Der Unsichtbare Beschützer

  • Hi, ich hatte letztens mal wieder eine kleine kreative Phase, und hab einen möglichen Helden durch einen Prolog eingeführt.

    Angesiedelt ist die geschichte im Warhammer Fantasy Universum. Wenn da flufftechnische Fehler drin sind, wäre es nett, wenn ihr mir die aufzeigen könntet, da ich in WHF noch nicht wirklich fit bin...

    Aber nun genug der Worte, viel Spaß beim Lesen und Kritik welcher art auch immer ist natürlich erwünscht ;)
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    Prolog

    Aurik Kuanor beobachtete den jungen Kaufmannssohn Wolfgang Faeller und einen seiner hochnäsigen Freunde aus geringer Entfernung. Sie prahlten lauthals über die Duelle in den Tavernen von Reikdorf, wo sie ärmliche, trunkene Männer aus dem Schankraum geworfen haben. Dass sie dabei selbst nur große Töne gespuckt und ihren Söldnern die Drecksarbeit überlassen haben, wurde jedoch nicht erwähnt. Aurik kannte diese Art von jungen Kaufmannssöhnen, die glaubten sich alles erlauben zu können, weil ihre Familie reich ist und Einfluss in Reikdorf besitzt.
    Sechs Söldner begleiteten die beiden Unruhestifter um sie vor Überfällen von Banditen zu schützen. Die Söldner trugen allesamt Kettenhemden und hatten ihre Schwerter locker an der Seite hängen. Sie waren zwar groß und muskulös, sahen in Auriks Augen aber wenig Kampferfahren aus. Er bezweifelte dass sie bei einem Angriff in Überzahl nur die geringste Chance hätten.
    Aurik selbst war ebenfalls für den Schutz von Wolfgang Faeller zuständig. Jedoch hielt er sich verdeckt, da der Kaufmannsohn nichts von seinem Zusatzschutz, den sein Vater bezahlte, wusste und Aurik dies auch so belassen wollte.
    Er selbst trug eine leichte Brust- und Schulterpanzerung über seinem dunkelgrünen Hemd. Seine Stiefel aus braunen Leder waren stark abgenutzt. Ein langer schwarzer Umhang ließ ihn perfekt mit den Schatten der umliegenden Bäume verschmelzen. Am Umhang war eine Kapuze, die er sich über den Kopf gezogen hatte. Außerdem trug er ein Stück Stoff direkt über Mund und Nase, so dass nur seine blauen Augen zu sehen waren, sowie eine Narbe über dem linken Auge. Seinen braunen Köcher mit Pfeilen trug er auf dem Rücken und der dazugehörige Bogen hang locker um seine Schulter. Khaibit, sein Schwert baumelte griffbereit an seiner Seite. Die dritte Waffe war ein Dolch, den er am Stiefel versteckt hatte. Alles in allem war er für nahezu jede Art von Bedrohung gewappnet und das war, wie er aus eigener Erfahrung wusste, nie verkehrt in diesen unruhigen Zeiten.
    Er huschte leise und nahezu unsichtbar durch die Schatten der Bäume am Wegesrand und erkundete dabei die Umgebung der achtköpfigen Gruppe, um Hinterhalte durch Banditen frühzeitig zu erkennen.
    Die beiden Kaufmannssöhne waren in ihre Prahlerei vertieft und dadurch nicht aufmerksam. Ein feines gelbes Seidenhemd und lederne Schuhe kleideten die beiden Reichen. Wolfgang Faeller trug einen grünen Umhang aus den fernen Südlanden. Sein Begleiter Frederik trug ebenfalls einen Umhang aus den Südlanden, jedoch war dieser rot. Beide hatten einen Degen bei sich, die mehr Prestigeobjekte als Waffen waren. Obwohl beide sehr wahrscheinlich das Fechten erlernt hatten, bezweifelte Aurik stark, dass die Kaufmannssöhne für einen Kampf auf Leben und Tod vorbereitet wären.
    Der Unentdeckte Beschützer spähte ein Stück voraus, da der Weg eine Kurve beschrieb und er mögliche Angreifer aufspüren wollte. Ein Rascheln im Gebüsch weckte seine Neugier. Er zog seinen Dolch, den er an seinem Stiefel trug und pirschte sich lautlos heran. Als er näher kam, erkannte er, dass es nur ein Reh war, das reglos dastand und bereit war jeden Augenblick die Flucht zu ergreifen. Dies tat es auch umgehend als das Tier Aurik sah, der aus dem Schatten auftauchte. Danach verbarg er sich erneut und steckte seinen Dolch wieder an seinen Stiefel.
    „Ein Reh, fangt es sofort ein!“ hörte er in einiger Entfernungen Wolfgang rufen. Die Söldner und die beiden Kaufmannssöhne nahmen sofort die Verfolgung auf und folgten dem Reh grölend in den Wald.
    Aurik fluchte innerlich als er sah wie sein Schützling wie von einer Hornisse gestochen in den Wald rannte. Er nahm seinerseits die Verfolgung auf, um seinen Schützling nicht im Wald zu verlieren, was er jedoch für wenig wahrscheinlich hielt, da er ein guter Spurenleser war. Er hasste das leichtfertige Verhalten von Wolfgang, um ehrlich zu sein mochte er Menschen wie den Kaufmannssohn im Allgemeinen nicht, da sie andere Menschen weder achteten noch respektierten. Er selbst war häufiger von übermütigen Kaufmannssöhnen belästigt worden. Jedoch war er nur sehr selten derjenige, der ein Duell verlor.
    Er verringert den Abstand zwischen sich und den anderen ohne große Probleme und holte sie auf einer großen Lichtung ein.
    Die Gruppe blieb wie angewurzelt stehen. Sie waren mitten in ein Lager von Tiermenschen gestolpert, das auf der anderen Seite der Lichtung lag. Die Söldner zogen sofort ihre Schwerter und bildeten einen schützenden Kreis um die Kaufmannssöhne. Die Tiermenschen fühlten sich durch das plötzliche Auftauchen der Menschen gestört und stürmten mit wilder Kampfeslust auf die Eindringlinge zu.
    Aurik erkannte die Gefahr sofort und huschte lautlos in den nächsten Schatten mit dem er verschmolz. Er nahm seinen Bogen von der Schulter, spannte einen Pfeil ein und zielte.
    Den anstürmenden Tiermenschen lief blutiger Schaum aus den Mäulern und in ihren Augen funkelte pure Kampfeslust und noch etwas anderes, das wie Hunger aussah. In ihren Fellen klebte altes, vertrocknetes Blut. Sie trugen zwar nur primitive Äxte und alte Schwerter als Waffen, aber sie waren dennoch in der Überzahl und strotzten nur so vor Muskeln. Außerdem konnte auch ein guter Treffer, selbst mit einer schlechten Waffe, einen Menschen problemlos in Morrs Reich befördern.
    Die Söldner standen für einen Moment wie angewurzelt da, erstaunt über die Wildheit der Anstürmenden Horde. Sie erwogen kurz einfach davonzurennen, aber da sie selbst schon ein wenig aus der Puste waren und die Tiermenschen schnell näher kamen, mussten sie sich dem unausweichlichen Kampf stellen.
    „Tötet den Chaosabschaum!“ brüllte der selbsternannte Anführer der Verteidiger und stürmte den Angreifern mit einem lauten Kampfgegröl entgegen. Nach kurzem zögern folgten ihm die anderen ausnahmslos mit erhobenen Schwertern.
    In diesem Moment schoss Aurik den ersten Pfeil auf die anstürmende Horde und traf einen Tiermenschen in die Brust. Das Ungetüm ließ sich davon jedoch nicht aufhalten und stürmte weiter auf die Menschen zu. Der zweite Pfeil traf den Kopf des Wesens und ließ es zu Boden gehen. Einige letzte Zuckungen durchliefen den Körper des verendenden Tiermenschen bevor es regungslos liegen blieb. Ein dritter Pfeil traf den Oberschenkel eines Angreifers und verlangsamte ihn.
    Die Horde erreichte die Söldner, die nun um ihr Leben kämpfen mussten. Der Ansturm brandete gegen die Linie der Verteidiger und es brach ein blutiges Gemetzel aus.
    Aurik ließ den Bogen zu Boden fallen, zog sein Schwert Khaibit lautlos aus der Scheide und stürmte in das Kampfgeschehen. Die beiden Kaufmannssöhne standen immer noch wie angewurzelt da und betrachteten das Gemetzel, unfähig auch nur eine Wimper zu zucken.
    Die Söldner erschlugen zwei Kontrahenten mit ihren Schwertern, bevor sie von der Überzahl der Angreifer immer weiter zurückgedrängt wurden.
    In diesem Moment erreichte Aurik das Kampfgeschehen und trennte bei seinem ersten Schwertzug einem Tiermenschen den Arm ab und duckte sich unter einem nahenden Axthieb hinweg, der ihm ansonsten den Kopf gekostet hätte. Dann bohrte er dem Besitzer der Axt sein Schwert in den Bauch und zog es mit einer Drehung wieder hinaus. Die Eingeweide fielen zu Boden und schwarzes Blut quoll aus der Wunde, ehe das hirschköpfige Wesen tot zu Boden fiel. Der Gestank der Tiermenschen stieg ihm in die Nase und er musste den Drang auszuspeien unterdrücken.
    Aurik sprang einen Schritt zurück und parierte einen Schwerthieb mit seiner Klinge, wirbelte herum und schlug dem Angreifer den Kopf ab. Im letzten Moment sah er ein weiteres Schwert das in seine Richtung geschwungen wurde und er wich zurück. Die Klinge verfehlte ihn nur knapp. Blitzschnell holte er Schwung und sprang dem Angreifer mit der Schwertspitze voran entgegen. Khaibit durchbohrte den Hals des Chaoswesens mühelos und Blut spritze in Auriks Gesicht. Die Bestie ging gurgelnd zu Boden. Es versuchte die Blutung zu stillen indem es seine Pranken auf die Wunde presste, schaffte es aber nicht und verendete.
    Aurik sah sich kurz um und bemerkte, dass nur noch zwei der ehemals sechs Söldner auf den Beinen standen und kämpften. Beide standen Rücken an Rücken und versuchten sich vor den Angreifern die sie umringten zu verteidigen. Sie wurden von drei Tiermenschen bedrängt und würden, wie es schien, den Kampf in Kürze verlieren. Aurik zog seinen Dolch, warf ihn auf eines der Monster und traf mitten ins Herz. Das Ungetüm ging zu Boden und die beiden Söldner fassten daraufhin neuen Mut. Sie hackten nun auf die Verbleibenden zwei Gegner ein. Einer der beiden stürmte vor und rammte einem Tiermenschen das Schwert in den Bauch, jedoch verlor er dabei selbst sein Leben, denn die Bestie zog im letzten Augenblick das eigene Schwert vor und der Söldner rannte direkt in die Klinge. Monster und Mensch gingen leblos zu Boden und eine schwarz-rote Blutlache bildete sich um ihre Leichen.
    Nun waren noch drei Angreifer übrig, zwei davon waren im Begriff die beiden Kaufmannssöhne zu attackieren, die immer noch unter Schock standen. Aurik sprang im letzten Moment dazwischen, schlug im Sprung die Waffenhand eines Angreifers ab und trennte im Rückschlag den Kopf vom Hals des Armlosen.
    Die verbliebenen zwei Chaosbestien ergriffen nun panisch die Flucht, da sie ihre Kampfeslust und ihren Mut verloren.
    Aurik schaute ihnen nach und als beide außer Sichtweite waren, wischte er sein blutverschmiertes Schwert an seinem schwarzen Umhang ab und steckte es zurück in die Scheide. Dann zog er den Dolch aus dem Herzen des toten Tiermenschen und holte den zurückgelassenen Bogen aus dem Gebüsch, ehe er zu den Überlebenden schritt.
    „Sigmar sei Dank dass Ihr uns gerettet habt! Ohne euch hätten uns die Tiermenschen getötet!“ bedankte sich der letzte lebende Söldner, der einige leichte Wunden abbekommen hatte und leicht hinkte. „Mein Name ist Sven Björnsen und ich arbeite seit vielen Jahren für die Familie Faeller.“
    „Ich habe nur meine Pflicht erfüllt und Herrn Faeller beschützt, wie mir aufgetragen wurde“, entgegnete Aurik kalt. „Ich schlage vor dass wir nun zum Anwesen zurückkehren, bevor die Tiermenschen mit Verstärkung zurückkommen.“
    „Ich denke das ist eine gute Idee. Die Jungen Herren haben wohl genug Aufregung für einen Tag gehabt“, pflichtete Sven ihm bei. „Aber sagt, wie ist Euer Name Fremder?“
    „Aurik Kuanor.“
    Mit diesen Worten machte sich die dezimierte Gruppe auf den Heimweg nach Reikdorf. Die Leichen der gefallen Söldner würden sie später abholen, falls diese dann noch da waren.

    Die Wahrheit wird oft in einer Sprache gesprochen, die wir nicht verstehen können. Daran zu scheitern sie zu verstehen ist noch lang keine Entschuldigung sie als falsch anzusehen.

    Edited once, last by StarRaptor (March 14, 2007 at 4:16 PM).

  • zu schlecht oder wieso gibt es hier keine kommentare? ?(

    Die Wahrheit wird oft in einer Sprache gesprochen, die wir nicht verstehen können. Daran zu scheitern sie zu verstehen ist noch lang keine Entschuldigung sie als falsch anzusehen.

  • danke erstmal fürs lob, ich bin mir aktuell noch nicht sicher wie ich das weiter anpacken soll.
    entweder mach ich einige kurzgeschichten oder ich mach was umfangreicheres. muss ich mir die tage überlegen. hab montag meinen letzten diensttag als zivi und dann erstmal viel zeit für sowas.

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