Verteidigung von Last Heaven

  • Prolog:

    Raphael stand still auf der Brücke der "Engel des Kriegs", einem Schlachtkreuzer der Dark Angels.
    "Mein Herr, wir wechseln gleich in den Realraum.", informierte ihn der Navigator.
    "Zur Kenntnis genommen. Lassen sie Sergeanten Herc zu mir kommen."
    "Ich bin Ihnen da wohl voraus, Meister.", sprach plötzlich ein Marine an Raphaels Seite.
    Fals Herc war Veteransergeant der 5. Kompanie der Dark Angels und dafür bekannt, stets über den nächsten Einsatzort
    bestens Bescheid zu wissen.
    "Nach 50 Jahren, die ich bereits das Kommando inne habe, bin ich immernoch überrascht,
    wie du es schaffst stets aus dem Nichts aufzutauchen, mein Freund.", lachte Raphael.
    "Nunja, jeder Sergeant hat sein Markenzeichen."
    "Wohl wahr. Aber nun zur üblichen Prozedur, was weißt du über den Planeten?"
    "Da gibt es nicht viel zu erzählen. Der Planet wurde erst vor ein paar Jahren entdeckt und die dort sesshaften
    Menschen leben noch relativ primitiv. Adepten des Administratum würden es eine Feudalwelt nennen.
    Das Mechanicum hat bereits einen zentralen Raumhafen, sowie diverse Festungen zum Schutz eben dieser gebaut."
    "Nur warum Festungen auf einer Feudalwelt?", fragte Raphael stutzig nach.
    "Mehr oder weniger eine scheinbar übertriebene Vorsichtsmaßnahme, da es wilde Orks auf dem Planeten gibt, welche jedoch
    nichteinmal den Einsatz der Imperialen Armee rechtfertigen würden. Allerdings haben Astropathe feststellen müssen,
    dass ein Wagh unterwegs ist. Vermutlich angelockt durch die Arbeiten des Mechanicus.
    Unseres Wissens nach ist der Waghboss nicht zu unterschätzen, er hat bereits diverse Systeme geplündert.
    Er wird Großa Bösa genannt. Den entsandten Truppen wurde aufgetragen diesen Wagh entgültig zu zerschlagen,
    bevor er zu groß wird."
    "Sind wir die einzigen Verteidiger, die PVS ausgenommen?"
    "Nein, 4 Regimente der Imperialen Armee, sowie die 2. und 4. Kompanie der White Consuls."
    Raphael fing an auf und ab zu gehen, ein Verhalten, dass er oft zeigte wenn er anfing
    über strategische Dinge nachzudenken.
    "Was ist nun unser genauer Auftrag?"
    "Wir sollen die nördliche Bastion sichern. Es wird wahrscheinlich so sein, dass die Orks nördlich
    des Raumhafens runterkommen, außerhalb der Reichweite der Orbitalgeschütze.
    Glücklicherweise ist der Norden von einem Gebirge derart geschützt, dass es nur ein Tal
    gibt, durch dass man schnell zum Raumhafen kommen kann und eben dort liegt die Festung.
    Die Orks sind mehr oder weniger gezwungen die Festung einzunehmen und genau da kommen wir ins Spiel."
    "Nur warum sollten die Orks grade diesen Weg nehmen wollen?"
    "Ganz einfach, lediglich im Norden, hinter dem Gebirge, befindet sich eine sichere Landezone, hinter dem Gebirge
    sind sie in Reichweite der Orbitalgeschütze und in Richtung Süd, West und Ost befinden sich jeweils Ozeane,
    die außerhalb der Geschützreichweite wären. Dies wird die Orks zwar nicht hindern selbst innerhalb der Reichweite
    zu landen, allerdings wird das nur Wenigen gelingen. Daher sieht der Plan derart aus,
    dass die White Consuls und 2 Regimenter die Umgebung des Hafens sichern. Uns werden die anderen beiden Regimenter
    unterstellt um die Bastion zu halten. Allein unsere Anwesenheit wird die Orks anziehen."
    Raphael schmunzelte: "Wir dürfen also keinen Zentimeter weichen?!
    Dann sind wir die Richtigen. Für den Imperator!"

  • Hauptteil:


    "Wie ist die Lage, Fals?"
    "Gut, die Imperialen Einheiten sind fast fertig. Das ist allerdings auch nötig,
    die Orks werden in circa 3 Standardstunden hier sein."
    Dies war für Raphael das Stichwort, sich mit seinem Sergeant zu den Nordwällen zu begeben.
    Er war sich nicht ganz sicher, doch auf seltsame Art und Weise hatte er ein komisches Gefühl bei der kommenden
    Schlacht. Irgendetwas war seltsam. Die Orks gingen geordnet vor, fast schon gelenkt.
    Was er von dem Rest der Streitkräfte gehört hatte, war ganz und gar untypisch für Orks.
    Es waren fast keine Orks innerhalb der Reichweite der Geschütze gelandet. Bisher sah es stark danach aus, dass
    die Orks nur einen großen Schlag von Norden aus führen würden.
    Doch konnte es eine Falle sein, damit alle Kräfte nach Norden geschickt werden und dadurch der Raumhafen ungeschützt sei?
    Es war Raphael bekannt, dass es Waghbosse gab, die wirklich gerissen und zu solch einer Strategie fähig waren.
    Aber die Scouttrupps hatten nichts gefunden im Umland. Trotzdem hatte sich
    Raphael als Kommandat der Streitkräfte dazu entschieden, die Stellung der Verteidigungstruppe so zu belassen,
    wie geplant war. Er fühlte sich sicherer dabei.


    Kain Duran betrachtete wie die Imperiale Armee vor der Festungsanlage
    Schützengräben aushob, als vordere Verteidigungslinie.
    Er selbst stand in seiner dunkel grünen Servorüstung auf den Festungsmauern und
    ragte praktisch hervor, da er selbst für einen Astartes sehr groß war. Ihr Meister Raphael Relis bestand darauf,
    dass die 5. Kompanie der Dark Angels geschlossen und alleine die Festung verteidigt, während
    die beiden Regimenter vor der Festung Stellung beziehen sollte.
    Kain begrüßte dieses Vorgehen. Seiner Meinung nach, war den Imperialen Einheiten ebensowenig zu trauen
    wie Xenos, zumindest im Kampf.Sie waren feige und schwach. Ihnen wurde gesagt,
    dass es unabdingbar ist diese Festung zu halten und wer war besser dazu geeignet als die Dark Angels?
    "Was ist los Duran, du schaust wieder so grimmig?", lachte Zarak Aaron, Soldat des Kommandotrupps von Meister Relis.
    "Nichts, ich bin nur froh, dass wir geschlossen auf dieser Festung Seite an Seite ohne
    jemanden, der stören könnte, kämpfen."
    "Wohl war, nur du musst wohl jetzt von deiner Grübelei abkommen. Meister Relis verlangt, dass
    alle Trupps auf Position sind..."
    "Sobald der Gegner weniger als eine Stunde entfernt ist, um Überraschungen zu vermeiden, ich weiß.", unterbrach Duran ihn.
    Die beiden verfielen in grimmiges Gelächter und machten sich auf den Weg zu ihrer Position."


    "Captain,ehrm, Meister Relis, wir werden den nördlichen Abschnitt der Linie nicht halten können", tönte es in Raphaels Helmkom.
    Im Hintergrund hörte er das Gebrüll der Orks und die Schreie sterbender Soldaten.
    "Es sieht danach aus, als ob die Orks eine Keilspitze bilden und dort mit brutaler Härte vorgehen, die restliche Linie wird kaum...",
    der Funk brach ab. Soll es so sein, dachte er sich. Sein flaues Gefühl im Magen verstärkte sich.
    Dies war keine typische Orkinvasion, doch er konnte sich jetzt nicht von diesen Gedanken ablenken lassen.
    Er öffnete den Komkanal zu seinen Trupps.
    "An die gesamte Kompanie, die Orks werden gegen die Bastion rennen.
    Sergeant Ganeos, Ihr Devastortrupp wird mit meinem Kommandotrupp zuerst die Orks zerschlagen,
    denn die nördliche Linie wird zuerst fallen.
    Die restlichen Trupps bleiben auf Position, denn ihr systematisches Vorgehen ist untypisch und ich vermute eine Falle.
    Sergeant Galaad, ihr Sturmtrupp hält sich als Verstärkung für meinen und Ganeos Trupp bereit.
    Veteransergeant Claudius, Ihre Ravenwing-Abteilung hält sich bereit, um auf mein Zeichen den Orks in den Rücken zu fallen."
    Raphael zögerte zwei Sekunden. "Bereut!"
    "Denn morgen werdet ihr sterben!", tönte es vielstimmig aus dem Kom zurück.


    Sie konnten nicht genug Leitern herunterstoßen, noch genug Orks auf eben diesen mit ihren Boltern und Plasmawerfern
    erledigen. Es war unvermeidlich, dass sie auf dem Wall fußfassen konnten, doch glücklicherweise sprang der Sturmtrupp
    zu ihnen und sicherte damit die Linie.
    "Hinter dir, Raphael!", brüllte jemand von der Seite.
    Raphael gelang es grade den Ork vor ihm mit seinem Energieschwert zu enthaupten, um sich umzudrehen
    und zu sehen, wie ein Moschaboy ihn von hinten angreifen wollte.
    Doch nur eine Sekunde nachdem er sich umdrehte, musste er ansehen wie der Kopf des Orks schmolz.
    An seiner Seite tauchte Fals mit glühendem Plasmawerfer auf.
    "Der Sergeant hält seinen Meister am Leben.", sagte Fals, doch wandte sich direkt wieder ab
    um dem nächsten Ork zu schmelzen.
    Raphael hatte keine Zeit zu antworten da bereits eine weiterer Ork auf ihn zu kam.
    Er parierte den seitlich geführten Schlag des Spaltas mit seinem Schwert.
    Der Spalta zerbrach und erlaubte es Raphael den Ork in der Mitte zu zerteilen.
    Erst mit Verzögerung registrierte der Ork, wie seine beiden Körperhälften auseinander glitten.
    Nun konnte er sich einen kurzen Überklick über die Lage gewähren.
    Die Sturmtrupps hielten den hinaufkletternden Orks stand, und Ganeos und sein Trupp konnten
    die Mauer halten.
    Plötzlich ließ ein riesiger Knall alle, egal ob Mensch oder Ork, auffahren.
    Raphael war sich sicher, dass diese Explosion aus dem westlichen Teil der Stadt kam.
    "Meister, wir haben ein Problem.", meldete sich in diesem Moment Leutnant Paran.
    "Eine unbestimmte Anzahl Dark Eldar, aller Wahrscheinlichkeit Mandraks, überraschten uns aus der Kanalisation."
    Raphael konnte im Hintergrund die Kampfgeräusche hören und war sich fast sicher, dass
    Paran selbst während seiner Meldung mit den Mandraks am kämpfen war.
    "Ungefähr die Hälfte der hier stationierten Truppen sind bereits gefallen."
    "Halten sie durch, Paran. Sergeant Farad, Ihr Sturmtrupp begibt sich sofort zur Unterstützung dort hin,
    außerdem werde ich mich persönlich zu Ihnen begeben. Möge der Imperator mit Ihnen sein."
    Nun wusste Raphael, dass sein ungutes Gefühl berechtigt war.
    Er lief sofort los in Richtung des Überraschungsangriff.
    Wie wahrscheinlich war es, dass Dark Eldar mit Orks zusammen agieren.
    Oder sollte es nur ein schrecklicher Zufall sein?
    Er würde es vielleicht später erfahren, doch nun war es wichtiger die Eindringlinge zu vernichten.
    Wahrscheinlich wollten sie die Tore für die Orks öffnen.
    Doch warum...
    "Sie haben Spass am Blutvergießen, Meister."
    Neben Raphael lief Fals. Sein Auftauchen überraschte Raphael nicht und auch nicht, dass er seinen Gedankengang erraten konnte.
    "Hatte ich dir befohlen mitzukommen?"
    "Du hast auch nicht direkt befohlen zu bleiben.Und ich will dir doch nicht den ganzen Spass überlassen."
    Sein Stimme klang nach einem breiten Grinsen unter dem Helm.


    Raphael und Fals kamen nicht zu spät.
    Sie sahen, wie mehr als ein dutzend Mandraks die Überreste von zwei taktikschen und einem Sturmtrupp einkreisten.
    Doch anhand der toten Eldar am Boden, war Raphael stolz auf seine 5. Kompanie. Soweit er es beurteilen konnte stand es
    am Anfang 5 zu 1 für die Eldar. Doch jetzt war es an der Zeit, die Xenos zu überwältigen.
    Fals und er stürmten an und die Eldar nahmen keine Notiz von ihnen, sodass sie mit den
    ersten Hieben drei Mandraks ohne Gegenwehr niederstreckten.
    Inspiriert durch ihren Meister stürmten die restlichen Marines vor.

  • Epilog:

    "Apothecarius, Statusbericht!"
    "Die Trupps Paran, Galeo und Farad haben hohe Verluste, Meister. Es wäre ratsam sie vorübergehend zu
    einem Trupp zusammen zu schließen. Bei den restlichen Trupps gibt es lediglich 2 Tote
    und wenige leicht bis schwer Verletzte."
    "Gut, weitermachen."
    Raphael entfernte sich langsam von der Krankenstation.
    Insgesamt war es trotz der Verluste eine erfolgreiche Schlacht.
    Die Imperiale Armee hatte lediglich an der nördlichen Linie, die die zentrale Angriffsfläche der Orks war,
    einen Totalverlust erlitten. Die restliche Linie war weitestgehend erhalten geblieben und es waren im Verhältnis
    kaum Verluste zu beklagen, sodass es ihm möglich war die nördliche Linie wieder mit genügend Imperialen Soldaten zu besetzen.
    Das Ende der Schlacht überraschte ihn jedoch immernoch.
    Die Orks hatten sich, kurz nachdem der Eldartrupp vernichtet war, zurückgezogen
    und jemand der die Orks kennt wusste, dass sich ein Ork nur zurückzieht um
    hinterher noch härter zuschlagen zu können.
    Zudem beunruhigte ihn die Aussicht darauf, dass die Dark Eldar möglicherweise in irgendeiner Art
    mit den Orks verbündet waren. Denn alles Andere wäre ein zu großer Zufall für Raphaels Geschmack.
    Als er im Kommandoraum der Festung ankam, überfiel ihn direkt sein Veteransergeant.
    "Raphael, du musst sofort ans Komgerät gehen, es ist dringend."
    An der ernsten Miene seines Sergeant konnte er erkennen, dass es wahrlich dringend sein musste.
    Er ging sofort zum Kom.
    "Meister Relis hier, was gibt es Captain?"
    "Wir haben eine kleine Anzahl unbekannter Schiffe im Orbit um Last Heaven enteckt. Vermutlich Eldar.
    Doch die schlimmere Nachricht ist die, dass unsere Astropathen melden, dass eine riesige Ork Flotte unterwegs ist."
    "Wann wird sie da sein?", fragte Raphael perplex.
    "In 4 Standardstunden, Meister."

  • Hallo Cerenos,

    eine sehr schöne und stimmige Geschichte, hat mir echt Spaß gemacht drüber zu lesen :).
    Spannung könnte etwas mehr sein, wobei ich glaube, dass das noch kommt. Würde mich über eine Fortsetzung freuen, auch wenn du bereits den Epilog geschrieben hast ;).

    "Du musst nicht nur ein Fuchs sein, sondern auch einen langen Schwanz haben "
    "Stell dir das vor, der DON bedient dich"
    Gast im Lokal des Don: "Gehört er zur Familie?"

    Quote from Ratatosk

    BooN\ ist die Stimme der Vernunft

    Quote from unbekanntes Genie

    segalisiert!

  • nette kurze geschichte, für meinen geschmack etwas zu farblos. Das 40k feeling kommt meiner meinung nach erst durch die brachialen eindrücke und das so gewollt übertriebene rüber. Ein bisschen mehr ausschmücken und detailliertere infos würden das ganze besser machen.

    liberate vosmet

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