• Prolog

    Gemächlich und ruhig, schlenderte er über den feuchten Rasen, langsam bogen sich die kurzen Halme unter seinen nackten Fußsohlen. Die Luft war dick und ein wenig neblig, auf den Ästen über seinem gesenkten Kopf zwitscherten kleine bunte Vögel und im seichten Luftzug tanzte das kleine Windspiel, dass ihm den Weg zu seiner Terrasse zeigte. Langsam und mühseelig machte er einen Schritt auf die knarrenden Dielen der Veranda.

    Seine alten Knochen knarrten fast ebenso, wie das geduldige Holz unter ihm. Sich an der Ballustrade abstützend ging er zu seinem guten, liebgewonnenen Freund hinüber. Der alte Schaulkelstuhl ächzte unter dem Gewicht des in die Jahre gekommenen Mannes. Eine dünne Strähne, des wenigen verbliebenden Haares fiel ihm ins Gesicht und er fuhr mit seiner knochigen Hand über seine Stirn um das weisse Haar, dass sich wie Stroh anfühlte zur Seite zu bitten.

    Er machte sich gerade seine selbstgeschnitzte Pfeife zurecht, als ein warmer Sommerregen begann. Er schob das getrocknete Kraut, dass er hinten im Garten anbaute, zwischen der ledrigen Haut seiner Finger hin und her und stopfte es dann in den Pfeifenkopf. Er griff nach dem Feuerzeug in seiner Hemdtasche. Die Streichhölzer in der kleinen Schublade auf der anderen Seite der Veranda waren einfach zu weit weg. Nach einigen Zügen lies er sich entspannt in die Lehne zürück und blickte gegen die Decke aus durchsichtigem Plastik. Der Regen prasselte gegen das Dach und dicke Tropfen zerplatzen. Ruhig und Müde lies er sich in die ferne Welt der Träume tragen.

    "Abschuss bestätigt!" dröhnte es aus dem kleinen Lautsprecher im Cockpit seines kleinen Jägers. Als ob er es nicht wüsste, die Explosion der er im letzten Moment ausgewichen war, machte dies offensichtlich. Wie ein Sprühnebel zog sich der Treibstoff seines 23ten Abschusses, in dieser Nacht, durch das All. Dicke bräunliche Tropfen prasselten gegen die Scheibe seines Cockpits. Er lehnte sich zurück und entspannte sich. Es war vorbei.

  • Ich denke mal, da kommt noch was. Obwohl man diesen Prolog auch so stehen lassen könnte. ;)

    > Höre nie auf anzufangen. Fange nie an aufzuhören.
    > Zeit hat, wer sich Zeit nimmt.

  • Kapitel 1
    Es gibt keine Helden

    Mit einem metallischen Kratzen rutschte der Triebwerksschalter auf off. Ein breiter Hebel über seinem Kopf benötigte beide Hände und sein Körpergewicht um umgelegt zu werden. Mit einem lauten Zischen öffnete sich das Cockpit und die verschmutzten Scheiben, auf denen der Treibstoff seines letzten Erfolges gefroren war, schoben sich automatisch nach oben, und ließen die gefilterte Luft aus dem Inneren entweichen nur um dem öligen, süßlichem Gestank des Hangars Platz zu machen. Die Halterungen seines Anlegplatzes krallten sich wie eine riesige, metallische Tiefseekrake, die direkt aus den unwirklichen Meeren Fenris' entsprungen sein könnte, an der Außenpanzerung seines Jägers fest. Beunruhigend bogen sich die Platten, der alten Maschiene unter dem festen Griff des Metallmonsters. Es schien als würde die Maschiene jeden Moment nachgeben, aber er kannte dieses beunruhigende Gefühl schon zur Genüge und er wusste, dass seine Kleine in guten Händen war.

    Hart schlugen die Metallsohlen seines Kameraden, auf den Boden neben ihm auf, als dieser mit einem Satz seinen Jäger verlassen hatte. Wutentbrannt ging der junge Mann, mit dem Dreitagebart, auf ihn zu. Dabei brüllte er so laut, dass seine Frage im gesamten Hangar widerhallte: "Was zur Hölle hast du da draußen gemacht, verdammt!" Kurz vor ihm blieb er stehn, packte mit beiden Händen seinen Kragen und zog den erfolgreichen Piloten, der keine Miene verzog, an sich herran. In den Augen seines Gegenüber funkelte es, dann zog dieser sein linke Augenbraue hoch. Dann konnte er nicht mehr. Mit Müh und Not musste er das Lachen unterdrücken, der unrasierte Mann konnte sich auch nicht länger verstellen und lachte lauthals los, und umarmte ihn: "Nächstes Mal lässt du uns, aber auch welche übrig Graham." Nachdem Graham die Umarmung überstanden hatte, bedankte er sich für das Lob noch mit einem festen Händedruck: "Nächste Mal schalte ich einfach einen Gang runter und halt dir den Rücken frei, Neil." Das Lächeln aus seinem Gesicht wich, als er feststellte, dass Neil immer fester zudrückte. Er wollte sich kein Blöße geben und drückte seinerseits auch fester zu, unter aufgezwungenem Lächeln musste einer Nachgeben. Das war Graham wie immer. Er schüttelte seine geprüfte Hand und Neil schlug ihm scherzhaft gegen die Schulter: "Nächste Mal kriegste mich, ich hät beinahe aufgegeben." dann legte Neil seinen Arm um die Schulter des kleineren Graham und zog mit ihm los Richtung Kantine: "Jetzt gehts zur Siegesfeier! Ich geb einen aus."

    "Was?" Jake, ein weiterer Pilot aus seiner Staffel, konnte es nicht fassen und prustete einen Nebel aus Kaffee über den halben Tisch: "23 Abschüsse? Du verarschst mich doch? Da waren doch höchstens 50 feindliche Aufklärungsjäger draußen!" Kopf schüttelnd trank er die Reste seines Kaffees aus, während Neil und Graham sich angewidert den Kaffee von der Uniform wischten. "Du lässt uns alle verdammt schlecht aussehn Kleiner." sagte der großgewachsene Jake, während er sich den kahlgeschorenen Kopf kratzte: "Mann dieser verdammte Gummi in diesen verdammten Helmen bringt mich verdammt nochmal um den Verstand." Neil verbesserte ihn: "Um den 'verdammten' Verstand, aber ich weiss was du meinst, nicht nur dass wir in diesen runtergekommenen Schrottschüsseln durchs All jagen und Heretiker vom Himmel holen, die Armee könnte wenigstens neue Klamotten springen lassen." Dann hob er das kleine Schnapsglas, vor sich, kurz zum Himmel und schüttete es dann mit einmal die Kehle hinunter. Der hochprozentige Stoff brannte sich seinen Weg seinen Rachen herunter und Neil schlug das Glas mit Wucht auf den Tisch und verdrehte die Augen. Graham wollte grad einwerfen, dass die 'Schrottschüsseln' ihnen immerhin täglich das Leben retten, als das Messer in der Mitte des Tisches einschlug.

    Im Licht der Deckenbeleuchtung, glänzte die breite Klinge des Messer leicht silbrig. Der Griff fest umschlungen von einer Lederhandschuh bewehrten Hand, die zusammen mit dem tätowierten Unterarm, zu einem muskolösen, großgewachsenen Mann gehörte, der sich plötzlich über den Tisch beugte und mit dem anderen Arm, Graham am Kragen packte. "Was zur Hölle ist denn mit dir los?!" , rief Graham, während er versuchte sich aus dem Griff zu lösen. Das Gesicht seines Gegenüber war durch Wut und Zorn zu einer Fratze verzerrt, in der jeder Muskel angespannt war. Die Augen quollen förmlich hervor, während eine dicke Ader auf der Schläfe des Mannes pulsierte, dann schleuderte ihn der Mann zurück in den Stuhl und schlug mit beiden flachen Händen auf den Tisch: "WAS LOS IST? Zur Hölle!" Auf Grund seiner Kleidung vermutete Graham, dass der Mann Mechaniker war, doch es blieb nich genug Zeit darüber nachzudenken, da der Mann mit der Faust auf den Tisch schlug und sich zu seinen Kameraden umdrehte die er im Schlepptau hatte: "Er will wissen was los ist. WAS LOS IST!", brüllte er durch den ganzen Raum. Alle in der Kantine wussten, was in den nächsten Minuten passieren würde und zogen sich so weit wie möglich von der Gruppe zurück. "Was los ist?", fuhr der angetrunkene Riese fort: "Erinnerst du dich an Vane? Dessen Jäger du vor einer Woche gerammt hast bei dem letzten Angriff?" Graham schluckte, er wusste genau von wem er sprach. Bei einem Ausweichmanöver war er versehentlich mit ihm kolidiert und die Dichtung seines Cockpits wurde beschädigt. Der Mann konnte sich nur mit Müh und Not zurück in den Hangar retten, bevor seine Lungen unter dem Druck zusammengefallen sind. Jetzt lag er schon eine Woche auf der Krankenstation. Graham war einige Male bei ihm gewesen, aber er konnte ja doch nichts daran ändern: "Natürlich erinner ich mich an ihn! Aber ich konnte doch nichts dafür, ich musste der Explosion ausweichen und Vane hat nicht auf den Funkkontakt reagiert, außerdem...", der Mann schnitt ihm das Wort ab: "ABER? AUßERDEM? Du konntest nichts dafür? Verdammt er war mein Bruder, er ist vor einer halben Stunde qualvoll verreckt, UND DU KANNST NICHTS DAFÜR?" Graham blickte beschämt zu Boden: "Es tut mir aufrichtig leid." "NICHTS tut dir leid! Er ist tot verdammt! Aber das bist du auch bald."

    Langsam zog der Mann das Messer wieder aus dem Tisch. Seine Kameraden sammelten sich in einem Halbkreis um die drei Piloten. Dann schlug ein Schnapsglas direkt auf dem Auge des Kolosses auf. Kurz darauf schlug Jakes Faust direkt in dem Gesicht des verwirrten Mannes ein. Neil schleuderte den Tisch beiseite und rannte nach vorn gebeugt auf den Angreifer zu und rammte ihn oberhalb der Hüfte und riss ihn zu Boden, das Messer rutschte über den Boden und landete weit genug weg. Graham und die überraschten Angreifer hatten noch nichtmal reagiert, als Jake dem nächsten einen Stuhl über den Schädel zog. Neil saß derweil auf dem Brustkorb des Riesen und schlug ihm immer wieder seine Rechte ins Gesicht. Blut spritzte aus der gebrochenen Nase, als die anderen reagierten und Neil von dem Mann herunterzerrten. Jake schlug sich währenddessen von einem zum nächsten Angreifer. Zwei Männer hielten Neil von hinten fest und zogen ihn hoch, so daß der muskolöse Mann aufstehn konnte. Er wischte sich das Blut aus dem Gesicht und schlug dann Haken um Haken in die Nieren von Neil, Jake versuchte sich einen Weg zu ihm hindurch zu bahnen, wurde aber von der Masse überwältigt und zu Boden gezerrt. Erst als die Schmerzensschreie seiner Freunde durch die Kantine hallten erwachte Graham aus seiner Starre. Sein Herz schlug unregelmäßig aber schnell und pumpte Unmengen von Blut in seinen Kreislauf, er stürmte los. Mit einem Satz war er über den umgestürzten Tisch gesprungen und hatte Neils Peiniger erreicht. Der Gegner drehte noch seinen Kopf zur Seite, als Graham ihm mit voller Wucht in die Kniekehle trat. Gezwungenermaßen ging der Angreifer in die Knie, was Neil nutzte um beide Beine ausgestreckt auf die bereits malträtierte Nase einschlagen zu lassen. Die 2 Männer hinter ihm, die ihn immernoch erstaunt festhielten, verloren so das Gleichgewicht und fielen nach hinten. Während der Riese, fast in Zeitlupe nach hinten stürzte, rammte ihm Graham mit Anlauf sein Knie in den Hinterkopf und änderte so die Richtung des Sturzes erneut und knockte ihn komplett aus. Siegessicher verzog Graham seinen Mundwinkel zu einem Lächeln und drehte sich zu Jake, um ihm zu helfen. Ganz langsam sah er die Eisenstange auf sich zurasen. Das Metall schlug von der Seite quer übers gesamte Gesicht. Langsam spürte er wie sein Kiefer, seinen angestammten Platz verließ, bis er dann knackend nachgab. Blut und winzige Splitter, des Knochens, die sich durch die Wucht des Schlages durch sein Zahnfleisch gepresst hatten, füllten seinen Mund, Zähne brachen und er stürzte ganz langsam auf die Seite, als wollte das Schicksal ihn diesen Moment unendlich lang erleben lassen. Nach dem ersten Aufschlag federte sein Körper noch einmal nach oben und seine Sicht verschwamm langsam, er konnte nur noch sehen wie die Kantinentür sich öffnete.

  • Allein für die Frage, is hier ma son richtiges lol angebracht MyQ :rolleyes:

    mhm, was soll ich sagen...ich wart ma noch wies weitergeht, aber bis jetzt is es wunderbar und von höchster Teronscher Qualität!^^

  • Kapitel 2
    Gewinn und Verlust

    Tränen ließen seinen Blick auf die kleine, zierliche Hand eines Jungen verschwimmen. Blut lief aus den tiefen Bißstellen und rann in einem warmen Fluß, die Finger entlang und tropfte zu Boden. Es war Grahams Hand. Sein geliebter, treuer Freund lag tot neben ihm am Boden der alten Scheune. Der Körper des Hundes war förmlich zersiebt, von den Einschlägen des Schrotgewehrs. Mit Schaum vorm Mund zuckte die leblose Hülle, seines einztigen Haustieres noch einige Male vor sich hin. Graham war innerlich zerrissen, ob er nun wegen dem Verlust oder den Schmerzen weinen sollte. Aufgrund der Tränen, die salzig über seine Mundwinkel hinweg flossen, konnte er seinen Großvater, der mit rauchendem Gewehr, im Scheunentor stand, kaum erkennen, aber er rannte auf ihn zu und klammerte sich an seiner Hose fest, als wolle er ihn niemehr loslassen. Sein Großvater fuhr ihm durch die Haare und flüsterte ihm beruhigende Worte zu, dann hob er ihn auf seinen Arm und trug Graham zum Haus: "Es wird alles wieder gut." wiederholte er auf dem Weg immer wieder.

    Sein Großvater füllte ein Glas auf der Kommode mit hochprozentigem Alkohol, während Graham sich mit der gesunden Hand die Tränen aus den Augen wischte. Als sein Großvater zu ihm herüber kam fragte Graham: "Du, Opi? Kommt Neeno in den Himmel?" Der alte runzlige Mann ignorierte die Frage gekonnt: "Das wird jetzt einen kleinen Moment weh tun.", und schüttete den Alkohol über die verletzte Hand. Graham zuckte zusammen und biß sich auf die Unterlippe, während Sein Großvater den Rest des Glases austrank und damit begann, einen Verband anzulegen. Er schnitt das Ende des Verbandes ab und wischte damit die Tränen aus Grahams Gesicht. Der kleine Junge hakte nach: "Wo ist denn der Himmel?" "Solange du lebst wird der Himmel immer über dir Wache halten, mein Junge." Graham sah aus dem Fenster und eine gewaltige, wunderschön weisse Wolke füllte den Ganzen Himmel: "Der Himmel wird immer über dich wachen, mein Kind.", wiederholte der alte Mann, dann verschwamm die Erinnerung wieder, Graham kam langsam wieder zu Bewußtsein. Langsam wurde die makellos weiße Decke der Krankenstation über ihm deutlicher. Er versuchte zu lächeln, aber die Verbände und Schienen, an seinem Kiefer ließen das Unternehmen scheitern. Zumindest bis zu seinem neunzehnten Lebensjahr, hatte sein Großvater Recht damit, dachte Graham bei sich selbst. Dann wurde er von der imperialen Armee eingezogen und verließ, als erster und einziger seiner Familie den Planeten. Er hatte schon lange nicht mehr an seine Familie gedacht, die er auf dem Farmplaneten zurücklassen musste. Was wohl seine Mutter oder seine kleine Schwester gerade machen würden? Oder ob Großvater wie immer, das Feld bestellen würde, dachte er bei sich selbst. Er hatte schon seit fünf Jahren nichts mehr von ihnen gehört, seitdem er den Planeten verlassen hatte, gab es nur noch den Dienst und das Training für ihn. Für etwas anderes blieb auch keine Zeit. Kontakt zur Außenwelt war nur den Offizieren gestattet, so wurden seine Kameraden zu seiner Familie. Er fragte sich wie es ihnen ergangen sei, bei der Schlägerei vorhin. Oder war es gestern gewesen? Er wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte und er konnte sich auch nicht genug bewegen, um den Kalendar über seinem Bett zu sehn, der zeigte, dass er drei Tage lang nicht mehr aufgewacht war. Erschöpft entspannte er wieder seine Muskeln und ließ sich in das weiche Bett sinken. Er hatte noch nicht genug geschlafen.

    Jake griff Neil unter die Arme, während sich dieser auf der anderen Seite mit einer Krücke abstützte. Neils Beine waren bei dem Kampf schwer angeschlagen und er würde einige Wochen seinen Job nicht machen können, aber im Moment waren sie zur Kapelle der Raumstation aufgebrochen. Als sie den kleinen Raum betraten konnten sie in den Gesichtern der anderen erkennen, dass sie nicht erwünscht waren, aber für die Beiden, gebot es der Respekt anwesend zu sein. Sie hatten die Rede des imperialen Missionars verpasst, waren aber rechtzeitig gekommen um der Übergabe, der beiden Särge an die Tiefen des Alls beizuwohnen. Auf dem Höhepunkt des Kampfes, wurden alle von den Sicherheitskräften der Station getrennt und einen Tag später wurde der Bruder des verstorbenen Piloten vor Gericht gestellt, weil er Unruhe gestiftet hatte. So nannten sie es und die Verhandlung, wie sie es nannten, war innerhalb einer dreiviertel Stunde abgeschlossen gewesen und gipfelte in der Exekution durch einen imperialen Kommisar, der nun auch der Trauerfeier beiwohnte. Jake und Neil salutierten so gut es ihre geschundenen Knochen zuließen, den beiden Brüdern, die nun auf ewig im Weltall verbunden sein würden. Die Kapelle spielte einen herzerweichenden Trauermarsch und der Kommissar verließ, wie zum Hohn, die Veranstaltung vorzeitig. In den Augen der wenigsten konnte man echte Trauer erkennen, viel mehr spiegelte sich zumeist der Hass auf die beiden anwesenden Piloten, in den feurigen Augen, der anderen. Doch niemand würde diese Festlichkeiten mit seiner Aggression entweihen, allerdings waren sich Neil und Jake im Klaren darüber, dass es noch nicht vorbei war.

    Graham schlief ruhig in seinem Krankenbett, Speichel lief seine, durch die Schmerzmittel taub gewordenen Mundwinkel entlang. Er war viel zu schwach, um zu bemerken wie sich die Tür zu seiner vorrübergehenden Ruhestätte öffnete. Hätte er gewußt, dass dies in wenigen Minuten, seine endgültige Ruhestätte werden sollte, hätte er sicher versucht seinen Körper unter Qualen umzuwuchten, um zu sehn wer zu ihm kam. Der verhüllte Mann trat an sein Bett, blickte seinem Opfer starr ins Gesicht und löste ohne sich abzuwenden die Schläuche die Graham mit Nahrung und Luft versorgten, aus den zuständigen Maschinen. Dann legte der Mann seine Hände um Grahams wehrlosen Hals und drückte ihm beide Daumen in die Kehle, so fest er konnte. Ohne aufzuwachen zuckte Grahams Körper hin und her, mit glucksenden Lauten spuckte er Speichel und Blut aus, nur um sich daran wieder zu verschlucken, aber der Körper war zu geschwächt, um sich dem Angreifer, ohne Unterstützung des Bewußtseins, lange zu widersetzen. Das Gerät neben dem Bett zeigte nun seit einer Minute nur noch eine durchgehende Linie an, aber der Mann ließ immer noch nich von seinem Opfer ab. In dem weit aufgerissenem Rachen seines bewegungslosen Opfers, sammelte sich allmähliche ein Brunnen aus Blut, der nicht wieder durch die Speiseröhre versiegen wollte. Endlich liess der ganz in schwarz gekleidete Mann Graham los, den Blick immer noch nicht von seinem Gesicht abgelassen, drehte sich der Mann Richtung Tür. Endgültig wandte er seinen Blick ab und öffnete geräuschlos die Tür. Dann hielt er plötzlich inne. Ein lautes klatschendes Geräusch, ließ ihn ganz langsam seinen Kopf zurück zum Bett wenden. Es war leer. Dann spürte der Mann den festen Griff um den Knöchel und blickte nach unten. Hasserfüllte Geräusche gingen im gurgeln des Blutes in Grahams Hals unter, als er den Mann mit feurigen Augen anblickte und, das Bein weiterhin fest umklammert, weiterrobbte. Der Mann war vollkommen starr und machte garnicht erst Anstalten ihn abzuschütteln. Mit einem lauten Schmerzensschrei hatte es Graham geschafft sich so weit vorzuschieben, dass er das Bein nun mit beiden Händen fest umklammern konnte. Den Blick auf die nackten Fliesen unter sich gerichtet, zog er sich mühseelig immer näher an den Mann, doch dann plötzlich wurde alles Schwarz um ihn und sein Griff löste sich. Laut schlug sein Kinn auf die Fliesen.

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