Der US-Präsidentschaftskandidat in spe, Barack Obama, ist zu seinem ersten Deutschland-Besuch in Berlin-Tegel eingetroffen. Obama fuhr vom Militärflughafen ins Kanzleramt. Dort traf der Senator der US-Demokraten Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am Nachmittag ein Gespräch mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, anschliessend Empfang im Roten Rathaus beim regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Der, der zuvor auf der Hochzeit von Sabine Christiansen seinem Ruf als Profischnorrer und Partyluder alle Ehre machte, für das Gelöbnis vor dem Reichstag aber keine Zeit hatte.
Um 19.00 Uhr hat "der Kandidatenanwärter" an der Berliner Siegessäule seine Vorstellungen über die künftige transatlantische Zusammenarbeit dargelegt. Dazu wurde extra eine "Fanmeile" aufgebaut, angeblich waren zwischen 100.000 und 1.000.000 Besucher da. Nur, warum das alles?
Wer hat Obama zum Besuch in der "Provinz" eingeladen? Wer kommt für die Kosten auf? Und vor allem, wen interessiert das wirklich? Wird Angela Merkel im nächsten Bundestagswahlkampf Station in Washington machen, um dort vor dem Kapitol - oder McDonald's - eine Rede halten? Kurt Beck oder Steinmeier? Wowi auf dem CSD in San Francisco? Ok, das muss man sich nicht vorstellen, bloß wegdenken. Und überhaupt: Muss man fürchten, demnächst auch von anderen Kandidaten aus aller Herren Länder angeödet zu werden?
Es ist Sommer in der BRD: Endlich wieder Zeit für ein gutes Buch! Oder sinnlos dem Alkohol frönen. Ersteres bildet, letzteres betäubt - aber in beiden Fällen bleibt man 100 prozentig vor diesem Dummenfang verschont.