Rückkehr des Blutes (Vampirgeschichte Neuzeit)

  • off.topic:,, Eigentlich war das mal als Fun-RPG von mir und Cronos gedacht, aber ich habe mich so sehr in diese geschichte hineingesteigt, daß sie immer komplexer und vielschichtiger wurde. Ich weiß nicht, ob sie gut ist oder ob sie einen Leser gefallen wird. Ich kann nur sagen, es hat mir Spaß gemacht, sie zu schreiben und hoffe daß es euch das selbe Vergnügen bereitet sie zu lesen. Natürlich werde ich sie fortführen, falls wirklich Interesse besteht."

    P.S: ,, Bei den letzten Teil haben mir Cronos und L4rg0 sehr geholfen mich über Waffen aufzuklären und deren bester Verwendungszweck. In diesem Sinne: Danke."


    Rückkehr des Blutes


    Kapitel I : Gottes Zorn und Teufels Beistand


    New York, 2006


    Regen prasselte auf den Asphalt der Straße und den angrenzenden Gehwegen. Die wenigen heilen Laternen erhellten die dunkle Nacht. Die schwarzen Wolken hatten alles in tiefste Finsternis gestürzt, nicht einmal der Mond war zu erkennen. Elektrischen Licht drang nur aus den verdunkelten Fenstern, der verfallenden Gebäude. Die Bronx war kein schöner Ort. Die Kriminalität war hier besonders hoch. Noch heute gilt dieser Teil von New York, als unkontrollierbar. Die Polizei wagt sich nur an die Außenbereiche der Bronx. Direkt in das Herz dieses verkommenen Viertel wagen sich nur die Mutigsten oder jene, die nichts mehr zu verlieren haben. So auch Elester Wood ein Serienvergewaltiger.........


    ,,WAS WILLST DU VON MIR,MANN!“ brüllend rannte Elester Wood die Straße hinunter. Seine Stimme hallte in der engen Gasse wieder. Der Mann mit dem schütteren, grauen Haar und den zahlreichen Narben im Gesicht war vollkommen aufgelöst. Irgendjemand war hinter ihm her. Er hatte seinen Verfolger nur aus einem Augenwinkel gesehen. Er rannte weiter. Die Laternen an den Backsteinwänden waren meist kaputt. Irgendwelche Gangs oder Kids fanden es besonders lustig, sie mit Steinen einzuwerfen. In diesem Moment hätte er gerne etwas mehr Licht gehabt, vielleicht hätte er dann seinen mysteriösen Verfolger besser erkennen können.
    Seit einer Viertelstunde war ihm dieser Unbekannte auf den Versen, aber was er vorhatte, konnte Elester nicht wissen.
    Vielleicht war es jemand, der sich gerne beim ihm revanchieren wollte. Er hatte genug Feinde. Aufgebrachte Familien, die den Tod ihres Kindes nicht fassen konnten und nicht selten Knastbrüder, die seinesgleichen ebenfalls hassten.
    Oder möglicherweise auch ein Kopfgeldjäger. Auf ihm war erneut eine Belohnung ausgesetzt. Wegen eines Mordes und Vergewaltigung. ,,Pffff.....“ dachte und lief weiter.,, Das Gör hat mich angemacht.“
    Plötzlich rutschte er auf einen schwammigen Stück Papier aus und fiel der Länge nach auf den Boden.
    Er riss sich beide Hände auf den schartigen Asphalt auf und blickte sich panisch um. Dort sah er ihn für einen Augenblick. Seinen Verfolger. Er war gekleidet in einer merkwürdigen roten Kutte. Unter seine Kapuze funkelte irgendetwas hervor.
    Ein Schauer lief Eleaster über den Rücken. Er sah im matten Licht der Laterne, daß Glitzern eines Kreuzes.
    Nichts unübliches, doch beängstigendes. Viele Rächer hatten sich so ein Kreuz um den Hals gehängt, damit sie vor Gott keine Sünde begangen, falls es zu einem Mord kommen sollte.
    Dummköpfe waren sie. Er hatte bisher alle seine Henker umgebracht und war immer davon gekommen. Auch diesem würde er seine Klinge spüren lassen, dachte er und zog ein Messer unter seinem Ärmel hervor.
    Es befand sich noch Blut auf der Schneide. Vertrocknetes Blut von seiner letzten „Geliebten“. Libby Ashcroft, ein kleines. blondes Mädchen von nur 13 Jahren. Sie war es, die Elesters pädophilen Neigung zum Opfer gefallen war.
    Keine sechs Stunden war sie Tod, aber schon war sie ein Star in den Nachrichten. CNN und andere Medien hatten stundenlange Berichte über Libby's tragisches Dahinscheiden gesendet.
    Schnell sprang Elester auf und rannte tiefer in den Häuserblock hinein. Die Straße unter seinen Schuhen wurde immer schwer zu begehen. Aufgerissen von kleinen Schwarzpulverbomben von den örtlichen Gangs oder von sonstwem. Das interessierte ihm gerade wenig. Er sah noch einmal zurück, aber der Fremde war nicht mehr dort. Vielleicht hatte er eingesehen, daß er nicht den nötigen Schneid hatte, um einen Menschen zu töten.
    Das hatten die Wenigsten. Plötzlich schoss an ihm irgendetwas vorbei und explodierte an der Wand vor ihm. Die minimale Explosion riss einige, kleine Gesteinsfragmente aus der Mauern. Diese trafen Elester und zerrissen seinen Trenchcoat. Glücklicherweise traf keines der scharfen Geschosse seine Haut, sondern nur die Kleidung. Selbst seine Jeans wurde in Mitleidenschaft gerissen.
    ,,VERDAMMT! WAS WAR DAS!“ schrie und blickte sich um. Keine 25 Meter von ihm entfernt stand der kuttierte Fremde. Aus seiner Hand stieg Rauch hervor. Eine Pistole mit Explosivgeschossen, dachte Elester und rannte wie von Furien getrieben weiter.,, Woher hatte der Penner, so eine Waffe?“ fragte er sich und bog in eine weitere Straße ein. Beinahe hätte er eine übervolle Mülltonne umgeworfen. Dieser Irre wollte was von ihm und scheinbar war dieser Kerl nicht gerade zimperlich. Ne Knarre mit explosiver Munition. Das musste einer vom Militär sein oder einer vom FBI. Wer sonst hatte Zugang zu so einer Waffe, analysierte er und erstarrte.
    Eine Wand baute sich vor ihm auf. Eine Sackgasse.
    ,,Heute ist echt nicht mein Tag...“ murmelnd drehte er sich um. Dort stand der Unbekannte und versperrte ihm den Weg. Langsam ging er auf ihn zu. Seine rote Kutte schleifte im Matsch der Straße. Seltsam war nur, daß das Regenwasser von seiner Kleidung ab perlte.
    ,,Hey, Kumpel! Einen Schritt noch und ich blass dir den Schädel weg!“ drohte Elester und zog seine Clock aus der Tasche am Gürtel hervor. Er richtete den Lauf der gefährlichen Schusswaffe auf den Kuttierten. Dieser blieb kurz stehen und ging dann lachend auf ihn zu. Er schien keine Angst vor Elester zu haben, im Gegenteil, er lachte ihn aus. Ein Lachen, daß sich anhörte als käme es aus der brennenden Hölle selbst.
    So etwas Finsteres hatte er noch zuvor gehört.
    ,,Ich hab dich gewarnt, Penner!“ sagte er kühl und drückte den Abzug seiner Clock. Ein lauter Knall war zu hören und der Fremde blieb stehen. Die Kugel war ihm mitten durch die Brust gerast. In der roten Kutte war ein Loch zu erkennen, umrandet von schwarzen Schießpulver. Etwas Blut drang widerwillig aus der Wunde hervor.
    Aber statt in die Knie zu gehen und mit dem Gesicht im Dreck zu landen, stand dieser......dieser „Mönch“ immer noch. Er ging sogar noch weiter auf ihn zu.
    Nun völlig in Panik, verfeuerte Elester sein gesamtes Magazin. Viele Kugel trafen den Fremden nicht, nur zwei Glückstreffer konnte er noch landen. Einer ging direkt durch den Hals und ein anderer durch die rechte Schulter. Aber das schien den Kuttenträger nicht zu stoppen. Zwei dieser Wunden waren tödlich, also wie in Gottes Namen konnte der Kerl noch stehen. Als der großgewachsene Mann, nur noch wenige Meter von Elester Wood entfernt war, warf dieser in Verzweiflung seine Pistole nach ihm. Jedoch fiel sie dem Kuttierten direkt vor die Füße.
    ,,Was willst du.....verdammt....biste gekommen um dein Kopfgeld zu kassieren oder was?“ brüllte Elester mit Tränen in den Augen.
    Ohne ein Wort zu sagen, lüftete der Fremde seine Kapuze und eine spiegelnde Maske, ohne jedwede Konturen, kam zum Vorschein.
    ,,Elester Wood, ich verurteile Sie wegen Verbrechen an Menschheit und der Ermordung zahlreicher Kinder.“ dröhnte die finstere Stimme des Fremden.
    ,,Was bist du? So ne Art Cop?“ verlachte Elester ihn.
    ,,Nein, ich bin Diener einer weitaus größeren Macht.“ sagte der Mann mit der Maske und berührte mit seinen ebenfalls gepanzerten Händen sein Kreuz und zeigte dann zum Himmel hinauf.
    ,,Ach, du Scheiße. Wieder so ein gottesgläubiger Kopfgeldjäger.“ verspottete Elester den Unbekannten vor sich.
    Dumm, wie er im nächsten Moment erkennen musste. Denn von einer Sekunde auf die andere schnellte der Fremde nach vorne und packte ihn am Hals. Nicht gerade zimperlich drückte er Elester gegen die Wand. Mit einer Hand hielt er Eleaster am Hals fest und lüftete mit der anderen Hand seine Kutte. Ein Gürtel mit lauter, scharfen Messern kam zum Vorschein.
    ,, Das Volk tobte und schrie: Kreuzige Ihn, kreuzige Ihn!“ sprach der Fremde und bewegte seine rechte Hand in kreisenden Bewegungen. In einem seltsamen grünen Leuchten erstrahlte sie, genau wie die Messer, die wie von Geisterhand nun durch die Luft schwebten.
    ,,Bei allen Dämonen...was bist du?“ fragte Elester und konnte einfach nicht glauben, was er sah. Die scharfen Klingen flogen durch die Luft, als würden unsichtbare Geister sie führen.
    ,,Ich bin Gottes Richter, entsandt von seiner Herrlichkeit, um die Wölfe von den Schafen zu trennen. Deva ist mein Name, behaltet ihn gut, denn es wird das Letzte sein, vor deiner Fahrt in die Finsternis.“ die dunkle Stimme von Deva konnte Elester nicht mehr einschüchtern.
    Dieser Fremde war doch nichts weiter, als ein Irrer mit einen tollen Trick. Was sollte er schon groß machen. Ihn ins Gefängnis bringen?
    ,,Pha.....“ spuckte Elester den großen Mann auf die Maske.,,Mein Schwager ist Richter am obersten Gerichtshof. Ich bin schnell wieder draußen.“
    Elester war sich seines Sieges sicher, aber dieser Irre, schien keinen Witz gemacht zu haben.
    ,,E nomine patris et fili et spiritus sancti!“ sagte dieser und mit einer weiteren Handbewegungen, schossen die Messer auf Elester zu. Sie durchbohrten seinen Körper und heftete ihn an die Wand. Arme und Beine waren von den mörderischen Klingen aufgespießt worden. Der Mörder schrie und wand sich in Schmerz. Noch ein Messer kreiste vor seinem Kopf bis Deva laut sagte:,, Amen......“
    Damit durchbrach die Klinge den Schädel von Elester Wood und beendete sein verbrecherischen Dasein..........


    Eine Stunde später, in den Nachrichten; CNN berichtet:


    ,,Heute wurde in einer dunklen Gasse, die Leiche des bekannten Serienmörders und Kinderschänders Elester Wood aufgefunden. Mehr als eine halbe Stunde brauchte die örtliche Polizei, um den Leichnam von den vielen Messern, die ihn an die Wand gehaftet hatte, zu befreien.
    Die Polizei glaubt, es ist der selbe Täter, der auch schon in Queens zahlreiche Täter gerichtet hat.
    Man geht jeder Spur nach und hofft den unbekannten Henker zu finden.
    Die Bevölkerung scheint den flüchtigen Täter identifiziert zu haben. Nach ihren Angaben soll es sich um einen Mönch gehandelt haben, der Gottes Werk vollendet, welches die Polizei seit Jahren nicht zu Stande gebracht hatte.
    Unsere Reporter haben mit den Familien der Betroffenen gesprochen und alle sprechen sie den Mönchen heilig. Wir haben uns erlaubt, daß Zitat des aufgebrachten Vater des jüngsten Opfer Libby Ashcroft zu senden.
    ,,Wer auch immer den Mörder meiner Tochter umgebracht hat, ich würde ihn zu gerne in den Arm nehmen und sagen:,, Gut gemacht.“
    Soeben erfahren wir, daß die Bevölkerung in Queens den Unbekannten, den Beinamen:,, Der Henker Gottes.“ verliehen hat. Wir werden sie über die polizeilichen Ermittlungen auf den Laufen halten......“ Mit einem einfachen Druck auf die Fernbedienung verlöschte das Bild des Plasmabildschirmes.
    In einem großen, dunklen Raum saßen zwei Männer an einem großen, länglichen Konferenztisch. Beide waren sie dunkel gekleidet und hatten nur ihre Tischlampen an. Ihre Gesichter blieben im Verborgenen.
    ,, Unser blutsaugender Freund scheint seinen Kreuzzug fortzuführen.....“ begann der Mann im samtigen Anzug von Armani. Der dunkelblaue Anzug passte perfekt zu der roten Krawatte und den weißen Hemd darunter.
    ,,Dann hat man also Beweise für den Grafen von New York gefunden? Ist er wirklich in diese Sache involviert?“ fragte der andere Mann, dessen Stimme einen Reibeisen glich.
    Er gehörte offensichtlich den Militär an, vielleicht sogar den Marines Corp. Dies war an seiner dunkelgrünen Uniform mit zahlreichen Orden, da drunter der ''Silver Star'', erkennbar.
    ,,Was wir den Medien verschweigen, ist das wir Blut gefunden haben, General. Von einem normalen Labor nicht zu analysieren, aber da wir die genetischen Strukturen der Vampire kennen, war es ein leichtes seine DNS zuzuordnen. Sehen sie.“ zog der edel gekleidete Mann aus seinen Anzug einen Umschlag hervor und ließ ihn über den Tisch gleiten.
    Sachte zog der General seltsame Diagramme daraus hervor. Für einen Laien und auch für einen Wissenschaftler war darauf kaum etwas zu erkennen. Man konnte keinen direkten Rückschluss ziehen, wenn man die vielen unterschiedlichen Bezeichnungen nicht kannte.
    ,,Dann ist er es also. Ein Genesis-Vampir. Wer hätte das gedacht.“ las sich der General aufmerksam das Diagramm durch.
    ,,Ja, und das macht ihn gefährlich. Seine Verbindung zum Totenreich ist stärker, als wir gedacht hatten. Und seine politische Macht in New York wächst ebenfalls. Wir müssen dieser Gefahr begegnen, sonst wird einst so sein wie mit Dracula.“ warnte der Mann im Armani-Anzug.
    ,, Ihr unterschätzt uns, mein Freund. Helsing hat unsere Organisation gegründet, damit wir gegen diese Monster vorgehen. Ich frage mich, ob dieser Graf wirklich böse ist. Schließlich waren alle seine Opfer bisher Verbrecher der übelsten Art und hatten ihren Tod verdient. Sein Blut bezieht er aus einem Krankenhaus. Ein cleverer Trick mit seiner angeblichen Blutkrankheit.“ zweifelte der General und steckte die Diagramme samt Umschlag in eine freie Tasche seiner Uniform.
    ,,Vielleicht, aber wir dürfen in dieser Sache kein Risiko eingehen. Wisst ihr ihr wie er sich nennt?
    „Deva“ abgeleitet von den indischen femininen Devi, welches Engel bedeutet oder Erleuchteter.
    Ist das nicht Beweis genug für seinen Irrsinn?“
    Der General zögerte mit seiner Antwort. Vielleicht hatte sein Freund recht.
    ,,Und wir wollen wir gegen ihn Vorgehen?“ fragte er etwas unsicher.
    ,,Wir gehen wie immer vor. Die neunte und zehnte Helsing-Truppe wird das Schloss des Grafen frontal angreifen. Das wird genügen, um selbst diesen Vampir ein Ende zu bereiten.“
    Auf den Vorschlag seines alten Freundes, keuchte der General schockiert.
    ,,Seid ihr verrückt? Die neunte und zehnte Truppen sind schwere Waffenteams. Sie könnten das gesamte Schloss einreißen, womöglich auch die Zivilbevölkerung in Gefahr bringen.“
    Sein Gegenüber lachte über sie Sorgen des Generals.
    ,,Der deutsche Graf lebt zurückgezogen von der Bevölkerung. Sein Sitz ist eine alte, umgebaute Kathedrale, umringt von einen riesigen Friedhof. Glaubt mir, dort lebt keiner mehr, bis auf das Personal des Vampires. Ich schätze, auch sie wurden von ihren Herren korrumpiert.“
    Der General beruhigte sich wieder. Wenn er etwas nicht leiden konnte, dann war es unnötige Opfer unter den Zivilisten anzurichten, ganz gleich wie Wichtig die Eliminierung dieser Monster war.
    ,, Ich glaube dies nicht, mein Freund. Vielleicht mag dieser Vampir irrsinnig sein, aber er würde kaum so dumm sein, sein Personal sein Geheimnis anzuvertrauen. War dies in Rumänien nicht genauso? Die Diener vom Urvater der Vampire wussten bis zuletzt auch nicht, um sein dunkles Geheimnis.“
    ,,Vielleicht mein Freund, trotzdem sollten wir auf Nummer sicher gehen. Sollten sie eine Gefahr darstellen, dann werden sie ebenfalls vernichtet.“
    Nicht gerade begeistert über den letzten Vorschlag willigte der General ein:,, So sei es.....“


    Am Rande von Queens, wenige Stunden später


    Wie ein Dorn ragte das mächtige Bauwerk aus der Erde hervor. Bei Nacht waren die Mauern schwarz, kaum zu erkennen, nur das Licht, welches aus den kunstvoll gearbeiteten Fenstern drang, gab den Anblick auf ein gar majestätisch Schloss preis. Es wirkte unheimlich und der nahe Friedhof mit unzähligen von Grabsteinen schmälerte den Eindruck nicht, im Gegenteil, dieser wirkte, als hätte der Friedhof einen regelrechten Wall, um das mächtige Gemäuer gebildet.
    Deva betrat gerade sein Heim, durch die riesige Eingangspforte. Laut knallend schlossen sich die beiden Tore aus deutschen Eichenholz. Gerade schlug die mit Blattgold verzierte Turmuhr zwölf. Mitternacht, dachte Deva und grinste unterhalb seiner Maske. Unordentlich wie eh und je, streifte er sich seine rote Kutte, samt Kapuze vom Körper und ließ sie achtlos auf den glatten Marmorboden liegen.
    Nicht gerade die feine Art für einen Mann seines Standes. Der deutsche Graf, so nannte man ihn hier. Durch seinen Einfluss und mehrere Fabriken sicherte er Hunderten von Menschen Arbeitsplätze, daher wurde er von den engstirnigen Amerikanern auch nicht als „Nazi“ oder „Faschist“ beschimpft. Ein seltsames Geschick, daß die Schandtaten seines Heimatlandes immer noch, nach mehr als 60 Jahren, für Aufruhr sorgten.
    Er hatte seit so langer Zeit nicht mehr Berlin gesehen. Ob es immer noch so wunderschön war, wie vor seiner Flucht oder hatte es sich längst den Kapitalismus ergeben und war zu einer stinkenden, korrupten Metropole wie New York geworden.
    ,,Wie ich sehe hatten sie Erfolg bei ihren nächtlichen Ausflug....“ sprach ihm ein älteren Mann in der Uniform eines Butlers an. Er trug eine Taschenlampe in den Händen, den großen Kronleuchter an der Decke wagte er nicht zu betätigen. Sein Herr war in dieser Beziehung etwas penibel.
    Längst hatte er sich an die Spiegelmaske und die nächtlichen Ausflüge seines Geldgebers gewöhnt.
    ,, Und ob Jeffrey, mein alter Freund. Heute habe ich die Welt von einem widerlichen Element befreit. Ich denke, daß reicht für diese Nacht. Gibt es irgendetwas neues?“ fragte Deva und ging den langen Floor hinunter zu seinem Schlafzimmer. Die Wandleuchten und die Mahagoni-Wände, Links und Rechts von ihm, ergänzten sich auf das vortrefflichste mit weißen Stuck an der Zierleiste wie den langen roten Teppich, der kein Ende zu kennen schien.
    Jeffrey Panworth begleitete seinen Herren, nachdem er das rote Gewand seines Herren in einem Wäscheschacht entsorgt hatte.
    ,, Bisher gibt es nicht viel zu berichten. Der Bürgermeister bittet sie an einer seiner Wohltätigkeitsveranstaltungen teilzunehmen. Wahrscheinlich braucht er wieder etwas Prestige für seine Wiederwahl kommendes Jahr. Alle großen industriellen Magneten sind eingeladen. Soll ich für sie Absagen, Sire?“
    Jeffrey wählte seine Worte immer mit Bedacht. Seine Etikette verbot ihn rüdes Benehmen.
    ,, Nein, ich gedenke mich dieses Mal blicken zu lassen. Lassen sie meine Kunstmaske herrichten. Ist die „Lieferung“ schon angekommen.“ fragte Deva und betonte dabei Lieferung sehr deutlich.
    ,,Wie immer, Sire. Ich habe sie bereits auf ihrer Zimmer gebracht und in eine Weinflasche umgefüllt, auch wenn ich ihren obskuren Geschmack nicht teilen kann.“
    Für den älteren Butler war das Umfüllen von Blutkonserven in eine halbvolle Weinflasche immer etwas anstößig gewesen, aber sein Herr liebte diese seltsame Mischung aus Bordeaux-Rotwein und Blut.
    ,,Ach bevor ich es vergesse. Eine Dame möchte sich persönlich bei ihnen bedanken. Ich schätze, die junge Dame geht einer etwas absonderlichen Beschäftigung im Rotlichtmilieu nach.“ Jeffrey verzog dabei eine leichte Grimasse,wobei seine vielen Falten zum Vorschein kamen.
    ,,Ich denke, die junge Dame ist Abby und an einem Tattoo-Laden ist nichts widerliches.“ drehte sich Deva um und fuhr seinen Butler an. Auf dessen Gesicht zeichnete sich die Angst ab, schließlich kannte er das Geheimnis seines Herren.
    ,,Verzeiht, ich wollte damit andeuten, daß die Dame etwas sehr freizügig war.“
    ,,Ja.“ lachte Deva.,, Das ist Abby. Trotz ihres Erscheinungsbildes ist sie eine tüchtige Geschäftsfrau. Ich habe mich entschlossen, die ersten fünf Jahre in ihren Laden zu investieren, bis sie auf eigenen Füßen stehen kann. Dann wird sie mir meinen Geld zurückzahlen mit 15 % Zinsen pro Jahr. Laden sie sie bitte für morgen ein.“ sagte Deva und drückte die Klinke zu seinem Schlafgemach runter.
    ,,Sehr wohl, Sire. Darf ich fragen, warum ihr der jungen Dame gerade ein solch großzügiges Angebot gemacht habt? Jede Bank in New York hätte wahrscheinlich einen höheren Prozentsatz genommen und das pro Monat, wohlgemerkt.“
    Deva wusste, worauf Jeffrey anspielte. Liebesbeziehungen waren für einen Vampir nicht ausgeschlossen, aber recht gefährlich. Zumal die Geliebte seine spitzen Eckzähne hätte sehen können oder sein ramponiertes Gesicht. Ohne die Kunstmaske traute sich Deva nicht auf die Straße, nicht einmal in seinen eigenem Heim, nahm er Spiegelmaske ab. Bei Nacht war sie seine Zierde und bei Tage die Maske aus flexiblen Plastik.
    ,,Vielleicht, mein Freund, vielleicht. Das zeigt die Zukunft.“ Mit diesen Worten öffnete er die Tür und betrat sein Gemach. Ein riesiges Bett stand in der Mitte des fensterlosen Raumes. Einen Sarg benutzte er nicht, diesen alten Aberglaube empfand er, als zutiefst beleidigend. In einer Holzkiste sollen, nach der Kirche und sogenannten Wissenschaftler der Mythen, Vampire am Tage schlafen.
    ,,Unsinn.“ fauchte er und ging auf den Eichenholzschrank zu, um sich neu einzukleiden.
    ,,Ist etwas Sire?“ fragte Jeffrey und strich sich gleich verlegen über seine Glatze. Nach der Etikette ging in der Gemütszustand seines Geldgebers herzlich wenig an, nur wenn dieser ihn dies kundtat.
    ,,Ach, es ist nichts.“ sagte Deva und nahm sich einen langen,roten Morgenrock mit goldenen Lametta an den Schultern aus den Schrank. Seine Kunstmaske befand sich auf einen Regal über seiner Anzügen, verschlossen unter einer Glaskuppel, gefangen im Vakuum.
    Wie er dieses Ding hasste. Es fühlte sich so unecht auf seiner blassen Haut an. Noch mehr hasste er aber die russischen Soldaten, die ihm damals aus den Haus seiner Familie zerrten und ihn folterten, da sie glaubten, er sei der Sohn eines deutschen Generals im zweiten Weltkrieg. Jedoch war er nur der Spross einer deutschen Adelsfamilie, die unter den Joch der Nazis litt, genau wie ein Großteil der deutschen Bevölkerung.
    Er hasste sie. Wie sie ihm immer wieder in das Gesicht schlugen und sein Gesicht zertrümmerten. Eine Operation wäre heute möglich, doch zu der damaligen Zeit nicht. Glücklicherweise wurde er durch die Gnade eines örtlichen Pfarrers befreit, der sich später, als Vampir zu erkennen gab.
    Hätte der Pfarrer ihm nicht damals zu einem Vampir transformiert, wäre er sicherlich gestorben. Daher war Deva auch kein gewöhnlicher Vampir. Er glaubte, er wäre ein Erwählter Gottes, da er die Seelen von gegeißelten Menschen sehen konnte, die keine Erlösung finden konnte. Sein erklärtes Ziel war es, jeden Verbrecher zu jagen und zu töten, damit die Seelen endlich in das Himmelreich einfahren konnten. Er sah sich auch selbst nicht als Vampir, da er auch in die Sonne gehen konnte. Doch musste er den Schmerz ertragen. Nur in der Nacht, konnte er ohne sich frei bewegen, ohne die brennenden Sonnenstrahlen auf seiner Haut zu spüren.
    ,,Was ist mit dem Personal...ist es......“ fragte Deva vorsichtig und Jeffey antwortete höflich.,, Alle, bis auf meine Person, liegen bereits in ihren Betten in der Stadt. Vor 8 Uhr wird sie keiner Gesicht bekommen, Sire.“
    ,,Gut.“ lachte Deva.,, Dann kann ich heute Nacht endlich wieder vernünftig dinieren. Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe einen Heißhunger auf chinesische Reispfanne mit allen was dazugehört. Haben wir die Zutaten im Haus?“
    ,,Gewiss, Sire. Die Speisekammer ist übervoll, besonders Paprika und Lauch konnte ich heute besonders günstig auf den Markt erstehen.“ prahlte Jeffrey etwas. Er war wirklich ein Butler alter Schule. Er drehte jeden Dollar zweimal um, bevor er ihn ausgab. Obwohl er eigentlich wusste, daß Geld keine Rolle spielte.
    ,, Sehr gut, daß wird heute ein Fest. Bereiten sie am besten zwei Portionen zu, sie dürfen mit mir Speisen.“ sagte Deva und freute sich jetzt schon auf den kulinarischen Genuss.
    ,,Seid bedankt, Sire. Ich werde alles vorbereiten. Die Zeitung liegt auf ihren Sessel vor den Kasmin.“ bedankte sich Jeffrey höflich und verließ das Zimmer.
    Deva war diese Nacht höchst erfreut. Einen Missetäter der göttlichen Gerechtigkeit überstellt und ein reiches Mahl. Was konnte es schöneres geben. Entgegen der Vermutung, Vampire würden nur Blut trinken können, konnte sie sich auch wie Menschen ernähren. Nur war Blut ihre wichtigste Nahrung. Ohne sie würden ein Vampir verhungern bzw. verdursten und eingehen wie Zuckerwatte im Regen.
    Als Deva gerade seinen Morgenrock auf dem Bett ausbreitete, wurde das Schloss plötzlich von einer gewaltigen Explosion erzittert..........


    Unter New York, in den verzweigten Abwassersystem


    ,,Es stinkt entsetzlich. Warum müssen wir durch ein Meer von Fäkalien waten?“ knurrte Seberus, ein Handlanger der Triade.
    ,,Weil wir vielleicht eines der vergessenen Portale hier finden werden.“ lachte sein Kamerad vor ihm spöttisch.
    Im Vergleich zu Seberus war der Mann vor ihm kein Vampir, sondern ein skelettierter Untoter. Ein Gerippe, daß sich unter einem weiten Mantel versteckte. Ein Wiedergänger. Er war kein Mitglied der Triade wie Seberus, aber ein nützliches Mittel, um das zu finden, was sie wollten.
    ,, Aber auch weil ihr keine Nase mehr habt.“ ätze er und hielt sich ein Taschentuch vor sein weißes, glattes Gesicht. Er würde Stunden brauchen, bevor er wieder annehmbar roch. Alleine seine schwarzen, kurzen Haare bedurften besonderer Aufmerksamkeit, bei den vielen Schmutz, der von den Decke auf sie nieder regnete.
    ,,Der Tod hat auch angenehme Seite.“ verdrehte das Skelett seinen Kopf zu seinen Kumpanen. Die glühenden, grünen Augen tanzten wie kleine Glühwürmchen in seinen leeren Augenhöhlen.
    Der Lich spielte mit seinem Äußeren, er nutzte es aus, der Schrecken allen Lebens zu sein, doch Seberus war selbst eine Kreatur der Nacht. Ihm konnte er keine Angst einjagen.
    ,,Bewegt euch lieber, sonst sorge dafür, daß ihr wieder in den Sarkophag gesperrt werdet, von wo wir euch befreit haben!“ knurrte der dürre Vampir und bleckte dabei seine spitzen Eckzähne.
    Es war immer gefährlich, wenn sich zwei Untote des selben Standes drohten. Ein Lich war ein mächtiger Untoter, clever, durchtrieben und magisch begabt, während ein Vampir schnell, widerstandsfähig und nicht selten stark war. Ein Kampf zwischen den beiden Untoten könnte nicht schlimmer sein.
    Doch trotz der Drohung, lachte der lich und schlenderte weiter durch die dunkelbraune, zähe Flüssigkeiten, die ihm bis zu den Hüften ging.
    ,,Und wo soll dieses Portal sein?!“ schnauzte Seberus und versuchte sich aus seinen weißen Handschuhen einen Nasenkatheter zu basteln. Nicht ganz einfach ohne Schere, aber es reichte, wenn er sich den weichen Stoff in beide Nasenlöcher stecken konnte.
    ,,Verschüttet und Vergraben, verzaubert vor jenen Feinden seiner Macht.“ kicherte der scheinbar wahnsinnige Lich.
    ,,Seiner Macht?“ fragte Seberus erstaunt. Mittlerweile wunderte er sich über die Informationen ,die dieser Lich freigab. Als die Triade ihn befreite war er ziemlich Wortkarg gewesen.
    ,,Der feurigen Herren. Einst war ich es der das Portal errichtet hat, mit einigen gläubigen Anhänger. Das war zu Beginn es 19. Jahrhunderts, zur Zeit als dieser lächerliche Zentral-Park errichtet wurde.“ berichtete der Lich und eine seltsame Aura umgab seinen Körper. Unsichtbar für die Sterblichen, doch sichtbar für Seberus.
    ,,Aha, ihr wolltet also Dämonen beschwören.“ analysierte Seberus scharfsinnig.
    ,, So etwas in dieser Richtung.....“ murmelte der Lich und beendete schlagartig das Gespräch. Er blieb stehen und versuchte sich zu orientieren. Der Weg gabelte sich vor ihnen in drei weitere Richtung. Der unheimliche Lich schien unsicher zu sein. Er zog die klamme, feuchte Luft ein und bewegte sich dann plötzlich in den rechten Gang. Scheinbar hatte er seine Fährte wieder aufgenommen.
    Seberus hatte ein merkwürdigen Gefühl in der Magengegend, vielleicht kam es von den entsetzlichen Gestank hier unten oder durch sein immenses Misstrauen gegenüber den geisterhaften Lich.
    Je näher sie ihrem Ziel kamen, desto stärker schien zu werden. Merkwürdig, dachte Seberus. Hatte schon mit minderwertigen Guhlen und sogar schon mit einigen Lich-Geistern aufgenommen, aber dieser Untote jagte ihnen Schauer über den Rücken.
    ,,Ich spüre es...wir kommen den Portal näher.“ flüsterte der Lich und begann zu schweben. In diesem Moment wirkte er wie ein Geist, der durch Nacht flog, um andere zu geißeln.
    ,,Achja, 1919 hatte New York noch kein Abwassersystem, woher wollt ihr das wissen!“ zischte Seberus verärgert über die gesamte Situation.
    ,,Meine Wahrnehmung geht über euer geringes Verständnis über diese Welt hinaus und sprecht mich gefälligst mit meinen Namen an!“ drehte der Lich und packte ihn mit seinen beiden knöchernen Händen am weißen Kragen.
    ,,Und der wäre...LICH!“ knurrte Seberus zurück. ,, Meine Name ist Akarah. Merkt ihn euch gut, ansonsten werde ich euren Spuk ein Ende bereiten...VAMPIR!“ erwiderte der Lich grimmig und ließ von ihm ab. Seberus kochte vor Wut. Mit jeden könnte dieser Lich so sprechen, aber nicht mit ihm! Er legte seine Hand schon an seinen Pistolenhalfter am Gürtel und war bereit seine Desert Eagle zu ziehen, doch plötzlich überdachte er seine folgende Handlung. Die Triade würde ihn töten, schließlich war Akarah ihr neustes Spielzeug, um endgültig ihren lange ersehnten Traum in die Tat umzusetzen.
    Die Versklavung der gesamten Menschheit unter die Herrschaft der Triade und die vollkommene Ausrottung ihrer Erzfeinde der Zunft!
    Dieser Lich hatte ihnen diese Macht versprochen, ihnen Beweise geliefert für diese Kraft. Ein kleines Amulett hatte in der Triade für Aufruhr gesorgt. Es hatte die fantastische Fähigkeit die Gedanken eines jeden im Radius von 50 Metern zu korrumpieren und damit das besessene Individuum auf seine Seite zu ziehen.
    „Blutstein“ so nannte Akarah den roten Rubin in der goldenen Fassung. Ein Geschenk für seine Freilassung und ein Beweis für seine bedingungslose Loyalität.
    Völlig in Gedanken versunken, bemerkte Seberus nicht, wie sie immer tiefer in das unendliche Labyrinth der Kanalisation vordrangen.
    ,,Was sind das für Schriftzeichen.“ wunderte sich der Lich und besah sich die farbige Schrift an den schmierigen Kanalwänden.
    ,,So eine merkwürdige Schrift hab ich noch nie zuvor gesehen.....“ bestaunte Akarah die seltsamen Zeichen, während Seberus laut lachen musste.
    ,,Das ist Graffiti, keine Runenschrift, wie ihr sie noch kennt.“ klärte Seberus ihn auf.
    ,,An Wände schmiert ihr Zauberschriften?“ fragte der Lich wundert und sein Begleiter konnte sich ein Lachen nur schwerlich verkneifen. Prustend antwortete er:,, Wenn du die Lehren von bekifften Rappern als Zauberformel beschreibst...ja.“
    Man konnte im Gesicht des Lich's deutlich die Unsicherheit sehen, obwohl dieser nicht einen Kanten Fleisch an den Knochen hatte.
    ,,Jede Zeit hat ihre Propheten.“ wandte sich der Lich selbstsicher ab, obwohl er scheinbar immer noch nicht wusste, was Graffiti war.
    Seberus kicherte innerlich noch etwas, als sie weiter gingen. Die Unwissenheit von Akarah konnte man vielleicht noch brauchen.
    Eine Stunde irrten sie in der Dunkelheit umher, viele Kanalröhren auf und ab bis sie endlich vor einer Sackgasse landete.
    ,,Na Klasse! Hier geht's nicht weiter. Habt ihr noch eine Idee oder wollt ihr eure Wahrnehmung dafür verantwortlich machen, Akarah.“
    Der Lich sah ihn nur kurz an und wand sich dann wieder der stählernen, schmutzigen Wand vor ihnen.
    Sein fleischloser Mund öffnete und schloss wieder. Die beiden Kiefer verursachten ein unheimliches klacken, als sie aufeinander prallten.
    ,,Nein. Wir sind da.....es braucht nur einige schlüssige Worte.“ sagte der Lich mit euphorischer Stimme.
    Worte entsprangen seinen Mund, die so finster und widerwärtig waren, daß sie nur aus den finsteren Eingeweiden der Hölle selbst stammen konnten.
    Seberus blutete urplötzliche aus Nase und den Ohren, aber sein Körper reagierte nicht. Kein Schmerz war zu spüren.
    Erst als sein Blut die bläuliche Krawatte besudelte, bemerkte der Vampir etwas von seinen Verletzungen.
    Die Hände von Akarah begannen zu leuchten, genau wie die Wand vor ihnen selbst. Seberus sah dem Ganzen mit weit geöffneten Augen zu.
    Gerade sprach der Lich das letzt Worte seiner Zauberformel. Im selben Moment brach die Wand vor ihnen aus den Angeln und knallte mit einem Platschen in der widerlichen Kloake, in der sie standen.
    Das Gewicht der Stahlwand löste eine kleine Springflut aus und beide wurden von der widerlichen Flüssigkeit aus Unrat und verdrecktem Wasser besudelt. Akarah schien dies in keinster Weise zu stören, aber Sebarus spuckte angewidert und versuchte den Großteils des Drecks von seiner Kleidung zu wischen.
    ,,Seht....der letzte Pfad hat sich für uns geöffnet. Hinter dieser Biegung liegt das Portal.“ verkündete Akarah stolz.
    ,, Dann lasst uns gehen. Ich will schnell wieder aus diesen verdreckten Sachen raus. Aber zuvor werde ich der Triade Bericht erstatten.“ sagte Seberus grimmig.
    ,,Wie ihr wünscht.“ sprach der Lich noch ,bevor er langsam den Gang entlang schwebte.
    Diese letzten Worte ließen Seberus an seiner Loyalität zweifeln. Der Lich plante etwas, da war er sich sicher.
    Immer den Untoten im Auge behaltend, folgte er diesem........


    In Schloss


    Vorsichtig schlichen sich John“Johnny“Lee und sein Team, bestehend aus 8 Mann, an die riesige Holztür des Vampir-Schlosses. Er und sein Team waren bestens gerüstet gegen den deutschen Grafen. Ihre schweren Maschinengewehre und die zwei Raketenwerfer dürften genug sein, um dieser Kreatur ein Ende zu bereiten. Die Nacht war klar, kristallklar. Der Mond schien über die hügeligen Gräber und tauchte alles in eine zauberhafte, wie unheimliche Umgebung.
    Kein sehr schöner Ort, dachte Johnny und lud nochmal sein Maschinengewehr durch. Seine Gasmaske saß fest am Kopf, sowie das Nachtsichtgerät mit verschiedenen Infrarotspektren. Sein Team besaß die selbe Ausrüstung. Ihre Kleidung war silbrig grau und erinnerte leicht an einen Ritter. Die Kevlarweste war in ihre Kleidung mit ein gearbeitet, ob sie was gegen mörderischen Vampir brachte war eine andere Sache. Sergeant hatte er immer bezweifelte, daß die Kevlarweste den Krallen eines Vampires gewachsen war. Leichte Titanplatten wären effizienter gewesen, aber wen kümmerte schon seine Meinung.
    ,,Hier zehnte Helsing-Truppe sind im obersten Stockwerk. Alles sauber. Bewegen uns auf die Treppen zu.“ meldete sich der Sergeant der zweite Gruppe.
    ,,Verstanden. Seid vorsichtig. Das ist das Elysium eines Vampires. Hier hat er einen unheimlichen Heimvorteil.“ warnte Johnny seine Leute nochmal, obwohl dies unsinnig war. Schließlich waren sie eingespielte Profis und hatten schon so manchen Untoten ins Jenseits befördert.
    ,,Schon klar. Wer den Vampir zu erst erlegt, muss einen Ausgeben.“ lachte der Truppführer.
    Manchmal konnte es die Jungs nicht sein lassen und vergaßen die Gefahr. Vielleicht lag es auch daran, daß die neunte und zehnte Helsing-Truppe die meisten Abschüsse hatte und noch nie einen Mann verloren hatte.
    ,,Sprengladung angebracht, Sire.“ salutierte einer seiner gesichtslosen Männer. Er sah an ihm vorbei und bemerkte das C4 an den Rillen der Tür. Zwei Ladungen sollten reichen, um diese Toren aufzusprengen.
    ,,Sehr gut. Dann mal in Deckung.“ lachte Johnny Lee und bückte sich hinter einem Grabstein.
    Seltsamen Geschmack hatte dieser Vampir. Diese Nähe zu einem Friedhof. Sowas hatte er in all den rund 69 Einsätzen noch nicht erlebt. Die meisten Blutsauger hatten sich meist in gesicherten Hochhäusern verbarrikadiert und meist Dutzende von menschlichen Bodyguards, mitunter waren es auch Guhle.
    ,,Zündung!“ brüllte jemand, aber er konnte seine Stimme nicht ausmachen. Durch die Gasmaske waren die meisten Stimmen sehr verzerrt und klangen dumpf oder hohl. Ein lauter Knall war zu hören, danach brachen die beiden Pforten aus ihren Angeln und schlug hart auf das steinerne Pflaster auf.
    ,,Formation B. Leichte Schusswaffen nach vorne, schwere in die Mitte.“ kürzte er seinen Befehl ab. Bei einem eingespielten Team war es unnötig, jeden Befehl 100% genau zu definieren.
    Die Taktik war eigentlich recht simpel. Die Männer mit ihrer leichten Sturmgewehren gingen voraus, während die Männer mit ihren Schweren Maschinenkanonen und Raketenwerfern ihnen im kurzen Abstand folgten.
    Er selbst hatte die Aufteilung der Waffen bestimmt. Vier G36 aus Deutschland und zwei M4a1 Maschinengewehre mit Granatwerfern, sowie zwei Spezial Raketenwerfern. Die Waffen aus Deutschland waren ein kleiner Witz von ihm. Der Vampir sollte durch die Waffen aus seiner Heimat umkommen. Johnny Lee bemerkte selbst oft, welch hässlichen Sinn für Humor er hatte.
    ,,Also dann mal Abmarsch und seid vorsichtig.“ mahnte er sie erneut.,, Ja, Mutti.“ war die Antwort eines Soldaten.
    Denkbar langsam schlichen sie sich durch den Eingang, immer wieder auf einen nahenden Schatten achtend.
    ,,Wow.“ pfiff der Mann neben ihm. Der Graf versteht es zu leben.“
    Auch wenn Johnny Lee es nicht zugab, er musste ihm Recht geben. In so einem Palast würde er auch nur zu gerne leben.
    ,,Meine Fresse. Ist der Boden aus Marmor.“ staunte ein weiterer Soldat.
    ,,Hier haben nachher noch genug Zeit zum Einkaufsbummel, Ladies. Jetzt wird erstmal ein Graf entmachtet.“ knurrte Sergeant Lee, verärgert über die mangelnde Aufmerksamkeit seiner Leute.
    Er stellte seine Maske auf infrarot, um die Körperwärme des Vampires zu lokalisieren.
    ,,Mist, ist der Gut.“ schnaubte Johnny und veränderte den Sichtmodus. Die Lampen waren so konstruiert, daß sie besonders viel Wärme abgaben. Vielleicht hatte der Graf schon mit derartigen Gerechnet oder er hatte wirklich nur ne Blutkrankheit, wie es in den Medien heißt.
    ,,Eine Frostbeule? Als Vampir?“ dachte einer seiner Männer laut nach.
    ,,Ein Genesis-Vampir. Er wird unsere Anwesenheit bestimmt schon bemerkt haben. Gebt acht auf jede Bewegung.“ rief Sergeant Lee zur Vorsicht auf.
    Entkommen konnte er ihnen nicht mehr, dazu hatten sie ihn alle Wege abgeschnitten.
    Die zehnte Truppe war von einem leisen Helikopter auf den Dach abgesetzt worden und hatte sich dann in das oberste Stockwerk abgeseilt. Zuvor hatten sie ein Loch in die Wand gesprengt, wie es viele Anti-Terror-Teams taten.
    Die Männer richtete ihre Waffen auf jeden Schatten. Nichts entging ihrer Aufmerksamkeit.
    Plötzlich schnitt ein Funkspruch durch die Stille.
    ,,Hier Truppe Zehn, werden von Guhlen angegriffen. Es sind Dutzende und allesamt bewaffnet. Verbunkern uns hier oben, erbitte sofortige Unterstützung....Oh mein Gott....Was ist das?!.........
    Danach waren nur noch die Schüsse der Gewehre zu hören, aber auch diese verstummten Ruckartig.
    ,,Verdammt, was ist da los!? Truppe Zehn, melden Sie sich!“ sprach Johnny Lee in sein Funkgerät, doch niemand antwortete ihm. Nur Rauschen war zu hören, sonst nichts.
    Bevor Sergeant Lee einen Befehl brüllen konnte, hörte sie Schritte. Sie hallten in der Vorhalle wider. Eine Person, schätze Lee, aber sicher konnte er nicht sein. Das Echo wurde zu stark von den Wänden reflektiert.
    ,,WER wagt es mein Reich zu betreten!“ sprach eine finstere Stimme voller Zorn.
    ,,Dort.“ gestikulierte der Soldaten neben ihn auf die oberste Stufe.
    Ein rotgekleideter Mann war zu sehen, durch die Kapuze konnte man sein Gesicht nicht erkennen. Das musste der Vampir sein, dachte Sergeant Lee und gab ein Handzeichen, welches die beiden Männer mit den Raketenwerfern, sofort verstanden. Dieser neuartige Raketenwerfer war noch nicht im Militär, sondern kam frisch aus der Waffenforschung. Natürlich hatte die Helsing-Organisation unbeschränkten Zugriff darauf, dank ihrer Vertreter.
    Der Lauf der Waffe war kurz und durch eine neue Legierung war der Raketenwerfer auch unnatürlich leicht. Leider ging dies auf Kosten seiner Sprengkraft. Jede Rakete hatte nur eine Sprengkraft von 2x2 Metern. Nicht gerade viel, aber genug um einen Vampir oder ein leicht gepanzertes Ziel zu zerstören.
    ,,Ergebt euch Blutsauger, dann wird euer Tod schnell und schmerzlos sein.“ sagte Johnny herrisch, aber der Graf verspottete ihn mit einem Lachen.
    ,,Narren. Erkennt nicht das Gute, wenn ihr es seht? Habt ihr nicht erkannt, daß ich eure Straßen von Verbrechern säubere und die Menschheit Lohn und Brot gebe. Schlangen seid ihr. Es wird Zeit für eure Sünden Buße zu tragen.“ verkündete Deva einen langatmigen Monolog.
    Unbeeindruckt antwortete Lee.,, Ihr glaubt also an Himmel und Hölle. Mal sehen wo ihr landet. FEUER!“
    Die G36 Sturmgewehre entfesselten mit den M4 Gewehren ein mörderisches Inferno aus Projektilgeschossen. Wände wurden durchlöchert, Fenster und Glas ging zu Bruch und Holz splitterte.
    Ein solches Gewitter an Geschossen konnte keiner überlebt haben, jedoch stand der Graf noch. Nicht ein Loch war in seiner weiten Kutte erkennbar.
    ,,Was zum Teufel.....“ raunte die Männer links und rechts von ihm und selbst Sergeant Lee schien seinen Augen nicht zu trauen.
    Wieder lachte der unheimliche rote Mann.
    ,,Dachtet ihr tatsächlich mich so einfach auszulöschen. Das ist mein Heim, mein Elysium. Hier beherrsche ich die Realität. Und die winzige Tatsache, daß ihr auf ein Trugbild geschossen habt.“
    hallte die Stimme des Vampires von überall her und die Illusion löste sich auf.
    Plötzlich erschienen zwei weitere Trugbilder diesmal keine 5 Meter von ihnen entfernt und sie bewegten sich dieses Mal, direkt auf sie zu.
    ,,Sekundärwaffe ziehen!“ befahl Sergeant Lee und zog eine Seven Five aus dem Halfter an seiner Hüfte hervor.
    Seine Männer taten es ihm gleich. Alle hatten sie entweder eine Sig Sauer oder eine Baretta mit beiden Händen fest umschlossen, gerichtet auf die beiden annähernden Projektionen.
    Sergeant Lee war sich 99% sicher, daß dies wieder Trugbilder waren, aber sie bewegten sich unterschiedlich, nicht synchron. Vielleicht war einer von den beiden Illusionen, doch real und er spielte nur mit ihrer Selbstsicherheit.
    ,,Feuer!“ befahl er und drückte den Abzug, genau wie sein Team. Wie erwartet flogen die Geschosse durch die beiden Trugbilder hindurch. Sofort stellte er das Feuer ein und drehte sich um, da er ein Bewegung hinter sich wahrgenommen hatte.
    Vor ihm bäumte sich ein großer Mann auf, der Vampir. Er packte Lee am Hals und hob ihn hoch. Seine Hand war wie ein Schraubstock, kein zappeln war möglich. Der Daumen des Vampires übte Druck auf seine Halsschlagader aus und lähmte ihn völlig. Ohne noch eine Kontrolle über seinen Körper zu haben, ließ der seine Pistole fallen. Wie ein Fisch am Trockenem, rang er nach Luft.
    Von den Scheppern der Waffe auf den Marmorboden alarmiert, wandten sich die restlichen 7 Männer zu ihren Kommandanten, der sich in einer sehr gefährlichen Lage befand.
    ,,Ganz ruhig, Hunde. Ansonsten töte ich euren Anführer mit einen einzigen Handdruck und zwar ehe ihre die Anzüge eurer Waffen betätigen könnt.“ sagte Deva und besah sich seine Beute.
    ,,Sergeant John Lee.“ las er an dem eingearbeiteten Schild an der Uniform.,, Interessante Schärpe tragt ihr um den Arm herum. Ein Totenkopf, recht einfallslos.“ murmelte der Vampir. ,, Helsing?! Vampirjäger!“ stellte er fest und warf den Menschen in seiner Hand wie eine faulen Apfel von sich.
    Bevor die Helsing-Truppe das Feuer eröffnen konnte, war Deva verschwunden. In einer Sekunde auf die andere hatte er sich aufgelöst.
    Zwei der Soldaten halfen ihren Anführer wieder auf die Beine. Dieser kochte vor Wut. Er hatte sich wie ein Anfänger vorführen lassen. Dieser deutsche Graf war auch anders, als seine bisherigen Gegner. Er hatte nicht die Konfrontation gesucht, dann wär er anders vorgegangen.
    Stark war er und scheinbar magisch begabt. Warum hatte er ihn nicht getötet, da er doch die Gelegenheit hatte?stellte er sich selbst vor ein Rätsel.
    ,,Sire, der Vampir ist fort. Sollen wir die Gegend sondieren und nach ihm Ausschau halten?“ fragte ihn sein Stellvertreter Lukas Pravikow und salutierte.
    ,,Nein.“ sagte Johnny Lee betrübt über sein Versagen.,, Gehen wir nach oben und retten Truppe 10 von den Guhlen. Vielleicht finden wir nach der Säuberung noch weitere Hinweise über diesen Grafen.“


    In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

    Edited 7 times, last by Deva (September 20, 2006 at 12:26 AM).

  • jap mann könnte denken du schreibst an nichts anderem mehr^^

    während ich ne halbe seite für schreib schreibst du 6 :D

    da komm ihc kaum hinterher^^

    aber sehr gute story^^

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!