So ich habe jetzt den Anfang des 2. Teils von Sturmfeuerzeug fertig, ich schreibe immer noch dran. Aber merkt euch ich SCHREIBE noch dran und habe es nicht auf Eis gelegt ![]()
Wichtig! Alle die den 1. Teil noch nicht gelesen haben, sollten das tun da ihr sonst die Handlung nicht verstehen würdet, den 1. Teil findet ihr in diesem Forum unter "Sturmfeuerzeug". Link zu Teil 1
Sturmfeuerzeug 2
Durch die Wüste wankte eine schlappe Gestalt, schwach und ausgemergelt. Sie wirkte eher wie ein Toter der ohne Rast durch die Gegend zog, auf der Suche nach etwas an dem er sich rächen konnte, so finster und versteinert war sein Blick. Der Wind verwehte seine Fußspuren im Sand, als ob die Gestalt selbst seine Vergangenheit verwischen wollte. Die Sonne knallte auf den Wanderer herab, und kleideten den fast Toten in eine Welle von Hitze. Der umherirrende Sand kroch Bilvor wieder in die Kleidung und trangsalierte ihn mit kleinen Nadelstichen, doch er war einfach zu schwach um sich zu kratzen. Mit rissigen Lippen, schwachen Gliedern und einem leeren Magen quälte er sich ab, einen Schritt nach dem anderen zutun. Seine Füße fühlten sich taub und wund an. Doch am schlimmsten war dieser Durst, jede Sekunde drehten sich seine Gedanken um das köstlich, kühle, erfrischende und leben spendende Nass. Der Anblick des Soldaten war jämmerlich, seine Stiefel abgelaufen, zerrissene Kleidung die nach Schweiß stank, sein Gesicht fahl, ausgemergelt und müde. Der Milizsoldat hatte sein Gewehr schon lange weg geworfen, da es ihm mit der Zeit einfach zu schwer wurde, das einzige was er noch bei sich hatte, war seine Gasmaske die langsam aber sicher den Geist aufgab, da er einfach nicht die Zeit gefunden hatte den Filter zu säubern geschweige denn auszutauschen. Ein Messer und eine fast leere Wasserflasche, deren Inhalt bei jedem Schritt hin und her schwappte und dem fast verdurstenden den Verstand raubte, da er mit jedem quälendem Schritt daran erinnert wurde das er noch ein oder zwei köstliche Züge Wasser an seiner Seite trug, die er aber nicht trinken durfte da er sonst hier in dieser Wüste verdursten würde. Bilvor hatte nicht einmal die Kraft seinen Kopf zu heben, er blickte nur auf seine Füße, die sich wie automatisch von alleine bewegten. Nur ab und zu schielte er nach vorne um zu schauen ob ihm irgendein Fels im weg stand. Aber in dieser Wüste war so gut wie nichts was seinen Marsch behindern könnte, großen Felsformationen, mal hier oder da ein verdorrter Strauch und Sand, Sand, Sand soweit das Auge blicken konnte.
Nicht einmal Schlaf wollte sich der Geschundene gönnen.
Nachdem er vom Berg indem der Monolith gebannt war, in das Lager hinab geschritten war, hatte er erst das wahre Ausmaß der Verwüstung gesehen. Die Soldaten waren nicht einfach nur Schlamm gewesen wie die Space Marines, nein ihre Haut wurde förmlich weg geblasen, überall lagen nur blutige Skelette mit vereinzelten Hautfetzen auf dem Boden. Ein paar wenige hatten das Glück und wurden mit scharfen Gegenständen erschlagen. Bilvor versuchte sich erst gar nicht vorzustellen was für eine unerträgliche Qual es sein musste, wenn eine Gauskanone einem die Haut vom Leibe riss, so unglaublich heiß, so unglaublich qualvoll, wie der Sand der weg gewehte wurde, so stellte sich Bilvor vor, wurde einem die Haut vom Leibe gerissen. Man konnte nur noch Schädel mit weit geöffneten Mündern sehen, worüber Bilvor froh war denn er wollte um nichts in der Welt diese Angsterfüllten Augen der Toten sehen. Ihm wahr sowieso nicht mehr nach Tot den er in den letzten paar Tagen viel zu oft gesehen hatte. Dieser Planet war seiner Meinung nach nur noch ein riesiges Grab, und er der Totengräber. Er war derjenige der Macratus zu diesem Berg geführt hatte, jedes Mal wenn er daran dachte überkam ihn ein starkes Gefühl der Schuld und der Scham. Gefolgt von einem dumpfen Schwall von Gleichgültigkeit alles und jedem gegenüber auch sich selbst, ihm war egal was mit ihm passierte, was mit der Welt oder gar dem Imperator geschehen würde. Sollten sie doch alle in den Warp fahren, Bilvor war es egal. Auch wenn er am liebsten hier und jetzt in der heißen Wüste von Armageddon gestorben wäre, hielt ihn irgendetwas am Leben.
Nach einiger Zeit kam der Soldat an einem großen Felsen vorbei, und setze sich in den Schatten. Seine Erschöpfung war übermächtig, so dass er kaum noch in der Lage war zu denken. Mit weit aufgerissenen Augen zwang er sich wach zu bleiben, und hoffte dass er schnell wieder Kraft gewinnen könnte um weiter zu gehen. Es dauerte keine Minute und dem Soldaten fielen die Augen zu und er versank in einen traumlosen, unerholsamen Schlaf. Als er wieder erwachte, war es bereits Nacht, es war empfindlich kalt und sein Rücken schmerzte von der unbequemen Haltung. Der Durst den Bilvor verspürte war unerträglich, seine Kehle war wund, ausgedörrt und schreite nach Wasser. Ohne darüber nach zu denken, setze er seine Flasche an und trank die letzten beiden köstlichen Züge Wasser aus. Sein Mund war so ausgetrocknet das er das Wasser regelrecht aufsog, und sofort mit Galle vermischte um dickflüssig seinen Rachen hinunter zu rutschen.
Endlose Minuten saß der Soldat an dem rauen Felsen und starrte in die dunkle Wüste, ohne auch nur einen Gedanken zu denken, saß er da und starrte Löcher in die Luft. Irgendwann kam ihm die Worte „Muss weiter laufen“ in den Sinn. Umständlich und müde stemmte er sich in die Höhe und lief weiter. Er schleppte sich erschöpft durch die Wüste, bis ihm nach einigen Stunden die Blase drückte. Mit einem Blick auf die Wasserflasche entschloss er sich, das wenige Wasser was er noch hatte zu benutzen. Auch wenn es kindisch war, blickte er sich doch in der komplett leeren Wüste von Armageddon um, ob ihm nicht jemand zuschaute. Nachdem er seine Flasche mit seinem körpereigenem Wasser aufgefüllt hatte, setze er seinen Weg fort. Er ekelte sich jetzt schon davor aus dieser Flasche zu trinken, aber er würde dadurch nicht so schnell verdursten.
Er wanderte bis zum Morgengrauen durch die lebensfeindliche Umgebung von Armageddon, bis er vor Schreck stehen blieb. Die letzten 4 Tage hatte der Milizsoldat nichts anderes gesehen außer Felsen und Sand, er hatte vollkommen vergessen das es noch etwas anderes auf diesem Planeten gab. Doch jetzt keimte Hoffnung ihn ihm auf, ein kurzes Lachen entsprang seiner Kehle, das sich zu einem befreiendem Gelächter entwickelte. Es war ein beflügelndes Gefühl, da er gedacht hatte er würde in seinem Leben nie wieder lachen können, doch jetzt wo er einmal damit angefangen hatte, konnte er kaum noch damit aufhören. Der geschundene Soldat war so überwältigt von dem Anblick das er schlagartig all seine Leiden vergaß und seinen Marsch mit neuer Energie fortsetze.
Am Firmament schälten sich die Silhouetten einer Stadt empor, eine rettende Stadt, eine göttliche Stadt, mit Menschen, Essen und Wasser! Eine Oase aus Stahl, Beton und Asphalt! Ein Habitat mit allen nur erdenklichen Vorzügen wie einer Möglichkeit sich zu waschen, ja vielleicht sogar angenehm zu schlafen! Ein Ort an dem ihn nicht der heiße Wind der Wüste um die Ohren wehte, keine ungeschützten Nächte mehr unter freiem Himmel, kein ihn ewig kratzender Sand mehr unter seiner Kleidung. Die Tage der Entbehrung waren gezählt!
Doch seine Vorfreude verklang schnell, als Bilvor sich der Stadt immer weiter näherte. Von weitem konnte er schon erkennen das die prächtigen Gebäude, die Meter hoch in den Himmel ragen müssten, nur noch in sich zusammen gefallene Gerippe waren. Dort wo Leben hätte sein müssen, würde er nur noch Tod finden. Die Straßen in denen lachende Menschen zu finden sein müssten, sind nun stumm und leer. In der Oase wo er hoffte endlich Frieden zu finden, würde nur ein weiteres Monument seiner Fehler finden. Wie eine klaffende Wunde stand dort eine zerstörte Imperiale Stadt, zerstört durch seine Untaten, zerstört durch die Necrons! Ein Hass auf diese Xenos entbrannte ihn ihm, der heißer war als die Sonne von Armageddon es jemals hätte sein könnte. Dieser Hass galt den Necrons, die ihn in diese Lage gebracht hatten, wie auch dem Gaukler der ihn für seine perversen Spiele benutze.