Dennis Ritchie ist verstorben

  • War mir gänzlich unbekannt, und wäre es nach der Berichterstattung durch gängige Medien wohl auch geblieben. Schon surreal, wenn man es mit dem kürzlich sehr ausgiebig rezipierten Tod aus der (breiteren) IT-Welt vergleicht.

    Mach schon Platz, ich bin der Landvogt!

  • Ich glaube nicht, dass das was mit Wahrnehmungssteuerung zu tun hat, oder kennt hier jemand James B. Francis, Erfinder der Francisturbine ("Vorgänger" der variablen Turbinengeometrie, welches erstmals im Porsche GT2 eingesetzt wurde). Nein, also...

    Du lachsch, ich kennt heile!

  • Nachrichtenwert sollte aber schon gemessen werden an tatsächlich wichtiger Bedeutung. Ich selber bin auch Laie auf dem Gebiet, aber es ist nur eine sehr kurze Recherche um zu endecken, was für eine Bedeutung UNIX-Systeme und diese Programmiersprache haben.

  • Oder was man will, dass die Leute zu interessieren hat und was nicht.

    Was man will, was die Leute zu interessieren hat. Darüber ließe sich sicher diskutieren, aber dieser Fall ist dafür sicher nicht prädestiniert. Seien wir mal ehrlich: Wenn eine beliebige Zeitung mit der Schlagzeile auf macht "Steve Jobs tot" oder ähnliche Überschriften über den Herrn, dann kann man mit einer relativen Sicherheit davon ausgehen, dass das Leute anspricht, da Steve Jobs einfach bekannt ist. Dazu haben sicher die Medien im Vorfeld beigetragen, aber es hat auch seinen Grund, dass er das ist.

    Wenn du nun schreibst "Dennis Ritchie ist tot" hast du drei Arten von Reaktionen - Leute, die das interessiert, weil sie ihn kennen und entsprechend eventuell betroffen sind. Leute, die es interessieren könnte, wer denn Dennis Ritchie war - bei diesem Fall schon fraglich, ob das Interesse ausreicht, einen Kauf zu rechtfertigen. Oder aber, was wahrscheinlich ist, fragt man sich maximal, wer es war, viel eher aber überliest man es, wie jede weitere "x ist tot" Nachricht auch und geht weiter zu den Dingen, die von gesellschaftlicher Relevanz sind.

    Ich will das ganze nicht schön reden, was betrieben wird, aber wenn man sagt "Die Bild ist scheiße", "Die NPD ist scheiße" oder gar "Die Medien sind scheiße", dann sind sie es sicherlich, aber was viel schlimmer ist, als irgendwelche dämlichen Parteien, dämlichen Schmierblätter oder sonstige dämliche Vorkommnisse, ist die Gesellschaft, die diese Dinge erst entstehen lässt und sie füttert.

    Ich frage mich bei dem Fernsehprogramm, wenn ichs denn irgendwann mal vor Gesicht kriege stets, wer den Müll denn permanent guckt, der da produziert wird. Und natürlich könnte ich den Sendern die Schuld geben, was ich bis zu einem gewissen Maß auch tue. Aber die Leute, die sich den Dreck angucken, und sei es nur "weil man sich drüber lustig machen will", oder "weil nichts anderes kommt", dann finde ich das viel viel ärmer.

  • wollte grad in etwa das gleiche schreiben und kann dir nur zustimmen
    für die Informatiker dieser Welt ein Trauertag, dem Rest wirds eher wayne sein :D

    Jup nen Trauertag haben wir nun.
    Wenn jetzt noch die Java Entwickler gemeinschaftlich bei einem Flugzeugabsturz sterben kriegen wir auch endlich unseren Feiertag.

  • Ich habe nicht vor die Gesellschaft in Schutz zu nehmen, natürlich entscheidet am Ende sie was gekauft wird und ist deshalb auch dafür verantwortlich was so gezeigt und gedruckt wird.

    Aber man könnte ihnen auch von medieller Seite her mal eine Alternative präsentieren. Die Argumentation die Leute sind dumm, deshalb präsentiere ich ihnen eben was sie sehen wollen, halte ich auch für schwach. Wenn es wirklich gewollt wäre hier z.B. auf Dennis Ritchies Tod aufmerksam zu machen, dann wäre dies durchaus möglich. Verkaufszahlen sollten eben nicht alles sein, ein Bisschen Idealismus ist manchmal angebracht, es muss ja auch nicht die Titelseite sein. Das selbe gilt für online News auch hier wäre es ohne großen Kosteneinbußen möglich.

    Ich sehe die Aufgabe der Medien darin die Menschen über wichtige Dinge zu informieren und nicht über Dinge die diese für wichtig erachten (Körbchengröße vom girl von Seite 3).

    Ich selbst kannte, da ich nicht aus der Info Ecke komme, Dennis Ritchie zuvor nicht und hätte Imbear den Thread nicht aufgemacht hätte ich vielleicht jetzt da er Tod ist nie von ihm gehört. Ein Umstand der wirklich, gemessen daran was dieser Mann geleistet hat (was ich mir nun so angelesen habe) Schade wäre.

  • Idealismus ist schön und gut aber Journalisten sind heutzutage meist nur noch freie Angestellte, also müssen die sich auch dem Boulevard irgendwo beugen um Geld zu verdienen.

    Qualitätsjournalismus können sich auch nur diejenigen leisten die einen festen Posten haben bzw. wohlahabenden Arbeitgeber der auch hohe Ansprüche hat.

    Aber bei den Online-Magazinen vom Spiegel, Zeit oder der taz hab ich bisher noch keinen einzigen Artikel über Ritchie gelesen und das ist schon ziemlich schwach.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!