Malik trank mit Hartmann und Icarael einen hochprozentigen, selbst Gebrannten des Leutnants. Zumindest dafür, war das faule Gesocks auf diesem gottverfluchtem Planeten zu gebrauchen. Es fühlte sich gut an auf die erfolgreiche Arbeit anzustoßen, es erinnerte ihn daran, als er noch ein kleiner Akolyth unter seinem Lehrer war. Brennend lief der Klare die Kehle hnab, als sie die blecherne Stimme von Hartmanns Gefolgsmann hörten: "Es ist soweit."
Sein Glas auf dem Radkasten einer Chimäre abstellend blickte er die Straße hinab. Der Donner über ihm grollte bedrohlich, als er versuchte in der Dunkelheit etwas auszumachen. Dann zeriss der Blitz das Pflaster unterhalb des Hangs. Ein unheilvoller Schatten zog sich von dort unten bis zu ihnen herauf und verschwand so schnell wie der Blitz. Ohne Donnern schlugen zwei weitere Blitze in den Boden, diesmal etwas weiter den Hang hinauf. Wieder tanzten die Schatten bis vor ihre Füße. Sein Griff glitt unter den Mantel, an den Knauf seines Schwertes, dann hallte eine unwirkliche Stimme von den Wänden aller Häuser wider:
"Ich bin nicht hier um zu kämpfen. Niemand hier wollte den Krieg, nur der Gouverneur. Die Flammen der Geheimnisse brannten erst seine Seele nieder, dann unsere Felder, dann unsere Städte. Niemand wollte den Krieg. Er hat ihn gebracht." Wutentbrannt stampfte Hartmann bis zum Hang: "Schweig, elende Hexe!" Malik sah wie er seinen Dämonenhammer schulterte und er deutete das als ein Zeichen für den baldigen Kampf. Mit einem Schnippen seines Daumens ließ er seine Klinge aus der Scheide schnellen. Doch als er gerade sein Schwert ziehen wollte hörte er die Schritte hinter sich.
Die dicken Regentropfen hämmerten immer wieder auf seinen Kopf, seine Haare hingen klatschnass hinunter und Icaraels Augenbrauen sogen sich allmählich mit dem Nass voll. Er kniff die Augen zusammen, als der Regen immer stärker wurde. Die Principalis hatte sich auf den Weg zur zweiten Prüfung gemacht. Sie passierte erst Malik, dann Hartmann und ging gemächlich den Hang hinab. Die Stimme kam wieder: "Ich bin nicht hier um zu kämpfen, aber...", weiter kam die Stimme nicht, da Sofia ihre Plasmapistole erhoben hatte und feuerte. Er rannte zum Rand des Hanges, um einen besseren Überblick zu haben. Hatte sie getroffen?
Dann schlug der Blitz genau vor ihm ein. Die Pflastersteine wurden zur Seite gerissen und Geröll schoss auf ihn zu. Den kalten Metallarm zum Schutz erhoben, öffnete er die Augen erst nach einigen Sekunden und sein fragender Blick traf auf den gewaltigen Rücken des Kreuzritters: "Sei vorsichtiger, wenn der Arm der letzte Teil sein soll von dem du dich trennen willst." Dankbar nickend sprang er auf und lugte vorsichtig hinter dem Rücken seines Beschützers hervor.
"Verdammt!", brüllte Hartmann über den Hof des Rathauses, als er mit ansehen musste wie die Plasmaentladung nur in eine schwebende Wand aus Pflastersteiinen traf, die sofort wieder zusammenstürzte. Unbeirrt schritt die Principalis vor ihm, weiter den Hang hinab, die Pistole eingesteckt. Ein Blitz schoss auf sie herab und hüllte die stolze Kriegerin in ein Meer aus Licht, als der Blitz kreischend von dem Schutzfeld gegen die nächste Häuserwand geschleudert wurde, wo er einen großen Teil des ersten Stocks herausriss. Er war dankbar für den Regen, da sich so der Staub schneller wieder legte. Endlich hatte das faule Soldatenpack die Scheinwerfer der Chimären auf die Straße gerichtet. Endlich konnte er den Angreifer sehen.
Wie der Gouverneur es gesagt hatte. Die magere, kahle Hexe schwebte über den Boden hinweg. Plötzlich hob sich die Brust der Frau in die Luft und ihr Kopf sank nach hinten, um ihren Körper zuckten kleine Blitze, die Furchen in den steinernen Untergrund trieben. Dann sammelten sich langsam kleine bläuliche Partikel vor ihrer Brust und schmolzen zusammen zu einer großen Kugel aus purer Energie, dann schoss sie auf sie zu. Hartmann sprang gerade noch rechtzeitig zur Seite.
Serina stürmte vor ihm aus dem Rathaus. Sie wandte sich nach links und kurz darauf betrat Laertes den Hof. Der Tumult um ihn herum spielte in diesem Moment keine Rolle, sein Blick suchte und fand sie schlussendlich. Verwirrt saß sie mit dem Rücken zur Wand an der Front des Rathauses, der Regen durchweichte ihre Kleidung, die Hände waren in ihren Haaren vergraben, langsam ging er hinüber. Er wollte ihr alles erklären, sie beruhigen.
Dann sah er im Augenwinkel die Explosion. Der Druck und die Flammen rissen die nahstehende Chimäre in die Luft, als wäre sie nur ein Spielzeug. Stöhnend verbog sich das Metall, als das Fahrzeug über den glatten Boden schlitterte. Er sprintete los, nur noch ein Wenig. Dann sprang er ab.
Sein Herz zersprang fömlich, als er sie so unter sich hocken sah. Sein Blick wurde glasig und er spürte nur noch, wie die Schmerzen seinen Brustkorb zusammenschnürten. Dann schlug das Metall gegen ihn. Keuchend spürte er, wie der Druck gegen seinen Rücken nachließ, als er und die Wand die Maschine stoppen konnten. Nach Luft schnappend hockte er über ihr. Die Arme ausgestreckt gegen die Wand gepresst. Schluchzend sah sie zu ihm hoch, dann schlug sie mit der flachen Hand gegen seine Brust und lehnte sich weinend an ihn. "Lass uns von hier verschwinden.", sagte er leise. Sie sah zu ihm auf: "Was?", fragte sie zögerlich. "Wir brauchen keinen Meister, wir brauchen das alles hier nicht. Lass uns einfach fliehen und leben. Gemeinsam." Aus traurigen Augen starrte sie ihn an: "Du liebst mich nicht von ganzem Herzen, du willst nur die Veränderung.", schluchzend kletterte sie unter dem Wrack hervor und lief davon.
Sie würde das Blut auf ihrer Schulter erst später bemerken. Das verbogene Stahlrohr ragte zu seiner Linken aus seinem Bauch, doch am meisten schmerzte es, dass er ihr nicht folgen und alles erklären konnte.
Malik scherte sich nicht um die Unruhen hinter ihm. Fasziniert blickte er die Straße hinab. Die Principalis schritt immer weiter auf die ketzerische Psionikerin zu. Blitze tobten um sie herum und die Energieentladungen schlugen gegen das Kraftfeld.
Kurz darauf war sie bei ihr. Die ausgestreckte Hand Sofias reckte sich langsam durch die energiegeladene Luft. Immer langsamer wurde ihr Griff. Malik eilte den hang hinab und hörte wie Hartmann ihm folgte. Mit einem letzten Aufflackern, verweigerte das arkane Schutzfeld seinen Dienst und ein unnatürliches Feuer ergriff die beiden, bis sie vollkommen in Flammen standen. Malik erhöhte hektisch sein Schritttempo und musste sein Schwert in den Boden rammen, um auf dem nassen Untergrund neben ihnen anhalten zu können. Dann endete das Feuer abrupt. Ihr Griff hatte die Kehle der Hexe erreicht und drückte fest zu. Malik sah mit an wie die Principalis die Hexe zu sich zog. Das Feuer hatte tiefe, blasenwerfende Risse in die feinen Züge Sofias getrieben, aber es war kein abebben ihrer königlich wirkenden Ruhe zu erkennen. Sie blickte kurz in die, unter Schmerzen hin und her zuckenden, Augen ihres Gegenübers. Gleich würde sie die Hexe richten, davon war Malik überzeugt.
Stattdessen ließ sie die Psionikerin fallen: "Sie ist unschuldig." Malik war schockiert und Hartmann fuhr dazwischen: "Wir können aber keine Hexe frei herumlaufen lassen.", schrie er der Principalis hinterher. "Sie ist registriert.", antwortete diese nur trocken. Hartmann riss der Frau die Bekleidung von der Schulter und legte so die Tätowierung auf ihrer linken Brust frei, die bewies, dass sie imperiales Eigentum war: "Dieser verdammte Mistkerl.", fluchte Hartmann noch über der sich sammelnden, erschöpften Frau hockend, als Malik sich schon daran machte Sofia zu folgen. Diese sprach ihren ersten Befehl aus, seitdem sie die Leitung über die Inquisitoren erhalten hatte: "Bringt mich zum Gouverneur."
OT: endlich das Kapitel geschafft >-<
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