Die Sonne stand hoch, und schien auf den toten Planeten Armageddon. Die stinkende Luft schlich sich leise über den Boden, während er Staub und Asche mit sich herumtrug. Schwerfällig schlurfte Bilvor auf das Feldküchenzelt zu, aus dem angenehmer Duft zu vernehmen war. Er hatte schon lange nichts Warmes mehr gegessen, und so war seine Vorfreude darauf umso größer. Auf den Weg zum Zelt, kamen ihm ein paar Kameraden entgegen, die einen großen Bogen um ihn machten. Bilvor spürte wieder das sie ihn böse ansahen, doch jetzt war sogar eine spur von Furcht in ihren Blicken. Er ließ die Schultern nach unten sacken, „egal was ich jetzt mache, ich bleibe ein Außenseiter!“ dachte Bilvor niedergeschlagen. Was zum Teufel war in letzter Zeit mit ihm los? Der Milizsoldat erinnerte sich zurück, als kleines Kind hatte er manchmal Vorahnungen, aber niemals Visionen. Warum überkamen sie ihn heute? Hier auf Armageddon? Wie konnte es sein, das er es schaffte ohne Training, sie einigermaßen kontrolliert einzusetzen? Bilvor wusste einfach keine Antwort darauf. Als er durch die Plane in das Feldküchezelt ging, wurde der Geruch von warmer Suppe so intensiv, das ihm das Wasser im Munde zusammen lief. Es war warm in dem Zelt, gleich gegenüber dem Eingang war die Essensausgabe. 2 Tische hinter dem der Koch stand, mit einigen Schalen, Löffeln und zwei großen Töpfen voll Suppe. Drei weitere Tische standen in dem Zelt, an dem jeweils 10 Soldaten platz hatten. Die Soldaten unterhielten sich lautstark, etwas was in letzter Zeit selten geworden war. Jeder im Zelt hatte seine Maske abgenommen, was auch mal eine Abwechslung war denn nun konnte man auch den Menschen hinter all der Uniform sehen, für den Milizsoldaten war dies etwas ungewohnt. Bilvor löste die Schnalle an seinem Hinterkopf, der die Maske auf sein Gesicht presste. Mit einem erleichterten Seufzer rutschte ihm die Maske auf den Brustkorb, wo sich bei jedem Schritt gegen seine, unter seiner Uniform liegende Brustpanzerung, schlug. Mit schnellen Schritten ging er zur Essenausgabe, nahm sie eine Schale, einen Löffel und hielt den Koch die Schale erwartungsvoll hin. Dieser schaute ihn skeptisch an, runzelte die Stirn, zuckte dann mit den Achseln und gab ihm eine Kelle von dem dampfenden Gebräu. Der Milizsoldat konnte mit der Reaktion des Kochs nichts anfangen, aber das war ihm im Moment auch nicht wichtig. Er freute sich nur die Suppe essen zu können, schnell suchte sich Bilvor einen freien Platz am rechten Tisch im Zelt aus um sich zu setzen. Er tauchte seinen Löffel in die Suppe und schob sie begierig in seinen Mund. Sie schmeckte köstlich, ein bisschen salzig aber warm und dickflüssig. Kaum das er seinen zweiten Löffel in die Suppe tauchen wollte, verstummten die Gespräche an seinem Tisch und alle Kameraden standen mit einem mal auf und verteilten sich an die anderen Tische. Das Essen schmeckte nun nur noch halb so gut, aber da er nichts an der jetzigen Situation ändern konnte, schlürfte er seine Suppe weiter, ohne sich etwas anzumerken. Innerlich war Bilvor sehr betrübt, er hätte sich jetzt gerne mit seinen Kameraden unterhalten, würde sich gerne von seinem Zustand etwas ablenken, sich mit Witzen und Geschichten aufheitern, aber all das war ihm vergönnt. Etwas neidisch schielte er an die anderen Tische.
„Na schmeckt dir die Suppe, Bubi?“, hörte er plötzlich hinter sich. Er erkannte die Stimme sofort, es war Parantos, und er war extrem gereizt. Der Milizsoldat erstarrte mitten in seiner Bewegung. „Na das will ich doch mal hoffen…“, Parantos stand direkt hinter Bilvor, dabei stützte er seinen rechten Arm direkt neben ihm auf den Tisch, „denn das wird wohl die letzte Mahlzeit werden, Bubi!“. Mit einem Ruck wurde Bilvors Kopf nach hinten gerissen, Seargent Parantos krallte sich an seinen Haaren fest und zerrte seinen Kopf nach hinten, so dass es ihn fasst vom Stuhl zog. Der Veteran beugte sich ein wenig nach vorne, damit sein Mund direkt neben dem Ohr des Milizsoldaten war und flüsterte:“ Ich lass mir nämlich von so einem Frischfleisch wie dir, nicht den Posten weg nehmen!“. Bilvor sah sich hilfesuchend um, doch keiner seiner Kameraden machten anstallten ihm zu helfen, manche schauten dem Schauspiel einfach zu, andere interessierten sich nicht dafür. Langsam kam in ihm die Angst hoch, was sollte er nun machen? Er war Seargent Parantos hoffnungslos unterlegen! Der alt gediente Soldat nahm seinen Arm vom Tisch und meinte:“ Ich weiß ja nicht was du für eine Abmachung mit dem Inquisitor hast, aber …“, der Milizsoldat sah nun ein Kampfmesser links neben seinem Gesicht, dass der Veteran nun an seine Wange presste. Bilvors Atem begann zu rasen, kalter Schweiß rann ihm in Bächen runter, sein Blick fesselte sich an das Messer welches der Veteran nun vor sein Auge hielt. „Hören sie … ich kann das erklären“ begann er zu stottern. „Was kannst du erklären?“ unterbrach ihn Parantos scharf, „das wegen dir Kommandant Thorn exekutiert worden ist? Das wegen dir und dieser scheiß Tafel 5 meiner Männer erschoss wurden? Das wir wegen dir in dieser beschissenen Einöde fest sitzen und nicht auf den Weg zurück in die Makropole? Das der Inquisitor dich vor allen anderen vorzieht und mich zu einem Waschweib gemacht hat? Was genau möchtest du mir erklären, Seargent Bilvor?“, die letzte Frage schrie der Veteran so laut und hasserfüllt, das sich alle Soldaten im Zelt zu den beiden umdrehte. Der Milizsoldat war außerstande etwas zu sagen, er wusste nicht dass Thorn wegen ihm hingerichtet worden ist, und dass 5 seiner Soldaten erschossen worden sind, war ihm auch neu. Was konnte er tun? Bilvor kniff die Augen zusammen, um das Messer nicht weiter sehen zu müssen. Er hatte große Angst, wieder begann er zu stottern:“ Das … mit ihren … Leuten tut mir Leid!“. Seargent Parantos schossen wieder die Bilder aus der Höhle in den Bergen durch den Kopf, wie der Inquisitor mit einem irren Gesichtsausdruck aus der Kammer kam, mit einer schwarzen Tafel in der Hand, ein Soldat aus Trupp 5 fragte was er dort gefunden hätte, sofort gab Macratus den Befehl Trupp 5 zu erschießen und meinte wenn ihn noch einmal jemand nach dieser Tafel fragen würde, würde er sofort 20 Soldaten erschießen lassen.
„ES TUT DIR LEID?“ brüllte der Veteran, dabei riss er Bilvors Kopf nach hinten um ihn gleich darauf nach vorne zu schlagen. Der Milizsoldat knallte mit seinem Kopf ungebremst gegen die Tischkante, dabei erwischte er die Suppenschale so ungünstig, das sie nach oben schwappte und die Suppe sich kochend heiß in seinen Nacken ergoss. Schallendes Gelächter ging durch das Zelt, mit brummendem Schädel und einem brennendem Nacken wurde Bilvor wieder nach hinten gezogen. „Ich gebe dir etwas was dir leid tun wird, Bubi!“ sagte Parantos eiskalt. Dabei drehte er die Klinge in seiner Hand nach unten und holte aus.
„OOOOOOORRRKS! WIR WERDEN ANGEGRIFFEN!“ schallte es außerhalb des Zeltes zu den Soldaten. Sofort sprangen alle auf, Essgeschirr fiel zu Boden, Stühle wurden beim hinausstürmen ungeworfen und sofort hörte man Schüsse. Parantos ließ sein Messer sinken, ließ Bilvor los und meinte:“ Wir sprechen uns noch Bubi!“, dabei zog er seine Gasmaske wieder auf, und schritt aus dem Zelt.
Nachdem sich Bilvor wieder einigermaßen gesammelt hatte, seine Gasmaske aufsetzte und vor das Zelt trat, war der Kampf schon im vollen Gange. Überall hörte man das Schreien der Soldaten und Orks, Schüsse bellten durch die Luft und das Zischen der Laserstrahlen ließen das Lied des Krieges zu einer neuen Passage kommen. Durch all den Lärm hindurch konnte man das knattern der Chimärenmotoren hören. Bilvor duckte sich um nicht von einer der Kugeln erwischt zu werden und schaute sich um. Die Orks kamen von der rechten Seite, die vom Berg abgewannt war. Die Soldaten hatten sich in einer 2er Reihe aufgestellt, in der die vordersten kniend schossen und die dahinter befindlichen Soldaten im stehen. Im ganzen Kampfgetümmel konnte Bilvor den Inquisitor nicht sehen, aber die drei Space Marines hatten sich vor den Rhinotransporter gestellt, daher vermutete der Milizsoldat das sich Macratus im inneren befinden würde.
Bilvor rannte in Richtung seiner Kameraden um ihnen im Kampf zu helfen, mit einem griff zum Rücken lief ihm ein eisiger Schauer über diesen. „Mein Gewehr!“ fiel es dem Milizsoldaten wieder ein. Seit er im Transporter aufgewacht war, hatte er keine Waffe mehr bei sich. Bilvor schaute sich gehetzt um, „Brauch ne Waffe!“ dachte er unentwegt. Geduckt lief er im ganzen Lager umher, im Hintergrund hörte er die Schreie die ihm die letzten Nerven raubten. Mit einem Mal wurde das gesamte Lager von einem unnatürlich rotem Schein erhellt und die Temperatur stieg merklich um ein paar Grad an. Mit einem Blick über die Schulter sah Bilvor dass die Chimären ihr tödliches Inferno entfacht hatten, es dauerte keine Minute und die Luft wurden beherrscht von dem Gestank von verbranntem Fleisch und Haaren. Immer noch auf der Suche nach einem Gewehr rannte der Milizsoldat durch das Lager. Endlich wurde er fündig, er sah einen Imperialen Soldaten der rücklings auf dem Boden lag. Er hatte eine klaffende Wunde in seiner Brust die von einem Wummen Schuss der Orks herrührte. Seine Uniform war Blutgetränkt und der Boden von Armageddon sog das Blut das sich unter dem toten Soldaten sammelte begierig auf. Bilvor rannte zu ihm, und nahm mit großem Ekel die Waffe aus der Hand des Toten. Gerade als er aufstehen wollte, wurde alles um ihn herum schwarz-weiß, die Zeit schien stehen zu bleiben. Der Lärm der Schlacht wurde leiser, bis sie nicht mehr zu hören waren, aber Bilvor wusste das sie noch immer im vollen Gange war. Er hörte nur noch seinen Herzschlag, und Schritte. Leise, bedächtige Schritte. Bilvors Atem ging schneller, seine Muskeln spannten sich an, er begann zu schwitzen, ihm wurde schlecht. Wie in Zeitlupe nahm er das Lasergewehr, stand auf, drehte sich herum und sah wie ein Imperialer Soldat sich auf ihn warf. Er konnte ein Messer sehen und kurz darauf wurde alles schwarz.
Mit einem Schlag war er wieder über der Leiche, doch diesmal konnte er wieder alles in Farben sehen, ohne nach zu denken, nahm er schnell das Gewehr, drehte sich um und drückte den Abzug zwei mal schnell hinter einander ab. Das Gewehr gab einen leichten Rückstoss von sich, als ob es nicht töten wollte, sondern sich nach jedem Schuss aus Bilvors Händen reißen wollte. Die roten todbringenden Strahlen zischten durch die Luft, der erste bohrte sich durch mehrere Zelte und hinterließ qualmende Löcher auf seinem Weg. Der zweite jedoch, brannte ein Faustgroßes Loch in einen Imperialen Soldaten der mit erhobenem Messer direkt hinter Bilvor stand. Der Milizsoldat konnte nicht denken, er war wie gebannt. Der getroffene Soldat ließ das Messer fallen, schaute nach unten, legte seine Hände auf das Loch in seiner Brust, schaute Bilvor an und flüsterte im zurückfallen:“ Bastart!“. Der Milizsoldat war froh darüber, dass er das Gesicht seines Opfers durch die Maske nicht sehen konnte, er wusste er hätte das Gesicht nie wieder vergessen können. Mit einem Gefühl als ob er sich durch Schlick bewegen würde, ging er langsam auf den eben erschossenen Soldaten heran. Mit jedem Schritt fing Bilvors Herz stärker an zu Hämmern. Er hatte Angst zu erfahren wen er da gerade erschossen hatte, und als er sich niederkniete um das Namensschild zu lesen, durchfuhr in ein Schock. Neben dem Loch das sich unbarmherzig in die Brust gebrannt hatte, um die Seele des Soldaten mit einem mal zu verbrennen, stand in dicken Lettern der Name „Parantos“.
to be continued
offtopic: Sorry fürs lange warten aber in letzter Zeit hatte ich nicht viel Zeit zum Schreiben, ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Aber wird sich bald ändern dann kommen wieder in regelmäßigen Abständen neue Abschnitte!