Drazius, der Vampir

  • off.topic:,, Was soll ich sagen, ich hab neulich eine Dukomentation über Vampirismus gesehen und war davon recht begeistert und schockiert. Zum teil inspiriete mich das und ich habe mal eine Geschichte geschrieben. Es ist wie gesagt ein selbsterdachten Universum, daher gewöhnt euch an sowas wie Vampirorden und Clans ;)

    Ich hoffe es gefällt euch allen, auch wenn ich weiß, daß dies nichts mit wh40k zu tun hat."


    Der Wilderer


    ,,Ah, welch herrliche Nacht über Stackhelm.“ zog Drazius die klamme, feuchte Luft der Nacht durch seine Nüstern ein. Seine langen, scharfen Eckzähne blitzten im Licht des Vollmondes auf. Noch hielt sich der blutgierige Vampir in der Krone eines Baumes versteckt, schließlich musste er seine Beute erst auskundschaften, da kaum jemand freiwillig sein Blut gab.
    Durch seinen schwarzen Trenchcoat war er perfekt an die Nacht angepasst, nur sein feuerrotes, strähniges Haar könnte ihn nun noch verraten, aber das dichte Grün des Baumes verbarg alles von ihm.
    Er liebte dieses Dorf. Lauter gute Menschen und dumme Wache. Der perfekte Ort für einen Vampir.
    Unter sich hörte er die Wachen reden. Eine kleine Bauernmiliz, die im Prinzip genauso schwach und unsinnig war, wie ihre Waffen. Ein kleiner Stahlhelm und ein dazugehöriges Kettenhemd sollte ihnen Schutz bieten.
    Lächerlich, dachte Drazius und amüsierte sich über ihre Bewaffnung. Zwei Kurzschwerter und eine Armbrust. Es wäre so leicht gewesen, sie zu überfallen und zu töten, doch war er kein Mörder, nicht mehr.
    Er trank zwar Blut, doch töten war ihn zu wider. Das war seiner unwürdig. Als ein Mitglied des Vampirordens Symkai musste er auf gewisse Gepflogenheiten achten. Töte niemals deinen Spender, war die erste Regel und die zweite lautete, töte niemals jemanden nur aus Lust, denn es könnte sein, daß du diesen jemand noch brauchst.
    Die zweite Regel war schwierig einzuhalten, schließlich war das tierhafte in ihm ein wichtiger Teil seiner Kraft und diese wollte ebenfalls Leben. Es kostete ihn sehr viel mentale Kraft, seine mörderische Seite zu unterdrücken, besonders wenn die Verführung nach Blut am Größten war.
    ,,Nun bewegt euch endlich, ihr Klatschtanten.“ knurrte er leicht verstimmt. Er hatte Hunger und diese Wachen weigerten sich endlich ihre Patrouille fortzusetzen.
    ,,Hast du schon gehört?“ hörte er die beiden miteinander sprechen.,, In der Gegend soll es ein Vampir geben.“ Ungeduldig tippte Drazius mit seinen langen Fingernägeln gegen die Rinde des Baumes.,, Ach quatsch. Hier so weit im Norden gibt es keine Vampire.“ erwiderte der andere Wachmann.
    ,,Wenn ich es dir doch sage. Die Tochter von Bauern Drelm soll von einem Vampir gebissen worden sein. Das arme Kind war ganz blass und konnte sich kaum bewegen.“ Langsam wurde das Gespräch interessant, dachte Drazius. Noch ein Vampir, der in seinen Revier wilderte?
    Das war sonderbar, da er dachte, der Einzige zu sein.
    ,, Jetzt wo du es sagst. Ich habe gehört, daß die Schafe neuerdings sterben, auch sie sollen angeblich blutleer sein.“erzählte nun der zweite Wachmann.
    Drazius musste grinsen. Welcher Vampir saugte schon das Blut von Tieren? Entweder ein verzweifelter Tunichtgut oder ein Karkraz. Ein anderer Vampirclan, der sich nicht zu schade war, daß Blut von Tieren zu trinken. Allerdings war ihre Zahl recht groß und sie hausten meist in Abwasserkanälen, also wie zum Geier kam dieser Karkraz hierher?
    ,,Ah, ich schätze wir müssen weiter, sonst macht uns der Aufseher wieder die Hölle heiß.“ lachte einer der Wachmänner und die beiden setzen ihren Rundgang fort.

    Mit seinen leuchtend roten Augen beobachtete sie Drazius noch, bis sie hinter einer Häuserecke verschwunden waren, dann schwang er sich vom Baum und landete mit seinen eleganten Lederstiefeln auf den kalten, grauen Asphalt. Man mochte von Stackhelm denken was man mochte, aber die Straßen waren exzellent und die hohen steinernen Gebäude waren perfekt für seinesgleichen. In den dunklen Gassen konnte man die herrlichsten Dinge mit seinen Opfer anstellen, aber Drazius begnügte sich mit den einfachen Blutsaugen.
    Es gab zwar Vampire, die ihre Opfer noch folterten und bis zur Besinnungslosigkeit quälten, jedoch gehörte er nicht zu diesem Abschaum.
    Langsam pirschte er sich die Straße hinunter, immer darauf achtend, daß er nicht direkt von den Licht der Straßenlaternen angestrahlt wurde. Im Dunkeln könnte man ihn für einen Menschen halten, doch im Licht sah man die glühenden Augen.,, Ich sollte mich erst einmal stärken und dann werde ich den Wilderer suchen.“ dachte er laut nach.
    Es war schade, daß die meisten Bewohner von Stackhelm sich schon in ihren Häusern befanden. Alle abgeschlossen und gesichert meist noch mit einem bissigen Kampfhund. Oft musste er in Häuser einsteigen und dort nach einem Spender suchen, daher war er ein Meister mit dem Dietrich.
    Schon jetzt wühlte er in seiner Tasche nach den guten Eisen. Er hatte wenig Hoffnung noch jemanden hier draußen anzutreffen, außer den Wachen.

    Doch plötzlich hörte er Schritte. Blitzschnell sprang er in die nächste Gasse und spähte nach der Person. Es war eine junge Frau, gekleidet in den traditionellen Trachten einer Magd. Das graue Kleid mit der weißen Haube und Schürze stand ihr ausgezeichnet, besonders unterstrich es ihre Weiblichkeit um die Taille.
    ,,Ein seltsames Glück.“ munkelte er und fügte seinen Satz noch hinzu.,, Aber ein gerne gesehenes.“
    Schnellen, leisen Schrittes ging er auf sie zu. Die junge Magd hatte ihm den Rücken zugedreht und ging schnurstracks auf ein nahes Haus zu. Jetzt musste er sich beeilen, dachte Drazius und beschleunigte sein Tempo. Unglücklicherweise war er dabei dermaßen laut, daß ihn die junge Bäuerin bemerkte und sich zu ihm umdrehte. In ihren blauen Augen loderte das Entsetzen vor der schrecklichen Kreatur. Sie öffnete den Mund zu einen Schrei, aber Drazius war schneller und hielt ihr die Hand vor den Mund.
    ,,Keine Sorge.“ flüsterte er ihn Ohr.,, Es tut nicht weh. Das verspreche ich.“ beruhigte er seine unfreiwillige Spenderin.
    Tränen liefen über seine kräftigen Hände und er spürte die Angst der jungen Frau. Auf eine perverse Art gefiel ihn dieser Zustand.
    Es leicht für ihn die Magd in eine dunkle Ecke zu zerren, schließlich war er ein Vampir und damit stärker als ein Mensch. Sie wehrte sich, aber es brachte nichts. Aus dem Griff von Drazius konnte sie sich nicht befreien. Selten hatte der junge Vampir eine solch verhafte Dame gesehen. Für einen Moment lang glaubte er, eine Stimme in seinen Inneren zu hören.
    ,,Töte sie!“ forderte sie ihn auf, aber er wusste, daß dies nur seine tierhafte Seite sein konnte.

    ,,Wenn ich auf das Tier in mir höre, bin ich auch nicht viel mehr.“ sprach er die weisen Worte seines Meisters nach.
    Manche Vampire gingen in ihrer dämonischen Seite vollkommen auf, er aber nicht.
    Als sie endlich tief genug in der dunklen Gasse war, holte er kurz mit seiner Faust aus und schlug der Magd auf den Kopf. Ohnmächtig versank sie in seinen Armen.
    Es war immer besser, wenn der Spender betäubt war, schließlich war die Methode der Symkai Blut zu saugen, etwas anders. Reflexartig griff er unter seinen Trenchcoat und zog ein kurzes Messer aus der Scheide am Gürtel hervor.

    Mit der Präzision eines Chirurgen schnitt er den den rechten Ärmel des schwarzes Kleides auf, bis der Oberarm der jungen Magd freilag.
    Dann holte er eine kleine Phiole mit Alkohol daraus hervor und träufte etwas auf den Oberarm und massierte ihn anschließend. Er wollte den Menschen keine Schmerzen bereiten und Wunden führten zwangsläufig zu eiternden Entzündungen.
    ,,Jetzt tut es etwas weh.“ sagte er und schnitt ihr mit dem Messer über den Oberarm. Ihre Gesichtsmuskeln zuckten vor Schmerz. Vorsichtig drückte er immer wieder auf ihr Fleisch, damit mehr Blut aus der Wunde drang. Mit einem kleinen, blechernen Teller fing er das Blut auf. Er brauchte nicht viel von ihrem Lebenssaft, nur genug, um zu überleben.
    Als der Teller fast zum überlaufen voll war, trank er gierig das Blut. Er spürte wie der süßliche metallische Geschmack seine Kehle runterlief und seinen Körper stärkte. Ein herrliches Gefühl, wie er empfand.
    Schnell ließ er den Teller wieder unter seinem Gewand verschwinden und zückte erneut die Phiole mit dem Alkohol. Vorsichtig träufte er etwas über ihre Wunde. Sie zuckte zusammen, verständlich, dachte er. Sein Orden war auf den Gebiet der Wissenschaft bewandert und hatte sich deshalb auf eine vollkommen andere Weise entschlossen, Blut zu saugen.
    So wurde das Risiko, daß der Spender starb auf ein Minimum reduziert. Die Oberarme waren perfekt um Blut zu zapfen, da sie schnell wieder verheilten und der Alkohol sorgte dafür, daß die Wunde desinfiziert wurde. Er steckte Messer und Phiole wieder in die Gürteltasche zurück und stand dann langsam auf. Sein Opfer würde bald wieder aufwachen, aber zu diesem Zeitpunkt musste er schon verschwunden sein. Schließlich waren die Menschen dumme Geschöpfe, die alles und jeden Verurteilten, der nicht zu ihrer eigenen Art gehörte.

    ,,100 Jahre wandel ich schon auf Irdoth und sie haben immer noch nichts dazugelernt.“ murmelte er leise und verließ die Gasse. Jetzt da er von den Blut seiner unfreiwilligen Spenderin gestärkt war, konnten ihn die Wachen nichts mehr anhaben, zumindest für diese Nacht. In spätestens 4 Tagen müsste er wieder Blut trinken, um zu überleben. Er hatte weniger als einen halben Liter zu sich genommen. Nicht gerade eine üppige Ausbeute, aber eine der sichersten. Der Mythos, daß Vampire das Blut ihrer Opfer durch den Hals trinken würden, grassierte überall im Königreich der Menschen.
    Zum Teil stimmte dies auch, denn nur wenige Vampirclans und Orden nahmen auf andere Art und Weise ihr Mahl zu sich.
    Leider hatte die Blutentnahme durch den Hals auch das schreckliche Risiko, daß das Opfer verblutete und durch den Speichel eines untoten Vampires, selbst zu einem Vampir wurde.
    Aber das war nicht die einzige Sorge. Es gab auch sogenannte Kinder der Nacht. Menschen, die zwar nicht gestorben sind, dennoch zu Vampiren mutiert sind. Schuld war der Speichel eines jeden Vampires. Er enthielt besondere Gifte und Mutagene. Manche waren gefeit dagegen, aber manche auch nicht, daher gab es lebende Vampire und untote Vampire, die durch einen Kult ins Leben zurückgerufen wurden, oder wie in Drazius Fall durch eine unbändige Rache.

    Er erinnerte sich noch genau an seinen Todestag, wie er hinterrücks von einem Banditen ermordet wurde, nur weil diesem seine Schuhe gefielen. Seine Wut hatten ihn wieder auferstehen lassen. Wochenlang hatte er den Banditen verfolgt und jedes Mitglied seiner Bande, nach und nach ausgelöscht. Gewimmert und um sein Leben hatte der Hund gefleht, dachte er. Aber gebracht hatte es ihm auch nichts. Ein einfacher Dolchstoß durch den Hals beendete das Leben seines Mörders.
    Aber nun war er ohne eine Aufgabe, ohne jedweden Sinn wieder in diese Welt zurückgekehrt.
    Sein grauenhaftes Naturell ließ ihn furchtbare Taten begehen. Er tötete Menschen nur noch aus Lust und einer Laune heraus, auch wenn er ihr Blut nicht trank. Zwei Kinder der Nacht hatte er durch seinen Trieb erschaffen. Er schämte sich sehr für diese Zeit und hatte heute noch große Probleme in einen Spiegel zu schauen. Auch der Mythos, daß Vampire kein Spiegelbild hatten, war ein Blödsinn, den sich die Kirche ausgedacht hatte. Ein Vorteil zu Gunsten seiner Art.

    Trotz seiner furchtbaren Taten suchte ihn eines Abends ein Mitglied der Semkai auf und bot ihm eine Mitgliedschaft an. Erst weigerte sich, da er davon ausging, daß sie genauso ein brutaler, verlogener Haufen waren, wie die anderen Vampirclans, die ihn ebenfalls versucht haben zu rekrutieren, aber das änderte sich. Die Semkai erwiesen sich als freundliche Vampire, die niemals einen Spender töten wollten. Sie gaben ihm eine Chance, trotz seiner blutigen Vergangenheit.
    Und diese Chance nutzte er. Seit mehr als 98 Jahren gehörte er ihrem Orden an und war stolz darauf, ihr Zeichen auf der Brust zu tragen. Einen skelletierten Engel.
    Nun musste er sich um den Eindringling kümmern. Sollte er ein Feind sein, hätte er keine Hemmungen ihn zu töten. Dieses Dorf war Besitz der Semkai und stand in ihrem Einflussgebiet. Jeder andere Vampir war hier unerwünscht und sein Tod hatte keine Folgen. Dies war ein Gesetz, dem sich alle Vampirorden und Clans unterwarfen.
    ,,Dann wollen wir mal sehen.“ flüsterte er und verschwand hinter einer Häuserecke..........


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

  • Colle Story und wie immer sehr gut geschrieben.
    Lernt man sowas eigentlich oder hat man das im Blut... ;)

    Mir persönlich gefällt die Vorstellung von einem guten Vampir auch immer sehr gut. Mal schaun wie es weitergeht.

  • off.topic:,, Danke leute, nun geht es heiter weiter."

    edit:Sorry ist schon spät, sind vielleicht nen paar fehler drin. Kontrollier ich morgen.


    Der Krieg


    Dunkle Wolken zogen am Horizont der Burg Königswacht auf. Geràde Malteur beobachtete dies aus einem der vielen Fenster. Blitze zuckten vom Himmel und schlugen in die wenigen Bäume ein, die noch den Verfall trotzten. Das ganze Land bis zur Festung wirkte wie Tod, als hätte der aufkommende Sturm der Hölle es bereits verzerrt. Der ältere Mann sah betrübt aus. Seine hellblauen Augen war von Sorge erfüllt und sein ansonsten markantes, eckiges Gesicht wirkte trostlos.
    Die Sorgen eines alten Generals der königlichen Armee. Geknickt wandte er sich vom Fenster ab und näherte sich einer kunstvoll, dekorierten Tafel.
    Auf dem solide gebauten Tisch aus Eichenholz, befanden sich einige Karaffen aus feinstem Silber, sowie dazu passende Teller mit Besteck aus selben Material. Ein goldener Kerzenhalter rundete den luxuriösen Anblick ab.

    Missmutig setzte er sich auf einen der edlen Stühle und ließ den Kopf in die Arme sinken. Die jüngsten Berichte von der Front hatten ihn böse mitgespielt. Fast 20 % der königlichen Armee sollen bei dem ersten Sturmangriff der Dämonen auf das Land Irdoth gefallen sein. Eine fürwahr schreckliche Kunde. Sicher griff er nach einem goldenen Kelch gefüllt mit Schwarzbier, daß traditionelle Getränk der Nordländer. Er nahm einen kräftigen Schluck von den braunen Gesöff und schmieß danach den Kelch hinter sich. Das metallische Klirren hallte deutlich in den großen Raum wider.
    ,,Was ist los, Geràde? Bedrückt euch der Krieg so sehr?“ drang die kalte Stimme seines Stellvertreters an seine Ohren. Senzius Hall war der Name, des imposanten Kriegers, der nun aus den Schatten der Halle löste und auf ihn zu kam.
    ,,Lasst eure Spielchen, auch wenn ihr ein Kind der Nacht seid.“ brummte Geràde und sah zu Senzius. Man sah ihm den Vampir im Innern kaum an. Das schwarze, lange Haar fiel neckisch auf die silbernen Schulterpanzer seines Brustpanzers. Seine giftgrünen Augen wirkten durch den blassen Ton seiner Haut unheimlich. Einen Bart besaß nicht, er wirkte durch seinen Fluch wie ein junger Mann, auch wenn Geràde es besser wusste. Ohne eine Aufforderung setzte sich Senzius an das andere Ende der reichlich gedeckten Tafel und beobachtete seinen Befehlshaber.
    ,,Entschuldigt, ich ergründe mit jeden Tag neue Fähigkeiten, an deren Existenz ich vorher gezweifelt hatte.“sagte Senzius und senkte seinen Kopf leicht. Ein Zeichen seiner Ehrerbietung.
    ,,Ich frage mich noch immer, wie ihr diesen Zustand erreicht habt. Schließlich wart ihr ein ausgezeichneter Stratege und äußerst vorsichtig.“ erwiderte Geràde, der sich an den Anblick seines Stellvertreters nicht gewöhnen konnte.

    ,,Ich glaube das dies nicht von Belang ist, unser derzeitiges Problem ist der Krieg mit den dämonischen Armee von Keideres.“ antwortete er und verschwieg den Grund seiner Wandlung. Senzius war vor 10 Jahren von einem Vampir gebissen worden, aber nicht auf den Schlachtfeld, sondern in den Armen einer Prostituierten. Eine wunderschöne Frau für die er mehr empfand, als einfachen Sex. Leider tat sie das nicht und nutzte seine Liebe aus. Eines Nachts offenbarte sie dann ihr wahres Naturell. Ein Vampir. Durch ihren Biss wurde er ein Kind der Nacht, er starb nicht, irgendetwas hinderte sie daran, ihn vollkommen aus zu saugen und so, zu töten.
    Vielleicht empfand sie auch etwas für ihn, doch das war in seinem Zustand egal. Obwohl Geràde von seiner Wandlung wusste, verriet er ihn nicht an die Inquisition der Kirche, die ihn wahrscheinlich gejagt und getötet hätten.
    Der General verstand es seine Truppen zu motivieren, auch wenn gerade seine Stimmung am Boden war. Er sah in Senzius kein blutgieriges Monster, sondern einen exzellenten Verbündeten.
    Zwar hatte sich sein Stellvertreter äußerlich verändert, aber die Seele war immer noch die selbe.
    ,,Ihr habt recht, aber welche Möglichkeiten haben wir. Wir sind ihnen Truppenmäßig unterlegen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie in das Königreich einfallen werden.“ sagte Geràde nun mit deutlich ernsterer Stimme.

    ,,Das stimmt bedauerlicherweise. Unsere sogenannten Verbündeten verkriechen sich in ihren Ländereien und wagen es nicht, die Hand gegen den gemeinsamen Feind zu erheben. Die Einzigen, die sich uns mit Freunden anschließen würden, wären die Orks, aber ich bezweifle ihr Angebot. Wenn wir die Dämonen tatsächlich besiegen sollten, würden sie unser Land nie freiwillig verlassen.“ antwortete Senzius und fasste sich an sein Kinn. Auch er war in gleicher Weise besorgt, um das Königreich Irdoth. Die Orks wären tatsächlich die idealen Bündnispartner in diesen Krieg. Ihre Mentalität von Schlacht zu Schlacht zu ziehen, nur um des Kampfeswillen, war beeindruckend.

    Natürlich kannten sie den Tod, aber sie glaubten an so etwas wie Geister, daß jedes Wesen einem bestimmten Geist in einer parallelen Welt symbolisiert. Zu diesen Geistern betete sie, durch ihre Schamanen. Ein primitiver Kultus, wie er empfand.
    ,,Wir schlagen einen Feind zurück und züchten uns den Nächsten heran. Nein, es muss eine andere Möglichkeit geben.“ schlug Geràde vor und erhob sich aus den Stuhl.
    Unruhig ging er einmal im Raum auf und ab, dabei fielen ihn die wunderschönen Bilder von glorreichen Zeiten der Menschheit auf. Alle in einem goldenen Rahmen, zur Zierde an den steinernen Wänden angebracht waren.

    Es muss eine Lösung geben, dachte er, es MUSS!
    Plötzlich betrat ein Mann seines Zeichens Soldat den Raum. Der noch relativ junge Mann verbarg sein Gesicht hinter den geschlossenen Großhelm seiner Vollrüstung. Er salutierte fromm und Geràde nickte nur kurz.
    ,,Verzeiht, mein Herr, aber jemand bittet euch um Audienz. Darf ich frei sprechen, Herr?“ fragte der junge Mann mit seiner , durch den Helm, blechern klingenden Stimme.

    ,,Wenn dies der Sache dient. Nur zu.“ sagte Geràde und grinste freundlich. Er erinnerte sich noch daran, als er das erste Mal vor einem General stand. Eine mächtige Erscheinung und streng in ihrer Ausführung. Gestottert hatte er damals, wie ein Kind in höchster Angst. Deshalb konnte er den Soldaten vor sich gut verstehen, obwohl Geràde nur mit einer einfachen dunkelblauen Uniform bekleidet war. Einige goldene Orden funkelten auf seiner Brust, vielleicht waren sie es, die den Jüngling so sehr verunsicherten.

    ,,Dieser Fremde ist mir unheimlich. Er sieht kalt aus. Als wäre er dem Grab entstiegen.“ erzählte er Soldat mit reißerischer Stimme.
    Der Junge hätte Geschichtenerzähler werden sollten, dachte er und musste erneut grinsen. Er vergaß keinesfalls die Warnung, doch wer sollte ihn auf dieser Festung gefährlich werden können?
    ,,Was will denn dieser Fremde? Ist er denn unserer geschätzten Anwesenheit wert?“ richtete Senzius seine Frage an den zitternden Soldaten. Die Nervosität war ihn nun nicht mehr abzusprechen. Das Schwert in der Scheide klirrte schaurig gegen die stählernen Beinschienen.
    ,,Das weiß ich nicht, Herr.“ sprach der Soldat deutlich unsicher. Manche Worte verschluckte er regelrecht. Er konnte noch nicht lange bei der königlichen Armee sein, soviel stand fest.
    ,,Senzius, ich schätze nicht, daß ein Soldat diese Frage beantworten kann.“ tadelte er seinen Adjutanten, da er dies selbst schon an eigenem Leibe erfahren hatte.

    Als einfacher Rekrut und Soldat war man nichts weiter, als der Fußabtreter der Offiziere. Und diese lebten ihre Macht aus, genau wie Senzius es in diesem Moment tat. Ein Verhalten das Geràde missbilligte.
    ,,Also dann Soldat. Lasst den Fremden eintreten.“ sagte der General freundlich.

    Er konnte deutlich sehen, wie der Jüngling nun nicht mehr vor Angst zitterte. Er zuckte noch etwas, aber selbst das würde vergehen. Der Umgang formt den Charakter. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Gerade deshalb waren die Malteur Ausbildungspraktiken bekannt. Alle Männer und Frauen unter seinem Kommando waren zu standhaften Kriegern der königlichen Armee geworden. Selbst die schlimmsten Hasenfüsse waren wie ausgewechselt. Von Angst und Nervosität keine Spur mehr.

    ,,Ja,Herr.“ salutierend verließ der junge Soldat den Raum. Kaum war dieser verschwunden, verdrehte Senzius den Kopf.
    ,, So langsam sieht man dir dein Alter an. Früher hast du Kadetten und Rekruten gleichermaßen über den Hof gescheucht.“ spottete er und fügte seinen Satz noch hinzu.,, Ich frage mich wer dieser Fremde ist? Vielleicht ist er unsere Antwort.“

    ,,Wohl kaum.“ erwiderte Geràde.,, Es gibt keine Antwort für unsere Situation, höchstens das Maß des Krieges einzudämmen.“
    Der General war ein herausragender Redner, doch leider sah man ihn auch jedes Gefühl an. Bei Wut bekam er immer einen krebsroten Kopf. Wie auch jetzt, bemerkte Senzius.
    ,,Wir sollten nicht eine Chance verdammen, auch wenn uns die Wache davor gewarnt hat.“ schlug Senzius im selben Atemzug vor.
    ,,Diese elende Dämonenbrut. Es war ein Fehler ihren Anführer im Krieg des Feuers am Leben zu lassen.“ spielte Geràde auf ein historisches Ereignis an, daß vor über 1000 Jahren stattgefunden hatte.
    Der Krieg des Feuers beschreibt einen riesigen Kreuzzug aller freien Länder gegen die Dämonen und ihres bösartigen Herrscher. Doch dieses Mal waren nicht die Dämonen die Aggressoren, sondern die Menschen. Dieser Kampf war obligatorisch, wo doch so oft die Dämonen die Königreiche überfielen und blind mordete. Unter großen Verlusten gelang es Irdoth, damals unter der Herrschaft von König Barberius dem IX, die Feuerfestung des Dämonenherrschers zu erobern und ihn selbst zu stellen.

    In der Geschichte heißt es, daß Barberius, Kal'Karuth selbst die Klinge an die Kehle presste, aber selbige nicht durchschnitt. Er ließ Kal'Karuth am Leben, mit dem Ziel, in den Ruinen seines zerstörten Reiches zu vegetieren. Leider erwies sich das als Fehler, denn der Dämonenherrscher Kal'Karuth war keinesfalls dumm. Er schaffte es binnen weniger Jahre sein Reich wieder aufzubauen. Er ließ sogar noch gewaltigere Mauern um sein Land ziehen, da er aus diesen Krieg gelernt hatte. Trotz allen Schutz fielen die Dämonen wieder in die Königreiche ein und taten ihr altes, brutales Werk. Eine zweite Invasion der Menschen scheiterte am Kerklingpass. Tausende von Soldaten rannten blind in ihr Verderben, in Form der Verteidigungsstellungen der Dämonen.

    Heute waren die Dämonen eine Plage. Keiner konnte ihnen ernsthaft gefährlich werden. Hinter ihren Mauern waren sie in Sicherheit und konnte in Ruhe wieder erstarken.
    ,,Wie wahr, aber........“ führte Senzius aus und blickte sich plötzlich wild um. Seine Augen hatten sich zu tierartigen Schlitzen zusammengezogen.
    ,,Was?“ fragte Geràde besorgt und umschloss mit seinen Finger den Griff seines Schwertes an der Hüfte.
    Senzius spürte irgendetwas. Als ein Kind der Nacht waren seine Sinne schärfer, als die eines gewöhnlichen Menschen. Leiste flüsterte er.,,Vampir!“


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

    Edited once, last by Deva (August 28, 2006 at 11:32 PM).

  • Wird ja immer besser.

    Nur hab ich ein paar probleme deinen Vorstellungen von dieser Welt zu folgen, aber es geht noch ;)
    Hatte am Anfang gedacht es gäbe "nur" Menschen
    Mit mehr Rassen lassen sich aber bestimmt coolere Geschichten schreiben

    In diesem Sinne
    Ich freu mich auf die Fortsetzung

  • off.topic:,, Danke Leute. Ja ich versuche einen Leser immer in eine Welt zu werfen, damit dieser sich langsam dort zu recht findet. Das erhöht die Spannung und auch das Interesse. Also in diesem Sinne, hab wieder was neues."


    Schlimme Kunde


    ,,Wieder so ein ausgesaugter Kadaver und er ist frisch. Das Blut ist noch warm. Er kann nicht weit sein.“ murmelte Drazius, als er mit seiner Hand durch die aufgeschlitzte Bauchdecke griff und nach den blutleeren Organen füllte. Alle waren sie schlaff und verschrumpelt, aber noch warm.
    ,,Was für ein Schlächter.“ sagte er schockiert. Dieser Wilderer war ein Monster. Er hatte sein Opfer nicht nur bis auf den letzten Blutstropfen ausgesaugt, nein, er hatte es auch förmlich ausgeschlachtet. Die lange Wunde am Bauch des armen Tieres war Beweis genug. Es musste ein ziemlich krankes Individuum sein, daß es scheinbar liebte in einer Fontäne aus Blut zu baden.

    Kein Wesen hatte so eine Behandlung verdient, nicht mal ein dummes Schaf.
    Vorsichtig zog er seinen Arm wieder aus der Wunde und wischte sich, mit einem langen weißen Taschentuch, die Rückstände von Organen und sonstigen Flüssigkeiten ab.
    Achtlos warf er schmierige Tuch weg. Sanft landete es auf der grünen Wiese, wo auch die anderen Schafe grasten. Diesen hirnlosen Tieren kümmerte der Tod eines Artgenossen wirklich nicht. Scheinbar gab es doch ein Unterschied zwischen Mensch und Tier, dachte er und versuchte erneut die Fährte seines Konkurrenten aufzunehmen. Sein Duft war hier besonders stark, aber wo war er.
    Wo konnte dieses widerliche Subjekt sein. Links und Rechts nur Weide, Schafe und ein hölzerner, brauner Zaun. Im Hintergrund befanden sich einige Hütten der Bauern, allerdings alle verlassen. Dies verwunderte ihn wenig. In der Nacht war die Stadt sicherer und ein paar Schafe zu verlieren, war besser, als selbst getötet zu werden.
    Plötzlich sah Drazius etwas in der Krone eines Baumes aufblitzen. Schnell packte er seine Messer an der Klinge und schleuderte es auf das unbekannte Etwas. Kreischend stürzte etwas zu Boden. Eilig hastete er zu seiner Beute. Enttäuscht musste er feststellen, daß er nur eine Eule erlegt hatte und nicht seinen Konkurrenten.

    ,,Immerhin etwas für den Kaminsims....“ witzelte er und zog die blutige Klinge aus den Kadaver des
    toten Tieres. Ein fürchterliches Lachen unterbrach seine weitere Handlung. Der Eindringling verspottete ihn, doch jetzt kannte er sein Versteck.
    ,,En Kei Sei!“ sprach Drazius mit ausgestreckter Hand und ein Feuerball von der Größe eines Kopfes schoss auf einen nahen Busch und entzündete diesen.

    Laut brüllend und in Flammen stehend, sprang eine groteske Gestalt daraus hervor. Wie wild wälzte sie sich am Boden und versuchte die Flammen zu ersticken.

    Arrogant trat Drazius an den Fremden heran und meinte spöttisch.,, Von der Flamme geküsst, aber nicht verbrannt.“
    Eigentlich hätte er den fremden Vampir töten können, aber er brauchte Antworten. Besonders wenn man schon so wagemutig war, in das Gebiet der Semkai vorzudringen.

    ,,Witzig. Sehr witzig.“ knurrte sein Gegenüber und stand langsam auf. Seine Kleidung war bis auf die Hose verbrannt, nur sein Fleisch schien völlig intakt. Keine Brandwunde war zu erkennen, vielleicht lag dies an der hohen Regenerationsrate eines Vampires.

    Das abscheuliche Gesicht mit den schiefen Augen, der verkrüppelten Nasen und den langen ,spitzen Ohren bestätigte seinen Verdacht. Ein Karkraz .
    ,,Rede, Kanalratte. Sonst werde ich dich endgültig töten.“ forderte Drazius ihn auf.

    ,,Ist ja schon gut, verdammt. Ich hätte wissen müssen, daß du mich finden würdest.“ antwortete der Karkraz hastig.
    ,,Also!“ sprach Drazius deutlich mit Nachdruck.
    ,,Darf ich mir noch die Asche abklopfen?! Keine Geduld diese Semkai, alles Verbrecher!“

    Man hörte deutlich heraus, daß der Karkraz leicht geistig verwirrt, wie alle seiner Art. Eine schreckliche Mutation entstellte sie. Schuld war darin ein bestimmtes Mutagen in ihrem Speichel, die beim Biss auf einen anderen Karkraz übertragen wurde. Sie mussten in den Kanälen der Stadt hausen und sie waren sich nicht zu fein, auch das Blut von Tieren zu trinken.
    ,,Scheinbar hast du es noch nicht gehört oder? ODER? Diese Menschen, Hexerjäger und wie sie heißen. Sie kommen mit Pflöcken und greifen unsere bestgehütetsten Verstecke an. Viele sind der Inquisition schon zum Opfer gefallen. Wir müssen fliehen.....Ja...neue Verstecke finden.“eine gewisse Angst und Hektik lag in seinen Worten, ein Beweis für ihre Richtigkeit. Wahrheit war immer schwierig zu erkennen.
    ,,Und welche Clans sind davon betroffen?“ fragte er nach und hielt hinter seine Hand mit dem Messer versteckt. Er musste vorsichtig sein, besonders bei Vampiren mit geistigen Erkrankungen.

    ,,Sie suchen im ganzen Land. Haben viele gefunden. Karkraz, Semkai, Nisium....einfach alle!“ berichtete ihm der Karkraz.
    ,,Was!?“fragte Drazius entsetzt.,,Auch Semkai? WO! REDE!“
    ,,Überall. Sie wissen, wo wir uns befinden. Menschen, wissen wo unsere Verstecke sind. Wir müssen neue Gebiete erschließen. Sonst......“
    ,,STILL!“ unterbrach ihm Drazius. Das waren schlimme Nachrichten. Woher kannten die Menschen ihre Verstecke? Es war einfach unmöglich, alle zu kennen. Eines zu finden, grenzte schon an ein Wunder.
    Zum Lügen war ein Karkraz zu dumm und in seinen rote Augen sah er keine Unwahrheit. Wenn dies wirklich wahr war, dann musste er zum Elysium des Ordensführers der Semkai und ihn davon Bericht erstatten, falls es dieser noch nicht wusste.

    ,,Kann ich jetzt gehen... ich brauche Wasser...ich rieche wie ein verbranntes Dorf!“ fragte der Karkarz unterwürfig.
    ,,Ja! Geh!“ knurrte Drazius und blickte er buckligen Gestalt nach, als sie im Dickicht der Nacht verschwand.

    Der Karkaz interessierte ihn nicht mehr. Sein Orden war in Gefahr, aber wie sollte er das Elysium erreichen? Er bräuchte zu Fuß mehr als zwei Wochen und mit einem Pferd mindestens 3 Tage, wenn er die Nacht durch ritt. Es gab eine dunkle Magie der Vampire, allerdings hatte er sich immer geweigert sie zu praktizieren, während andere seiner Art ihrer Macht hemmungslos frönten.

    Schwarze Magie nannten es die Menschen. Ihr verdankten die Vampire auch ihren Ruf als Bestien der Finsternis und unheilvolle Dämonen. In den menschlichen Geschichten propagieren die merkwürdigsten Ansichten über Vampire. Ein Pflock durchs Herz sollte sie töten, daß stimmte nur zum Teil. Kinder der Nacht wurde auf diese Weise vernichtet, da sie noch immer ein Teil des Lebens waren, aber für untote Vampire, wie er es war, zählte es nicht. Es betäubte sie und versetzte sie in eine Paralyse, bis der Pflock entfernt wurde. Nur Weihwasser und das Kreuz der Kirche konnte ihnen gefährlich werden. Diese Gegenstände symbolisierten das Himmelreich, welches jedoch kein untoter Vampir je erreicht hatte. Jedoch Kinder der Nacht waren immun gegen diese Mittel. Im Kopf vermerkte er sich welche Dinge er für das Ritual der Versetzung brauchte. Blut eines Tieres, um das heilige Symbol auf den Boden zu zeichnen. Eine Karte des Standortes und die richtige Formel. Das Ritual der Versetzung musste je nach Aufenthalt neu formuliert werden. Die uralte Sprache der ersten Vampire war schwierig, vor allem die Aussprache. Ein Wort konnte zwei unterschiedliche Bedeutung haben, nur seine Art es auszusprechen, unterschied es. Er durfte also bei dem Ritual keinen Fehler machen, ansonsten......Er wagte nicht weiter zudenken.
    ,,Ich hasse diese Art zu reisen.“ schnaubte Drazius noch, als er zurück zur Stadt eilte.......


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

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