Einmal Erde und zurück

  • OFF TOPIC:So najoa irgendwie hat ich mal Bock was anderes wieder zu machen, sorry für alle die meine andere Story lesen, aber die ist nicht auf Eis gelegt sondern verzögert sich ein wenig und wird nächste woche denk ich am WE komplett gepostet sein, aber atm hab ich nich die Stimmung die ich brauch um das Finale zu schreiben von daher nochmal sorry an alle Leser die ich mit mangelnder Kontinuität enttäusche ;(

    Egal hier erstmal das, was ich heute nacht ohne Schlaf aufs Papier zwingen musste ;) hf^^

  • Einmal Erde und zurück


    Prolog


    Hasserfüllt jaulend tobten die gewaltigen Schatten über den Rand des steinigen Pfades, der rechts, wie links nur die unendlichen Tiefen der Höllenfeuer kannte. Sobokein war einer von ihnen. Die rot leuchtenden Schlitze seiner Augen, beobachteten die kleinen, untersetzten Wichtel, wie sie zitternd vor Angst zu den nächsten Qualen ihrer ewigen Verdammnis schritten. Unter dem lauten Gelächter der Schatten stürzte einer, um den anderen der Winzlinge in den Bottich voll siedendem Öl, am Ende des Weges. Schmerzerfüllt schreiend löste sich die Haut von ihren fetten, kleinen Körpern und sie vergingen in einer grünlichen Stichflamme, nur um wieder am Anfang des Pfades zu erwachen.
    Ängstlich bibbernd blickte ihn einer der widerlichen Zwerge aus seinen großen, traurigen Augen an. Aus Sobokeins wabernder Gestalt wuchsen gewaltige Klauen, die wie Schatten über den Boden des Weges hinwegglitten. Dann packte er zu und riss ihn zu sich. Weiß leuchteten seine vergnügten Augen, als er die kleine, verdutzte Gestalt ganz fest an sich drückte und fröhlich grinste. Alles um ihn herum war ganz still geworden und es war, als würde er gerade erst wieder erwachen, als er seinen Blick über die ungläubigen Gesichter aller Anwesenden wandern ließ. Ganz langsam glitt sein Blick hinab zu dem kleinen, ihn umarmenden Ding und er tat das einzig richtige.
    Mit einem schmatzenden Geräusch verschwand der Wichtel in seinem Maul und er ließ ein ungeheuer schreckliches Gebrüll auf die Übrigen hinabregnen. Alle Schatten stimmten mit ein. „Puh! Noch mal Glück gehabt.“, dachte er sich.


    Kapitel I
    Der Auftrag


    Wütend auf sich selbst glitt er die unheiligen Hallen entlang, in die Kreaturen, wie er nur äußerst selten geladen wurden. Er hoffte inständig, dass es nicht um dies, sich immer mehr häufenden Aussetzer ging, die ihn von Zeit zu Zeit heimsuchten, seinen Verstand malträtierten und ihn in immer neue Selbstzweifel stürzten. Hatte er sie verloren? Seine innere Bösartigkeit? Sein Verlangen nach Zerstörung und Furcht?
    „Humbug!“, ausstoßend schüttelte er das innere seines Schatten. Er brauchte nur mal wieder etwas Abstand. Vielleicht einen Urlaub an den Aschestränden der Säureseen? Das würde ihn sicher auf andere Gedanken bringen. Leise lachte er in sich hinein, als er an die grausamen Folterungen dachte, die dort zum Rahmenprogramm gehörten. Aber zu aller erst stand die Unterredung mit seinem Abteilungsleiter an. Ein entfernter Verwandter Luzifers. Der Sohn einer Cousine oder so ähnlich. Es spielte ja auch keine Rolle.
    Quietschend öffnete sich die Tür, deren Gerüst aus staubigen Knochen über den Boden scharrte. Nur spärlich fiel das Licht in den tiefen Raum und beleuchtete gerade genug, um den Fuß des gewaltigen Throns aus pochenden Herzen zu erhellen. Demütig nach unten blickend betrat er den Raum und blieb in gehörigem Abstand stehen. Er musste nicht lange auf eine Reaktion warten. Kreischend rasten die Blitze nach unten und schlugen um den Thron herum ein. Immer wieder riss der grelle Schein für winzige Augenblicke die Dunkelheit um den Fürsten auf und legte die unzähligen Zahnreihen in dem länglichen Schädel frei, die direkt aus dem hautlosen Fleisch wuchsen. Die gigantische, sehnige Kreatur mit den verkümmerten Flügeln, die mit einer hornigen Haut bespannt waren, begann endlich ihre Stimme zu erheben, die wie ein Donnergrollen durch den Raum schallte:
    „Sobokein. Mein Bester. Mir wurde von deiner Arbeit berichtet.“ Um Ausreden bemüht antwortete er: „Ja, ähm, wissen sie, ich kann das alles erklären.“ „Nicht nötig mein Sohn, nicht nötig.“ Sobokein schluckte den imaginären Kloß in seinem nicht vorhandenem Hals hinunter und hörte mit an wie der Herr fortfuhr: „Mir wurde bereits alles notwendige berichtet. Ich war überrascht. Um ehrlich zu sein war ich sogar überaus überrascht...“, jetzt hatte er ein Problem, das wusste er ganz genau. „..., als ich erfuhr, wie gründlich und gewissenhaft du deine Schand- und Gräueltaten ausführst. Mit welcher Raffinesse du deinen Opfern Hoffnung vorgaukelst, um sie dann um so schmerzvoller leiden zu lassen.“ Ein Glück konnte man sich immer auf die miserable Auffassungsgabe des Höllenpersonals verlassen. Sein Vorgesetzter fuhr fort: „Ich bin der festen Überzeugung, dass qualifiziertes Personal, wie du, hier unten bei den Kesseln nicht genug gefordert wird. So überlegenes Talent sucht man hier sonst vergebens und genau deswegen haben wir einen so starken Engpass an frischen Seelen, den du sicher schon bemerkt hast.“ Tatsächlich war ihm das auch aufgefallen. „Lange Rede, kurzer Sinn. Ich möchte dich hiermit befördern. Und für deine erste Amtshandlung als Seelensammler wirst du gleich auf eine Dienstreise geschickt.“


    Kapitel II
    Alte Feinde


    Als er das gleißende Licht am Ende des Tunnels passiert hatte, befand er sich in einer metallenen Röhre, die ohne Vorwarnung ganz langsam zur Seite kippte, nur um dann hart und verbeult zu Boden zu stürzen. Er würde sich nie an diese minderwertige Welt gewöhnen, aus der er vor so langer Zeit gerissen wurde. Wütend fluchend stieg er aus der alten Mülltonne und klopfte sich den Dreck von seiner Kleidung. Glücklicherweise befand sich auf dem alten, verlassen wirkendem Hinterhof ein großer Spiegel, in dessen zerbrochenem Glas er sich betrachtete.
    Ein dünner, schlaksiger Mann Mitte dreißig mit leicht gebräunter Haut und aschegrauen, wild wuchernden Haaren. Ein Auslaufmodell. Verdammt, als er noch ein Mensch war, war er wenigstens schwarz gewesen. Er konnte Weiße einfach nicht ausstehen und überhaupt, was sollten diese merkwürdigen Kleider? Eine viel zu weite blaue Jeans, die von einem Nietengürtel gehalten wurde, der ihm eigentlich viel zu groß war und dessen Ende bei jeder Bewegung hin und herschwang, da er im ersten Loch eingesteckt war. Eine graue Bomberjacke mit einem großen Pentagrammaufdruck auf dem Rücken und einem aufgenähtem Logo auf dem Arm auf dem ‚Sons of Lucifer’ stand, als wäre es irgend ein Bandname. Die Jacke war offen und darunter trug er nichts weiter. Wenigstens hatte man ihm keinen vollkommen untrainierten Körper gegeben.
    Voller Verdruss zog er eine Zigarette aus der Schachtel in seiner Brusttasche. Zumindest daran hatten sie gedacht. Obwohl er sich in einem engen Hinterhof, der vor dem angetürmten Müll nur so zum Himmel stank, befand kam ihm die Luft widerwärtig rein vor. Der Qualm der Zigaretten würde ihn ein Wenig an zu Hause erinnern. Was sollte das Ganze hier überhaupt? Sollte sich doch jemand anders um diesen langweiligen Job kümmern, er hätte besser gleich Urlaub beantragen sollen, als ihn diese ‚Symptome’ überkamen, die ihm das alles hier eingebracht hatten.
    „Hey, Penner! Her mit deiner verdammten Kohle!“, schallte es die Gasse hinab. Mühselig blickte er hoch in die Gesichter, dreier Schwarzer. „Hörst du nicht? Her mit der Kohle, verdammt!“ Einen tiefen Zug, des blauen Dunstes in seine Lungen aufnehmend sah er gen Boden: „Ha, Ha. Sehr witzig Leute. Ein Weißer unter lauter Schwarzen. Selten so gelacht.“ „Alter, mit wem redest du da zur Hölle?“, fuhr ihn der vorderste der Männer an, dessen schräg stehendes Basecap über ein rotes Kopftuch gezogen war. Langsam hob der Mann ein silbern glänzendes Ding aus Metall, dass auf ihn zielte. Sobokein hatte nicht mehr gelebt, als Schusswaffen erfunden wurden und so war er wenig beeindruckt von der klingenlosen Waffe und ging hämisch grinsend auf den Kerl vor ihm zu: „Ja ganz Recht. Genau mit denen, mein Kleiner.“
    Dann löste sich der Schuss. Selbst ein Wenig überrascht stolperte sein Gegenüber einen Schritt zurück, als Sobokein im Schädel getroffen nach hinten stürzte. Plump schlug der Körper regungslos auf den staubigen Boden. „Schnappt euch seine Brieftasche und dann schnell weg, Leute.“, befahl der Schütze seinen Kumpanen. Sobokeins Gesicht löste sich unter der brennenden Wunde in eine schwarze, ölige Masse auf. Die Männer, die jetzt über ihm hockten hatten nicht bemerkt, wie sie langsam an ihnen vorbei auf den Schützen zukroch. „Scheiße, Mann. Du hast ihm das ganze verdammte Gesicht weggeballert.“, brüllten seine Kumpanen dem ahnungslosen Opfer zu. Dann hatte die Masse den Schatten des Mannes erreicht.
    Plötzlich riss Sobokein beide Arme nach oben und packte die beiden Männer am Kragen. Unter ihrem schockierten Blick sahen sie noch, wie langsam die Muskeln und Sehnen über dem freigelegtem Schädel zusammenwuchsen. Dann schlug er ihre Köpfe zusammen. Bewusstlos klatschten sie zu Boden. Reichlich entnervt stand er auf und knackte noch zweimal mit dem Genick, bevor auch die Haut vollständig nachgewachsen war: „Warum, bei allem was unheilig ist, hat mir niemand gesagt, dass das so verdammt weh tut?“ Der zitternde Mann war nicht bereit ihm die Frage zu beantworten und wollte sich gerade umdrehen, als aus den Tiefen seines Schatten eine düstere, körperlose Gestalt aufstieg, um ihn mit ihren dürren Klauen an den Schultern zu packen und dem panischen, bewegungsunfähigen Mann ins Ohr zu flüstern: „Das wird ein Spaß, ich freue mich schon seit unserer Ankunft darauf zu sehen, was er für Qualen mit diesem Körper verbreiten kann.“
    Langsam schritt er auf das wimmernde Häufchen Elend zu, langsam krochen die Schatten Sobokeins Rücken herauf, langsam schlängelten sie sich auf ihr Opfer zu. Nur um dann blitzartig, wie tausend kleine Lanzen auf es zuzurasen. Doch dann änderte sich etwas. Kurz bevor sie den Feind niederstrecken konnten, schnellten seine Waffen zurück und wurden wieder eins mit seinem Körper. Unter Schmerzen zerbiss er den Filter seine Zigarette und sie stürzte zu Boden. Panisch blickte er seine Brust hinab, auf der sich eine faustgroße Blase bildete. Ungläubig den Filterrest herunterschluckend, sah er mit an, wie die Blase begann sich langsam nach oben zu bewegen. Hektisch versuchte er sie wieder nach unten zu schieben, aber es war vergebens, sie wurde immer schneller bis sie bei seinem Hals war. Er versuchte sie wieder in seinen Körper zu pressen, aber sie wich hinter sein Genick aus und kam auf der anderen Seite, auf der Wange wieder nach vorn. Sobokein tat genau das, was ihm als einziges übrig blieb. Mit einem Ruck hatte er dem Mann vor ihm die Pistole aus der Hand gerissen und richtete sie auf die Blase auf seiner Stirn. Dann drückte er ab.
    Laut krachend zerriss das Geschoss die Haut um die Blase und befreite ihn von dem immensen Druck. Zufrieden sackte sein Oberkörper zusammen, als sich die Wunde wieder schloss. Schwer atmend lachte er. Er wusste nicht einmal so recht wieso, aber ihm war danach. Zumindest bis plötzlich der Schmerz in sein rechtes Bein fuhr. Eine weitere riesige Blase stemmte sich aus seinem Körper hinaus und unter Schmerzen befahl er seinen Schatten zurück, der nun den Mann los ließ, der panisch wegrannte. Dann umschloss der Schatten die Blase, die nunmehr sein gesamtes Bein umspannte. Ohne Vorwarnung schossen ihm die Fetzen seines Schattens ins Gesicht.
    Der Schmerz war weg. Er atmete tief durch und öffnete dann langsam die Augen. Sein schwankender blick wanderte sein Bein hinab, an dem nun ein kleines Mädchen mit langen braunen Haaren klammerte: „Nein, du darfst ihm nichts tun.“ Seine Augen wurden immer größer, als er das vielleicht sieben Jahre alte Kind anstarrte, dass in ihrem himmelblauen Kleidchen seine Hose umklammerte. Dann lachte er lauthals los. Legionen der tapfersten Krieger wären erschaudert unter diesem diabolischen Lachen, dann schüttelte er das Kind von seinem Bein ab, dass auf den Hintern in den Dreck fiel. „Ha. Endlich bin ich dich los du verdammtes Gör.“ Nachdem du mir das Alles hier erst eingebrockt hast, werde ich dich mit Vergnügen zurück in die Feuer der Hölle schicken, wo du ewige Qualen erleiden wirst.“
    Grinsend schnippte er mit den Fingern und wartete darauf, dass die Kleine in Feuer aufging. Aber nichts passierte. Ungeduldig schnippte er einige weitere male, wobei er immer wütender wurde, nur um dann wutentbrannt auf den Boden zu stampfen: „Was in drei Teufels Namen ist mit meinen Kräften los?“ Kichernd hielt sich das Mädchen die hand vor den Mund: „Du bist lustig, Onkel.“ „Onkel?“, starrte er sie an, als wäre er gerade von einem Laster überrollt worden. Dann schnippte das kleine Mädchen mit den Fingern und eine nahstehende Mülltonne brannte sofort lichterloh. Jetzt hätte er sich gewünscht, er wäre von einem Laster überrollt worden: „Weißt du was, Kleine?“ Nachdenklich zog sie ihre Augenbrauen zusammen und schüttelte dann mit dem Kopf. „Ich hasse dich jetzt noch mehr, als zuvor, als du nur in meinem Kopf warst.“


    Kapitel III
    Die gute alte Sucht


    Voller unbefriedigtem Zorn wanderte er durch die menschenüberfüllten Straßenschluchten, der stinkenden Großstadt. Die Häuser türmten sich in den Himmel, als versuchten die Menschen ihn tatsächlich zu erreichen. Metallungetüme, die, wie er dem Fluchen der Leute entnehmend, Autos hießen, schoben sich langsam über den unnatürlich glatten Boden aus merkwürdigem Gestein. Überhaupt, war Jeder ständig und überall am Fluchen, wieso die Belieferung der Hölle Schwierigkeiten machte wollte ihm nicht in den Sinn. Das schreckliche Balg lief neben ihm her und hielt sich an einem Zipfel seiner Jacke fest.
    Bah! Er hätte sie am Liebsten auf der Stelle vernichtet, aber sie besaß einen Teil seiner Kräfte und außerdem war sie auch ein Teil von ihm selbst. Es wäre, als würde man sich selbst ins Bein schießen. Nicht, dass er sich vorhin nicht sogar selbst in den Kopf geschossen hätte, aber er wusste nicht ob es so klug wäre, so etwas zu wiederholen. Vielleicht konnte er sie sogar gebrauchen. Aber jetzt war erst mal etwas anderes zu erledigen.
    Kippen besorgen! Er konnte sich hier, in dieser abscheulichen Welt, einfach nicht konzentrieren ohne Zigaretten, aber wo sollte er welche finden? Er löste das Problem, wie es ihm am logischsten erschien. Er packte den nächstbesten Passanten am Kragen und rammte ihn gegen die Wand: „TABAK! Woher bekomme ich Tabak, verdammt!“, eingeschüchtert, deutete der alte Mann auf einen kleinen Kiosk, unweit die Straße hinunter. Das kleine Mädchen hinter ihm, nickte dem alten Herr noch dankend zu, als er seinen Schritt beschleunigte um endlich wieder atmen zu können.
    Ein dicker, nein fetter Mann war vor ihm an der Reihe mit dem Verkaufspersonal zu reden. Schlange stehen erinnerte ihn irgendwie wieder an die Heimat. Der Mann redete und redete. Bei dem Tempo würde er zu Staub zerfallen, bis er rankommen würde. Auf einmal ging das Gör an seiner Seite zu dem Mann und zupfte an dessen Hosenbein. Genervt drehte sich dieser um und wandte sein Wort gleich an ihn: „Ist das ihr Kind? Wäre es zuviel verlangt, wenn sie das Balg erziehen könnten?“ „Erziehen?“, er blickte zu dem Mädchen hinab und erhob seine Stimme: „So geht das nicht Kleine.“, dann packte er den verwunderten Fettsack am Arm und riss so kräftig daran, dass der Mann zu Boden stürzte und mit dem Kopf aufschlug, wodurch er dann bewusstlos liegen blieb. „So musst du das machen!“, brüllte er sie an. Das Mädchen nickte ganz langsam mit dem Kopf und stieß den wabbeligen Leib dann mehrere Male in die Seite, während er sich dem Verkäufer zuwandte: „Zigaretten, sofort!“ „Wie viele Packungen?“, erwiderte der Mann nur gelangweilt, der anscheinend einiges gewöhnt war. Nachdem er ihm gesagt hatte, dass er sechs Packungen haben wollte, fragte der Kassierer weiter: „Und wie wollen sie das bezahlen? Ich mein sie sehen nicht aus, als hätten sie irgendwelches Geld.“ Sobokein überlegte nur kurz: „Sie können das Kind haben.“ Der sichtlich angewiderte Mann wiegelte ab: „Was denken sie denn von mir? Sind sie überhaupt der Vater des Kindes? Soll ich die Polizei rufen?“ „Ob ich der Vater bin? Nein sie ist nur ein Teil meines schizophrenen Geistes.“ Der Mund des verblüfften Mannes stand weit offen, als er fortfuhr: „Natürlich bin ich der Vater, verdammt. Geben sie mir einfach die Zigaretten und ich muss ihr nicht befehlen ihren Laden niederzubrennen.“ Ohne Widerworte wurden sie mit den Zigaretten nach draußen geschickt.
    In der Tür steckte er sich eine an, als das Mädchen zu ihm auf sah: „Wie heißt du eigentlich, Onkel?“ „Sobokei.“ Lachend hüfte sie ihm hinterher, als er nach draußen ging: „Sobo, Sobo, Sobo.“, trällerte sie in einer nervtötenden Melodie. „Halt die Klappe!“, brüllte er sie an. Ihre Augen wurden ganz groß und glasig. Verdammt. Er musste etwas unternehmen, bevor es zu plärren anfing: „Und dein Name?“, knapp hatte er sich aus der Affäre gezogen, was er daran erkannte, dass sich ihr Blick aufhellte: „Emilie.“ „OK EM, lass uns gehen.“ Mit dem Kind am Rockzipfel ging es weiter.


    Kapitel IV
    Der Alltag des Berufslebens


    Er wartete nicht, wie der Rest der treudummen Herde bis der grüne Gnom, der in einem kleinen Haus über der Straße gefangen wurde, sein Licht anstellte. Er ging einfach mit EM quer über die Kreuzung. Laut hupend stoppten die Autos um sie herum, aber er ging unbeirrt weiter ohne sich umzusehen. Das kleine Mädchen, das seinem Kopf entkommen war sah sich jedoch ängstlich um.
    Als er auf der anderen Seite wieder den Bürgersteig betrat, bahnte er sich schubsend und rempelnd seinen Weg durch die Menschenmenge. Er bemerkte erst einige Meter weiter, dass etwas fehlte. Es war als würde das bitterliche Weinen der Kleinen, alle Geräusche in dieser lauten Stadt zum Erliegen bringen. Wütend drehte er sich um. Der Boden unter ihm wurde dunkel, die Leute um ihn herum verblassten und seine dunklen Klauen rasten über den Boden und die Wände und löschten alles um ihn herum aus, bis sie das Mädchen endlich erreicht hatten. Es war, als wären sie beide in einer Welt aus Dunkelheit gefangen, aber Emilie konnte ihn jetzt sehen und wischte sich mit ihren kleinen Händchen die Tränen aus dem Gesicht. Fröhlich lachend kam sie auf ihn zugerannt und klammerte sich wieder an sein Bein. „Ja, ja ist ja gut.“, fuhr er sie barsch an, aber irgendetwas in ihm war froh, dass sie wieder bei ihm war. Dann zogen sich die Schatten blitzschnell zurück und alles um sie herum ging wieder seinen normalen lauf.
    Man hatte ihm vor seiner Abreise gesagt, wo er für den ersten Job hinmusste und so machte er sich wieder zielstrebig auf den Weg. Die beiden traten in einen Häusereingang. Er musste irgendwie hineinkommen und so ließ er seinen Helfer unter der Tür durchgleiten. Ein Klacken später öffnete sich die Tür und er befahl ihn lautlos wieder zurück. Die Aufgabe, die er in dieser Welt hatte war so unglaublich langweilig. Er ging weiter bis zu der Tür, die in den Innenhof führte und trat diesmal frustriert dagegen. Das alte Schloss verbog sich unter seinem festen Tritt und die Tür schnellte auf und krachte gegen die Wand. Dann betrat das ungleiche Paar den Hof.
    Überrascht starrte ihn der Mann an, der ihn vorhin in der Gasse bedroht hatte. Dieser hockte mit gezückter Pistole über einem anderen Häufchen Elend: „Oh verdammt! Der Motherfucker von vorhin!“ Die freundliche Begrüßung, die er ohnehin nicht verstand, ignorierend tippte er ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden: „Jetzt bring den Kerl schon endlich um, damit ich meinen Job machen kann. Ich hab schließlich nicht ewig Zeit.“ Es musste ja nicht jeder wissen, dass genau das Gegenteil der Fall war. Hektisch stolperte der Mann zurück und rannte durch einen anderen Ausgang des Hofs davon, als hätte er in die Tore der Hölle selbst geblickt. „Verdammt! Was soll ich denn jetzt bitte machen? Ich brauche die Seele von dem Kerl da, aber umbringen darf ich ihn auch nicht. Welcher Vollidiot hat sich diese Regeln eigentlich ausgedacht?“ Seinen Blick nach oben gerichtet, beantwortete er sich diese Frage selbst: „Na toll. Was nun?“, blickte er seine Begleiterin an, wohlwissend, dass sie nur mit den Achseln zucken würde. Bei ihrem geknickten Anblick kam ihm allerdings eine Idee: „Hey, wie wäre es, wenn du ihn einfach anzünden würdest?“ Fest umklammerte sie sein Bein und vergrub ihr Gesichtchen, kopfschüttelnd in seiner Hose. „Natürlich, wäre ja auch zu einfach gewesen. Dann hauen wir hier ab EM und warten auf weitere Anweisungen.“
    Gemeinsam traten sie wieder in den Hausflur, während hinter ihm sein Schatten sich immer weiter bis zu dem, verwirrt im Dreck hockendem, Kerl dehnte und ihn die Fratze darin angrinste: „Buh!“, laut lachend kam sein Schatten wieder zu ihm zurück, als sich der Mann fast zu Tode erschreckte. Neugierig fragte Emilie: „Du, Sobo? Wie heißt der da eigentlich?“ „Wer? Mein Schatten? Schatten.“, grinsend blickte sie zu ihm hoch: „Ich nenn ihn Schatti.“ „Nein. Schatten, verdammt.“ „Schattilein?“, schlug sie dann vor. „Entweder du lässt dir was besseres einfallen oder wir bleiben bei Schatten.“ Indem er sie so ins Grübeln gebracht hatte, hatte er erreicht, was er wollte. Ruhe.

  • - hast du den Titel an D.A. angelehnt? -


    Mistletoe, friend of foe, so black upon the moor
    Fallen leaves coloured red, blood of all the dead
    Into mist they'll take your soul, they'll take your heart
    And none of flames shall burn with the ravens dark

  • Douglas Adams - Einmal Rupert und zurück


    Mistletoe, friend of foe, so black upon the moor
    Fallen leaves coloured red, blood of all the dead
    Into mist they'll take your soul, they'll take your heart
    And none of flames shall burn with the ravens dark

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