle, glänzende Scheibe am Sternenfirmament an. Die junge Vampirin liebte diese Nächte, so herrlich klar, kein Nebel trübte Dunkelheit, kein grässlicher Gestank von Abgasen und Industrie wehte ihr in die Nase. Das Leben in den Outlands hatte seine Vorzüge.
Keine ekelhaft laute Stadt, sondern nur das einfache Leben auf dem Lande, fern von Zivilisation und Fortschritt. Eine entzückende Gegend, auch wenn die meisten ihrer weltlichen Besitztümer, hier nicht käuflich erwerben konnte. Wer brauchte auch Kosmetik, wenn man ewig schön ist, dachte sie und betrachtete sich in ihrem kleinen Handspiegel, bis sie wieder daran erinnert wurde, daß sie kein Spiegelbild besaß. Eine der wenigen Dinge, die sie nicht mehr sehen konnte. Ihr wunderschönes Gesicht. Keine einzige Falte besaß sie. Ihre Haut blass und weich wie Seide. Die roten, vollen Lippen standen in völligen Kontrast zu ihren grünen Augen und ihren schwarzen, kurzem Haar.
Einen Umhang trug sie nicht, der würde auch ihre makellose Figur versteckten, ebenso wie die hautenge Lederkluft, die auf das Vortrefflichste ihre weiblichen Konturen betonte. Ja, sie war von nahtloser Schönheit gesegnet, ein Geschenk der Finsternis, daß jedem Vampir bei seiner Transformation gewährt wurde. Jedes Kind der Nacht konnte sein Aussehen bestimmen und nicht selten, siegte die weibliche Arroganz, wie auch bei Yessy. Bis zum heutigen Tag konnte sie sich nicht erinnern, wer sie gebissen hatte. Es geschah im Schlaf. Nur Bilder waren übrig geblieben. Ihre Familie die weinend an ihrem Grab trauerte, unfähig von ihren Aufstieg zu wissen.
Zerstört hatte sie ihr hölzernes Gefängnis, der Drang nach Blut trieb sie. Wie ein Wurm musste sie sich aus der kalten, modrigen Erde graben. Und dennoch hegte sie keinen Gram gegen ihre Familie. Sie war froh, der Teil einer normalen christlichen Bestattung gewesen und nicht verbrannt worden zu sein, denn dies war der Tod von vielen Kindern der Nacht.
Eines Tieres gleich war sie durch ihren Heimatort geschlichen auf der Suche nach Beute. Der Trieb bestimmte ihr Ziel, gleich welchen Alters oder Geschlecht. Kein Vampir konnte sein erstes Opfer selbst wählen, daß tat der Dämon im Inneren und er fand es. Einen Verbrecher, einen Mörder durch dessen Hände viele umgekommen waren. Er war das perfekte Ziel. Seine Aura der Finsternis und des Schmerzes war wie ein Katalysator für sie gewesen. Sie packte ihn von hinten, riss ihn an sich heran und rammte ihre langen, spitzen Eckzähne in seinen Hals, dabei wurde die Halsarterie verletzt und das Blut spritzte ihr förmlich entgegen. Den süßlichen, metallischen Geschmackes von menschlichen Blut war ein wahrer Hochgenuss für sie gewesen. Sie konnte zwar nur wenig trinken, da ihre Transformation noch nicht vollkommen abgeschlossen war, aber genug um sich zu sättigen und ihren ersten, willenlosen Diener zu erschaffen. Einen Guhl. Ein Instrument, daß nach alter Sitte seinen Mörder bedingungslos dient. Nur Insekten und Müll waren der Lohn dieser Untoten.
Sie hatte schon oft versucht, dieses...dieses Ding abzuschütteln, aber es folgte ihr, egal wohin sie sich auf wandte.
Töten konnte sie ihren Diener auch nicht mehr, daß verbat die Etikette der Vampire.
Schon wieder hörte sie es kommen. Das klapprige Geräusch, wenn die losen Knochen gegeneinander klackten und das schaurige Stöhnen, als er aus der Hecke hinter ihr in das Mondlicht trat.
,,Nicht du schon wieder. Sag mal, wie kannst du mich eigentlich finden? Dein Gehirn funktioniert nicht besser als eine Socke voll Sand und trotzdem kannst du mich verstehen und findest mich...WARUM!“ brüllte sie den stinkenden Guhl an, der allerdings nichts verstand. Seiner leerer, glasiger Blick und die ausdruckslose, schwammige Miene sprachen Bände. Der Guhl trug immer noch die zerrissene Jeans und sein blaues Hemd, mit der gelben Jacke, nur Schuhe hatte er keine mehr. Wahrscheinlich bei seinen langen Wanderschaften verloren.
Yessy fasste sich an die Stirn, sie überlegte.
,,Ok, hör zu. Du bleibst hier stehen und wartest bist verfault bist ok?“ sagte sie spöttisch und ging ein paar Schritte, aber der Guhl folgte ihr. Scheinbar wollte er diesen Befehl nicht annehmen.
,,Schlag dich!“ meinte sie eher sarkastisch und musste lachen, als sich der verwesende Untote einen Hieb in das Gesicht versetzte.
,,Tat das nicht weh?“ fragte sie ihm und grinste noch immer. Mit einer Antwort rechnete sie nicht, aber sie bekam trotzdem eine. Ein Kopfschütteln. Klare Verneinung. Vielleicht war das Ding, doch schlauer, als sie gedacht hätte.
,,Hmmmmm...“ überlegte sie. Ein Spielzeug könnte sie gebrauchen, um die niederen Tätigkeiten zu verrichten, wie tagsüber ihre Zuflucht zu bewachen oder um den Boden zu wischen, schließlich war sie ein sehr reinlicher Vampir.
,,Ok, du heißt ab jetzt Nym. Ist kürzer als Ding oder Zombie, hast du verstanden?“ fragte sie nach und der Untote nickte. ,, Na wenigsten etwas. Kehr zu meiner Zuflucht zurück, ich möchte ein wenig im Dorf umsehen, da wäre dein malträtierter Anblick eher von hinderlicher Natur.“
Diesmal nickte der Guhl und sagte:,,Jaaaaaaa.....“allerdings hörte es sich an wie ein fleischiges Stöhnen.
Yessy drehte sich um, da sie nicht glauben konnte, daß Nym wirklich gesprochen hatte. Schnell trottete der Untote von dannen und verschwand wieder in der grünen, dornigen Hecke hinter ihr.
,,Endlich. Nun wollen wir mal für ein kleines, bisschen Verwirrung sorgen.“ lachte sie und aus ihren Rücken brachen zwei gewaltige Schwingen hervor. Ihre Reißzähne wuchsen runter bis zur Unterlippe und ihre Augen leuchteten wie glühende Kohlen.
Das Tier in ihr erwachte und der Blutdurst flammte in ihr auf, aber dieses Mal konnte sie ihn kontrollieren. Eine Fähigkeiten die nicht alle Vampire beherrschten. Manche wollten es auch nicht, sie lebten ihren Rausch aus, egal wen sie dabei schadeten.
Widerliches Geschmeiß, wie empfand, als sie sich in die Lüfte schwang und ihre langen Schwingen sich vom Auftrieb abstießen.
Ein herrliches Gefühl, wie ein Adler durch die Nacht zu schweben und dabei alles zu überblicken. Sie überflog gerade das kleine Dorf mit seinen kleinen Strohdächer und den angrenzenden Pinienwald, doch hatte es nicht auf die dunklen Hütten abgesehen. Nein, es waren die weiten Weiden. Das dort grasende Vieh, konnte ihren Hunger stillen. Nicht gerade ehrenhaft für einen Vampir. Kühe, Schafe, so etwas war unter dem Niveau eines Kind der Nacht. Aber aus diesen Statuten machte sich Yessy nichts. Schließlich hatte die Zunft hier keine Gültigkeit in den Outlands, hier war ALLES erlaubt.
Auch die Jagd auf andere Vampire. Nur in den Städten waren die Zunft und der Codex von Gültigkeit.
Glücklicherweise gehörte sie der Zunft an und nicht diesen irren Vampiren vom Codex, bei denen jedes Vergehen mit der Auslöschung bestraft wurde. Nur waren die beiden Parteien verfeindet und lebten im ständigen Zwist. Sollte sie auf einen Codexanhänger stoßen, musste sie vorsichtig sein. Diese Vampire waren gefährlich und in den seltensten Fällen, kooperativ.
Natürlich gab es noch haufenweise, andere Gruppierungen und Vampir-Familien, aber die Zunft und der Codex gehörten zu den Größten.
Während sie so darüber nachdachte, überflog sie die Wiese und hatte beinahe ihren Durst vergessen.
,,Gottverdammt.“ schnaubte sie und landete elegant auf einen Zaunpfahl. Die weiß-schwarz gefleckten Kühe hatten sie bemerkt, ängstlich wichen sie zurück und bildeten einen Kreis um ihre Kälber.
Die Angst schmeckte honigsüß. Sie musste grinsen, obwohl sie dies nicht wollte. Das Tier in ihr lachte. Ein krankes Kreischen, daß immer mehr von ihr Besitz ergriff. Nur mit aller Kraft stemmte sie sich gegen das unheimliche Wesen in ihr.
,,TÖTE!“ befahl es.,,MORDE!“ verlangte es.,,VERNICHTE! ZERSTÖRE!“ forderte es, doch Yessy gelang es, sich dem Dämon zu entziehen.
,,NEIN!“ unterdrückte sie ihn und wendete sich wieder den Kühen zu.
,, Keine Sorge, es wird nicht wehtun, zumindest wird keiner sterben.“ sprang sie von Zaunpfahl und ging auf die Rinder zu............