Mittlerweile habe ich schon recht weit gespielt und meine Liste an Dingen, die ich zu bemängeln habe, ist doch arg lang geworden.
Da wäre zum Beispiel die Nutzung der Batterien. Nur Batterien, die noch Restladung haben, regenerieren sich mit der Zeit mit ausnahme der letzten, die regeneriert sich immer. An sich ja eine nette Idee, nur kostet jeder scheiß ne ganze Batterieladung und da man öfter mal zwei Ladungen braucht, frißt sich Adam also regelmäßig die Backen dick auf seiner Rachemission. Rein logisch wäre es doch sinnvoller, wenn er jede Batterie ein wenig nutzen würde, damit dann alle nach und nach aufladen, oder? Oder aber Squeenix hat noch nie was von Duracell gehört. Auf alle Fälle find ich es elend, durch Müsliriegel, die dazu auch noch Platz im Inventory wegnehmen, in meiner Kampf- und Einsatzkraft begrenzt zu sein.
Apropos Inventory: Viel zu klein, selbst mit upgrades. Und dann auch noch die 1 Waffe pro Art Begrenzung...Geld ist so schon knapp in dem Spiel und wer wie ich öfter mal in der LIMB Klinik einkaufen geht, ist chronisch arm. Also verkauft man überschüssige Waffen an nen Waffenhändler, doch leider wird das ein langes Unterfangen, da man die Dinger einzeln aufnehmen und dann verkaufen muss. Hat man bereits eine Waffe des Typs im inventory, wird die restliche Munition (oder ein Bruchteil davon) aufgenommen und der Waffe selbst fährt gen Himmel, sprich sie verschwindet.
Hacken ist ein eigenes Thema, an sich ja recht nett und gut gemacht, aber dank eines Zufallssystems kann das auch sehr nervig und gehetzt sein. Ich kann mich da an eine Tür erinnern, die war so zugekleistert mit Systemen und drei mal hintereinander gabs gleich auf Anhieb nen Alarm. Dann wiederum war da ein lvl 5 system mit haufenweise lvl 4 und 6 nodes, da gabs gar keinen Alarm. Das ist mir etwas zu unsicher und nicht beeinflussbar genug. Dann lieber wie bei Mass Effect...
Jetzt mein "Lieblingsthema", das Rumgeschleiche. An sich ja ganz gut machbar in DE3, doch manche Ereignisse haben mich an den Rand der Verzweiflung gebracht. Zum einen sind es die Adleraugen mancher Leute. Da hat man wirklich nur den kleinen Zeh zwei Pixel weit sichtbar und gleich ist Großalarm. Denn wenn einer den kleinen Zeh sieht, sehen alle den kleinen Zeh und dann kommt die Polizei. Dieses hive mind denken wurde an einer Stelle ganz besonders abstrus. Als ich einmal nen bot gehackt habe und der dann anfing, Wachen zu zerkleinern, stürmten die Wachen nicht zu dem bot, auch nicht in den controll room, sondern direkt zu mir, der sich durch nen Luftschacht in den nächsten Raum verzogen hatte. Scheinbar gibt es in der Zukunft kein Astro-TV mehr und alle Hellseher sind zum Sicherheitsdienst gewechselt.
Was haben die eigentlich bei Squeenix gegen Frauen? Jede Tante in dem Spiel ist bisher entweder vollkommen bescheuert angezogen gewesen, hatte irgendein Furunkel im Gesicht (oder sonstwo, und das detailliert bis an die Grenze zum Fetischismus), Nutten oder war mittelschwer hirnkrank; üblicherweise eine Kombination dieser Sachen . Bei Deus Ex 1 konnte man wenigstens der Engine die Schuld an der Hässlichkeit geben, hier geb ichs direkt an Squeenix, die ihre Charaktere ja schon seit Jahrzehnten durch die Modemülltonne ziehen.
Am Schluss sei noch die Story erwähnt, die sehr vorhersehbar ist und nicht wirklich spannend gemacht. Ich weiß noch, wie mitgerissen ich bei Deus Ex 1 war, als ich nach und nach das ausmaß der ganzen Sache erkannte, das Spiel selber konnte es auch sehr gut rüberbringen. Doch bei Deus Ex 3 ist das ganze ziemlich nüchtern, geradezu banal. Und dann auch noch die offensichtlichen Hinweise, Deus Ex Zaunpfahl. Nach der Intromission wusste ich schon 2/3 von dem, was ich jetzt erst "offiziell" herausgefunden habe, durch Logik und einfaches Nachdenken.
So schön Deus Ex 3 am Anfang auch gewirkt hat, die Magie ist nach und nach verflogen und der Alltag hat sich eingestellt; und dieser Alltag ist genauso hässlich, wie der aller anderen auch.
Naja, ich meine ich spiele es immerhin noch und es gibt auch immer wieder nette Szenen, doch ich wollte das schlechte halt nicht verschweigen und mir Luft machen, nachdem ich in Montreal eine Stunde spielend und zwei stunden ladend verbracht habe.