Hier schwingt deutlich mit, dass "unnormal" als beleidigend oder unangenehm empfunden wird. Dieser negative Einschlag hat sich im heutigen Sprachgebrauch eingeprägt
Streng genommen bedeutet es aber nichts weiter, als dass das unnormale eben nicht der Norm entspricht. Und die Norm in Bezug auf ein Merkmal wird darüber definiert, dass die große Mehrheit der zu betrachtenden Einzelfälle ein bestimmtes Merkmal trägt.
Normal sind im Sommer zum Beispiel grüne Laubbäume. Weil die absolut deutliche Mehrheit der Laubbäume in Europa im Sommer grüne Blätter tragen. Es gibt jedoch einige wenige Ausnahmen, Blutbuchen z.B. Die heißen so, weil sie das ganze Jahr über tiefrote Blätter haben. Sie sind also unnormal in diesem Merkmal "Laubfarbe". Betrachtet man "Wuchsform" sind sie wieder ganz normal, so gewachsen, wie jede andere Buche auch.
Also möge sich doch bitte keiner angegriffen (oder zur Verteidigungshilfe berufen) fühlen, wenn Homosexualität als "unnormal" bezeichnet wird. Denn das ist sie in unserer Gesellschaft, weil eine deutliche Überzahl der Beziehungen heterosexuell sind.