okay, ich hab bisher nur EINE EINZIGE ff hier zu Sesshoumaru (aus der Serie 'Inuyasha') gefunden, was mich wirklich schockiert hat.
Deswegen erwarte ich auch nicht, das meine Story hier besonders viel Aufmerksamkeit findet. Wer sie dennoch lesen will, sei hier herzlich willkommen.
Es ist meine erste ff in diesem Forum. Ich hab sie schon vor langer Zeit geschrieben,seit deshalb bitte nicht böse, wenn ihr ein paar (oder etliche) Fehler entdeckt. Mit der Zeit wird es sicher besser werden (mit eurer unterstützung*gg*). Die ff ist auch sehr lang, aber ich habe schon weit geschrieben und werde sicher immer wieder schnell nachladen.
In der ff geht es - wie schon erwähnt - hauptsächlich um Sesshoumaru. Der ist noch immer hinter Tessaiga, dem magischem Schwert von Inuyasha her. Dummerweise kann er es ja aber nicht beherrschen. Also holt er sich einfach jemanden ran, der das für ihn erledigen kann, wenn man das überhaupt so bezeichnen kann, da es eher eine spontane Entscheidung vorort war. Dieser jemand ist weiblich, hört auf den Namen 'Anis' und ist überhaupt nicht davon begeistert, von unserem unterkühltem Lord gekitnappt zu werden.
Also, los geht's:
Titel: Vergebliche Flucht
Kapitel: Prolog
Inhalt: Sesshoumaru soll heiraten. Dazu hat er aber keine Lust...
Es war ein ruhiger Tag heute, doch es lag nichts von der sonstigen Unbeschwertheit in der Luft. Die Stille war drückend und kein Lebewesen wagte sich freiwillig aus seinem Schlupfloch. Leider wurden die meisten jedoch genau dazu gezwungen.
So auch zwei merkwürdige Gestalten die, vollkommen verkrampft, ihre langen Lanzen umklammerten. Es waren keine Menschen, das konnte jeder auf den ersten Blick sehen. Ihre Ohren liefen spitz zu und ihr Haar hatte eine äußerst unnatürliche Farbe - weiß. Die zwei waren Dämonen. Hundedämonen, um genau zu sein. Beide standen völlig starr auf der Stelle und rührten sich nicht. Alle ihre Sinne waren aufs Äußerste geschärft und sie bemühten sich, ja kein Geräusch zu überhören. Doch was erwarteten sie denn wahrzunehmen? Das wussten sie selbst nicht. Einen Schrei vielleicht, ein lautes Klagen oder Wimmern. Beide hatten schreckliche Angst.
Solche Furcht gehörte sich sicherlich nicht für sie, schließlich waren sie Wachposten und damit eher dazu da, anderen Angst einzuflößen. Zudem war ihre Stellung nicht einmal so unbedeutend, sie bewachten nämlich den Eingang zu einem riesigen, wunderschönen und zugleich auch bedrohlich wirkendem Schloss. Es strahlte eine seltengesehende Ehrfurcht und Würde aus. Die beiden Inuyoukai waren dafür zuständig, das niemand unbefugt in dieses Schloss eintrat und sollte dies doch geschehen, es sofort zu melden.
Aber warum waren sie dann so verängstigt? Die Antwort war leicht: Vor kurzem war der Herr dieses Schlosses ganz überraschend nach zehn Jahren endlich wieder aufgetaucht, um nach dem Rechten zu sehen. Die zwei Wachposten hatten das unglaubliche Pech gehabt, sich unwissentlich genau seine Ankunftszeit für ein Nickerchen auszuwählen. Der Herr, Sesshoumaru war sein Name, hatte es gar nicht lustig gefunden, die Wachen schnarchend vor dem Tor aufzufinden.
Im Nachhinein betrachtet grenzte es an ein Wunder, dass sie diese unglückselige Begegnung überhaupt überlebt hatten. Es mochte jedoch gut möglich sein, dass ihr Leben nur noch so lange währte, bis der Herr sich wieder auf den Rückweg machte. Dann würde er sicher schlechtere Laune und das Personal einen Berater weniger haben. So war es jedes Mal.
Warum?
Nun, hauptsächlich wegen folgendem Dialog, der sich alle zehn Jahre zu wiederholen schien...
"Sesshoumaru-sama, möchten sie nicht wenigstens noch einmal darüber nachdenken?" Der Youkai wagte nicht aufzublicken, demütig kniete er am Boden und verfluchte sein Schicksal.
„Ich sagte NEIN und dabei bleibt es. Wenn du mir noch ein einziges Mal mit diesem Thema kommst, dann wirst du den nächsten Tag nicht mehr erleben!” drohte Sesshoumaru seinem Berater unheilverkündend.
Sofort neigte sich der alte Youkai vor ihm noch weiter auf den Boden, so dass seine Stirn die Erde berrührte.
„Verzeihung, mein Lord, ich wollte euch keineswegs verärgern! Doch bedenket, welche Möglichkeiten euch dann offen stehen würden...”
Der Kerl gab einfach nicht auf! Einmal in zehn Jahren begab sich Sesshoumaru auf das Schloss seines Vaters und seit dessen Tod war es immer wieder das selbe: Stundenlang musste er sich Vorträge über die politische Nützlichkeit einer Heirat anhören. Als ob er nicht schon genug Probleme hätte. Heiraten! So ein Unsinn.
Sein Berater deutete sein Schweigen leider vollkommen falsch. Für ihn war es wohl ein großes Unglück, das ausgerechnet ER vom Rat ausgewählt worden war, um den jungen Herrn davon zu überzeugen, sich endlich eine Gefährtin zu nehmen. Aber da musste er jetzt durch, es war seine Pflicht es wenigstens zu VERSUCHEN. Wobei all seine Vorgänger diesen - vergeblichen - Versuch nicht überlebt hatten.
„Seht doch einmal, solange ihr nicht verheiratet, oder zumindest verlobt seit, könnt ihr den Fürstentitel nicht erlangen. Außerdem gibt es einige Länder, die dem Westen nicht gut gesinnt sind und die man durch eine Heirat vielleicht besänftigen könnte.” versuchte er es erneut.
Die Zeit drängte, Sesshoumaru war schon über neunhundert Jahre alt und damit für eine Heirat überfällig.
Dieser war allerdings ganz und gar nicht gewillt, seinem Berater nachtzugeben, im Gegenteil. Er hatte sicher nicht vor zu heiraten und seine gelegentlichen Besuche hier tätigte er nur um auf dem neusten Stand der Dinge zu bleiben, nicht um sich solche unwürdigen Kreaturen mit ihren unwichtigen Vorträgen anzuhören. Mit jedem Wort das der andere Youkai aussprach, sank seine ohnehin schon miserable Stimmung noch weiter. Schlimm genug das die Wachen am Tor bei der Arbeit einschliefen, jetzt sollte er auch noch dazu genötigt werden sich des schwächeren Geschlechts anzunehmen. Eine Heirat, egal mit wem, würde ihm sicher nichts bringen. Der Fürstentitel war ihm vollkommen egal. Als Fürst wäre er sowieso nur ein Gefangener des Schreibtisches, auf ewig dazu verdammt, stinklangweiligen Papierkram durchzuarbeiten.
Sesshoumaru war der rechtmäßige Erbe, ja, aber dank dem gottverdammten Testament seines Vaters konnte er erst Fürst der westlichen Länder werden und den Stand eines Daiyoukai erhalten, wenn er heiratete. So etwas konnte sich auch wirklich nur Inu no Taishu ausdenken!
Mit seiner jetzigen Position war er aber durchaus zufrieden. Jeder wusste um seine Stärke und bisher hatte es noch keines der anderen drei Länder gewagt, den Westen herauszufordern. Schließlich war er nicht nur durch seine Stärke und Macht, sondern auch durch seine Grausamkeit und Kälte bis weit über die Grenzen des Reiches seines Vaters bekannt. Und dennoch, die Tatsache das der Westen keinen Fürsten hatte, machte ihn zu einem bevorzugten Angriffsziel, sollte eines der anderen Länder, ob nun Norden, Süden oder Osten, sein Reich vergrößern wollen. Sicher, eine Heirat war die einfachste Lösung, doch Sesshoumaru hatte nicht vor, sich in einen bloßen Spielstein im Gefüge der Politik zu verwandeln. Abgesehen davon lief doch bisher auch alles zu seinen Gunsten. Er hatte sich immer geweigert, etwas so schwaches und unbrauchbares wie ein Weib an seine Seite zu holen und es hatte doch auch noch nie Probleme gegeben. Also würde er auch gewiss auch jetzt nicht damit anfangen!
Er hatte ohnehin nie etwas Nützliches in der weiblichen Seite der Bevölkerung gesehen. Ihre einzige Aufgabe bestand darin, als Mägte oder Dienerinnen zu fungieren und so etwas wie den Haushalt zu erledigen. Und natürlich darin, Kinder zu gebären. Doch auch über solche Sachen hatte Sesshoumaru sich noch nie Gedanken gemacht und er tat es auch jetzt nicht. Er war stark genug und würde sicher in nächster Zeit nicht so leicht abkratzen. Er brauchte noch keinen Erben. Also brachte er auch keine Frau. Wozu auch?
Unwillkürlich musste er an seinen Vater denken, der sich mit dieser verabscheuungswürdigen Menschenfrau zusammengetan hatte. Aus Liebe, wie er gesagt hatte. Liebe! So etwas Lächerliches. Sogar noch lächerlicher als eine Heirat aus politischen Gründen. Nicht, das er dies deswegen eventuell doch in Betracht ziehen würde!
„Wollt ihr es euch nicht einmal überlegen?” fragte der Berater erneut verzweifelt dazwischen.
Es waren die letzten Worte die er je aussprach, da er leider angefangen hatte, Sesshoumaru etwas zu sehr zu nerven.
Ein kurzes Aufblitzen nur, ein erstauntes Stöhnen des tödlich getroffenen Youkais und Sesshoumarus ehemaliger Berater fiel tot zu Boden. Ohne jegliche Reue befahl Sesshoumaru einige andere Diener herbei, die die Leiche rasch forträumten. Es war immer wieder amüsant mit anzusehen, wie bleich diese bei dem Anblick eines Toten wurden. Dabei sollten sie so etwas doch eigentlich schon von ihm gewohnt sein.
Das Fell über seiner Schulter wehte im Wind, als er den Raum verließ. Heirat. So etwas Dämliches!
Der linke Wachposten keuchte erschrocken auf und machte seinen Gefährten auf eine große, leuchtende Energiekugel aufmerksam, die sich rasch vom Umriss des Schlosses löste und nun auf sie zu kam. Beide wussten sofort, dass der junge Herr seinen Besuch anscheinend beendet hatte und sich nun auf dem Rückweg befand, denn außer Lord Sesshoumaru war keiner der hier lebenden Dämonen in der Lage, in die Energieform überzuwechseln.
Beide wandten rasch wieder den Blick ab, denn wer zu lange in das gleißende Licht sah, der würde - so behauptete man - erblinden. Doch wie sich bald herausstellte, machte das für die Wachen keinen großen Unterschied mehr, denn die Gestalt, die mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit auf die beiden zuraste, schien es sich im letzten Moment anders zu überlegen und landete direkt vor den Inuyoukai, denen beim Anblick ihres Herrn sofort die Knie weich wurden.
„Seit ihr nicht müde?” flüsterte der kostbar gekleidete Youkai vor ihnen leise.
„N...N...Nein, Sesshoumaru-sama, Herr!” stotterten die Dämonen und verneigten sich rasch. Kleine Schweißperlen liefen an ihren schwarzen Rüstungen hinunter.
„Oh doch, ich denke ihr seit müde. Ihr solltet ein wenig schlafen...” meinte Sesshoumaru mit einem Blick, der genauso kalt war wie frisch gefallener Schnee und seine silberweißen Haare unterstrichen dieses Effekt noch zusätzlich. Ebenso weiß waren seine Krallen, die sich eine Sekunde später erst in den Brustkorb des einen und dann in den des anderen Wachposten bohrten. Die Klauen glitten durch die harten Rüstungen und das Fleisch als wären sie aus Butter.
„Ein wenig Schlaf... Aus dem ihr nie erwachen solltet! Solches Gesinde kann ich hier nicht gebrauchen!” Seine Stimme war bei diesem Satz, den die Youkai freilich nicht mehr hören konnten, noch eine Spur kälter und grausamer geworden. Seine schneeweißen Krallen färbten sich rot und das Blut tropfte von seiner Hand. Sesshoumaru wandte sich von den Leichen ab.
Ihr Tod war ihm gleichgültig. Er bedeutete nichts. Nur das Blut an seinen Krallen ärgerte ihn etwas. Er hätte besser seine Energiepeitsche nehmen sollen...
Einige Tage später sollte Sesshoumaru an einen uralten Zeitenbaum gelangen und feststellen, dass dort sein jüngerer Halbbruder von einem magischem Pfeil aufgespießt und gebannt war.
Weitere Tage später machte er sich auf, um das legendäre Schwert Tessaiga zu suchen und seine Macht noch zu steigern, aus Trotz diese Waffe nicht einem schwächlichem Hanyou zu überlassen, der auf so elende Weise sein Ende fand und dem diese Klinge eigentlich vererbt werden sollte.
Erst fünfzig Jahre später sollte er es tatsächlich finden und feststellen müssen, dass es für ihn unerreichbar war.
In diesem ganzen halben Jahrhundert sollte er nicht ein einziges Mal wieder auf das Schloss seines Vaters zurückkehren.
Den Vorschlag seines Beraters, zu heiraten, verdrängte der Youkai erfolgreich in die hintersten Winkel seines Unterbewusstseins.
Doch nun soll eine Geschichte erzählt werden, die Sesshoumarus Leben von Grund auf umkrempeln wird...
So weit zum Prolog.
Das nächste Kapitel heißt:Gruppenzuwachs.