Die Fliegenden Inseln

  • Die Fliegenden Inseln


    Riesigen Dank an F.F. reality tuned für das großartige Bild!


    Kapitel 1

    Fünf Jahre war es nun schon her, seit der Krieg begonnen hatte. Es war immer noch schwer für ihn, über die Ereignisse zu reden, an die Ereignisse zu denken. Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden.... Es war falsch. Die tiefen Wunden blieben.
    Damals, er war 12, hatte er seine ganze Familie verloren. Vater, Mutter, Großeltern.... Eine halbes Dutzend Soldaten fiel abends über ihr Dorf her. Bei den ersten Schüssen fuhr er aus dem Bett und rannte sofort auf den Flur. Sein Vater stürmte gerade aus dem Schlafzimmer, als er ihn sah: „Kairos...“ flüsterte er. Die Tür flog aus ihren Angeln. Ein Trupp Soldaten stürmte herein. Sie sahen aus wie Teufel, ganz in schwarz gehüllt, nur ihre Nachtsichtgeräte leuchteten in einem dunklen rot. Als sein Vater sie sah, rief er nur: „Lauf Kairos, lauf so schnell du kannst!“ Und Kairos lief... Er hörte, wie Schüsse fielen und seine Mutter schrie. Doch er lief einfach weiter... Er rannte durch den Garten, über die Straße, durch den Bach und das Maisfeld. Aber die Schreie seiner Mutter gingen ihm nicht mehr aus dem Kopf, sie hatten sich wie eine Brandmarke eingebrannt. Seine Arme waren zerkratzt vom Mais, seine Füße blutig von den spitzen Steinen. Doch er konnte nicht aufhören zu laufen, er konnte nicht aufhören, an seine Familie zu denken.


    Eine Träne rollte ihm über die Wange, als er auf dem Baum saß und die Ereignisse vor seinem geistigen Auge abliefen ließ. Der Baum hatte keine Blätter. Er hatte noch nicht einmal Blätter daran gesehen, seit den fünf Jahren, die er nun schon hier war. Er war auf Onkel Bens Insel. Außer dem Baum, dem Brunnen, Bens Hütte mit dem Feld davor und dem Leuchtturm gab es dort nicht viel. Er sprang vom Baum herab und setzte sich an den Rand der Insel.


    Nach dem Tod seiner Familie lief er, soweit ihn seine Füße trugen, bis er schließlich vor Erschöpfung zusammenbrach. Als er wieder zu sich kam, lag er in einem Bett, Arme und Füße verbunden. Er setzte sich auf und sah sich um. Der Raum war voll von Büchern, die sich in Regalen stapelten und zu kleinen Türmen aufschichteten. Er stand auf, und sofort erinnerten ihn der Schmerz seiner Füße an das, was er durchgemacht hatte. Langsam ging er über den hölzernen Boden, vorsichtig, damit er keinen Turm und kein Regal umschmiss. Er trat aus der Hütte. Ab einem Umkreis von 25 Metern gab es keinen Boden mehr. Langsam ging er auf den Rand zu, und blickte hinab. Er konnte nicht glauben, was er sah: Sie flogen. Höher, als er je mit einem Flugzeug geflogen war. Sie waren so hoch, dass er nur noch die Farben des Bodens sah, keine Einzelheiten mehr. Nur noch das Grün der Wälder und Wiesen, das Grau der Städte, das Blau der Meere... und das Rot. Das Rot, das langsam das Grün und das Grau verschlang, das sich wie ein Feuer ausbreitete.
    „Na, wieder auf den Beinen?“ Er drehte sich um und sah einen Mann auf sich zugehen, ungefähr im Alter seines Vaters, mit braunem, kurzem Haar und blauen Augen. Der Mann streckte ihm lächelnd die Hand entgegen: „Hallo. Ich bin Ben.“ Kairos sah ihn an, immer noch etwas verwirrt davon, dass sie flogen. „Du wirst dich wohl oder übel an mich gewöhnen müssen, denn wir beiden sind die einzigen auf dieser fliegenden Insel.“ sagte Ben grinsend. Obwohl er Ben nicht kannte, war er ihm sofort sympathisch. „Hallo, ich bin Kairos.“ antwortete er und schüttelte Ben die Hand. „Warum fliegen wir? Wo sind wir? Wohin fliegen wir? Gibt es noch andere Inseln?“ fragte Kairos. „Fragen über Fragen, kleiner Mann... Ich weiß es nicht. Aber nachdem ich dich gefunden und verarztet hatte, ging ich Schlafen. Als ich aufgewacht bin, waren wir bereits in der Luft. Ich verstehe auch nicht, wie wir fliegen können. Eigentlich ist es unmöglich...“ Ben zuckte mit den Schultern.

    Heute war Kairos immer noch nicht viel schlauer. Aber immerhin wusste er, dass es noch andere Inseln gab. Jeden Mittwoch flogen sie beispielsweise am Marktplatz vorbei. Der Marktplatz war eine große Insel, weit größer als Bens, bebaut mit eckigen, flachen Häusern. Sie erinnerten ihn jedes Mal an die arabischen Städte, ebenso wie die Händler in der Stadt. Morgen würde der Marktplatz wieder vorbeikommen, dann würden Ben und Kairos das Seil anhängen und einen Tag mitfliegen. Er stand auf, klopfte sich den Staub vom dunkelbraunen Gewand und ging in die Hütte. Es war eine kleine Holzhütte, die schon einige Jahre auf dem Buckel hatte, dieselbe, in der er damals aufgewacht war. Die Farbe war schon fast ganz abgeblättert, nur einige blaue Stellen erinnerten an ihre Glanzzeit. Er öffnete die Tür und trat ein. Im Licht der Öllampen schienen Kairos dunkelbraune, fast schwarze Augen und seine gleichfarbigen, leicht gelockten Haare wieder. Ben saß wie immer in seinem alten Sessel, die runde Brille auf der Nase, Falten in der Stirn und in ein Buch vertieft. „Was ließt du dieses Mal, Ben?“ fragte Kairos. „Don Quijote“ antwortete er, ohne seine alten Augen von dem Buch abzuwenden. Da Kairos wusste, dass Ben es nicht mochte, beim Lesen gestört zu werden, wollte er auch nicht weiter mit ihm reden. „Ich geh schlafen, Ben. Gute Nacht“, sagte Kairos und legte sich in sein Bett.


    Kapitel 2


    Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster der Holzhütte. Sie klommen an Kairos Füßen empor, die über das Bett hinausragten, wanderten über die Bettdecke, stiegen an Kairos Kinn hinauf und krochen über seine Lippen und seine Nase hin zu den Augen. Kairos rollte sich auf die Seite, blinzelte verschlafen und rieb sich die Müdigkeit aus den Augen. Er setzte sich auf und blickte aus dem Fenster. „Verdammt, schon so spät?!“ Der Martkplatz tauchte bereits hinter den Wolken auf. Nachdem er sich angezogen hatte, ging er nach draußen. Ben saß in seinem Schaukelstuhl vor der Hütte, wie immer vertieft in ein Buch. Kairos meinte, auf dem Einband „Old Henry “ zu erkennen können. „Wird wohl noch etwas dauern, bis wir anlegen können“ dachte Kairos und schlenderte zum See. Na ja, eigentlich war es mehr ein Tümpel, als ein See, umgeben von grünem Schilf und saftigem Gras. Ein kleiner Steg führte etwa bis zur Mitte, wo eine Kurbel angebracht war, um das Wasser mit einem Kübel leichter heraufschöpfen zu können. Da es in diesen Höhen sehr oft regnete, führte der See immer genug Wasser für die Bewässerung des Feldes und zum Trinken. Er ging den Steg entlang, der unter seinem Gewicht knarzte und ächzte. Vornübergebeugt betrachtete er sein Spiegelbild im Wasser. „Du siehst aus wie dein Vater, Kairos. Du hast seine dunkelbraunen Augen, sein gewelltes Haar, seine Nase, seinen Mund....“ hatte seine Mutter am Abend gesagt, als sie ihn am Abend vor dem Überfall ins Bett gebracht hatte. Eine Träne rollte ihm über die Wange. An seinem Kinn schien sie stehen zu bleiben, als ob sie zögerte, hinab in das kalte Wasser zu springen. Doch dann ließ sie von Kairos Kinn los, und fiel, fiel in das Wasser des Sees. Kleine Kreise aus Wellen breiteten sich aus und verwischten Kairos Gesicht.

    „Hilfst du mir mal, Kairos?“ hörte er Ben vom anderen Ende der Insel rufen. „Komme schon!“ rief Kairos, wischte sich die Tränenspur aus dem Gesicht und drehte sich um. Vor der Insel wartete der Marktplatz schon, begierig auf alle neuen Besucher. Kleine, eckige, flache Häuser, weiß wie der Sand aus dem sie erbaut waren, türmten sich vor Kairos auf. Sie drängten sich aneinander, als ob die um jedem Meter Platz kämpfen würden. Nur die Menschenmengen auf den Straßen schienen sie nicht zu verschlucken. Die Menschen drängelten sich aneinander vorbei, vorbei an den einfachen Ständen der Händler, vorbei an dem Obst, den Stoffen, den Gewürzen, die angeboten wurden. Weißer Sand rieselte von der Insel in die Tiefe, als Kairos den Marktplatz betrat. Seine Schuhe sanken leicht ein, als er Fuß auf ihn setzte. „Bis später Ben!“ rief Kairos nur und ging die Straße entlang. Dort tummelten sich alle Arten von Menschen, emsig ihren Beschäftigungen nachgehend: Manche trugen Krüge voll Wasser auf ihren Köpfen, andere hatten Teppiche von den Händlern unter den Armen, wieder andere standen in Gruppen zusammen und schimpften über die spielenden Kinder, die ihrer Meinung nach schon wieder viel zu laut waren.


    Kairos schlenderte durch die verwinkelten Gassen, schlängelte sich vorbei an den Menschentrauben und wies jedes Angebot der Händler mit einem höflichen Kopfschütteln zurück, denn er wollte so schnell wie möglich zum Hafen. Dort ankerten alle Inseln, alle Luftschiffe und alles, was sonst noch fliegen konnte, egal ob es Flügel hatte oder einfach so flog, wie die Inseln. Doch neben all den bizarren Luftschiffen, fiel Kairos sofort eines ins Auge: Es sah aus wie ein Zeppelin, dessen Außenwand wie mit Fischschuppen überzogen war, die in allen Farben des Regenbogens glitzerten und funkelten. Es hatte die Form eines länglichen Eis, an dessen Unterseite eine Kabine befestigt war. Das Luftschiff war an einem der hölzernen Stege festgebunden, die über die eigentliche Insel hinausragten und mit allerlei Querbalken gesichert waren - für Kairos glich es einem Wunder, dass das teilweise morsche Holz noch hielt – auf dem sich mehrere Personen befanden. Ihrem Äußeren nach zu urteilen, gehörten sie eindeutig zu dem Schiff, denn sie waren nicht weniger farbenfroh gekleidet als die Außenwand des Schiffes. Kairos ging auf sie zu. „Ist das euer Schiff?“ fragte er. Einer der Gaukler – Kairos vermutete zumindest, dass es Gaukler waren – drehte sich zu ihm um. Ein hellblaues Augenpaar, das in einem jungen, faltenlosen Gesicht saß, musterte Kairos schnell und gründlich, ebenso wie er sein Gegenüber. Unter seinem rechten Auge konnte Kairos eine dünne, langgezogene Narbe erkennen. Er trug ein himmelblaues, ärmelloses Hemd, dessen obere Knöpfe offen waren und eine kurze Hose, die von einem Gürtel gehalten wurde. Doch das besondere an ihm war nicht sein Hemd oder sein Gesicht, sondern das gelb-orange Tuch, das er sich einige Male um seinen Hals und dann quer über den Kopf, von einem Ohr bis zum anderen, geschlungen hatte. Anfang und Ende flatterten hinter seinem Rücken lose im Wind. Diese Musterung fand innerhalb von Bruchteilen von Sekunden statt. „Das kommt ganz darauf an, wer das wissen will.“ antwortete Kairos Gegenüber mit einem schiefen Grinsen. Von ihm ging eine Aura von Heiterkeit und Optimismus aus, die ihm Kairos sofort sympathisch machte. „Ich will das wissen.“ entgegne Kairos, ebenfalls grinsend. „Du willst das wissen?“ der Gaukler zog eine Braue hoch. „Das ist mein Schiff. Ich bin Faabris. Käpten Faabris.“ Er streckte ihm die Hand entgegen. Kairos schüttelte sie. „Mein Name ist Kairos. Bist du nicht ein bisschen zu...“ Einer der anderen Gaukler drehte sich lachend zu ihnen um. „Glaub ihm kein Wort, Junge. Er ist nur ein ganz normaler Passagier, der ein bisschen zu oft zu Scherzen aufgelegt ist. Das Schiff gehört Jim. Er ist ein reisender Erzähler und war so freundlich, uns ein Stück mitzunehmen.“ „Und wo ist Jim jetzt?“ „Der wird wohl grad' 'ne Geschichte erzählen. Irgendwo, wo viele Leute sind. Solltest es dir wirklich anhören, er macht das richtig gut. Und wenn ich dir gleich noch was empfehlen kann: Wenn es dunkel wird, werden wir eine kleine Show aufführen, in der Mitte der Insel. Lohnt sich wirklich!“ zwinkerte Faabris ihm zu. „Na dann.... Vielen Dank für den Tipp, Käpten Faabris.“ antwortete Kairos. Faabris lachte. Kairos machte kehrt und ging. „Wo würde ich wohl hingehen, wenn ich eine Geschichte erzählen würde?“ dachte er.


    Der Anfang is imo immer das schwierigste ^^

    So, die erste Hälfte von Kapitel 2. Ich brauch immer etwas länger zum Schreiben, weil ich auch nur dann schreibe, wenn ich in der richtigen Stimmung dafür bin, und das is eben nich so oft der Fall ^^

    Hoffe euch gefällts, werd demnächst dran weiterschreiben, bis jetzt isses ja noch total langweilig. Kritik, Verbesserungsvorschläge sind natürlich gerne gesehen, entweder hier im Forum oder (für die unregistrierten Mitleser) auch per ICQ (345-305-583) oder Xfire (boogiehawk).


    Kapitel 2 in Arbeit =)

  • Anfang finde ich schon mal spannend. Macht jedenfalls Lust auf mehr :D

    No one needs a smile as much as a person who fails to give one -- unknown

    Sind wir nicht alle ein bisschen Sega!

  • Scheint ein sehr netter Stoff für ein Jugend oder Kinderbuch zu sein

    Damals im japanischen Spät-Mittelalter (1603) wurden Holzschnitte mit surrealem pornographischen Inhalt verbreitet. Wir "Tentakel-Liebhaber" sind Förderer einer alten annerkannten Kunst, zudem verbindet der "Tentakel-Hentai" auch 2 Vorteile: 1) Gangbang ohne close-ups auf Männerärsche 2) Bukkake! Wir sind nur "kunsthistorisch anspruchsvolle Pornoliebhaber"

  • wären da nicht die soldaten die die familio von kairos niedermachen :P

    Ich hab mal ein Jugendbuch gelesen "Gefangen in New York", da haben sich ständig die Schwarzen im Ghetto erschossen, und das wurde da auch explizit beschrieben. Hier in dem Text, wurde es nur angerissen und net ins Detail gegangen von daher wäre es auch für n Jugendbuch geeignet.

    Damals im japanischen Spät-Mittelalter (1603) wurden Holzschnitte mit surrealem pornographischen Inhalt verbreitet. Wir "Tentakel-Liebhaber" sind Förderer einer alten annerkannten Kunst, zudem verbindet der "Tentakel-Hentai" auch 2 Vorteile: 1) Gangbang ohne close-ups auf Männerärsche 2) Bukkake! Wir sind nur "kunsthistorisch anspruchsvolle Pornoliebhaber"

  • Ist auf jedenfall schon mal spannend was du daraus stricken willst, go ahead
    ach ja lass mal irgendein Grammatik Programm drüber sehen, da war irgendwo ein Fehler der sogar mir aufgefallen ist, jetzt nicht falsch verstehen ich mein nur ist dann vielleicht auch für dich einfacher in Word oder so zuschreiben und rein zu kopieren

    Jugendbuch auf alle Fälle, als ich den 3. Teil von Eragon gesucht habe, wurde ich in die Jugendbücher Abteilung geschickt :facepalm: und ich muss sagen da war bei mir noch was anderes gestanden als ich das letzte mal dort war, is a schon eine gute Zeit her bei mir

  • schön, dass wieder einmal jemand schreibt, und von Niner kann man ja nur gutes erwarten :)

    ich hoffe ihr könnt euch noch erinnern, dass ich meine kritik immer so gnadenlos übe, und dass das nicht heißt, dass mir die geschichte nicht gefällt; ich finde die gut.

  • Ja man könnte das als Holzhammer-Methode bezeichnen wie du das machst ;) , aber ehrlich gesagt hat ein jeder Autor Kontrollleser, ich würde dich verpflichten.
    Der Autor ist ja mehr für die Kreativen Inhalte zuständig

  • danke fürs Feedback erstmal ^^

    und danke auch für die Rechtschreibfehler sCyh, werds versuchen, nächstes Mal besser zu machen ^^


    Bin mir atm noch net ganz sicher, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, hab da n paar Ideen im Kopf, aber manche von denen sind evtl. zu kitschig etc., kann also n bisschen dauern, bis da was kommt ^^

  • mal ganz ehrlich^^ wenn juckts das da ein Tempusfehler drin steckt oder sowas dergleichen, schön das du dir die mühe machst, aber ich kann mir vorstellen das es den meisten egal ist :P Ansonsten frei nach dem motto: Wer rechtschreibfehler findet darf sie essen, ich denke da wird man satt :D

    liberate vosmet

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