Sers Leute,
ich hatte die letzten Tage einige Diskussionen mit meinem Onkel über das Thema "Killerspiele" und Spielsucht. Als erstes muss ich sagen, dass er eigentlich in jedem Thema sehr objektiv ist und im Normallfall seine Meinung ordentlich begründen kann bzw. sich auch mal umstimmen lässt. Doch in diesem Fall ist er, beeinflusst durch unsere Politiker und die politisch "objektiven" Berichte zum Thema "Killerspiele", absolut stur. Ich zeigte ihm den wirklich gelungenen Bericht aus der Gamestar, doch trotzdem war er danach der Meinung, dass jeder Spieler auch ein potentieller Amokläufer ist. Zudem bezeichnet er die Spieler als Zombies. Ich muss sagen, nach dieser Aussage war ich bitter enttäuscht und fuhr erst mal nach Hause um diesen Thread hier zu eröffnen.
Ausschlaggebender Punkt war für ihn der Montag. Er klingelte bei mir, doch ich hörte die Klingel nicht, da ich das Headset auf dem Kopf hatte. Das krasse ist, wir waren ja nichtmal am Spielen sondern hatten uns nur im TS etwas unterhalten. Von dem Punkt an war ich für ihn der spielsüchtige Zocker, dem unbedingt geholfen werden muss. Ich geh davon aus, dass jeder aus meinem GW-Squad weiss, dass ich trotz GW gerne rausgehe und am WE, sofern was los ist, nicht vorm Computer sitze. Ich hab ihm auch versucht zu erklären, dass bei mir nichts zu kurz kommt, abgesehen von einer Beziehung. Nur da arbeite ich ja im Moment dran. Ich hab ein festes Arbeitsverhältnis, seit Juni und noch nicht einen Fehltag. Ich bin gesund und geh auch mittags meinen Pflichten nach. Klar...wenn sonst nichts ist, setze ich mich abends halt vor den Computer, surfe oder zocke GW. Bin ich deswegen ein "Zombie"? Bin ich deswegen ein potentieller Amokläufer?
Warum will die konservative Generation sich nichtmal richtig mit dem Thema beschäftigen? Warum sehen sie nicht ein, dass der überwiegende Teil der Spieler dieses als sein Hobby ansieht und dem auch nachgeht?
Er zeigte mir dann eine sehr "objektive" Studie, die er im Internet gefunden hatte, über das Thema Spielsucht. Was da drin stand, war sowas von lächerlich. Mag sein, dass das auf die Extremfälle zutrifft, nur in welcher Sparte gibt es keine Extremfälle? Was ist mit den Menschen, die sich tagtäglich in den Kneipen vollaufen lassen? Was ist mit denen, die permanent in Spielhöllen vergammeln und dort meist das halbe Monatsgehalt bzw. Arbeistlosengeld verplempern? Was ist mit den Drogenjunkies, die am Bahnhof sitzen und nur noch vor sich hinvegetieren? Die Alkoholiker? Die Sammler, die sehr viel Geld in ihr Hobby investieren? Die Workaholics, die ihre Familie, wenn eine vorhanden, total vernachlässigen? Sind das keine Extremfälle? Da werden dann aber die Augen verschlossen. Die psychiche Situation eines Robert S. oder eines Sebastian B. waren doch der Grund für ihre Amokläufe. Sie wollten sich an der Menschheit rächen, die sie so unterdrückt hatte. Beide wurden unterdrückt und hatten keinen Halt in ihrer Familie. Beide isolierten sich und keiner kam mal auf die Idee denen zu helfen. Nur warum soll dann Counterstrike oder andere Killerspiele (wie ich das Wort hasse) daran Schuld sein, dass die ihren Lauf starteten?
Heutzutage ist es doch klar, dass viele "Attentäter", egal in welcher Form, einen PC besitzen. Ist doch logisch durch die Kommerzialisierung und bei fast jedem Spieler findet man auch CS auf dem Rechner. Für die Politik ist das dann natürlich ein gefundenes Fressen und sonst objektive Menschen, wie mein Onkel, werden dadurch so dermaßen beeinflusst, dass sie die andere Seite gar nicht mehr hören wollen.
Also ich wehre mich hier vehement dagegen, dass ich ein potentieller Amokläufer, sowie Zombie sein soll. Ich bin mir durchaus bewusst, was ich hier vor meinem Rechner mache und wenn ich Probleme hatte, konnte ich eigentlich bis jetzt immer zu meinem Onkel gehen, doch jetzt zweifle ich an seiner Sichtweise.
Ich hätte dazu gerne mal ein paar Ansätze von euch, weil das Thema mich nicht kalt lässt.
Gruss Zombie Sariel!