Bei der ganzen Diskussion sollte man mMn eine scharfe Grenze zwischen "Religion / Glaube" (das Prinzip), "Kirche" (die Institution) und "Gläubige" (die Ausübenden) ziehen. (Beispiel Kreuzzüge: Das hat 0 mit dem Glauben zu tun sondern nur mit der Kirche und ihren Obersten)
Ich bin streng nichtgläubig, trotzdem habe ich größten Respekt vor Leuten die aus ihrem Glauben Kraft ziehen und damit positives anstellen, das sie anders nicht geschafft hätten. Sprich das Prinzip ist gut und moralisch unanfechtbar. Glaube ist ja im Endeffekt dazu da (oder es sollte zumindest so sein) dem Mensch Rückhalt und Kraft zu geben.
Was die Kirche an sich so treibt - naja. Es braucht - vor allem in Deutschland - eine sehr starke Entflechtung von Kirche und Staat (siehe Diskussion zur gleichgeschlechtlichen Ehe, wie da immer noch so ein eklatanter Verstoß gegen das Grundgesetz erlaubt sein kann mir schleierhaft, die eigene Freiheit hört da auf, wo die Rechte des Anderen anfangen, das sollte eigentlich auch für die Kirche gelten), eine Anpassung an die "moderne" Gesellschaft (kein Sex vor der Ehe? Really?), wobei das so ne Sache ist - die Regeln sind ja bekannt und man wird nicht gezwungem dem Verein beizutreten (more or less - bei der Taufe entscheiden die Eltern für einen aber lassen wir das mal unter den Tisch fallen). Ich will das ganze nicht verteidigen, aber das ist mal ein anderer Standpunkt.
Bei den Gläubigen: Es gibt immer und überall schwarze Schafe, das ist klar. Das bei der (katholischen) Kirche jetzt ein paar sehr grobe Fälle aufgetreten sind ist schade, aber das rechtfertigt imho nicht die Aussage "alle Pfarrer etc sind böse". Siehe erster Abschnitt, es gibt so viele Individuen, die nur durch ihren Glauben ganz erstaunliches vollbracht haben. Es sollten nur diese ganzen "ich gehe in die Kirche weil wir das immer schon so gemacht haben" und "ich glaube alle Aussagen aus der Bibel Wort für Wort"-Christen austreten oder whatever.
Fazit: Prinzip ist gut, Ausführung ist meh, Hauptproblem ist die Traditionstreue, die für eine so lebensnahe Institution einfach überhaupt nicht angebracht ist (Wie gesagt, im Endeffekt soll der Glauben und damit auch die Kirche einen "Leitfaden" fürs Leben vermitteln, und zwar für das jetzige Leben und nicht eins von vor 300 Jahren)
Ich muss dir in einigen Teilen widersprechen. Erstmal unterstuetze ich deine Teilung von Glauben und Religion. Ich bin aber gegen deine Aussage "Es gibt halt ein paar schwarze Schaafe in der Religion." Was ich bisher ueber Religion etc (und das ist nicht wenig) gelernt habe, wuerde ich eher zum Schluss kommen "Es gibt halt ein paar wenige gute Menschen in der Religion." (und nennt da jetzt bitte nicht Mutter Theresa) Nochmals: Nichts gegen einen persoenlichen Glauben. Das ist toll, soll jeder machen wie er will. Aber organisierte Religion ist alleine vom Prinzip her boese. Warum? Dogmas, Androhung von Hoelle etc., gezwungen, Gott als ultimative Antwort zu sehen, Abgrenzung von anderen religiösen und nichtreligiösen Gruppen, etc. etc. Es gibt nicht ein paar schwarze SChafe in der Religion, sondern die Prinzipien der Religion sind Schuld an den schwarzen Schafen. Letztendes geht es einfach nur um Macht für einige wenige wie den Papst.
Wenn organisierte Religion abgeschafft werden würde, und nur der persönliche Glaube überleben würde, wären wir glaube ich alle besser dran.
